Schwerverletzte im Straßenverkehr: Zahlen-Crash in der Statistik

dapd/ Polizeiinspektion StadeAb wann wird ein Unfallopfer im Straßenverkehr als Schwerverletzter gezählt? Die offizielle Statistik offenbart große Schwächen, schon eine leichte Gehirnerschütterung kann ausreichen. Dennoch berufen sich Politik und Autohersteller immer wieder auf die unsicheren Daten.

http://www.spiegel.de/auto/aktuell/v...-a-861539.html
  1. #1

    optional

    und auf solche Daten greifen Politiker von Rot-Grün zurück, um Stadt langfristig aus "Sicherheitsgründen" auf 20-30 km/h und Autobahnen auf 80-100 km/h zubegrenzen. Welch ein Irrsinn!
  2. #2

    Zitat von BeitragszahlerwiderWillen Beitrag anzeigen
    und auf solche Daten greifen Politiker von Rot-Grün zurück, um Stadt langfristig aus "Sicherheitsgründen" auf 20-30 km/h und Autobahnen auf 80-100 km/h zubegrenzen. Welch ein Irrsinn!
    Wo liegt denn nun Ihres Erachtens der Irrsinn? Welche Daten hätten Sie gerne?


    Der Artikel behauptet, es gäbe Chaos und löchrige Daten, schreibt aber gleichzeitig, dass jeder, der nach einem Unfall mehr als 24 Stunden im Krankenhaus verbringt, als Schwerverletzter gilt - das ist doch eine ganz klare und eindeutige Defintion und das Gegenteil von Chaos. Und das "löchrig" wird einfach in den Raum geworfen ganz ohne jeden Beleg.
  3. #3

    optional

    Vor allem fehlt m.E. die Information wie viele der Unfallopfer (schwere) bleibende Schäden davontragen.
  4. #4

    Es greifen nicht nur Rot-Grün

    Zitat von BeitragszahlerwiderWillen Beitrag anzeigen
    und auf solche Daten greifen Politiker von Rot-Grün zurück, um Stadt langfristig aus "Sicherheitsgründen" auf 20-30 km/h und Autobahnen auf 80-100 km/h zubegrenzen. Welch ein Irrsinn!
    darauf zu, sondern alle. Somit ist Ihr Kommentar ueberfluessig da tendenziös und durch Ihre politische Meinung gebildet
  5. #5

    Zitat von SPON
    (...)Verkehrspolitiker, die ihre Erfolge Anhand der sinkenden Zahl von Schwerverletzen messen, argumentieren also genauso auf einer löchrigen Datenbasis wie die Autohersteller, die die Statistik seit Jahren als Beleg für ihre sicherheitstechnischen Errungenschaften bemühen.(...)
    Also ich kann da nur auf meinen persönlichen Eindruck zurückgreifen aber ich habe das Gefühl, dass ich in den letzten zehn Jahren bei Unfällen deutlich seltener auf Tote treffe.
    Es wird für uns aber auch immer schwieriger eventuell eingeklemmte Personen aus ihren Fahrzeugen zu befreien, da diese immer massiver und stabiler werden.
    Natürlich ist das nicht representativ.
    Allerdings ist mir auch schon aufgefallen, dass viel zu oft in Zeitungen und sonstigen Nachrichtenquellen von Schwerstverletzten geredet wird. Da wird ein gebrochener Arm tatsächlich schon mal zum "Horrorunfall mit Schwerstverletzten". Das liegt aber wohl hauptsächlich an Sensationsgeilheit.
  6. #6

    -

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ab wann wird ein Unfallopfer im Straßenverkehr als Schwerverletzter gezählt? Die offizielle Statistik offenbart große Schwächen, schon eine leichte Gehirnerschütterung kann ausreichen. Dennoch berufen sich Politik und Autohersteller immer wieder auf die unsicheren Daten.

    Verkehrsunfälle: Wann ist man schwerverletzt - SPIEGEL ONLINE
    Da ich vor kurzem der Definition nach auch schwer am Kopf verletzt wurde, aber Aufgrund stabiler Vitalzeichen ohne Blaulicht mit dem RTW ins Krankenhaus gekarrt wurde, wo ich dann die nächsten 5 Tage liegen durfte hier mein Vorschlag:

    Schweer verlertzt ist jeder der mit Blaulicht eingeliefert wird. Mittelschweer jeder der länger als eine Nacht im Krankenhaus liegt. Leichtverletzt, derjenige der Ambulant versorgt werden kann.
  7. #7

    Zitat von Greyjoy Beitrag anzeigen
    Allerdings ist mir auch schon aufgefallen, dass viel zu oft in Zeitungen und sonstigen Nachrichtenquellen von Schwerstverletzten geredet wird. Da wird ein gebrochener Arm tatsächlich schon mal zum "Horrorunfall mit Schwerstverletzten". Das liegt aber wohl hauptsächlich an Sensationsgeilheit.

    Kann ich nur bestätigen. Doller, Derber, Dramatischer. Die Mehrheit liebt es sich an solchen Meldungen zu gruseln. Die wenigsten sind aktive Helfer oder wenigstens Ersthelfer. Da ist schneller das Smartphone gezückt. Leider sind die meisten Menschen aus schon so entwöhnt, dass sie sich gar nicht mehr vorstellen können, dass es tatsächlich "schlimme" Verletzungen geben kann und stehen dann dumm da, wenn mal etwas schlimmes passiert.
    Zahlenjonglieren sollte man den Experten überlassen und solchen Heinis, die zu jeder Zahl noch ein passendes Superlativ verwursteln..
  8. #8

    Hey Super-System

    4000 Tote und 7000 Schwerverletzte pro Jahr! Wie kann man sich nur Sorgen um Atomkraftwerke, Elektrosmog oder Wölfe machen???
  9. #9

    journalistische Oberflächlichkeit...

    ...zeigt sich für mich schon eingangs des Artikels: "leichte Gehirnerschütterung" - was für ein Stuss, wie "ein bißchen schwanger" !! - oder: "...behielten ABER zur Beobachtung..." - ja selbstverständlich! Eine Gehirnerschütterung beinhaltet IMMER die Gefahr einer lebensbedrohlichen Hirnblutung mit entsprechend zeitlicher Latenz, bis Symptome auftreten! Da nutzt auch keine moderne Computertomografie, um diese Gefahr sicher auszuschließen! So ein Patient MUSS beobachtet werden, alles andere wäre mindestens fahrlässig!
    Der Motorradfahrer ohne Bein ist nicht nur schwer, sondern mitunter lebensgefährlich verletzt, also eine Steigerung!
    Und wer ein gebrochenes Handgelenk einmal hatte, weiß vielleicht, daß das mehr als nur unangenehm ist. Auch hier können die Folgen gravierend sein.
    Das sind alles zu recht schwere Verletzungen. Der Autor will uns glauben machen, daß da Lappalien aufgebauscht würden. Dabei hat er offenbar in diesem Punkt schlampig recherchiert, sonst hätte er die genannten Punkte herausgefunden.
    Manche Verletzungen heilen zwar oft folgenlos, jedoch trifft es auch manche Menschen mit erheblichen Komplikationen.
    Es sollte nicht so getan werden, als sei das Risiko von Verletzungen meist so lapidar. Das ist eine Verhöhnung der Opfer von Unfällen.
    Und von einem Journalisten erwarte ich das Gefühl für begriffliche Feinheiten. Es gibt auch Zwischenstufen der Bewertung (leicht-schwer-lebensgefährlich).
    Leider haben manche Journalisten dieses Gefühl nicht. Das sieht man an der Berichterstattung über manche "Katastrophen" oder auch z.B. das "Schneechaos"...