Berlusconis Comeback: Willkommen zurück, Cavaliere!

REUTERSSollte Silvio Berlusconi wieder italienischer Regierungschef werden? Natürlich nicht! Aber seine Kandidatur ist eine gute Nachricht: Endlich wird in einem Wahlkampf der verhängnisvolle Spar-Konsens zum Thema, der Europa schon viel zu lange beherrscht.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/ber...-a-872452.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Land hat erheblich an Wettbewerbsfähigkeit verloren, die es jetzt in einer Rezession mühsam wieder erlangen müsste. Italienische Löhne müssten zehn Jahre lang stagnieren oder fallen. Jedes Jahr müsste das Land hohe Primärüberschüsse einfahren - Überschüsse vor der Zahlung von Zinsen - um die Schuldenquote zu reduzieren. Und das nicht nur einmal, sondern jahrein, jahraus.
    Der Rückgang der Wettbewerbsfähigkeit Italiens ist zumindest zum Teil ein statistisches Artefakt, zurückzuführen gerade auf die erfolgreiche Bekämpunf der Schwarzarbeit: So steigt offiziell die Zahl der geleisteten Stunden, nicht jedoch unbedingt im gleichen Maße das offiziell gemessene BIP (die Leistung der Schwarzarbeit floss auch bisher teilweise in die BIP-Berechnung ein), so dass die Wirtschaftsleistung je geleistteter Stunde sank.

    Und Primärüberschüsse hat Italien von 1992 bis 2007 und gemäß OECD auch wieder ab 2011 verbucht, lediglich 2010 gab es ein kleines Primärdefizit.
  2. #2

    Genial!

    Schade nur, dass so wenige andere Journalisten einen aehnlich guten Durchblick haben...
  3. #3

    Zitat von muellerthomas Beitrag anzeigen

    Und Primärüberschüsse hat Italien von 1992 bis 2007 und gemäß OECD auch wieder ab 2011 verbucht, lediglich 2010 gab es ein kleines Primärdefizit.
    Natürlich bis 2008 - und Defizit 2009 und 2010, aber 2010 minimal.
  4. #4

    Endlich wieder Berlusconi-Bashing

    Europas Journalisten haben ihren Lieblingsfeind zurück:

    Italiens Hauptproblem « Aron Sperber

    wenn das kein Grund zur Freude ist?
  5. #5

    optional

    Wie ist das eigentlich mit der Wettbewerbsfähigkeit? Können immer alle gewinnen?
  6. #6

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sollte Silvio Berlusconi wieder italienischer Regierungschef werden? Natürlich nicht! Aber seine Kandidatur ist eine gute Nachricht: Endlich wird in einem Wahlkampf der verhängnisvolle Spar-Konsens zum Thema, der Europa schon viel zu lange beherrscht.

    Berlusconis Comeback durchbricht Sparkonsens in Europa - SPIEGEL ONLINE
    Ich glaube, Münchau kommt allmählich mit seinen eigenen Prognosen etwas durcheinander. Hier wird jetzt wieder mittel- und langfristig rumspekuliert, aber bis dahin ist doch ohnehin der Euro kaputt, die Finanzkernschmelze vollzogen und wir ernähren uns von Beeren und verendeten Wildschweinen? Irgendwas stimmt da nicht.
  7. #7

    Wie soll man eine antizyklische Politik fahren,

    …wenn die Schulden sowieso schon viel zu hoch sind? Der Schaden, den Berlusconi angerichtet hat, ist nicht nur der, korrupte Seilschaften zu platzieren, sondern auch, den gesamten Staatsapparat mit inkompetenten Mitarbeitern zu füllen.
    Berlusconi ist einzig und allein daran interessiert, seine eigene Haut vor Verurteilung zu retten und ist sich keiner Lüge zu schade.
    Rückkehr zur Lira? Und dadurch Wirtschaftswachstum? Welch eine Idiotie. Eine Währungsumstellung würde nur Kosten verursachen und den Handel erschweren.
    Ich kann nur hoffen, dass Italien es schafft, ein normales Land zu werden, mit funktionierenden Institutionen und seriöseren Parteien.
  8. #8

    Nur eine EU-Diktatur kann die EU noch retten...

    Ich glaube nicht, dass die EU nach einem Linksausrutscher wie Hollande auch noch einen Rechtsausrutscher wie Berlusconi verträgt. Es entstehen zu viele Fronten und ein Zusammenhalt ist so nicht mehr möglich.
    Ich sehe in Italien schon ein Schlüsselland, auch in Bezug auf die Lega Nord.
  9. #9

    Unverantwortlich !

    Eine Publikation wie SPON kann doch nicht einfach den Leuten völligen Unsinn erzählen !
    Europa ist weit davon entfernt, das Vertrauen der Investoren zurück zu gewinnen und daran wird sich solange nichts ändern, wie der Beamtenadel Steuergelder sinnlos verprasst.