Spenden-Seminar an der Uni: Wohin mit meinem Geld?

DPASie bekamen über 1000 Euro und sollten üben, wie man richtig spendet: Die Studenten im bislang einzigartigen Seminar "Wenn Geld Gutes tut" von Julia Propp, 26, haben Hilfsorganisationen auf ihre Transparenz hin überprüft. Sie wollten herausfinden, wo sich Hilfsgeld sinnvoll investieren lässt.

http://www.spiegel.de/unispiegel/hef...-a-871963.html
  1. #1

    autsch und weia

    Es ist schon verwunderlich, dass jemand für ein Seminar ausgezeichent wird, dessen gesamter Inhalt mit dem einmaligen Besuch der Webseite des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (vgl. http://www.dzi.de/spenderberatung/) vermittelt ist.

    Richtig bitter wäre, wenn die 16 Studierenden auch nicht auf diese seit über 100 Jahren (!) erfolgreich aufklärende Institution gekommen sind.

    Wo bleibt da der internationale Leistungsvergleich der Studienabgänger? Scheint mir sinnvoller als Grundschülern auf die Finger zu schauen.
  2. #2

    Augenwischerei vom Feinsten!

    Quote: Wirtschaftet die Organisation gut? Berichtet sie regelmäßig über Hilfsprojekte und erzielte Erfolge? Wer nicht selbst recherchieren mag, kann sich auch auf die Qualitätssiegel von Phineo.org, Betterplace.org oder dem Deutschen Zentralinstitut (DZI.de) stützen."

    Jeder sogenannte gemeinnützige Verein, Hilfsorganissation etc., weiß genau was die Spender hören, lesen und sehen möchten. Es gibt nichts einfacher kreativ anzupassen als Berichte der Hilfsorganisationen. Wenn die aber dauernd dicke Wälzer mit Berichten rausbringen, dann wäre ich schon stutzig. Denn wer bezahlt die Arbeit der Armee an Berichterstattern, externer Prüfer und Schreiberlinge wenn nicht der Spender ;-)
    Es ist so ziemlich egal wohin man schaut. Es gibt so gut wie keine Organisation die in der Lage wäre das Spendergeld zu 90% an die Krisenherde zu schicken.
    Gütesiegel von slebsternannten Experten? Prust! Ich habe selten so gelacht.
  3. #3

    Zitat von Niamey Beitrag anzeigen
    Es gibt so gut wie keine Organisation die in der Lage wäre das Spendergeld zu 90% an die Krisenherde zu schicken.
    Und das ist auch gut so. Die ach so bösen Verwaltungskosten sorgen schließlich auch dafür, dass das restliche Geld in den "Krisenherden" auch wirklich der Bevölkerung zugute kommt und nicht beim nächsten Posteninhaber auf dem Privatkonto landet. Wer unter 5% Verwaltungskosten hat kann im Prinzip das Geld vor Ort nur noch dem ersten, der Behaputet was Gutes zu tun, in die Hand drücken.
  4. #4

    Dzi

    Es wird oft der Eindruck erweckt, mit dem DZI Siegel fährt man richtig. Aber : um das DZI Siegel zu bekommen muss die Organisation erstmal ein Haufen Geld bezahlen. Kleinere Organisationen können sich diese Summen oft nicht leisten. Insofern ist dies keine Alternative zur eigenen Recherche.
  5. #5

    Spenden ist schwieriger als Aktien kaufen

    Mit Wohltaten läßt sich eine Menge Geld verdienen. Das haben die Kirchen vor Urzeiten erkannt. Der Mensch fühlt sich gut, wenn er helfen kann, es beruhigt kolossal. Eine Art Ablaßhandel mit dem inneren Schweinehund und den teuflischen Trieben. Insbesondere Frauen haben es mit dem Helfen und Sorgen. Und zu Weihnachten nimmt das Gefühl überhand. Die Wohltätigkeitsorganisationen befriedigen also ein tiefes Bedürfnis. In Amerika wird ein großer Teil der Wohltätigkeit privat organisiert, ähnlich wie im europäischen Mittelalter.

    In die Organisationen reingucken kann man selten, oder gar ihre Absichten oder ihr Handeln halbwegs beurteilen, ähnlich wie bei Kirchen oder den wohltätigen Stiftungen, die intern überaus rigide Systeme sind. Objektiv läßt sich da gar nichts erkennen. Und die Orgaisationen, die das behaupten, sind nichts anderes als Propagandaeinheiten des Guten.

    Mich würde mal interessieren, welche Probleme Bill Gates hat, seine unzähligen Milliarden für anerkannt gemeinnützige Zwecke zielgerichtet auszugeben. Die das verhindern wollen, dürften allesamt ungemein hehre Ziele verlautbaren, in Wirklichkeit aber ihre eigene Macht mit seinem schönen Geld vergrößern suchen.

    Wie war das noch mit dem Klingelbeutel, der nach dem Gottesdienst herumgereicht wird ? "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut."