Ausstellung "Food": Brot für die Kunst

Courtesy Sean Kelly Gallery, New York Distribution Netherlands Media Art Institute, AmsterdamBohnen auf einem Totenschädel, eine leuchtende Skulptur aus Brot: In der Genfer Schau "Food. Reflections on Mother Earth, Agriculture and Nutrition" kommentieren Künstler die Nahrungsmittelwirtschaft und machen dabei selbst das Essen einer Zwiebel zu einem politischen Akt.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-872056.html
  1. #1

    Kontextkunst ist nicht gleich umbenannte Konzeptkunst

    Manchmal wundert man sich wirklich wer hier die Artikel schreibt und redigiert, dass so eine locker-flockige Umbenennung wie: "Konzeptkunst oder, wie man heute sagt, um Kontextkunst." stattfinden und gedruckt/gepostet werden kann.
    Kontextkunst enstand aus der Konzeptkunst, dies hat aber nichts mit 'Umbenennung' zu tun. Der Begriff basiert konkret auf einer Ausstellung, die Peter Weibel in der Neue Galerie im Künstlerhaus Graz 1993 kuratierte. (Dies lässt sich leicht auch online recherchieren!) Desgleichen unterscheiden sich die Ansprüche und Praktiken der Kontextkünstler durchaus von denen reiner Konzeptkünstler. Sie beziehen sich eben konkret auf einen bestimmten Kontext und der Praxis, die sich daraus ergibt. Dies führte vor allem in den 1990ger Jahren zur Anwendung von Methoden der Kontextualisierung, um Verbindungen zwischen den Kunstwerken und deren Bedingungen der Produktion aufzuzeigen.
    Vielleicht hätte es geholfen sich einmal die Bedeutung des Wortes 'Kontext' zu vergegenwärtigen. Das man sich mit einem Thema beschäftigt, bedeutet nicht gleichzeitig, dass man auch in diesem Kontext arbeitet. Kontextkunst setzt eigentlich eine konkrete Auseinadersetzung mit dieser Situation voraus. Als nun Abramovic performativ in eine Zwiebel biss, oder Spoerri seine Tische konservierte, hatte dies sicher andere ‘Kontexte‘ – eben auch der Zeit eingebunden. Selbst wenn die Arbeiten sich ändern, wenn sie in einem anderen Umfeld gezeigt werden – sollte man doch vorsichtig sein, hierfür gleich eine Begriffsumbenennung zu rechtfertigen. Denn dies stellt ‘Kontexte‘ her, die es so nie gegeben hat, und die den künstlerischen Arbeiten nicht gerecht werden. Ganz zu schweigen von den tatsächlichen Kontextkünstlern, denen somit ihre, der Zeit eingebunde Ansprüche, abgesprochen werden.