Suhrkamp-Querelen: Gericht beruft Berkéwicz als Verlagschefin ab

DDPSensationelle Wende im Streit um Suhrkamp: In Berlin unterlag Verlagschefin Ulla Berkéwicz vor Gericht dem Minderheitsgesellschafter Hans Barlach - der will sie aus dem Unternehmen drängen. Nun muss die Verlegerin die Geschäftsführung räumen.

http://www.spiegel.de/kultur/literat...-a-872011.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sensationelle Wende im Streit um Suhrkamp: In Berlin unterlag Verlagschefin Ulla Berkéwicz vor Gericht dem Minderheitsgesellschafter Hans Barlach - der will sie aus dem Unternehmen drängen. Nun muss die Verlegerin die Geschäftsführung räumen.

    Suhrkamp: Landgericht Berlin beruft Berkéwicz als Verlagschefin ab - SPIEGEL ONLINE
    Das mag ja alles rechtlich ok sein - aber leider kann die Verlegerin nicht abgesetzt werden. Die Frauenquote verbietet es, des weiteren kann eine Frau kein Betrüger oder sonstwie schlechter Boss sein.
  2. #2

    Gut so.

    Seit sie dort das Sagen hat, hat der Verlag deutlich an Qualität und Profil verloren.
  3. #3

    Zitat von prodigal Beitrag anzeigen
    Seit sie dort das Sagen hat, hat der Verlag deutlich an Qualität und Profil verloren.
    Wir beide meinen den selben Verlag ?
    Herrn Barlachs Anliegen ist die finanzielle Ergebnisverbesserung des Verlags. In dem Bereich kennt er sich ja, dank seines Engagements bei der Hamburger Morgenpost (RIP), bestens aus.
  4. #4

    Es wird wohl kaum

    jemanden in der Verlagsbranche geben, der sich nicht über die mutige Entscheidung des Gerichts freuen wird.
  5. #5

    Verspieltes Erbe

    Wie's auch ausgehen mag, das GEISTIGE Verlagserbe von Peter Suhrkamp war bereits von Siegfried Unseld auf dem Altar des Marktes verspielt worden.
    Wer weiß heute noch etwas vom Aufstand der Lektoren im Hause Suhrkamp-Insel in Fankfurt, der einst von einem Walter Boehlich angeführt wurde. Tempi passati! Das jetzige Hauen und Stechen wird nur noch Verlierer zurücklassen. Welche "Events" man sich auch noch ausdenken mag, ob Ulla Berkéwicz oder Hans Barlach – um die "Ernst Barlachs" in Deutschland ist es schon lange wieder sehr still geworden. Die Berliner Schatten werden immer länger.
  6. #6

    Was für eine unglaubliche Anmaßung dieser Landrichter

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Sensationelle Wende im Streit um Suhrkamp: In Berlin unterlag Verlagschefin Ulla Berkéwicz vor Gericht dem Minderheitsgesellschafter Hans Barlach - der will sie aus dem Unternehmen drängen. Nun muss die Verlegerin die Geschäftsführung räumen.

    Suhrkamp: Landgericht Berlin beruft Berkéwicz als Verlagschefin ab - SPIEGEL ONLINE
    Wach ich? Träum ich? Bin ich in Transsylvanien? Ein Berliner Landgericht (ich fass es nicht!) möchte eine der profiliertesten Verlegerinnen Europas "absetzen"? Da haben sich die Schwarzkittel aber total überhoben.
    Es zeigt sich aber auch, dass es wohl ein großer Fehler war, diesen großen Verlag in die Hauptstadt zu verlegen.
  7. #7

    Das geht jetzt

    seit 3 Jahren? Was dilettierende Erben so ausrichten können, und am Schluss werden Arbeitsplätze bereinigt. Was fallen mir gerade für Namen ein. Und wer sich als Erbe enthält, fällt einem Vermögensberater oä in die Hände. Da lobe ich mir Leute wie Liz Mohn oder Friede Springer.
  8. #8

    Verlegerin abgesetzt?

    Zitat von Europa! Beitrag anzeigen
    Wach ich? Träum ich? Bin ich in Transsylvanien? Ein Berliner Landgericht (ich fass es nicht!) möchte eine der profiliertesten Verlegerinnen Europas "absetzen"? Da haben sich die Schwarzkittel aber total überhoben.
    Es zeigt sich aber auch, dass es wohl ein großer Fehler war, diesen großen Verlag in die Hauptstadt zu verlegen.
    Es ist manchmal ein bißchen schwierig, wenn man sich ahnungslos mit juristischen Sachverhalten befasst.
    In dem Fall hat ein Mitgesellschafter unter gesellschaftsrechtlichen Gesichtspunkten eine sog. Abberufungsklage erhoben, daneben wohl auch noch eine Ausschlussklage hinsichtlich des Mitgesellschafters und hilfsweise eine Auflösungsklage. Der Erfolg oder Misserfolg solcher Klagen hängt davon ab, ob es dem Kläger gelingt, Verstöße der Geschäftsführerin ( bei der Ausschlussklage der Mitgesellschafter) gegen die Gesellschaftssatzung, das Gesellschaftsrecht oder gar das Strafrecht nachzuweisen. Ob die Gesellschaft Bücher verlegt oder Käse verkauft, kann und darf das Gericht nicht berücksichtigen. Es wird also durch das - nicht rechtskräftige - Urteil die Geschäftsführerin eines Verlages ihres Amtes enthoben, nicht eine "Verlagschefin abberufen". Würde es dabei bleiben, müßten die Gesellschafter sich auf eine/n neuen Geschäftsführer/in einigen. Da sie das scheinbar nicht können, käme ggf. als ultima ratio die gerichtliche Einsetzung eines Notgeschäftsführers in Betracht.
  9. #9

    Ein schlechter Witz

    Den Umzug des Suhrkamp-Verlages von Frankfurt nach Berlin als Pluspunkt auf dem Haben-Konto der Verlagschefin zu verbuchen, kann doch nur ein schlechter Witz sein. Der Verlag gehört nach Frankfurt, denn
    was immer in Berlin so gespielt wird - Bücher und Verlage gehören, wie die Buchmesse, in die Mainmetropole.