Was halten Sie vom Sicherheitskonzept der DFL?

Das Sicherheitskonzept des Ligaverbandes soll von den 36 Proficlubs verabschiedet werden. Doch viele Punkte sind strittig, etwa mögliche Ganzkörperkontrollen, Videoüberwachung und das totale Verbot von Pyrotechnik im Stadion. Was halten Sie von dem Konzept?
  1. #70

    gewisse Restriktionen sind überfällig

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Sicherheitskonzept des Ligaverbandes soll von den 36 Proficlubs verabschiedet werden. Doch viele Punkte sind strittig, etwa mögliche Ganzkörperkontrollen, Videoüberwachung und das totale Verbot von Pyrotechnik im Stadion. Was halten Sie von dem Konzept?
    Pyrotechnik hat im Stadion nichts zu suchen. Das sollte auch der dümmste Fussballfan einsehen. Die extreme Hitzeentwicklung und das man diese auch als Wurfgeschosse einsetzt, wie bereits schon mehrmals geschehen, und auch das Menschen auf den Rauch allergisch reagieren (Asthmatiker), gehören diese Fackeln definitiv nicht in ein Stadion.
    Ob man nun Ganzkörperkontrolle einsetzt, darüber kann man diskutieren. Bei einer Flugreise regt sich auch keiner darüber auf. Also wäre das für die ewig Uneinsichtigen auch eine Möglichkeit.
    Ob die "Fans" nun Stehplätze beibehalten wollen, ist mit eigentlich ziemlich egal. Bei den ganzen Fahnen und dem Gegröle habe ich sowiewieso den Eindruck, dass nur die Hälfte dort etwas vom wirklichen Fussballspiel mitbekommt.
    Und eine Videoüberwachung halte ich für sehr sinnvoll. Der Fan, der sich ordentlich benimmt, hat doch sowieso nichts zu befürchten. Gegen Videobeweise sind doch nur die, die von den Massnahmen nichts halten, sprich, die sich nicht an die Regeln halten. Dafür sollten doch alle froh sein.
    Die s. g. "Ultras" sollten sich auch einmal darüber im Klaren sein, dass die Stehplätze mehr oder weniger von den Sitzplatzkarten Inhabern subventioniert werden.
    Wie heisst es so schön....immer den Ball flach halten.
  2. #71

    Wer sich heute noch Fußball antut, dem ist nicht mehr zu helfen. Der Zuschauer ist doch nur noch Staffage und zahlt auch noch dafür.

    RECLAIM THE GAME!
  3. #72

    "Ultras" ist nicht gleich "Hooligan"

    Zitat von gegenpressing Beitrag anzeigen
    Solche Sachen wie Übergriffe auf Fanprojekte, Keilereien auf Autobahnrasstätten oder Angriffe auf Straßenbahnen... das ist unerträglich! Da geh ich mit. Aber in der aktuellen Diskussion wird sich damit überhaupt nicht beschäftigt. Stattdessen ist bei uns die Empörung grenzenlos, nur weil einer ne Seenotfackel hochhält.
    ...
    Das wirklich wichtige Handlungsfeld ist außerhalb des Stadions, ... In England hat man das Hooliganproblem doch auch nur verlagert!

    Bisher habe ich noch nirgendwo irgendwelche Lösungen gehört, geschweige denn, dass man mal die Gewaltbereitschaft einiger in einen gesellschaftlichen Kontext einordnet. Denn es ist eben nicht fussballspezifisch, dass Leute aggressiv sich die Köppe einschlagen. Nein, man zeigt nen paar Pyro shows und sagt, wir machen jetzt mal Ganzkörperkontrollen und schaffen die Stehplätze ab, dann dämmen wir die Gewalt in den Stadien ein.

    Das ist einfach so am Problem vorbei, dass es kracht! Da kommt mir der leise Verdacht, dass man sich entweder überhaupt nicht mit dem Thema beschäftigt hat, oder, ...

    Übrigens, die ULTRAS empfinde ich da teilweise als Lösung! Bsp. Pyro: hier hat man sich Gedanken gemacht und ein mit Polizei und Feuerwehr abgestimmtes Konzept ausgearbeitet. Da hat man wirklich Verantwortung übernommen! Und wurde vorgeführt. Und ganz ehrlich: mir ist's lieber, die Jungs hängen Tag und Nacht im Fanheim rum und malen Doppelhalter, als dass sie auf der Straße abhängen und Blödsinn anstellen. Aber von Polizei und Öffentlichkeit wird man immer nur als asoziale Idioten abgestempelt.
    Danke für den Kommentar!

    Die ganze Sch.. fängt doch schon damit an, dass einfach Ultras unreflektiert mit Hooligans (a'la WM in Frankreich) gleichgesetzt wird, und Bengalos mit Gewalt. Dabei könnte man sich ja informieren, statt ständig mit Forderungnen zu poltern, die der gewärtigen Stadion-Realität überhaupt nicht angemessen sind. Über die Nürnberger Ultras (nein nicht über, sondern aus der der Mitte der Nürnberger Ultras) gibt es z.B. eine wunderbare 1 1/2 Stunden Doku auf Youtube Gate 8 - ultras Nürnberg DOKU Part 1/16 - YouTube, welche die Realität zeigt, ohne auch nur das Geringste zu beschönigen.

    Gerade, wenn das sog. Sicherheitskonzept in der von der Politik geforderten Weise durchgezogen wird, werden wir serbische oder polnische Verhältnisse nicht verhindern, sondern fördern ... Polen, wo man bei manchen Erstligaspielen 3 Stunden vorher im Stadion sein muss wegen der Ganzkörperkontrollen. Wobei sich die Hooligan-Gewalt längst in den unteren Ligen tummelt, wo zur Fan-Trennung mittlerweile Käfige aufgestellt werden mussten, in die die auswärtigen Fans dann jeweils während des Spiels reingesteckt werden.

    Als kleine Minderheit innerhalb der Ultra-Szene richten selbst gewaltbereite Fans noch den geringsten Schaden an. Die Ultra-Szene (gewiß mit Hilfe von Fan-Projekten) zügelt und kanalisiert das noch eher, als dass es die Gewalt fördern würde.
  4. #73

    Zitat von lofi Beitrag anzeigen
    @fussball11: finde es interessant, wie Du den CSU-Innenminister Friedrich verteidigst. )
    Meine Verteidigung für Innenminister jeglicher Parteizugehörigkeit hält sich in engen Grenzen.
    Es könnte sich aber zutragen das die bald Beistand brauchen, weil der Widerstand der Fanszene überraschend konstruktiv ist und die Argumentation seitens der Politik auf dünnen Beinen steht.

    Wenn die Innenminister der Länder tatsächlich für jedes einzelne Stadion die Bestimmungen ändern und begründen müssen , wird das ein hartes Brot.
    Ich stelle mir vor wie ein Minister aus Hannover die Regeln für das Eintracht Stadion in Braunschweig verschärfen will. Da steht die ganze Stadt Kopf, egal ob man Fan ist oder nicht. Wer aus der " Verbotenen Stadt" sich in innere Angelegenheiten der Löwenstadt einmischen will wird den Volkszorn spüren.

    Mir scheint eben eher das große "zurück Rudern ohne Gesichtsverlust" begonnen zu haben. Eine typische Politik Posse für die Stammtische scheint nach Hinten los zu gehen.
    Schlimm ist eher das Verhalten des DFB, ganz schwache Vorstellung. Bei denen scheint man Angst vor dem Verlust von Privilegien zu haben. Da ist man bereit die Kanzlerin in alle Umkleidekabinen dieser Welt lassen um eigene Pfründe zu sichern.
    Die Vereine scheinen eher eine praktische Grundhaltung einzunehmen - außer die Großen, die mit der Politik in Bett gehen. Allen voran meine Freunde aus München.

    Dagegen scheinen die Probleme bei Dynamo langsam zu eskalieren. Nicht nur das ihr der liebste Sündenbock des DFB zu seien scheint, jetzt auch noch Trainer entlassen und einfach zu wenig Siege auf dem Feld.

    Da wünsch ich euch viel Glück in der Rückrunde, das wird richtig eng diese Saison.
  5. #74

    Wenn...

    "Wenn man einen Sumpf austrocknen will, darf man nicht die Frösche fragen"
  6. #75

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Das Sicherheitskonzept des Ligaverbandes soll von den 36 Proficlubs verabschiedet werden. Doch viele Punkte sind strittig, etwa mögliche Ganzkörperkontrollen, Videoüberwachung und das totale Verbot von Pyrotechnik im Stadion. Was halten Sie von dem Konzept?
    Fan-Kultur? Ich hoffe das dieser Affenzirkus Fussball bald mal wieder aus den Medien verschwindet. Mir ist es absolut schleierhaft wie man für diese erwiesenermaßen Korrupte und bei seinen Anhängern Weltweit für die meisten Gewaltausschreitungen verantwortliche Sportart immer noch so eine Propaganda veranstalten kann.
  7. #76

    vielleicht...

    liegt es ja auch an zuviel Alkohol ?!
    Würde zum Beispiel ein generelles Alkoholverbot im Stadion, inkl. Promilletest am Eingang was bringen?
    Nur mal als Frage in den Raum geworfen
  8. #77

    Die komplette Debatte ist meiner Meinung nach der komplett falsche Weg. Es wird immer mehr Kommunikation zwischen Verbänden und aktiven Fußballfans gefordert doch jetzt entscheidet wieder der Verband alleine und lässt die Fans im Regen stehen. Viele Punkte in diesem Papier sind einfach nicht akzeptabel und werden meiner Meinung nach auch die Situation in den deutschen Stadien nicht verbessern. Man sollte sich auch hinterfragen ob diese Papier wirklich so ein neuer Gedanke ist und damit das Heilmittel das man unbedingt braucht. Ein gutes Beispiel ist dazu z.B. das Spiel des Karlsruher SC - Dynamo Dresden im Jahre 2006 dort mussten sich auch die Dresdener Fans in Zelten ausziehen da es als großes Sicherheitsspiel eingestuft wurde. Das Resultat es landeten trotzallem ein paar Bengalos im Gästeblock. Wenn man doch solche Beispiele kennt und das sollten die Verbände den sie haben es ja angeordnet sollte man doch aus diesen misslungenen Projekten lernen und sich wirklich mal intensiv damit beschäftigen. Denn dann würde man auch erkennen das die Fans gesprächsbereit sind und wenn man mit dem friedlichen aktiven Teil der Fanszenen sich einigen kann zieht man die kompletten deutschen Kurven mit. Ich zu meinem Teil denke das diese Papier nur verabschiedet werden soll damit sich die Politik eine gute Basis für den vorstehenden Wahlkampf erschaffen kann und so der Bevölkerung weiß machen will dass mit diesem Verfahren alle Probleme gelöst sind und man auch andere Probleme wie Rechtsradikale und Salafisten etc. in den Griff bekommt und die Bundesrepublik somit ,,sicherer" macht.

    PS: Ich reise schon ein paar Jahre auf Auswärtsspiele meines Verein durch ganz Deutschland und fühlte mich dabei immer sicher.
  9. #78

    Der Anteil des Alkohols an der Fan-Randale

    Zitat von Zeitwesen Beitrag anzeigen
    liegt es ja auch an zuviel Alkohol ?!
    Würde zum Beispiel ein generelles Alkoholverbot im Stadion, inkl. Promilletest am Eingang was bringen?
    Nur mal als Frage in den Raum geworfen
    ist in der Tat enorm hoch.

    Ich sehe das ja an Freitag-Abend-Spielen. Ich stehe eigentlich gern am Rande der von den Ordnern freigehaltenen Treppenaufgänge im Block. Normalerweise ist das gut, man sieht sich, man trifft sich, und hat wenigstens auf einer Seite keinerlei Sichtbehinderungen, selbst wenn die Fahnen geschwenkt werden. Aber Freitags ... der eine torkelt, rempelt einen ohne Absicht an; der unerwartete Stoß geht an den Nachbarn, der sein Bier halb verschüttet, und darauf einen Wutanfall kriegt ... oder andere werfen bei kleinster Gelegenheit -- also nicht nur eigenes Tor, sondern vielleicht Gegentor oder Chance vergeben, oder gelbe Karte für Gegner gefordert oder für die eigenen gekriegt -- ihr volles Bier an die Decke, wo es sich dann so verteilt, dass es über einige Quadratmeter verteilt runtertropft, und schon ist fast eine Schlägerei im Gange, unter den eigenen Leuten.

    Und auf Auswärtsfahrten wird ja extrem gesoffen. Wenn sie nach stundenlanger Zug- oder Busfahrt ankommen, sind zwei Drittel mit Alkohol zu, und der Rest ist bekifft. Völlig nüchten sind bestenfalls noch Busfahrer, Fanbetreuer, Capo, und vielleicht noch eine Hand voll eher schrullige Individualisten, die sich dem Gruppenzwang zum Saufen entziehen können. Soll man die wirklich am Zielort vor den Stadiontoren stehen lassen? Promillegrenze - so etwas beinhalten übrigens alle Stadionordnungen, praktiziert wird es nirgends. Bei Auswärtsfans ginge die Randale dann doch erst richtig los.

    Auch übermäßiger Alkoholgenuss ist eher ein gesellschaftliches Problem als eines des Fußballs. Und in einem gewissen Alter gibt es auch bei den eigenen Fans dieses Vorglüh-Verhalten wie bei Partys oder auf Kirchweihen, das wir früher überhaupt nicht kannten. Als meine Söhne in dem Alter waren, ärgerte mich das, aber was sollte man machen. Heute ziehen auch sie es vor, lieber hinterher in einem Stadion-nahen Gartenlokal gemütlich ein Bier zu trinken und über das Spiel zu palavern. Vom Bier im Stadion selbst wird übrigens keiner blau, da wird entweder Leichtbier ausgeschenkt, oder in Risikospielen sogar Alkoholfrei.
  10. #79

    Zitat von Zeitwesen Beitrag anzeigen
    liegt es ja auch an zuviel Alkohol ?!
    Würde zum Beispiel ein generelles Alkoholverbot im Stadion, inkl. Promilletest am Eingang was bringen?
    Nur mal als Frage in den Raum geworfen
    Natürlich spielt der Alkohol eine große Rolle. Wer augenscheinlich zu viel getrunken hat, kommt erst garnicht in Stadion. Jeden Fan per Promille-Test zu überprüfen ist zeittechnisch leider nicht möglich.
    Einen Ausschank im Stadion halte ich persönlich für falsch, weil wie so oft Fans bestraft worden würden, die mit Gewalt nichts zu tun haben.
    Außerdem sorgt der Alkohol meist dafür, dass einzelne Personen aggressiv auffallen etc. Fans die Bengalos oder Feuerwerk zünden sind meist vom Vollrausch weit entfernt.