Kulturschock in Bangladesch: Zwischen Müll und Luxus

REUTERSDer Strom fällt neunmal am Tag aus, das Duschwasser verursacht Ausschlag, die Autos haben mehr Beulen als Fensterscheiben. Trotzdem findet Patrick Kalanu das Leben und Arbeiten in Dhaka inspirierend. Der Englischlehrer staunt, wie optimistisch in dieser Stadt selbst die Ärmsten sind.

http://www.spiegel.de/karriere/ausla...-a-869587.html
  1. #1

    Ursachen?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Strom fällt neunmal am Tag aus, das Duschwasser verursacht Ausschlag, die Autos haben mehr Beulen als Fensterscheiben. Trotzdem findet <i>Patrick Kalanu</i> das Leben und Arbeiten in Dhaka inspirierend. Der Englischlehrer staunt, wie optimistisch in dieser Stadt selbst die Ärmsten sind.

    Auswanderer in Bangladesch: Englischlehrer erzählt vom Leben in Dhaka - SPIEGEL ONLINE
    Ich kenne das auch, die Leute dort sind trotz "Armut" zufriedener als bei uns. Was machen wir falsch ist die Frage? Verteilungskämpfe, Abstiegsangst?

    Die Einstellung dort ist vorbildhaft, die anderen Umstände sind es nicht.
    Wenn es Hartz4 bei uns nicht gäbe, hätten wir auch solch eine Unterschicht. Hartz4 stellt diese ruhig und bewahrt den Frieden und Sicherheit der Mittelschicht.

    Man sollte sich überlegen, ob es von dieser Bevölkerungsgruppe nicht bereits genug gibt und sonst nicht der soziale Frieden in Gefahr ist.
  2. #2

    So abgerückt der Lehrer seine Umwelt sieht

    ist beängstigend. 11.000 $ Schulgeld, daß könnten sich selbst in Deutschland die wenigsten leisten.
    Der Lehrer nur Kinder von Diplomaten und Geschäftsleuten unterrichtet und keine Kinder der Armen zeigt das Dilemma.
  3. #3

    danke

    Danke für diesen Artikel. Man vergisst so leicht, dass wir hier in Deutschland eigentlich gar keinen Grund haben, jetzt in der Krise so verzagt zu reagieren.
  4. #4

    ot

    Diesen Artikel muss man jedem um die Ohren hauen, der über Armut in Deutschland klagt.
  5. #5

    Zitat von fxmn Beitrag anzeigen
    Danke für diesen Artikel. Man vergisst so leicht, dass wir hier in Deutschland eigentlich gar keinen Grund haben, jetzt in der Krise so verzagt zu reagieren.
    Wer viel hat, hat auch viel zu verlieren.

    Manche einnern sich sogar noch daran wie schwer es war, das Erreichte zu erreichen.
    Nur wenige haben es als Lottospieler geschafft, nachhaltig zu materiellem Wohlstand zu kommen.
  6. #6

    Inspiration pur!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Strom fällt neunmal am Tag aus, das Duschwasser verursacht Ausschlag, die Autos haben mehr Beulen als Fensterscheiben. Trotzdem findet <i>Patrick Kalanu</i> das Leben und Arbeiten in Dhaka inspirierend. Der Englischlehrer staunt, wie optimistisch in dieser Stadt selbst die Ärmsten sind.

    Auswanderer in Bangladesch: Englischlehrer erzählt vom Leben in Dhaka - SPIEGEL ONLINE
    Die triefende Ignoranz eines knallharten Egozentrikers. Es ist in der Tat,erstaunlich, dass sich die fleißigen, fröhlichen Menschen dort nicht alle in einem kollektivem Blutrausch auf die arroganten Schmarotzer stürzen und in suizidaler Absicht mit in den Abgrund reißen, sondern ihnen den Haushalt führen, sie transportieren und ihnen auch sonst 11 Stunden und länger am Tag die Sklavenarbeit für ein zwei Dollar verrichten.

    Aber man gibt ja Stipendien für Straßenkinder!

    Der Lebenswille ist in jeder gesunden Kreatur unbändig und für den sattgefressenen Wohlstandsbürger nicht mehr nachvollziehbar, ja verblüffend - da er von Geburt an schmarotzend durch sein Leben dämmert.

    Nicht umsonst sind die grausamsten Tycoone oft einsame Aufsteiger aus dem Schmelziegel der Slums, sie haben als Kinder wohl ihre fröhliche, optimistische Art nicht naiv vor der Rikscha eines eingebildeten Idioten verbracht, sondern sich durch Mord und Todschlag bis ins Penthouse ihres Konzernturms hochgearbeitet.

    Solche Berichte zeugen von der Dummheit unserer Funktionsbütten, die vollversorgt die Welt zu Grunde fressen.
  7. #7

    Tolles Land

    Ich freue mich, über diesen Artikel gestolpert zu sein. Ich habe Ende September/Anfang Oktober 10 Tage in Bangladesch verbracht und mich richtig in dieses Land und seine Leute verliebt. Hatte das Glück schon vorher (über Londoner Verbindungen, wo es ein große Bangladeshi Community gibt) Kontakte dort zu haben, bin privat untergekommen (verhältnismäßig wohlhabend, Generatoren bei Stromausfall, sanitäres alles perfekt). Es ist so ein Klischee, über "arm aber glücklich in armen Ländern" zu lesen, aber ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass hier viel gelacht und gelächelt wird, und herzliches Umgehen auch in scheinbar trostlosen Umständen stattfindet. Das Land ist sicher, und die Infrastruktur gar nicht so schlecht (bessere Straßen als in Indien, im Nordosten). Würde es jedem Touristen empfehlen. Fantastisches Essen, große Gastfreundschaft, Einzigartige Natur/Kulturlandschaft (trotz Überbevölkerung!). Ich werde sicher zurückkehren.
  8. #8

    Diesen Laendern hilft nur eine Revolution

    Ich habe 10 Jahre auf den Philippinen gelebt. Dort sind die Verhaeltnisse m. E. fast so schlimm.
    Diesen Staaten gehoeren saemtliche Unterstuetzungen gestrichen. Ich habe frustrierte GTZ und Mitarbeiter anderer Hilfsorganisationen getroffen die mit zusehen wie mit Wissen des Entwicklungshilfeministeriums unsere Steuer- Gelder schamlos an die Firmen der Superreichen Clans weitergereicht werden. Diese beschaeftigen dann in den mit unserer Hilfe gegruendeten Firmen die Arbeiter denen sie Hungerloehne von 1- 2 USD /Tag zahlen. Die Gewinne werden nicht reinvestiert, sondern wandern ohne Umwege in Steueroasen in Uebersee.
    Ein Staatskommunismus wie in Kuba ist auch nicht das Ideale aber immer noch tausendmal besser fuer die Bevoelkerung als die Systeme in Sued/ost Asien.

    Erst wenn von unten her erneuert wird, wird sich die Lage der Armen langsam bessern.
    Die Superreichen haben nicht das Geringste notleidendenarmen Mitbuerger zu verbessern.
  9. #9

    Ich staune auch immer wieder

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Englischlehrer staunt, wie optimistisch in dieser Stadt selbst die Ärmsten sind.

    Auswanderer in Bangladesch: Englischlehrer erzählt vom Leben in Dhaka - SPIEGEL ONLINE
    Der Englischlehrer staunt....Reichtum und Zufriedenheit gehören nicht zwangsläufig zusammen. Erstaunlich ist da eher die Tatsache das viele Unglückliche, speziell aus unseren Breitengraden, aber im Gegensatz zu den meisten Menschen in Bangladesh, Afrika oder sonstwo in der dritten Welt, zwangsläufig der Ansicht seien, ihn gehe es wesentlich besser.

    Die Welt ist schon gerecht, egal wo ich lebe, überall sind die Aufgaben gleich schwer