Clowns für Demente: Spaßmacher gegen das Vergessen

DPALachen ist die beste Medizin: Ulrich Fey hat sich als Clown auf Menschen mit Demenz spezialisiert. Mit Schminke und roter Pappnase besucht er Pflegeheime, singt, rülpst und weint. Dabei weckt er in vielen Bewohnern Emotionen, Erwartungen darf er allerdings keine haben.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-868003.html
  1. #1

    Meine Hoffnung ist

    ein rechtzeitiges Totumfallen oder Totaufwachen. Auch ein einsames Sterben irgendwo im Geröll wäre akzeptabler.
  2. #2

    Ich bewundere Menschen wie Ulrich Fey.

    Beim Gedanken dass nach einem langem Leben die eigene Persönlichkeit, alles was einen definiert so langsam dahinschwindet und sich auflöst, löst nur Trauer in mir aus. Leben ist auch grausam.
  3. #3

    Zitat von Tysknaden Beitrag anzeigen
    ein rechtzeitiges Totumfallen oder Totaufwachen. Auch ein einsames Sterben irgendwo im Geröll wäre akzeptabler.
    Das wird die Hoffnung vieler der Heiminsassen gewesen sein, man kann nur wünschen dass auch diese Hoffung vergessen wurde.
  4. #4

    Pardon !

    "Clowns für Demente: Spaßmacher gegen das Vergessen", das schien mir gerade so sehr eine Beschreibung fuer die politisch-didaktische Rolle des "Spiegel" gerade im letzten Jahrhundert zu sein, dass ich es einfach mal eben aufzeigen muss ;)

    In diesem Jahrhundert beginnt diese sinnvolle Taktik endlich,
    deutlich Fruecht zu zeigen, wie man an den steigenden Auflagenzahlen leicht ablesen kann. Rettet die Clowns !
  5. #5

    Alz

    Zitat von HappyPrimateIdiot Beitrag anzeigen
    "Clowns für Demente: Spaßmacher gegen das Vergessen", das schien mir gerade so sehr eine Beschreibung fuer die politisch-didaktische Rolle des "Spiegel" gerade im letzten Jahrhundert zu sein, dass ich es einfach mal eben aufzeigen muss ;)

    In diesem Jahrhundert beginnt diese sinnvolle Taktik endlich,
    deutlich Fruecht zu zeigen, wie man an den steigenden Auflagenzahlen leicht ablesen kann. Rettet die Clowns !
    Da fällt mir dann die Regensburger Partei ALZ ein die es sogar in den Stadtrat geschafft hat, Slogan: Vergessen wir was war ;-)
  6. #6

    Heime machen die Menschen erst kaputt.

    Wir haben unseren Großvater zu Hause gepflegt. Wir haben garnicht bemerkt, dass er angeblich dement sein soll, weil er sich stets ganz normal verhalten hat, er war eben nur gebrechlich und konnte nicht mehr alles selbst machen. Einmal wurde mein Vater für ein paar Wochen in die USA entsandt, da sind wir alle mitgekommen, nur unseren Großvater konnten wir nicht mitnehmen, der wollte auch nicht. Wir haben ihn dann solange in einem Pflegeheim untergebracht.
    Als wir ihn vom Pflegeheim abholten war er plötzlich nicht mehr ansprechbar. Die erzählten uns, dass er völlig dement sei, das hat meinen Vater richtig wütend gemacht, weil Großvater vorher geistig noch völlig rege war. Er hat mehrere Wochen lang gebraucht, um sich von dem Heimaufenthalt zu erholen, bis er sich wieder wie vorher am Familienleben beteiligt hat.
    Als Kind war mir schnell klar, warum mein Großvater erst durch das Pflegeheim krank gemacht wurde: Diese drögen, kahlen Zimmer, die kamen mir als Kind so langweilig vor, dass ich das als Langweile-Folter betrachtete. Totale Reizarmut, nur diese typischen kahlen Krankenzimmer, satt, warm, trocken, mehr nicht. Da wundert es niemanden, wenn in so einer reizarmen Umgebung die Leute dement werden.
    Diese Erfahrung mit einem Pflegeheim hat uns genügt. Beim nächsten Auslandseinsatz ging mein Vater alleine und wir blieben zurück, dass wir Großvater bei uns behalten konnten. Er wurde noch 91 Jahre alt und war bis zum letzten Tag ansprechbar, ausserdem hat er fast bis zu seinem letzten Lebenstag noch auf seiner Mundharmonika musiziert. Schließlich starb er in seinem eigenen Bett.
    Ich bin mir heute sicher, dass es seine Lebenserwartung um 10 Jahre verkürzt hätte, wenn er dauerhaft in einem Pflegeheim hätte leben müssen.

    Meine Mutter ist übrigens in der Volkssolidarität engagiert. Dort kümmern sie sich um Demenzkranke. Da gab es Fälle, die von Ärzten als hoffnungslos abgestempelt wurden. Wenn man sich mit denen beschäftigt hat, oder ihnen Lieder aus ihrer Jugendzeit vorgesungen hat, dann wurden sie wieder zugänglich. Darum meine ich, dass Demenz keine Krankheit ist - Demenz ist nur die Folge davon, dass man alte Menchen in Heime abschiebt.
  7. #7

    Naja...

    Darum meine ich, dass Demenz keine Krankheit ist - Demenz ist nur die Folge davon, dass man alte Menchen in Heime abschiebt.
    Tut mir Leid, so einfach funktioniert's dann doch nicht. Vielleicht in Ihrem Fall. Fakt ist, dass die Menschen zuhause genauso dement werden (können) wie im Heim. Und auch im Heim gibt es Menschen, die bis zum Schluss nicht dement sind. Nicht jeder Senior wird per se dement.

    Hinzu kommt, dass häufig auch Menschen im Heim landen, die so dement wurden (zuhause) dass die Betreuung nicht mehr zu bewältigen war.