Umstrittene Aktion: Bundesagentur verteidigt Schrittzähler für Arbeitslose

DPAEin Schrittzähler für Hartz-IV-Empfänger? Nein, das ist kein Scherz, sondern ein Vorzeigeprojekt zweier Jobcenter aus Brandenburg. Im SPIEGEL verteidigt Heinrich Alt von der Bundesagentur für Arbeit die umstrittene Idee. Schließlich würden auch viele Manager ihre Schritte zählen lassen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-871834.html
  1. #1

    _Wer sich fit fühlt...

    Wer sich fit _fühlt_, hat auch mehr Selbstvertrauen und bekommt nachweislich schneller einen Job? Und dann wird, wenn man diese Argumentation schon vertritt, eine Streckt von 8.848 metern gemessen, die ja gerade die, die sowieso schon Fitness betreiben, sehr schnell erlaufen haben? Das Projekt ist undurchdacht und vor allen Dingen geht es noch weiter davon aus, dass Zwang (lauf jetzt xy Schritte) irgendetwas Dauerhaftes bewirkt, dass zum anderen Arbeitssuchende diesen Zwang bedürfen und dass letztendlich jeder nur selbst an seiner Arbeitslosigkeit schuld ist.

    Herr Alt kann froh sein, dass nicht jeden Tag um sieben Uhr alle Arbeitssuchenden, egal ob Aufstocker, ALG II-Bezieher, Kurzarbeitbezieher oder was auch immer, vor den ArGen stehen und eine Arbeitsstelle fordern.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ....Schließlich würden auch viele Manager ihre Schritte zählen lassen.
    Und wenn sie die nicht tragen, wird dann ihr Gehalt um 30% gekürzt?
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ein Schrittzähler für Hartz-IV-Empfänger? Nein, das ist kein Scherz, sondern ein Vorzeigeprojekt zweier Jobcenter aus Brandenburg. Im SPIEGEL verteidigt Heinrich Alt von der Bundesagentur für Arbeit die umstrittene Idee. Schließlich würden auch viele Manager ihre Schritte zählen lassen.

    Heinrich Alt: Bundesagentur verteidigt Schrittzähler für Arbeitslose - SPIEGEL ONLINE
    Eine wichtige Information fehlt in dem Artikel. Haben die 40 Arbeitslose an dem Programm freiwillig teilgenommen? Wenn ja, und wenn sie bei Ablehnung nicht mit Nachteilen rechnen mussten, ist alles in Ordnung. Wenn sie aber zum tragen dieser Geräte gezwungen wurden, kann man dazu nur eines sagen: Wer hat den Brandenburgern ins Gehirn geschi....en?
  4. #4

    Manager und Arbeitslose zu vergleichen ist schon merkwürdig

    Ein Manager der viele Schritte macht ist nicht unbedingt erfolgreich. Die meisten sitzen doch nur in Meetings oder vor dem Bildschirm, Jogging am Morgen und vielleicht noch in Fittnessclub am Abend.
    Wichtig jedoch ist die mentale Verfassung. Ohne Zweifel Sport mindert die Depression und Bewegung ist gut für die Gesundheit. Noch wichtiger für Arbeitslose ist aber, dass man Sie mental stärkt, ihr Selbstvertrauen aufbaut, bzw. dass es nicht durch die lange Arbeitslosenzeit abnimmt. Wenn das die Lösungsansätze der Agentur für Arbeit sind, dann gut Nacht Deutschland. Passt aber ganz in die Neoliberale Denke unser Regierung.
  5. #5

    optional

    Das ist mehr als peinlich. Manager tragen das wenn überhaupt dann freiwillig. Die Stilblüten dieser Agentur sind wirklich mehr als lächerlich.
  6. #6

    Wenn schon, denn schon. Natürlich wird das in Zukunft, für alle Arbeitslosen bindend, per GPS und mit Direktmeldung der Standorte an die ARGE durchgeführt werden.
    Zuwenig Bewegung, z.B. weil gerade im 9. Monat schwanger, führt dann automatisch zu einem Straf-Abzug.
  7. #7

    Zitat von Indigo76 Beitrag anzeigen
    Eine wichtige Information fehlt in dem Artikel. Haben die 40 Arbeitslose an dem Programm freiwillig teilgenommen?(...)
    Die Frage schoss auch mir sofort in den Kopf: Hat die ArgE den Teilnehmern ihre Freiwilligkeit und damit Menschwürde gelassen, oder folgt die Dressur dem üblichen Bestrafen/Belohnungs-Wahn?
    Eine Skinner-Box für die, die unsere kranke Gesellschaft als Sündenböcke für ihr Elend ansieht, ist da nicht mehr weit.
  8. #8

    Menschenwürdig?

    Naja, vielleicht kriegen die nächsten Arbeitslosen einen Ring durch die Nase gezogen und dürfen sich dann als Pfingstochsen durchs Dorf treiben lassen. Wer dann am dämlichsten aussieht bekommt eine Stelle bei Bauer Lührsen im Stall als Animateur für dessen Rindviecher.
  9. #9

    Auf dem Weg zur Diktatur!

    Also wenn Manager an sowas teilnehmen, tun sie das wohl freiwillig und niemand wird ihnen 30% oder mehr von ihrem Gehalt kürzen, wenn sie den Schrittzähler nicht tragen. Verweigert ein Hartz4 Empfänger den Schrittzähler, bekommt er sofort eine Kürzung seiner ohnehin schon spärlichen Bezüge?? Und was heißt hier überhaupt ÄLTERE Langzeitarbeitslose?? Das allein ist schon diskriminierend. Dieser feine Herr sollte so ein Teil mal als Erster tragen!! Das ganze ist wirklich ohne Worte!!