Prägt Ikea die Wohnkultur der deutschen Gesellschaft?

"Ich krieg' einen Anfall!" - das sei die eigentliche Bedeutung der Buchstabenkombination Ikea, scherzte einst Harald Schmidt. Doch trotz Zusammenbau-Problemen und Verkehrschaos vor den Filialen wurde Ikea zum liebsten Möbelhaus der Deutschen. Dinge zum Wohnen, preiswert und durchaus schön bis stylisch, die den Begriff 'Möbel' ganz neu definierten, zieren heute viele Wohnzimmer, Küchen und Bäder. Keine Frage: Ikea trifft den Geschmack von immer mehr Deutschen. Prägt das Möbelhaus unsere gesamte Wohnkultur?
  1. #10

    Zitat von distel79 Beitrag anzeigen
    Wie herablassend Sie über andere Mitmenschen, ja Bürger des BRD, sprechen, die (höchstwahrscheinlich) einfach kein Geld haben um sich die schicken Möbel in erlesenen Geschäften zu kaufen. Schämen Sie sich, wie posaunend und selbstdarstellend Ihre "Analyse" klingt!
    Warum wohl sollte ich mit meiner Meinung über die Brettl-Liebhaber der BRD hinterm Berge halten? Es wurde gefragt, ob "Ikea die Wohnkultur der deutschen Gesellschaft prägt"! Ich weigere mich einfach, mit "deutscher Gesellschaft" nur diejenigen zu verstehen, die "einfach kein Geld haben". Es kann schon jedem mal passieren, einen Lebensabschnitt mit wenig Einkommen bestehen zu müssen (Studium, Lehre usw.) Aber danach sind die Brettl-Möbel eh lawede, wacklig und durchgebogen, und derselbe Ikea-Kunde sucht sich für seine Wohnung etwas Haltbares, Dauerhaftes. Zum Glück besteht die deutsche Gesellschaft nicht ausschließlich aus armen Leuten, sondern auch aus Leuten, die im Erwerbsleben ein gutes Einkommen haben und nicht mehr auf Ikea angewiesen sind. Als wir jung waren, gab es Ikea noch gar nicht. Wir nahmen Omas Möbel. Soweit die "Selbstdarstellung". Es wäre schlimm, wenn man die Eingangsfrage mit "Ja" beantworten müsste!
  2. #11

    Nöö,

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Ich krieg' einen Anfall!" - das sei die eigentliche Bedeutung der Buchstabenkombination Ikea, scherzte einst Harald Schmidt. Doch trotz Zusammenbau-Problemen und Verkehrschaos vor den Filialen wurde Ikea zum liebsten Möbelhaus der Deutschen. Dinge zum Wohnen, preiswert und durchaus schön bis stylisch, die den Begriff 'Möbel' ganz neu definierten, zieren heute viele Wohnzimmer, Küchen und Bäder. Keine Frage: Ikea trifft den Geschmack von immer mehr Deutschen. Prägt das Möbelhaus unsere gesamte Wohnkultur?
    prägt bestimmt nicht die deutsche Wohnkultur,
    aber bestimmt die deutsche TV-Kultur, dank solcher Sendungen wie "Ein Satz mit 4 Händen" (oder so ähnlich).
    Denn nach diesen Verschlimmbesserungen dürfen die Protagonisten dieser TV-Auswüchse sich über neue IKEA-Möbel freuen.
    Zudem wird dem doofen Deutschen immer wieder suggeriert wie günstig doch die Möbel bei IKEA seien.
    Aber weder deren Qualität noch der Preis unterscheidet sich von den Mitbewerbern wie "Roller", "Poco" oder "SB-Möbel Boss".
    Schreibt jemand der im Verkauf bei einem der erwähnten Unternehmen tätig ist.
    Ja IKEA hatte früher Möbel verkauft, die von Inhaftierten in DDR-Gefängnissen gefertigt wurden.
    Aber diese Möbel gab es damals - in den 70ern und 80ern - auch bei Kaufhof, Quelle, Neckermann etc. zu kaufen. "Made in GDR".
    Denn die Nachfrage damals - auf Grund der günstigen VK-Preise - hätten die Fabriken der DDR alleine gar nicht packen können.
    Unter dem Strich:
    wem IKEA gefällt und wem es ausreicht soll dort kaufen und damit glücklich sein.
    Alle anderen sollen sich andere Möbelanbieter suchen, übers Ohr werden sie dort genauso gehauen!
  3. #12

    Konkurrenz

    Das Alleinstellungsmerkmal für preiswerte Möbel ("billig" will ich nicht sagen) besitzt IKEA heute nicht mehr. Andere Anbieter wie Möbel Kraft, Höffner und nicht zuletzt der absolute Billiganbieter Roller, haben nachgezogen und bieten teilweise sogar Möbel an, die das Auge nicht beleidigen.

    Trotzdem findet man immer noch ganz nette Sachen und pfiffige Ideen. Ab und zu bummeln wir gerne durch ein IKEA-Möbelhaus. Einrichtungstechnisch haben wir vielleicht noch 20% davon.

    Wer skandinavische Möbel mag: im dänischen Bettenlager findet man eine bessere Qualität, muss aber natürlich auch mehr bezahlen.
  4. #13

    Siebziger

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Warum wohl sollte ich mit meiner Meinung über die Brettl-Liebhaber der BRD hinterm Berge halten? Es wurde gefragt, ob "Ikea die Wohnkultur der deutschen Gesellschaft prägt"! Ich weigere mich einfach, mit "deutscher Gesellschaft" nur diejenigen zu verstehen, die "einfach kein Geld haben". Es kann schon jedem mal passieren, einen Lebensabschnitt mit wenig Einkommen bestehen zu müssen (Studium, Lehre usw.) Aber danach sind die Brettl-Möbel eh lawede, wacklig und durchgebogen, und derselbe Ikea-Kunde sucht sich für seine Wohnung etwas Haltbares, Dauerhaftes. Zum Glück besteht die deutsche Gesellschaft nicht ausschließlich aus armen Leuten, sondern auch aus Leuten, die im Erwerbsleben ein gutes Einkommen haben und nicht mehr auf Ikea angewiesen sind. Als wir jung waren, gab es Ikea noch gar nicht. Wir nahmen Omas Möbel. Soweit die "Selbstdarstellung". Es wäre schlimm, wenn man die Eingangsfrage mit "Ja" beantworten müsste!
    Vielleicht gab es vierzig Jahre lang ZWEI deutsche Wohnkulturen. In der westdeutschen Wohnkultur (sofern man überhaupt davon sprechen kann) gab es immer mehrere Möglichkeiten, sich einzurichten.

    Und es gab genau wie heute einige Leute, die uns vorschreiben wollten, wie unser Möbelgeschmack auszusehen habe, um auf der Höhe der Zeit zu sein. Wer sich ihrem Diktat unterwarf, der hatte Omas Möbel gefälligst als spießig und vorgestrig anzusehen und schleunigst zugunsten der schwedischen Kiefernholzmachwerke zu entsorgen.

    Geschmacksdiktate gibt es ja heute auch noch. Was sonst noch für IKEA sprach: es war ungewöhnlich und etwas Neues fürs Auge. Wenn man genau hinsah und vergleichen konnte, so was BILLIG nicht unbedingt das vorherrschende Kennzeichen der schwedischen Möbel. Schließlich war auch schon damals nicht alles billy.
  5. #14

    Vom Fach

    Zitat von Hosterdebakel Beitrag anzeigen
    (...)
    Unter dem Strich:
    wem IKEA gefällt und wem es ausreicht soll dort kaufen und damit glücklich sein.
    Alle anderen sollen sich andere Möbelanbieter suchen, übers Ohr werden sie dort genauso gehauen!
    Wenn Sie vom Fach sind: wo findet man denn überhaupt noch ehrliche Möbel zu ehrlichen Preisen, außer beim Antiquitätenhändler?
  6. #15

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Wenn Sie vom Fach sind: wo findet man denn überhaupt noch ehrliche Möbel zu ehrlichen Preisen, außer beim Antiquitätenhändler?
    Autsch, gerade beim Antiquitätenhändler sollte man unbedingt vom Fach sein! ;-)
  7. #16

    Nostalgie..

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    ...Als wir jung waren, gab es Ikea noch gar nicht. Wir nahmen Omas Möbel. Soweit die "Selbstdarstellung". Es wäre schlimm, wenn man die Eingangsfrage mit "Ja" beantworten müsste!
    Es scheint das Problem vieler Foristen jenseits der 60 zu sein, daß sie immer nur ihr eigenes Weltbild zum Vergleich stellen.
    Es gibt auch andere Weltbilder. Als ich jung war - und ich bin es immer noch, obwohl mittlerweile mehr als 30 Jahre ins Land geflossen sind - war IKEA meine "Starthilfe" zur ersten eigenen Wohnung.

    Die IVAR-Regale - immer noch im Sortiment - waren günstig, fix zusammengebaut, zwar etwas krumm, aber sie nahmen Bücher und anderen Krimskrams bereitwillig auf, die beiden Sessel KONTIKI paßten in die Zeit, überdimensionierte Liegestühle, in denen man sich auch zu zweit gut fläzen konnte.

    Daß IKEA in der DDR fertigen ließ, war dem bekannt, der sich die Mühe machte, auf Rückwände oder unter Einlegeböden zu schauen:
    Manchmal prangte da ein "Made in GDR" 'drauf.
    Na und? Was glauben Sie, woher heute so manches Möbelstück oder Spielzeug kommt?
    Aus der Möbelfabrik? In der Bundesrepbulik gibt es auch jede Mänge Knäste - und viele Langsträfigen sind froh, nach ihrer Haftverbüßung eine Ausbildung zum Tischler oder anderes absolviert zu haben.
    IKEA - für mich jedenfalls Vergangenheit - und "gut und günstig" war mal. Die hochwertigeren Klamotten aus dem Katalog haben auch ihren Preis. Da gehe ich lieber ins Möbelfachgeschäft, zumal mich die Duzerei und die Lärmkulisse in diesen Einkaufszentren nervt.
  8. #17

    Zitat von rennflosse Beitrag anzeigen
    Vielleicht gab es vierzig Jahre lang ZWEI deutsche Wohnkulturen. In der westdeutschen Wohnkultur (sofern man überhaupt davon sprechen kann) gab es immer mehrere Möglichkeiten, sich einzurichten.

    Und es gab genau wie heute einige Leute, die uns vorschreiben wollten, wie unser Möbelgeschmack auszusehen habe, um auf der Höhe der Zeit zu sein. Wer sich ihrem Diktat .....
    Zunächst übersehen Sie, dass aus dem westdeutschen Möbelangebot sehr viel aus Zeulenroda, Hellerau usw. stammte, somit also innerdeutsche Importe waren, was der Wessi nur ungern wahrnehmen wollte.

    Und - siehe da - auch Ikea Möbel waren in der DDR gefertigt, dort auch in Haftanstalten.

    Soviel zum westdeutschen Gesch,ack.
  9. #18

    Zitat von acusticusneurinom Beitrag anzeigen
    Es scheint das Problem vieler Foristen jenseits der 60 zu sein, daß sie immer nur ihr eigenes Weltbild zum Vergleich stellen.
    Es gibt auch andere Weltbilder. Als ich jung war - und ich bin es immer noch, obwohl mittlerweile mehr als 30 Jahre ins Land geflossen sind - war IKEA meine......
    Na also. Sagte ich doch. Dierselbe Person: Erst Ikea-Kunde - später was Richtiges.
  10. #19

    Zitat von Berg-neu Beitrag anzeigen
    Na also. Sagte ich doch. Dierselbe Person: Erst Ikea-Kunde - später was Richtiges.
    Falsch. Die Qualität der Produkte habe ich nicht in Frage gestellt. Die Sachen sind alle noch vorhanden und selbstverständlich Gegenstand meiner Einrichtung, nur die IVAR-Regale zieren jetzt die Kellerräume.

    Ein Ledersofa - 1991 schon nicht supergünstig - wird immer noch tagtäglich benutzt. Es hat eben im Laufe der Jahre die übliche Patina angesetzt... .
    Was denn die Tatsache, daß IKEA in Justizvollzugsanstalten Möbel und andere Dinge fertigen läßt, mit "Geschmack" zu tun haben soll, erklären Sie noch bei Gelegenheit?