Bilanz von Sportereignissen: Der Ball rollt, der Rubel nicht

DPADie Fußball-EM 2020 findet europaweit statt, die Kosten sollen so deutlich sinken. Ökonomisch hat das Konzept Charme: Die meisten sportlichen Großereignisse endeten für die Gastgeber bisher im finanziellen Desaster.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-871661.html
  1. #10

    Noch was...

    Nach der aktuelle Berichterstattung zur EM 2020 möchte ich hier aber in Zukunft keine Pro Olympia 2022 in München Berichte lesen. Das Beste ist die Olympischen Winter Spiele 2022 gehen auch an Europa.
    Die Eröffnungfeier kann dann ja in Athen stattfinden.
    Die Wettbewerbe dann in Krakau, Barcelona, München, Lemberg, Oslo und St.Moritz. Da brauch man gar keine Auswahl mehr treffen, sondern hat alle mögliche Bewerber versorgt.
  2. #11

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Und Athen veranschlagte für die Austragung im Jahr 2004 rund 1,6 Milliarden Dollar - die tatsächlichen Kosten sollen rund zehn Mal so hoch gelegen haben.
    na bei den 16 Milliarden wirklichen Kosten möchte ich nicht wissen wieviel Geld da durch Korruption in private Taschen ging!! Ich schätze mal 90%
  3. #12

    das falsche zeichen

    sicher profitieren besonders die veranstalter von einem event dieser art! die damit korrespondierenden kosten sind horent und die austragungsländer profitieren - wenn überhaupt - nur mittelbar. sollten wir deswegen auf eine em oder wm verzichten, wäre ein ein kleinerer rahmen möglich? sicher gibt es bei der organisation eines europäischen oder weltweiten wettbewerb noch viel potential für verbesserungen. die entscheidung für eine em - verteilt über europa - ist aus meiner sicht falsch! was ist von der wm 2006 besonders in erinnerung geblieben? es waren die fan-meilen, die begegnungen der interkulturellen art und die möglichkeit auf überschaubaren raum tolle spiele zu sehen. wie soll eine stimmung, getrieben durch einflüsse der unterschiedlichsten nationen, entstehen, wenn ich zu einem spiel nach berlin muss und zum anderen nach london? droht da nicht eine zerfaserung. ein singuläres ereignis verteilt auf europa? ich abstrahieren mal von den kosten, die für die einzelnen fans entstehen, wenn sie zu den einzelnen spielen wollen ...
  4. #13

    Subventionis

    Zitat von spon-3x6-fq3r Beitrag anzeigen
    sicher profitieren besonders die veranstalter von einem event dieser art! die damit korrespondierenden kosten sind horent und die austragungsländer profitieren - wenn überhaupt - nur mittelbar. sollten wir deswegen auf eine em oder wm verzichten, wäre ein ein kleinerer rahmen möglich? sicher gibt es bei der organisation eines europäischen oder weltweiten wettbewerb noch viel potential für verbesserungen. die entscheidung für eine em - verteilt über europa - ist aus meiner sicht falsch! was ist von der wm 2006 besonders in erinnerung geblieben? es waren die fan-meilen, die begegnungen der interkulturellen art und die möglichkeit auf überschaubaren raum tolle spiele zu sehen. wie soll eine stimmung, getrieben durch einflüsse der unterschiedlichsten nationen, entstehen, wenn ich zu einem spiel nach berlin muss und zum anderen nach london? droht da nicht eine zerfaserung. ein singuläres ereignis verteilt auf europa? ich abstrahieren mal von den kosten, die für die einzelnen fans entstehen, wenn sie zu den einzelnen spielen wollen ...
    Die, die das sehen wollen, sollen es gefälligst auch bezahlen. Das ist nicht so schwer zu verstehen. Es ist wie mit Subventionen für die Oper, nur angeblich für den kleinen Mann. Damit wir uns nicht falsch verstehen, ich mag guten Sport.
  5. #14

    Ich finde es durchaus praktisch, mehrere Länder zu Austragungsorten zu machen.
  6. #15

    .

    Zitat von rhett66 Beitrag anzeigen
    Wurde eigentlich in Deutschland ein Stadion extra für die WM gebaut? Ich glaube mich nur noch zu erinnern, daß in München die Allianz-Arena in Bau war, aber vom FC Bayern und für die Bayern, während die EM noch im alten Olympiastadion stattfand :-)
    Zentralstadion Leipzig, Kosten 102 Mio. €, mindestens die Hälfte der Bund, bis heute kein Profifußball

    Waldstadion Frankfurt, Kosten 150 Mio. €

    Niedersachsenstation Hannover, Umbaukosten 65 Mio, damals nur 2.Liga-Fußball

    Frankenstadion Nürnberg, Umbaukosten 65 Mio. €
  7. #16

    Zitat von klardenkendermensch Beitrag anzeigen
    ...und das Bedenklichste dabei ist, dass weder Fifa noch IOC in den Ausrichterländern für ihr Milliardengewinne Steuern zahlen. Wieso sich die Staaten, dies im Schatten der weltweiten Finanzkrise noch gefallen lassen ist ein Rätsel....
    Na ist doch klar, die Empfänger der Gewinne sind doch die Leistungsträger der Gesellschaft, die man mit Steuern vergraulen würde. Haben sie doch noch vor kurzem so oder so ähnlich formuliert.
  8. #17

    Zitat von uezegei Beitrag anzeigen
    Durchaus sinnvoll.
    Die ganze Stadienbauerei und das Anlegen von Zufahrtsstraßen, Autobahnen und das verticken von maßlos überteuerten Hotelzimmern könnte so ein Ende finden. Darüberhinaus relativiert das nationalen Größenwahn und überzogene Selbstdarstellung.
    Sollte man auch für die Olympiade einführen.
    Da stimme ich Ihnen zu, zumal manches davon später brach liegt oder unnütze Erhaltungskosten/Abrisskosten verursacht.

    Eine Kleinigkeit am Rande: Ich finde es immer schade, wenn der Sprache Wörter verloren gehen, weil sie vertauscht werden. So z.B. "Olympiade" und Olympische Spiele". Das sind zwei absolut verschiedene Dinge. Wenn man das synomym verwendet, hat man irgendwann zwei Begriffe für "Olympische Spiele" und keinen mehr für das, was eine "Olympiade" ist. Eine Olympiade ist der Zeitraum von 4 Jahren zwischen zwei Olympischen Spielen.
  9. #18

    UEFA Türkei Raetsel

    Auch wenn es richtig ist, dass die meisten Laender oder gar alle finanziell nicht profitierten, kann das der UEFA doch egal sein. Es ist ja nicht so, dass gar kein Land die EM wollte. Die Türkei hat sich ja angemeldet und war bereit Millionen für neue Stadien zu investieren(beachten sie, dass die Türkei kein EU-Mitglied ist). Die Frage lautet also: Warum darf die Türkei die EM nicht veranstalten. (PS:Halbfinale und Finale in Istanbul? Soll heissen:Ihr hattet die wichtigsten Spiele, die EM bekommt ihr niemals)
  10. #19

    ...

    ""Die Weltmeisterschaft hat die Deutschen nicht reich gemacht", resümiert Matheson, "aber sie scheint sie glücklich gemacht zu haben.""

    Tja, manchmal muss man sich Glück eben kaufen. Klingt böse, ist aber so.

    Dass die WM 2006 insgesamt ein finazieller Flop war, glaube ich aber nicht. Die Bundesliga verfügt v.a. wegen diesem Turnier im Durchschnitt über die modernsten Stadien aller großen Fussballligen, was nicht nur angenehm für Fans und Vereine ist, sondern natürlich auch die Kassen klingeln lässt - was wiederum das Finanzamt seit 6 Jahren entzückt. Wenn man dann noch die weltweite Marketingwirkung einpreist kann die WM 2006 garkein finanzieller Misserfolg gewesen sein, ist völlig ausgeschlossen.

    Wenn man aber Miniverbände viel zu einflußreich macht um die eigene Stellung zu sichern, dann entstehen halt in Polen, der Ukraine oder Portugal Stadien, die kein Schwein jemals brauchen wird. Man sollte solche Turniere eben an Länder geben, die die nötige Infrastruktur hinterher auch sinnvoll nutzen können. Für die WM 2020 wäre Italien da wohl der sinnvollste Kandidat gewesen, wobei Großbritannien und Deutschland so ein Turnier wohl ohne größere Bauvorhaben in kürzester Zeit ausrichten könnten.

    Die EM in ganz Europa ausrichten zu wollen, ist jedenfalls schwachsinnig, das wird die stimmungsärmste EM aller Zeiten. Aber die UEFA wird uns schon mit der großen Medienkeule einhämmern, wie geil das Turnier gewesen ist. Dabei ist die Alternative doch simpel: Man sollte das Turnier einfach nur nicht an Länder vergeben, bei denen von Anfang an klar ist, dass die sich damit überheben werden. Aber dann wäre ja die Macht des Herrn Platini nicht mehr in Stein gemeißelt, und wer kann das schon wollen.