Bilanz von Sportereignissen: Der Ball rollt, der Rubel nicht

DPADie Fußball-EM 2020 findet europaweit statt, die Kosten sollen so deutlich sinken. Ökonomisch hat das Konzept Charme: Die meisten sportlichen Großereignisse endeten für die Gastgeber bisher im finanziellen Desaster.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-871661.html
  1. #1

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Fußball-EM 2020 findet europaweit statt, die Kosten sollen so deutlich sinken. Ökonomisch hat das Konzept Charme: Die meisten sportlichen Großereignisse endeten für die Gastgeber bisher im finanziellen Desaster.

    Sport-Events wie EM bringen Gastgebern oft Verluste - SPIEGEL ONLINE
    Durchaus sinnvoll.
    Die ganze Stadienbauerei und das Anlegen von Zufahrtsstraßen, Autobahnen und das verticken von maßlos überteuerten Hotelzimmern könnte so ein Ende finden. Darüberhinaus relativiert das nationalen Größenwahn und überzogene Selbstdarstellung.
    Sollte man auch für die Olympiade einführen.
  2. #2

    Komisch

    Warum kann ich hier auf Spiegel-Online, in vielen anderen Medien übrigens auch, nur redaktionelle Beiträge lesen, die die Vergabe der EM 2020 an mehrere Städte versuchen zu rechtfertigen, bzw. zu puschen?
    Gibt es wirklich nichts kritisch zu hinterfragen?
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Fußball-EM 2020 findet europaweit statt, die Kosten sollen so deutlich sinken. Ökonomisch hat das Konzept Charme: Die meisten sportlichen Großereignisse endeten für die Gastgeber bisher im finanziellen Desaster.

    Sport-Events wie EM bringen Gastgebern oft Verluste - SPIEGEL ONLINE
    Darum wärs sinnvoller, EMs/WMs auch in wirklichen Fußball-Ländern zu machen, die die Stadien auch noch verwenden können und ein begeistertes Heim-Publikum stellen können.
    Deutschland, England, Italien, Brasilien, Argentinien, Frankreich und Spanien - das wars. Andere Länder kostet es nur, das Heimpublikum ist meist vom frühen Ausscheiden frustriert und das Tunier ist eben deshalb schlechter.
  4. #4

    Steuergelder für Brot und Spiele verbrennen,

    sowohl durch die Veranstalter als auch durch die Fan-Gemeinde. Hatte ein Bürger von Südafrika oder der Ukraine mittel- oder wenigstens kurzfristig auch nur den kleinsten Nutzen von WM oder EM? Kam auch nur ein Cent seines Steuerbeitrages, der für EM- und WM-Bauwahn verbraten wurde, zu ihm zurück?

    Ok - klar, hauptsache Brot und Spiele für die Fan-Gemeinde - egal auf wessen Kosten.

    Was ist noch sinnloser als Fußball? Zugucken!

    Sagt ein 60-jähriger, der zwei-, dreimal pro Woche selbst Sport treibt, anstatt auf der Couch zuzusehen und deshalb keinen Bauch und keinen Bluthochdruck hat.
  5. #5

    Ist ja schön...

    ...daß es einer noch mal explizit schreibt und mit Zahlen untermauert. Aber ist die Erkenntnis, daß an Sport-Großveranstaltungen meist nur die Veranstalter verdienen, in irgendeiner Weise neu? Und hat dies die Politiker dieser Erde bislang davon abgehalten, den Uefa-, Fifa- oder IOC-Statthaltern dennoch bei jeder Gelegenheit Puderzucker in den Allerwertesten zu blasen und sich zum Affen zu machen, um "die Spiele" ins Land zu holen? Solange es Politikern gestattet bleibt, sich mit dem Geld ihrer Bürger Denkmäler zu setzen, wird sich daran nichts ändern.

    Und selbst wenn: Es bleiben bedauerlicherweise genug Diktaturen übrig, die sich gern als Kulisse zur Verfügung stellen. Hatten wir ja gerade erst: EM in der Ukraine, Olympia in China - stört die Funktionäre alles nicht...
  6. #6

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    Darum wärs sinnvoller, EMs/WMs auch in wirklichen Fußball-Ländern zu machen, die die Stadien auch noch verwenden können und ein begeistertes Heim-Publikum stellen können.
    Deutschland, England, Italien, Brasilien, Argentinien, Frankreich und Spanien - das wars. Andere Länder kostet es nur, das Heimpublikum ist meist vom frühen Ausscheiden frustriert und das Tunier ist eben deshalb schlechter.
    Spanien scheidet ja wohl aus. Länder die Gelder aus den Rettungsfonds abrufen, welches Steuerzahkler anderer Länder finanzieren, haben ja wohl kein Geld für solche Veranstaltungen übrig.
  7. #7

    Fifa zahlt keine Steuern.....

    ...und das Bedenklichste dabei ist, dass weder Fifa noch IOC in den Ausrichterländern für ihr Milliardengewinne Steuern zahlen. Wieso sich die Staaten, dies im Schatten der weltweiten Finanzkrise noch gefallen lassen ist ein Rätsel....
  8. #8

    Zitat von uezegei Beitrag anzeigen
    Durchaus sinnvoll.
    Die ganze Stadienbauerei und das Anlegen von Zufahrtsstraßen, Autobahnen und das verticken von maßlos überteuerten Hotelzimmern könnte so ein Ende finden. Darüberhinaus relativiert das nationalen Größenwahn und überzogene Selbstdarstellung.
    Sollte man auch für die Olympiade einführen.
    Naja, ob in nur 1 Stadt oder in mehreren Städten pro Land - da wo gespielt wird, werden die Hotelzimmer trotzdem teuer sein.

    Wurde eigentlich in Deutschland ein Stadion extra für die WM gebaut? Ich glaube mich nur noch zu erinnern, daß in München die Allianz-Arena in Bau war, aber vom FC Bayern und für die Bayern, während die EM noch im alten Olympiastadion stattfand :-)
  9. #9

    Der Rubel rollt sehr wohl

    Eine Sportereigniss ist doch wirtschaftlich gesehen ein Riesenerfolg. Fragt sich nur für wen. Da sind die Banken, welche dem Staat Kredite für die Infrastruktur bereitstellen, mit Zinsen, versteht sich, Leistung muss sich ja lohnen, vorallem Leistung aus Leidenschaft. Der Staat beauftragt dann vorzugsweise private Unternehmen, die Infrastruktur zu errichten, wobei korrupte Politiker und Beamten auch profitieren, genau wie die Baukonzerne. Und der Infrastrukturausbau lohnt sich nach dem Sportereigniss für Sportvereine - die wirtschaftlich stärksten, wohlgemerkt. Es gibt natürlich auch andere Profiteure, aber sicher sind es nicht die Staatsfinanzen.