Parteitag: SPD sehnt sich nach Steinbrück-Neustart

DPAZwei Monate fremdelte Peer Steinbrück mit seiner Kanzlerkandidatur. Jetzt will er die Pannenserie endlich beenden und der SPD neuen Schwung verleihen. Der Parteitag in Hannover soll zur Steinbrück-Show werden - allerdings möglichst ohne zu viel Kitsch.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-871580.html
  1. #120

    Angst

    Mir scheint, dass viele Foristen in ihrer Vorstellung die politische Schlacht von vorgestern schlagen wollen. Deren Traum SPD ist die SPD, die nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland existierte. 6 Tage Woche, keine Arbeitslosigkeit, keine Globalisierung, weniger Bevölkerung, Hauptarbeitgeber-Schwerindustrie usw. Die Fronten waren klar, Arbeitgeber ist böse und Arbeitnehmer ist gut. Man konnte fuer 35 Stunde Woche kämpfen und die Internationale singen. Man kann von einem Sozialstaat à la Hollande oder einem Wohlfahrtsstaat à la Griechenland träumen. Aber, hat Merkel eine Antwort darauf? Sicherlich nicht. Hier mein Vorschlag: Rot-Grün.
    Die Alternativen sind klar. Weiter so mit Merkel oder mit Steinbrück etwas neues wagen. Er kann sowohl mit den Arbeitgebern als auch mit den Arbeitnehmern reden.
    Mit Merkel wird eine Finanzmarktregulierung nicht geben, weil sie zu zögerlich handelt und wenig Mut hat. Steinbrück hat bereits ein Papier dazu vorgelegt. Daran kann und soll man ihn messen. Hier muessen die Foristen, die SPD nicht wählen wollen, über ihre eigene Schatten springen und nicht wegen Angst vor dem Tod Selbstmord begehen.
  2. #121

    Steinbrück überfordert?

    Zitat von Kurt Köster Beitrag anzeigen
    Für das tragische Scheitern der WestLB konnte Steinbrück nichts. Im Aufsichtsrat saßen schließlich auch noch ganz andere Herren, die genauso wie Steinbrück skrupellos über die wahren Verhältnisse getäuscht wurden. Das Ende kam überraschend. Niemand konnte ahnen, daß da was nicht stimmte. Das wurde alles immer schön in den Büchern versteckt, bis ganz plötzlich die Kacke derart hochdampfte, daß keiner mehr was dagegen machen konnte. Steinbrück ist da völlig unschuldig. Der Mann hatte schon genug um die Ohren. Mann oh Mann...
    Wenn ein Aufsichtsrat mit der Aufsicht überfordert ist, dann ist er fehl am Platz. Steinbrück hat in Sachen WestLB jämmerlich versagt und sollte sich daher hüten, sich als Banken- und Finanzexperte darzustellen. Oder wollen Sie etwa behaupten, dass ein LANDES-Finanzminister keine Kontrolle über eine LANDES-Bank haben kann.
  3. #122

    Parteien-Kreisel

    Zitat von Walther Kempinski Beitrag anzeigen
    Diese Kombination ist für mich nicht wählbar.

    Kombination? Heißt das, dass eine andere Kombination wählbarer wäre?

    Sie können die bürgerlichen Parteien und ihre Wahlkandidaten so oft Sie wollen miteinander kombinieren, das Ergebnis ist schon auf Grund der Vergatterung auf das sogenannte "Grundgesetz" determiniert und wird, solange dasselbe nicht in Frage gestellt, immer konform mit den kapitalistischen Wertformkategorien sein - die ja in Wirklichkeit die gesellschaftlichen Probleme darstellen - gleichgültig welche Parteifarbe man wählt, immer wählt man die kapitalistische "Verfassung".

    Nur eine grundsätzlich radikale, d.h. an die Wurzel gehende Kritik an diesen Kategorien, kann den rotierenden Parteien-Kreisel stoppen. Das aber will und kann aus verständlichen Gründen keine bürgerliche Partei leisten - darum wäre es auch nicht "schade", wenn nicht nur die SPD, sondern ausnahmslos alle Parteien in der Versenkung verschwinden und den Weg freimachen würden für eine echte und direkte Demokratie.

    Das klingt zwar wie ein frommer "Weihnachtswunsch" - doch Wünsche können manchmal auch in Erfüllung gehen - wenn auch nicht an Weihnachten. ;-)
  4. #123

    Realistisch

    Zitat von hardliner1 Beitrag anzeigen
    Die Genossen können noch so oft betonen, dass sie die nächste Regierung (Rot-Grün) anführen werden. Insgeheim wissen sie genau, dass sie bestenfalls Juniorpartner in einer Großen Koalition sein werden.
    Hallo Hardliner1,

    Ihre Einschätzung teile ich. Die amtierende Bundeskanzlerin und ihr
    Herausforderer von der SPD haben schon in der letzten großen
    Koalition hervorragend miteinander zusammen gearbeitet.

    Das ganze Getue der SPD, sie will NUR mit den Grünen regieren bzw.
    der CDU/CSU, sie will NUR mit der FDP weiter machen, ist eine reine
    Show für das gemeine Wahlvolk.

    Wenn nichts Gravierendes bis zur Bundestagswahl im September 2013
    passiert, dann wird es eine Koalition aus CDU/CSU/SPD geben.

    LUNY
  5. #124

    Zitat von hardliner1 Beitrag anzeigen
    Wie kann Merkel von "Mist" profitieren, von den Früchten der Agenda 2010. Entweder es war Mist oder es war kein Mist. Wenn Merkel davon profitiert, dann kann es kaum Mist sein. Die Frage ist, warum die SPD sich jetzt Zug um Zug wieder von der Agenda 2010 absetzen will. Kann es sein, dass die Agenda 2010 gut ist, wenn die Schwarzen regieren und schlecht ist, wenn die Roten am Ruder sind. Gleiche Grundlagen aber völlig unterschiedliche Erfolgsbilanzen.
    Na ja, die Legende vom angeblichen "Scheitern" der Agenda 2010 wird doch nur von Zukurzgekommenen, Sozialromantikern und Lafontaine-Fans kolportiert. Fakt ist: Deutschland war vor den Sozialstaatsreformen ein Schlaraffenland für Sozialbetrüger - Fakt! Man erinnere sich an den unsäglichen Florida-Rolf. Meiner Meinung nach werden Sozialleistungen immer noch nicht ausreichend streng verteilt - wie sieht es denn mit Bedingungen bezüglich Alkohol- und Drogenkonsum, sowie Vorstrafenregister aus? Oder einer Begrenzung der Bezugsdauer auf 3-4 Jahre im Erwachsenenalter? Oder ein Mindestalter von 25 Jahren, bevor man den Antrag stellen kann? Ein höheres Übergangsgeld für Graduierte, die es auch nicht verdient haben, mit Ungelernten auf eine Stufe gestellt zu werden? Oder Anforderungen an Einwanderer, nur mit direkter Arbeitsplatzzusage nach Deutschland einzuwandern und die deutsche Sprache auf Niveau B2 zu beherrschen? Und das sagt ein Kind von nichteuropäischen Einwanderern (dem man die Herkunft auch ansieht)...All diese Massnahmen wären nicht nur gerechtfertigt, sondern auch notwendig, um ehrlichen Arbeitssuchenden das Leben zu erleichtern.

    Sie sehen, es ist so schön vom Unsozialen zu schwadronieren (das Lieblings-Schlagwort der LINKEN, obwohl ihre Vorsitzenden traditionell auch nur Champagner-Sozialisten sind...ja, Herr Lafontaine mit seinem Millionenvermögen und Herr Ernst mit dem dicken Porsche sind gemeint), aber ALG2 ist ein vergleichsweise liberales Modell, vor allem wenn Sie es mit Anforderungen in europäischen Ländern wie Grossbritannien, den Niederlanden oder auch Frankreich vergleichen. Von den Vereinigten Staaten und Kanada ganz zu schweigen. Sozialstaatlich zu sein heisst nicht, keine Anforderungen an diejenigen zu stellen, die unser Geld möchten.

    Fazit: Die SPD - sie ist nicht perfekt, aber sie ist schon gar nicht der Teufel als den die verkappten Merkel-Steigbügelhalter von der LINKEN sie darstellen!
  6. #125

    Dampfplauderer

    Zitat von kuac Beitrag anzeigen
    Mir scheint, dass viele Foristen in ihrer Vorstellung die politische Schlacht von vorgestern schlagen wollen. Deren Traum SPD ist die SPD, die nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland existierte. 6 Tage Woche, keine Arbeitslosigkeit, keine Globalisierung, weniger Bevölkerung, Hauptarbeitgeber-Schwerindustrie usw. Die Fronten waren klar, Arbeitgeber ist böse und Arbeitnehmer ist gut. Man konnte fuer 35 Stunde Woche kämpfen und die Internationale singen. Man kann von einem Sozialstaat à la Hollande oder einem Wohlfahrtsstaat à la Griechenland träumen. Aber, hat Merkel eine Antwort darauf? Sicherlich nicht. Hier mein Vorschlag: Rot-Grün.
    Die Alternativen sind klar. Weiter so mit Merkel oder mit Steinbrück etwas neues wagen. Er kann sowohl mit den Arbeitgebern als auch mit den Arbeitnehmern reden.
    Mit Merkel wird eine Finanzmarktregulierung nicht geben, weil sie zu zögerlich handelt und wenig Mut hat. Steinbrück hat bereits ein Papier dazu vorgelegt. Daran kann und soll man ihn messen. Hier muessen die Foristen, die SPD nicht wählen wollen, über ihre eigene Schatten springen und nicht wegen Angst vor dem Tod Selbstmord begehen.
    Steinbrück kann zehn oder 100 Papiere zur Finanzmarktregulierung vorlegen, wenn wichtige Staaten nicht mitziehen, bleibt alles graue Theorie wie so vieles aus dem Munde des SPD-Kandidaten. Er wird als Dampfplauderer in die Gilde der gescheiterten SPD-Kanzlerkandidaten eingehen. Heiße Luft und forsche Töne, aber wenig Substanz und wenig Realitätssinn.
  7. #126

    Stimmt

    Zitat von hardliner1 Beitrag anzeigen
    Wenn ein Aufsichtsrat mit der Aufsicht überfordert ist, dann ist er fehl am Platz. Steinbrück hat in Sachen WestLB jämmerlich versagt und sollte sich daher hüten, sich als Banken- und Finanzexperte darzustellen. Oder wollen Sie etwa behaupten, dass ein LANDES-Finanzminister keine Kontrolle über eine LANDES-Bank haben kann.
    Ja, da haben Sie recht.
    Da waren die CDU in Baden-Würtemberg und die CSU in Bayern mit der LB-BW und der Bayerischen Landesbank ungleich erfolgreicher.

    graphicdog
  8. #127

    ...

    Zitat von nickleby Beitrag anzeigen
    Leider nicht viel.

    DerMann, der bisher noch nie eine Wahle gewonnen hat ( s. NRW ).
    Der Mann , der bissig ist, aber jault, wenn man ihn angeht.
    Der Mann, der mit der Finanzwelt auf Du und Du ist, aber nicht merkt, dass man ihn für einen Simpel hält
    Der Mann, der politisch so sensibel ist wie ein Klosettdeckel.

    Der Mann, der im Jahre 2008 stehen geblieben ist,

    Der Mann, der in Rente gehen sollte. Alt genug ist er ja.
    Aber ob er weise ist oder nur eitel, ist noch nicht ganz entschieden
    Wäre er nur eitel, wäre er längst geschieden - soviel zu Ihrer Menschenkenntnis.

    Herr Steinbrück steht für mich - neben den SPD-Attributen sozial und seriös - für Vielseitigkeit, Richtung, Durchsetzungsfähigkeit und Familie.

    Dass jeder, der will, an ihm etwas zum Rummäkeln finden kann, ist klar - aber die Substanz stimmt.

    Merkel-Fans wird in den letzten Wochen des Wahlkampfes die Verzweiflung ins Gesicht geschrieben sein - Adieu Angela.
  9. #128

    Zitat von hardliner1 Beitrag anzeigen
    Wenn ein Aufsichtsrat mit der Aufsicht überfordert ist, dann ist er fehl am Platz. Steinbrück hat in Sachen WestLB jämmerlich versagt und sollte sich daher hüten, sich als Banken- und Finanzexperte darzustellen. Oder wollen Sie etwa behaupten, dass ein LANDES-Finanzminister keine Kontrolle über eine LANDES-Bank haben kann.
    Und Sie sind ein Heiliger? Haben Sie niemals Fehler begangen oder in der Situation gewesen, eine Lage nicht genau abschätzen zu können? Und wieso sprechen Sie nicht von den Versäumnissen der Frau Bundeskanzlerin, die Milliarde über Milliarde nach Athen transferiert, den Bundesbürgern verkappt die Steuern erhöht, den unsäglichen Solidaritätszuschlag nicht beendet, aussenpolitisch keinerlei klare Kante zeigt, unsere Streitkräfte in Afghanistan nicht mit der richtigen Ausrüstung ausstattet, beim Thema Rente keinen reinen Wein einschenkt und die Bundesrepublik der energiepolitischen Abhängigkeit von der Russischen Föderation preisgibt (dank ihrer "Energiewende", die auch nur ein Haufen Geldverschwendung ist).

    Steinbrück - im Vergleich zu Merkel ist er immer noch akzeptabel. Und wer Steinbrück nicht will, der bekennt Farbe zu Merkel! Four more years?
  10. #129

    Sichtweise

    Zitat von hardliner1 Beitrag anzeigen
    Wie kann Merkel von "Mist" profitieren, von den Früchten der Agenda 2010. Entweder es war Mist oder es war kein Mist. Wenn Merkel davon profitiert, dann kann es kaum Mist sein. Die Frage ist, warum die SPD sich jetzt Zug um Zug wieder von der Agenda 2010 absetzen will. Kann es sein, dass die Agenda 2010 gut ist, wenn die Schwarzen regieren und schlecht ist, wenn die Roten am Ruder sind. Gleiche Grundlagen aber völlig unterschiedliche Erfolgsbilanzen.
    Hallo Hardliner1,

    die amtierende Bundeskanzlerin profitiert schlichtweg und ergreifend
    davon, daß Deutschland zum Billiglohnland mutierte, eben durch
    die Agenda 2010.

    Dadurch kann sie sich hinstellen und behaupten: "Deutschland ist
    aus der KRISE noch am besten herausgekommen."

    Wie es dabei der Bevölkerung geht, ist nebensächlich. Die Haupt-
    sache, der Titel "Exportvizeweltmeister" ist gesichert.

    Von den "Schwarzen" erwartet man Wirtschaftsnähe, von den
    "Roten" nicht. Deshalb wird die SPD abgestraft, bei der CDU sieht
    das der geneigte Wähler nach.

    LUNY