Merkel, Steinbrück, Handke: Die Große Koalition der Moralverweigerer

Was hat Peter Handke mit dem Duo Merkel und Steinbrück gemeinsam? Kriterien, nach denen klare moralische oder politische Urteile zu fällen sind, haben keinen Platz im Machtsystem der beiden Politiker - und in der Literatur der Empfindsamkeit auch nicht.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-871590.html
  1. #1

    Wen- die Seelenblähungen eines Egomanen interessieren......

    und sich beim Lesen generell gerne langweilt, über die emotionslose und motivationslose Leere des uninteressanten Menschen Handke`s informieren, langweilen will- der soll sich die Strafe antun-seine Ergüsse zu lesen.
    Man konnte sich über die Bosheiten und Monomanien Thomas Berhard noch amüsieren, aber Handke - langweilt nur - zu Tode.
    Sein "Wunschloses Unglück" ist nur ärgerlich. Denn wenn eine Frau in einem kärnterischem Kaff nur totunglücklich in ihrer Ehe ist- so sollte man meinen ihr-inzwischen bekannter Schreiberling hätte die Ressourcen gehabt, diese Frau, seine Mutter aus diesem Elend herauszuholen. Dass er dies nicht tat, sondern ihren Selbstmord meticulös in Einzelheiten beschrieb, ist nicht nur peinlich, sondern schon pathologisch absurd!
  2. #2

    Die Große Koalition der Moralverweigerer

    Schöner Titel. Und nette kleine Seitenhieben auch.

    Wie lange wird sie Moralverweigerung noch durchhalten?

    Übrigens bin ich der Meinung, es wird Ihnen Welten eröffnen, wenn Sie erkennen, dass Gott auch Journalistinnen und Leserinnen erschaffen hat, die sie für sich sprechen oder schreiben lässt. Nicht ganz vollkommene Menschen können Sie dann daran zu erkennen, dass sie sich unlogisch äußern.
    Gott

    Ich glaube, dass Gott auch schon damit rechnet, dass es phantasiebegabte Männer wie Peter Handke gibt, die auch die nötige Zeit haben, warum auch immer. Und Gott weiß natürlich auch genau, was sie wollen.

    Ich wünsche mir manchmal mehr Zeit, um wirklich keinen guten Autor zu übersehen.
  3. #3

    Die Sache mit der Moral

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was hat Peter Handke mit dem Duo Merkel und Steinbrück gemeinsam? Kriterien, nach denen klare moralische oder politische Urteile zu fällen sind, haben keinen Platz im Machtsystem der beiden Politiker - und in der Literatur der Empfindsamkeit auch nicht.

    S.P.O.N. Kolumnisten: Georg Diez über Angela Merkel und Peter Handke - SPIEGEL ONLINE
    Ach Herr Diez, was haben Sie denn da zusammengeschwurbelt?
    Den Handke hätten Sie getrost weglassen können, anstatt angestrengt potentielle Gemeinsamkeiten zu konstruieren.

    Übrigens sind moralische und politische Urteile zwei paar Stiefel, wie unsere Bürger fast täglich feststellen können, wenn sie sich über die praktizierte Politik wundern (ganz aktuell: Rüstungsexporte). Bekanntlich helfen mächtige Unternehmen bzw. deren Lobbyisten der politischen Moral gerne auf die Sprünge.

    Merkel und Steinbrück haben natürlich wie jeder Mensch auch eine persönliche Moral und sie haben ihre Kritierien, nach denen sie entsprechende Urteile fällen. Während bei Merkel das Kriterium "Macht" im Vordergrund steht, ist es bei Steinbrück offensichlich "Geld". Selbstverständlich sind bei beiden noch weitere Kriterien im Spiel. Aber als Handlungsmaxime im Kantischen Sinn sind "Macht" bzw. "Geld" durchaus leitend. Merkels kategorischer Imperativ würde also so lauten: "Handle machtmaximierend!", der von Steinbrück: "Handle profitmaximierend!".

    Der bescheidene Philosoph Kant dagegen forderte als kategorischen Imperativ der Vernunft: "Handle verallgemeinerungsfähig". Da müssen wir in der heutigen Politik allerdings lange suchen, bis wir jemand finden, der sich daran hält!
  4. #4

    Moralverweigerer!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was hat Peter Handke mit dem Duo Merkel und Steinbrück gemeinsam? Kriterien, nach denen klare moralische oder politische Urteile zu fällen sind, haben keinen Platz im Machtsystem der beiden Politiker - und in der Literatur der Empfindsamkeit auch nicht.

    S.P.O.N. Kolumnisten: Georg Diez über Angela Merkel und Peter Handke - SPIEGEL ONLINE
    Es sollte heißen daß noch immer die großen Moralisten neben Moralverweigerer bestehen.

    Übrigens wie würde man entsprechenden der gegenwärtigen aktuellen Prozessen, geprägt durch die Umwertung allen Werten, einen Moralist definieren?
  5. #5

    Sehr treffend

    Wenn wir Maßstäbe allein noch an und in uns selbst individuell finden, gewertet durch das Empfinden oder zuvörderst dessen Intensität, verlieren wir das Gemeinsame.

    Was uns als Menschen eint und auch voreinander schützt sind gemeinsam geteilte Werte, Gesetze allgemeiner Geltung. Wer diese aufgibt verliert sich in einer individuelle Beliebigkeit, die von ihrer überdehnten Individualität nichts mehr weiß.

    Schon Hegel wußte, daß „Ich“ zu sich zu sagen zugleich das Individuelleste als auch das Allgemeinste ist: Zu mir kann nur ich „Ich“ sagen, jedoch kann jeder zu sich auch „Ich“ sagen. Wir sind eben nur so sehr individuelles Selbst wie wir zugleich Teil der Gemeinschaft sind. Robinson auf seiner Insel ist eben nicht individuell, sondern bloß allein.

    Mag das nach Elfenbeinturm klingen, fußt es doch mitten im Leben. Wir haben uns an Sätze gewöhnt, die den Verlust des Maßstabs zum Maßstab erklären. „Zum Streit gehören immer zwei“ beispielsweise, als könne nicht einer allein endlose Kriege beginnen. „Jeder hat seine Wahrnehmung“, als hätte Wahr-Nehmung, das Für-wahr-nehmen irgendetwas mit Wahrheit zu tun. Beispiele, deren formulierte Beliebigkeit dem Psychologen Arbeit verschaffen, dem Alltagsleben aber nur Last sind. Weil sie kein Maß haben. Weil sie nur Problem sind und keine Lösung. Politische Standardformulierungen funktionieren da nicht anders: „Ich übernehme die volle politische Verantwortung“ etwa. Da hat der Politiker sie nun, die Verantwortung, sie gehört ihm persönlich, er steckt sie in die Tasche - und geht essen. Von Verantwortung als Rede und Antwort stehen keine Spur. Eher von ver-antworten im Sinne von ver-laufen. Was immerhin paßte zum Ver-trauen des Wählers. Spätestens hier fügt sich die hemmungslose Individualisierung des Maßstabs zur hemmungslosen Kollektivierung der Probleme: Gemeinsamkeit finden wir nicht mehr im Maßstab sondern nurmehr darin, die Folgen seines Verlusts zu ertragen.
  6. #6

    Handke, Merkel, Steinbrueck

    Handkesque gesagt wuenschte ich mir, dass o.g. Damen und Herren eher frueher als spaeter ihr "Jahr in der Nothaltebucht" zubraechten. Da funkelt schon lange kein frischer Gedanke mehr, da wird -mental versteht sich- schon lange dem traditionellen Beamtencredo gefroehnt: Gelesen, gelocht, gelacht.
  7. #7

    Chapeau, Ms. Dietz

    In diesem Fall haben Sie einen aseptischen Fingernagel in die Wunde gelegt. Geleugnete Diskrepanz als Placebo für Realitätsgestaltung (oder von mir aus Ästhetisierung) - und dieses denn über Jahrzehnte hinweg - führt, wie man ja deutlich wahrnehmen kann, zur kollaborativen Sedierung der Diskursteilnehmer. Moralisten aller Länder entzweit euch! Worüber man nicht reden kann, davon muss man schweigen.
  8. #8

    der stille Ort

    Handkes Rückzug auf den Abort um sich dem Gedränge und Lärm der Um=welt zu entziehen: sehr putz=ich! Wie wärs mit Klartext:
    als Heilmittel gegen Mittelmaß á la:

    ... ein Schweif, kalt & l(i)eblos.
    ein MinniBratWürstlein, mit bleyfarbnener Eichul ... (?):
    lieber druffsetzn; (der Jünglink schifft angeblich prinzipp´el id Ozean - der Greis begnügt sich mi´m >Hafen<). Tcha; >nit hart<
    (von Reuenthal: ob die alte VERNE=Ausgabe etwa deswegn gut
    gephall´n hat, weil sie die große wiener Hartleben`sche
    war?; (= groß + wienern + hart + Leben )). ...

    Lieber Steinbrück! das wär doch mal was! mit scharfem Blick ans Eingemachte und dann raus damit in die Welt! Gruß von arno
  9. #9

    Kompliziert

    Zitat von maliperica Beitrag anzeigen
    Es sollte heißen daß noch immer die großen Moralisten neben Moralverweigerer bestehen.

    Übrigens wie würde man entsprechenden der gegenwärtigen aktuellen Prozessen, geprägt durch die Umwertung allen Werten, einen Moralist definieren?
    Es gibt zwei Arten von Utopien - die eine von perfekten Regeln, denen sich Menschen zu unterwerfen haben und die andere von perfekten Menschen, die keine Regeln brauchen. Aber unperfekte Menschen können unmöglich perfekte Regeln machen. Moralisten sind "Don Quichotes" der Neuzeit, aber sie können eben nicht anders.