Versetzung, Training, Rauswurf: Wie Chefs "Minderleister" loswerden

Phil Wheeler für manager magazinWas, wenn ein Kollege jeden Tag faul wegdämmert und seine Arbeit lausig erledigt? Viele Chefs scheuen den Konflikt mit sogenannten Low Performern, andere feuern am liebsten gleich. Beides falsch, denn es gibt immer einen Grund für das Leistungsloch. Und die Rechtslage ist für den Chef heikel.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-870921.html
  1. #1

    Wie Chefs

    In Ihrem Beitrag über Minderleister vermisse ich die Objektivität. Wer Minderleister ist bestimmt schließlich der Chef. Chefs haben aber die Angewohnheit jemanden als Minderleister einzustufe,schon weil ihnen u. U. die Nase nicht paßt. Dann beginnt das manchmal jahrelange Mobbing. Beliebt ist auch, zwei Arbeitsaufträge gleichzeitig zu vergeben. Da man aber nur jeweils einen Arbeitsauftrag gleichzeitig erfüllen kann, bekommt man dann für den nicht geleisteten eine Abmahnung wegen Nichtleistung. Im Arbeitsrecht gibt es keine Waffengleichheit. Der Arbeitnehmer muß beweisen, das sein Chef unrecht hat, nicht umgekehrt. Die Beweise dazu hat aber das Unternehmen. Wenn es um Arbeitsaufträge geht müssen die Zeiten auf 8 Std. genau, pro Jahr nachgewiesen werden - vom Arbeitnehmer. Falschbehauptungen und Lügen von Chefs sind daher schwer beweisbar. Arbeitsgerichte glauben Chefs sehr gerne. Selten aber Arbeitnehmern. Sollte das Unternehmen den Prozeß verloren haben, kann es immer wieder in der selben Sache klagen. So lange es will. Wer hält das durch ?
    Es fehlt also bis heute an der nötigen Waffengleichheit zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vor Gericht. Es gibt auch viele "Minderleister" unter den Chefs, die dann im Zweifelsfalle für ihre Schlechtleistung Untergebene zur Verantwortung ziehen.
    Da hilft dann nur ein neues Arbeitsrecht. Ich bin sicher. Mit einem Arbeitsrecht, das Waffengleichheit bietet, sinkt die Menge an "Minderleistern" unter den Arbeitnehmern rapide.
  2. #2

    Widerlich

    Zitat von MichaelundNilma Beitrag anzeigen
    In Ihrem Beitrag über Minderleister vermisse ich die Objektivität. Wer Minderleister ist bestimmt schließlich der Chef. Chefs haben aber die Angewohnheit jemanden als Minderleister einzustufe,schon weil ihnen u. U. die Nase nicht paßt. Dann beginnt das manchmal jahrelange Mobbing. Beliebt ist auch, zwei Arbeitsaufträge gleichzeitig zu vergeben. Da man aber nur jeweils einen Arbeitsauftrag .....
    Schon allein die Wortwahl ist menschenverachtend und widerlich, suggeriert sie doch, dass er könnte wenn er / sie wollte.

    Der Mensch ist keine Maschine ( obwohl dies natürlich angestrebt wird von dem faschisttoiden Kapitalistensystem ) und es nie sein und bei guter Mitarbeiterführung gibt es keine "Minderleister", höchstens Menschen, die vielleicht die falsche Stelle bzw. tätigkeit ausüben.

    Kein Mensch ist per se faul.
  3. #3

    erzwungene falsche Arbeitsmethoden

    Das Beispiel am Schluss des Artikels trifft den Kern der Sache. Oft werden gerade die besten Leute von neuen Chefs ohne praktische Erfahrung zu Änderungen ihrer Arbeitsmethoden gezwungen, die ungeeignet und nicht zielführend sind und die den erfahrenen Mitarbeitern nicht liegen. So werden "Low Performer" erzeugt.
  4. #4

    Zitat von gg1963 Beitrag anzeigen
    Schon allein die Wortwahl ist menschenverachtend und widerlich, suggeriert sie doch, dass er könnte wenn er / sie wollte.

    Der Mensch ist keine Maschine ( obwohl dies natürlich angestrebt wird von dem faschisttoiden Kapitalistensystem ) und es nie sein und bei guter Mitarbeiterführung gibt es keine "Minderleister", höchstens Menschen, die vielleicht die falsche Stelle bzw. tätigkeit ausüben.

    Kein Mensch ist per se faul.
    Dann müssten sie doch damit einverstanden sein, dass Menschen die "vielleicht die falsche Stelle ausüben" von dieser Last befreit werden.
    Die meisten wissen leider selber nicht was für sie die passende Tätigkeit ist, da klafft Anspruch, gerade was die Knete angeht, und Wirklichkeit meist meilenweit auseinander.
  5. #5

    @MichaelundNilma

    Sie verwechseln anscheinend den persönlichen Umgang mit der definierten, gegenseitig vereinbarten und mit dem Gehalt bezahlten Arbeitsleistung.

    1. Die Leistungseinstufung bestimmt auch der Mitarbeiter. Dieser hat sich mit seinem Vertrag zu einer bestimmten Leistung verpflichtet, die er bezahlt bekommt und daher auch zu erbringen hat. Das ist nur fair den Kollegen gegenüber, die für das gleiche Geld mehr arbeiten. Zu je mehr Sie sich verpflichten, desto mehr Gehalt werden Sie bekommen. Aber dann müssen Sie auch liefern! Die Firma verlässt sich schließlich drauf.

    2. Nicht Sie können entscheiden, ob ein Chef Minderleister ist, da nicht Sie seine Ziele definieren. Sie können natürlich eine Meinung haben, aber wenn es kein Mitarbeiter von Ihnen ist, dann ist sie leider nicht sehr wichtig! Nicht Sie entscheiden über die Qualität Ihrer Leistung, sondern andere.

    3. Der Brief von Wirth war vollkommen in Ordnung. Man hätte ihn vielleicht als Ganzes bringen sollen. Denn dann ist klar, dass nur die Vertriebler sich den Schuh anziehen, der ihnen auch passt. Von nix kommt einfach nix! Wenn der Vertrieb keinen Umsatz generiert, kann man den Laden zumachen! Deswegen sind Vertriebler gemessen an der Eigenleistung mit am bestbezahlten. Der Wirth'sche Schuss vor den Bug ist immer noch besser, als wenn angefangen wird, die "Minderleister" wirklich zu entlassen.

    4. Ich bin erstaunt über Ihr "Kriegs-Vokabular". Das lässt Rückschlüsse auf Ihr generelles Verhältnis zu Ihrem Arbeitgeber zu. Vielleicht sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich selbstständig zu machen, und das unternehmerische Risiko, aber auch die Verantwortung für ALLE Mitarbeiter einmal selbst zutragen.
  6. #6

    Alter und Gehalt = Minderleister

    Gerade nach der Übernahme von Unternehmen, ist die Gleichung oft so, wer Alte = über 45/50 ist und meist auch ein entsprechendes Gehalt hat, wird zum Minderleister erklärt. Der Hintergrund ist häufig der, dass in vielen Manteltarifverträgen bestimmte Mitarbeitergruppen z.B. über 55 Jahre und mehr als 10 Jahre Betriebszugehörigkeit einen besonderen Kündigungsschutz geniesen. Ergo werden solche teueren Mitarbeiter ganz einfach zum Minderleister erklärt. Das Problem ist, dass sehr selten Ross und Reiter beim Namen genannt werden, für einen Berufanfänger stellt sich bei vergleichbaren Angeboten durch aus die Frage, ist der angebotene Arbeitsvertrag tatsächlich unbefristet oder muss ich davon ausgehen, in x Jahren das Unternehmen verlassen zu müssen. Dazu kommt noch die Einsicht, die man bei DeMarco "Wien wartet" in den 89iger noch fand, es gibt durchaus Mitarbeiter, deren individuelle Leistung mag kaum erkennbar sein, dennoch sind sie notwendige Katalisatoren, die den Laden am laufen halten. Kluge Chefs wissen das, nur die werden immer weniger.
  7. #7

    Ich bin irritiert

    Hier ist oft von „Verkäufern“ die Rede. Wer nicht genug verkauft ist eine Niete.
    Waren also z.B. mehrheitlich fast alle „Schleckerfrauen“ Nieten.
    Kann es nicht auch am Produkt liegen?
    Kann man in einem begrenzten Markt laufend Zuwächse erwarten?
  8. #8

    optional

    Das Ende des Beitrags lässt den Schluss zu, dass "Minderleister" ein Symptom für schlechte Führung und Organisation ist.

    Und das kenne ich aus meiner Praxis, Verbesserungsvorschläge und Analysen werden toll gefunden und dann passiert - was wohl - gar nichts!
  9. #9

    Zynismus

    Zitat von iconoclasm Beitrag anzeigen
    Dann müssten sie doch damit einverstanden sein, dass Menschen die "vielleicht die falsche Stelle ausüben" von dieser Last befreit werden.
    Die meisten wissen leider selber nicht was für sie die passende Tätigkeit ist, da klafft Anspruch, gerade was die Knete angeht, und Wirklichkeit meist meilenweit auseinander.
    hilft da nicht weiter.

    Ihre Aussage impliziert ja geradezu, dass eine Fehlbesetzung konkludent eine schlechte Arbeitsleistung nach sich zieht; dies war nicht meine Aussage.
    Es geht mir um die grundsätzliche Ausrichtung und diese ist menschenverachtend. Aber diese ist ja spätestens seit der Hetzkampagne der asozialen Partei namens FDP in diesem Land gegen alle Hartz IV Empfänger per se salonfähig geworden.
    Es fehlt ja nur noch ein kleiner Schritt zu der Ideologie der Nazis, die haben sich ja auch solcher " Schmarotzer " aller Coleur ob Kranker, Behinderter oder "Minderleister" entledigt. Widerlich.

    Und wenn man diese Maststäbe des " Minderleistertums " an die Kaste der Betriebsleiter und Manager sowie Banker anlegen würde, ja hoppla wer würde den von denen dann noch zur Arbeit gehen müssen.....