Europas Sozialdemokraten: Fluch des Pragmatismus

REUTERSAch, die Sozialdemokraten. Sie haben in den vergangenen Jahren schon in tieferen Tälern gekauert. Aber wirklich aufwärts geht es nicht. Selbst dort, wo sich die Genossen pragmatisch ans Regieren machen wie in Frankreich, herrscht Ratlosigkeit - es fehlt an Vision und Richtung.

http://www.spiegel.de/politik/deutsc...-a-871297.html
  1. #1

    xxxx

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ach, die Sozialdemokraten. Sie haben in den vergangenen Jahren schon in tieferen Tälern gekauert. Aber wirklich aufwärts geht es nicht. Selbst dort, wo sich die Genossen pragmatisch ans Regieren machen wie in Frankreich, herrscht Ratlosigkeit - es fehlt an Vision und Richtung.

    Sozialdemokraten in Europa: Es fehlt an Vision und Richtung - SPIEGEL ONLINE
    Vielleicht war es gerade dieser Pragmatismus der Sozialdemokraten, der zu dieser Bedeutungslosigkeit führte? Die Schröder-SPD war so pragmatisch, dass sie sich gerne mit den Arbeitgebern ins Bett legte. Dass sie als unglaubwürdig und als unwählbar gilt ist die logische Konsequenz aus diesem Pragmatismus.
  2. #2

    Rechts-Links funktioniert im Moment nicht

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ach, die Sozialdemokraten ... es fehlt an Vision und Richtung.
    Den Konservativen geht es doch kaum besser, jedenfalls in Deutschland: Wo ist denn die Richtung bei FDP und CDU/CSU?

    Vielleicht ist das Rechts-Links-Schema nicht mehr geeignet, die heutigen Probleme begrifflich zu fassen. Oder vielleicht war das Rechts-Links-Schema in Wirklichkeit immer ungeeignet, aber durch die überall gestiegene akademische Bildung merken es die Menschen endlich.
  3. #3

    ...

    Vielleicht sind sie einfach nur überflüssig geworden die Sozis, so überflüssig wie manch andere Parteien die sich Jahrzehnte in ihren Pfründen gesuhlt hat......
  4. #4

    letztendlich

    ist die SPD ihrer Vita treu geblieben. Neidvolles Jammern weil seit Ihrer Existenz wirtschaftlich machtlos , unfähig zur Entscheidung und inkonsequent im Handeln - ein Auffangbecken aller Unzufriedenen ohne Plan. Allerdings mit erstaunenswerter Fähigkeit zum Überleben. Stellt sich nur die Frage - brauchen wir heute noch eine Partei, welche sich, wenn nicht grad mit sich selbst beschäftigt nur mit farblosen Allgemeinplätzen glänzt?
  5. #5

    .

    Dass mit dem an sich positiv besetzten Begriff "Pragmatismus" Käuflichkeit, Prinzipienverrat und Gesinnungslumperei bezeichnet werden... naja. Aber das Problem ist natürlich in einem Satz zusammenzufassen: der Virus SchröderBlair verursacht den morbus seeheim; und das ist für die davon befallenen Parteien eine Krankheit zum Tode, wenn sie nicht rechtzeitig und nachdrücklich bekämpft wird, wozu in erster Linie gehört: Politiker, die das Virus in sich tragen, in die Quarantäne des Privatlebens zu verweisen.
  6. #6

    Auch in NL

    ist das so. Die PVDA ist eher eine sozialliberale Partei geworden, und Sozialdemokratie sieht mehr eher den "Sozialisten" (SP) und den Links-Grünen (Groen-Links). Diese beiden Parteien werden jedoch vielfach als 'links' oder 'sozialistisch' diffamiert, was sie im traditionellen Sinne gar nicht sind. Was mich besonders wundert: dass diese Parteien von den negativen Folgen des Neoliberalismus (Banken- und Eurokrise etc.) so erschreckend wenig profitieren.
  7. #7

    Historischer Auftrag lange beendet

    Der historische Auftrag der Sozialdemokratie ist mit dem Ende der traditionellen Arbeiterschaft bereits in den siebziger Jahren erfüllt gewesen. Nach der Desillusionierung über die traurige Wirklichkeit des "real existierenden Sozialismus" kann die Sozialdemokratie keine wünschenswerten Visionen mehr bieten. Auf die zentralen Fragen der modernen Welt hat sie die Antworten von gestern bereit. Der Niedergang wird also weitergehen.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Ach, die Sozialdemokraten. Sie haben in den vergangenen Jahren schon in tieferen Tälern gekauert. Aber wirklich aufwärts geht es nicht. Selbst dort, wo sich die Genossen pragmatisch ans Regieren machen wie in Frankreich, herrscht Ratlosigkeit - es fehlt an Vision und Richtung.

    Sozialdemokraten in Europa: Es fehlt an Vision und Richtung - SPIEGEL ONLINE
    Wer sich Sozialdemokrat nennt und keiner ist, ist eben genauso überflüssig wie eine SED, die sich sozialistisch nannten, aber nie war.

    Same problem - vor allem für das Volk.
  9. #9

    Zitat von WolfHai Beitrag anzeigen
    Den Konservativen geht es doch kaum besser, jedenfalls in Deutschland: Wo ist denn die Richtung bei FDP und CDU/CSU?

    Vielleicht ist das Rechts-Links-Schema nicht mehr geeignet, die heutigen Probleme begrifflich zu fassen. Oder vielleicht war das Rechts-Links-Schema in Wirklichkeit immer ungeeignet, aber durch die überall gestiegene akademische Bildung merken es die Menschen endlich.
    Rechts Links ist doch kein Problem oder eine Lösung, es sind Prinzipien des Herrschens, von Oben oder von Unten.

    Im Endeffekt dürfte es in einer Demokratie überhaupt keine rechte Politik geben, maximal einen rechten Einfluss, als eine Interessenvertretung.

    Sobald aber aber die rechte Interessenpolitik zur Landespolitik wird, ist die Demokratie tot durch den Rückfall in quasifeudale Prinzipien.

    Und diese Politik wird nun Mal vom gesamten Block betrieben von CSU über FDP bis hin zu den Grünen.