AOK-Krankenhausreport: Zahl der Wirbelsäulen-OPs drastisch gestiegen

CorbisZwei von drei Operationen in Deutschland sind medizinisch nicht notwendig. Zu diesem Ergebnis kommt der Krankenhausreport 2013 der AOK. Vor allem kostspielige Eingriffe führen Ärzte immer häufiger durch. Besonders drastisch: der Anstieg der Wirbelsäulen-OPs.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-871515.html
  1. #100

    Zitat von diedahinten Beitrag anzeigen
    Nicht nur OP's werden unnötigerweise gemacht - gerade normale "Therapien" oder auch nur stationäre Aufenthalte werden unnötig gemacht, weil sich Haus- und Fachärzte auf diese Weise aus der Haftung ziehen. Im Zweifel wird halt operiert oder ein Medikament gegeben. Am schlimmsten sind aber verschleppte Symptome, weil Fachärzte lieber Schmerzmittel verschreiben, als Kassenpatienten zeitnah zu behandeln - an denen ist ja nix zu verdienen, es sei denn die Erkrankung ist halt schlimmer und erfordert mehr besser bezahlten Aufwand... ein Schelm, der sich jetzt Böses dabei denkt...
    Zur Klrastellung: Der Arzt kann nur Patienten behandeln, die sich selber vorstellen. Die Kommentare hier hören sich zum Teil an, als würden die Ärzte Passanten von der Strasse zur Zwangsbehandlung in ihr Krankenhaus zerren.
    Wenn all das wahr ist, was hier behauptet wird, dann frage ich mich, warum immer über die langen Wartezeiten geklagt wird. Ist doch alles überflüssig.
  2. #101

    Als gelernter Masseur kann ich nur sagen, Hände weg von unnötigen WS-OP´s. Jede OP schafft eine neue Schwachstelle und normalerweise heilt fast jeder Schaden wieder aus, selbst Vorfälle müssen nicht unbedingt behandelt werden, sondern man muss nur sicherstellen, dass nicht weiter belastet wird. Und als Medizinstudienabbrecher kann ich nur sagen, die Falschen brechen ab und die Falschen studieren weiter, welcher Arzt hält sich schon an den Eid des Hippokrates und denkt nicht vor allem an sich selber. Die Medizin muss vom Gesundbleiben profitieren, nicht vom Krankwerden!
  3. #102

    Osteopathie

    Zitat von tpi_91 Beitrag anzeigen
    Wenn ich jetzt erzähle dass der Einfluß schadhafter Zähne auf den Trigeminusnerv oft die Ursache ist hält mich eh jeder für bekloppt :)
    Meine Osteopathin hält Sie nicht für bekloppt. Die behandelt permanent Menschen mit Kiefer- und Rückenproblemen.
    Bei mir: 2004 Bandscheibenvorfall, trotz Idealgewicht und Sportlichkeit. Das spielt überhaupt keine Rolle. Aber: Privatpatientin, stressiger Beruf: OP empfohlen, der Chefarzt zeigte mir gleich die neuesten Titanmodelle. Ich lehnte ab. Dann eine Odyssee durch Orthopäden- und Neurochirurgenpraxen, Rehaaufenthalt, Infusionen, CT-Spritzen, Hypnose, Akupunktur, Physiotherapie sowieso. Ich habe alles ausprobiert und bin jedem guten Ratschlag nachgegangen, bis ich irgendwann vor lauter Schmerz aggressiv wurde gegen all die netten Leute mit ihren guten Ratschlägen.

    Schmerzfrei bin ich seit 2 Jahren, seit ich das erste Mal einen Osteopathen an mich ranließ.Ich war skeptisch, weil das so esoterisch klang, was ich gehört hatte, und der Mensch erstmal an meinem Darm und Beckenbodenmuskel rumknetete. Am nächsten Tag ging es mir so gut wie seit Jahren nicht.
    Osteopathie ist gutes physiotherapeutisches Handwerk gepaart mit exzellentem Wissen über die Gesamtzusammenhänge des Körpers.

    Das war ein guter, kostenloser, Rat eines Orthopäden, den ich nach 3 Konsultationen nie wieder besuchen musste. Dabei hätte der sein Geld wirklich verdient. Dazu weniger Stress und weiterhin viel Bewegung.
  4. #103

    Wie war, leider!

    Zitat von Kohle&Reibach Beitrag anzeigen
    dient nur dazu einige Wenige noch reicher und mächtiger zu machen.
    Und deutsche "Volksvertreter" sind die Handlanger.
    Konzerne drängen dabei nicht nur in den Klinikbereich. Mehr und mehr bedient man sich konzerneigener ambulanter MVZs, die wiederum eine nie versiegende Quelle neuer Klinikpatienten darstellen. Das gleiche wird schon bald im Arzneimittelsektor passieren. Lieberalisierung und langfristig Wegfall der Fixpreise. Dem Patienten wird erzählt, Effizienzreserven werden "gehoben" und die Preise werden bei gleichbleibend hoher Qualität - natürlich nur eine Richtung kenne, nach unten!

    So reden diverse Gesundheitsexperten und- politiker immer wieder daher. So zum Beispiel unser Experte mit/ohne Fliege, Karl Lauterbach (SPD). Und der sitz noch immer - ungeniert - na wo schon? - im Aufsichtsrat der Rhön Kliniken AG! Kotz...
  5. #104

    was für...

    Zitat von Jochen Lembke Beitrag anzeigen
    Als gelernter Masseur kann ich nur sagen, Hände weg von unnötigen WS-OP´s. Jede OP schafft eine neue Schwachstelle und normalerweise heilt fast jeder Schaden wieder aus, selbst Vorfälle müssen nicht unbedingt behandelt werden, sondern man muss nur sicherstellen, dass nicht weiter belastet wird. Und als Medizinstudienabbrecher kann ich nur sagen, die Falschen brechen ab und die Falschen studieren weiter, welcher Arzt hält sich schon an den Eid des Hippokrates und denkt nicht vor allem an sich selber. Die Medizin muss vom Gesundbleiben profitieren, nicht vom Krankwerden!
    ...ein dummes Geschwätz. gut das ihre Unfähigkeit zum Abbruch des Studium führte.
  6. #105

    Ökonomisierung der Medizin

    Anstatt den Akteuren wieder mal die Schuld an der zunehmenden Ökonomisierung in der Medizin zuzuschieben, sollte man sich ernsthaft mit der Frage auseinandersetzen, ob das System nicht die Fehlanreize selbst schafft, die zu diesen beschriebenen krankhaften Auswüchsen führen.
    Besonders die Einführung der pauschalen Vergütung diagnosebezogener Fallgruppen führte zu einer Ausweitung der lukrativen Prozeduren, ungeachtet des medizinischen Nutzens für den betreffenden Patienten. Auf der anderen Seite werden schwerkranke Patienten nach Hause geschickt, um die Liegedauer zu verkürzen. Dadurch werden unsere Gesundheitseinrichtungen zunehmend wirtschaftlich geprägt und immer weniger nach medizinischen Gesichtspunkten bestimmt. Dieses System muss dringend reformiert werden!
  7. #106

    Steigende Kosten

    Überall dasselbe, irgendwie müssen die steigenden Kosten (cayennes, Zweitwohnung der muse, und die tripps zur olivenölmesse) ja bezahlt werden, und die wochenbelegung der Wiesentische wird auch jedes Jahr teurer...dann arbeitet der Arzt eben wie der kfzler, kippt das teuerste Öl in Motor und nicht das was er eigentlich braucht...
  8. #107

    Werhat das verursacht ?

    Zitat von erlachma Beitrag anzeigen
    Den "Eid" gibt es nicht. Zumindest nicht in Deutschland.
    Ethik mag sein, aber aus erster Hand (mein Freundin ist Ärztin der Unfallchirurgie/Orthopädie) weiß ich, dass das nicht so ist.

    Im Gegenteil: die Kassen zwingen die Ärzte, ihre Ethik über Bord zu werfen, indem beispielsweise die Zeit, die man für Patienten im Sinne eines Arzt-Patient-Vertrauensverhältnisses braucht, nicht bezahlt wird.
    Es waren doch nicht die Kassen, die diesesa System erlaubt haben. Es war die Politik mit ihrer Gesetzgebung, die die Privatisierung erlaubt hat. Städtische Krankenhäuser machen rote Zahlen, werden an Inverstoren verkauft, und schwupp, stimmt das Betriebswirtschaftliche auf Kosten der Patienten, z.B. unnötige Operationen.
    Wenn du als Arzt in Deutschland unter ethischen Gesichtspunkten arbeiten würdest oder gar den Eid berücksichtigen könntest.... Geht gar nicht, natürlich gibt es bei den meisten privaten Krankenhausbetriebern Bonussysteme (Art, Anzahl der Eingriffe) und ständig kommt aus der Verwaltung: "ihre Zahlen stimmen nicht". Ich arbeite seit 20 Jahren als Chirurg und weiß, wovon ich rede. Wenn statt der täglich erforderlichen 6 OP´s am Vortag nur 4 OP´s auf dem OP-Plan stehen, muß der Chefarzt gleich in die Geschäftsführung zum Bericht. Klar werden dann sinnlose Eingriffe durchgeführt.
  9. #108

    ***

    Die Patienten, die sich unsinnige OPs aufschwatzen lassen und sich dann womöglich noch einen Krankenhaus-Keim einfangen, haben das für sich selbst zu verantworten. Ich bin der Meinung, dass jeder auch das Recht auf eigene Fehler hat. Ärgerlich ist nur, dass unsereins das mit hohen Beiträgen mitfinanzieren muss.

    Selbstbedienungsmentalität gibt es aber nicht nur im Krankenhaus. Mir wollte ein Zahnarzt mal eine ganze Reihe von Kronen, Füllungen und Implantaten (!) aufschwatzen, obwohl vollkommen beschwerdefrei und regelmäßig kontrolliert. Ein anderer Zahnarzt hat sich das dann angesehen und abgewunken. Außer einer rausgebrochenen alten Füllung hatte ich in den inzwischen vergangenen sechs Jahren absolut keine Probleme. Mir stehen manchmal die Haare zu Berge, wenn ich sehe, was sich Patienten so alles aufschwatzen lassen. Einmal sollte mir sogar ein relativ harmloser Beinbruch als Meniskusschaden verkauft werden, mit anschließender OP versteht sich. Das ist schon nicht mehr lustig, das ist schlicht kriminell/gemeingefährlich.
  10. #109

    Nicht verstanden?

    Zitat von BeitragszahlerwiderWillen Beitrag anzeigen
    Warum werden dann medizinisch nicht notwendige Eingriffe noch von der Krankenkasse bezahlt? Das kann man nicht nachvollziehen (außer das die Krankenkassen offensichtlich Lobbyarbeit betreiben). Medizinisch wirklich notwendige Dinge (Zahnersatz, Brille, Verbandsmaterial) werden ja auch nicht mehr von der Kasse übernommen. Bei sinnlosen Operationen wäre das Einsparpotential aber weitaus größer. Herr Bahr, warum sehen Sie tatenlos zu? Wofür werden Sie eigentlich bezahlt?
    Haben sie den Wink mit dem Zaunpfahl nicht verstanden? Die AOK will durch diese Berichterstattung erreichen, das sie noch weniger Leistungen tragen müssen. Nennt sich heute: "Die Eigenverantwortung stärken"! Ist klar, das die AOK Geld sparen muß. Wenn ich mir in Dortmund deren neuen Palast( Verwaltungsstelle) ansehe, und dieses in anderen Städten auch so haben, dann haben die eben nicht mehr genug Geld für ihren Auftrag. Natürlich bauen die solche Verwaltungen, in Gegenden, wo der großteil der Anwohner Privatversichert ist und deren Mitglieder ganz weit weg sind.