Polit-Querelen nach dem ESC: Wie demokratisch ist die Eurovision?

REUTERSUnser Wertekatalog für Baku: Nach dem ESC in Aserbaidschan sind nicht alle Vorwürfe gegen das Land ausgeräumt. Auf ihrer Generalversammlung in Genf ringt die zuständige Europäische Rundfunkunion jetzt um eine Haltung im Umgang mit autoritär regierten Mitgliedsländern.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-871323.html
  1. #1

    Danke!

    Danke, Stefan, dass Du da auch am Ball bleibst - anders als gewisse offizielle Jubelperser, die mit Despotismus offenbar kein Problem haben, solange andere als sie selbst im Knast verrotten. Dieses Thema ist doch viel bedeutender, als die waaaahnsinnig wichtige Frage nach der Startreihenfolge... oder wo die Traumziele des ESC liegen... oder dass San Marino eine Enklave des "reichen" (sic!) Italien ist...
  2. #2

    Danke!

    Ich kann mich jjpreston nur anschließen!
    Stefan Niggemeier scheint der einzige deutsche Journalist zu sein, welcher die Eier hat hier wirklich langfristig die deutsche Öffentlichkeit zu informieren! Sowohl beim Leistungschutzrecht als auch bei der katastophalen Menschenrechtslage in Aserbaidschan beweist er Durchhaltevermögen und eine spitze Feder, wie es sich für einen guten Journalisten gehören sollte. Mach weiter so!
  3. #3

    Wie macht man es richtig?

    Es bietet sich geradezu an, den Songcontest, ohne großen Widerspruch zu erwarten, auf Demokratiefreundlichkeit seiner Mitgliedsländer zu hinterfragen, weil dessen Klientel wohl weniger Gewicht hat, als die Milliarden Sportfans. Sonst würde man schon längst monieren, warum Olympiaden, Weltmeisterschaften etc. in entsprechenden Staaten stattfinden.

    Beim ESC oder, früher schöner gesagt, Grand Prix Eurovision stellte man sich diese Frage spätestens seit 1969, seit der Wettbewerb im Franco-Spanien stattfindet. Eine ultimative Lösung gab und gibt es nicht und jetzt ein negatives Beispiel anhand des letztjährigen Gastgebers festzumachen, hinterlässt einen schalen Geschmack. Schließlich fand die Endausscheidung auch schon einmal in Moskau statt, das Pussy Riot in Straflager schickte, im gleichen Jahr aber schiefsingende Babushki schickte und somit einen Herzigkeitsfaktor für sich einnehmen konnte.

    Die Frage ist, ob eine solche Veranstaltung mit dem Anspruch antreten soll und kann, die Menschenrechtslage in einem Land zu verbessern. Eine solche Heilsbotschaft könnte man den eingangs erwähnten Sportlern auch nicht mit auf den Weg geben bei dem nächsten internationalen Wettbewerb in einem "undemokratischen" Land.

    Immerhin macht sich die offiziele ESC-Seite des NDR "eurovision.de" auf seinem Blog die Sorge, ob wohl Zypern ein geeigneter Austragungsort wäre - da wäre es, trotz aller Probleme auf der Insel,
    noch ein weiter Weg nach Minsk.
  4. #4

    soll das Ironie sein?

    Zitat von martineden Beitrag anzeigen
    Es bietet sich geradezu an, den Songcontest, ohne großen Widerspruch zu erwarten, auf Demokratiefreundlichkeit seiner Mitgliedsländer zu hinterfragen, weil dessen Klientel wohl weniger Gewicht hat, als die Milliarden Sportfans. Sonst würde man schon längst monieren, warum Olympiaden, Weltmeisterschaften etc. in entsprechenden Staaten stattfinden.

    Beim ESC oder, früher schöner .....
    Ich hoffe Sie meinen das nicht ernst? Was hat die Menschenrechtslage von "Moskau" mit der Inhaftierung von ein paar weiblichen Punks? Also ich finde, die sitzen zu recht. Vielleicht etwas zu lang aber ich weiss ja nicht was die sonst noch so drauf hatten.

    Öhm und wenn Sie schon mit Sport kommen; da erinnere ich mich doch an ein Land, das eine Sportlerin nach Hause geschickt hat weil deren Freund scheinbar Kontakt zu einer rechten Partei hatte. Wow, Sippenhaft in dem ach so demokratische Deutschland.

    Wer den ESC ernst nimmt hat doch eh nicht mehr alle Tassen im Schrank. Selbst Zuschauer auf RTL Niveau haben gemerkt wie und was da läuft. Stefan Raap hat in der Sendung TV Total übrigens eine hübsche Geschichte dazu erzählt.