Geoforschung: Mathematiker finden Formel der filigranen Täler

MIT/ Taylor PerronIm Laufe der Jahrtausende haben Bäche und Flüsse verblüffend regelmäßige Landschaftsmuster erschaffen. Forscher haben das Wechselspiel von Wasser, Fels und Erde im Gebirge nun per Computer berechnet. Demnach prägen zwei instabile Prozesse das Aussehen der mitunter fein verzweigten Täler.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...-a-870723.html
  1. #1

    Erosion

    Ich konnte in den Ausführungen nix Neues entdecken. Nur scheint mir ein Widerspruch gegeben: Ein breites Tal, das mehr Wasser sammelt, führt zu geringer Strömungsgeschwindigkeit und mehr Ablagerungen.
  2. #2

    Alter Wein aus neuen Schläuchen

    Wer sich mit der Materie beschäftigt, weiß schon seit zig Jahren welches Gestein aus welchen Gründen welche typischen Muster bildet.
    Dass nun zwei Nerds mit wilden Zahlen einen Artikel produzieren, bringt die WIssenschaft und die Praxis keinen Millimeter weiter.
    Aber es freut mich für die beiden, dass die Natur ihre Rechenspiele bestätigt hat, qed...
    Ja, in morphologisch weicherem Gestein entwickeln sich Talstrukturen anders als in morphologisch hartem Gestein. Und sie entwickeln sich meist in charakteristischen Formen. Bei dieser Erkenntnis waren wir schon vor 100 Jahren. Sehr bedenklich, wenn das bisher nicht bis nach Amerikan durchgedrungen ist! Aber bald fangen die Amis mit "Geo-Engineering" an, da können wir uns alle auf etwas geafsst machen ("huch, das Wasser fließt ja nach unten ab und das auf dem kürzesten Weg, wenn wir das hätten ahnen können!").
    Die Natur wir des immer geben, die Frage ist nur, ob der Mensch damit klarkommt.
  3. #3

    Nonsense-Forschung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Laufe der Jahrtausende haben Bäche und Flüsse verblüffend regelmäßige Landschaftsmuster erschaffen. Forscher haben das Wechselspiel von Wasser, Fels und Erde im Gebirge nun per Computer berechnet. Demnach prägen zwei instabile Prozesse das Aussehen der mitunter fein verzweigten Täler.

    Geoforschung: Die Mathematik des Bergtals - SPIEGEL ONLINE
    Solche Formeln sind Schall und Rauch und erklären letztlich überhaupt gar nichts. Schon allein die Vorbedingungen, wonach die Landschaftsformung durch Wasser auf zwei wesentliche Prozesse reduziert sein soll, ist geomorphologisch unsinnig. Folgende Aussagen sind wertlos: "Zum einen schneiden sich Wasserläufe mit der Zeit tiefer in die Erde hinein und machen die Hänge steiler. Zum anderen gerät der Boden an den Hängen immer wieder ins Rutschen, macht so den Einschnitt breiter und schließt tiefe Einschnitte wieder." Tatsächlich hängt die Steilheit der Hänge und die Hangdynamik u. a. auch vom Gesteinsuntergrund, dessen Bindemittelgehalt und Verwitterungszustand und vom sich ständig wandelnden Klima ab, zum anderen wird die Tektonik überhaupt gar nicht berücksichtigt. Es gibt keinen Punkt auf Erden, den man mit der Anwendung solcher eher primitiven Formeln erklären könnte.
  4. #4

    optional

    Hallo noalk,
    wenn Wasser von einem schmalen Querschnitt in einen weiten Querschnitt fließt, so verringert sich die Strömungsgeschwindigkeit und daurch setzt sich mehr Sedimetn ab. Wie Wasser das voneinem kleinen Rohr in die Kanalisation fliesst.
  5. #5

    Zitat von noalk Beitrag anzeigen
    Ich konnte in den Ausführungen nix Neues entdecken. Nur scheint mir ein Widerspruch gegeben: Ein breites Tal, das mehr Wasser sammelt, führt zu geringer Strömungsgeschwindigkeit und mehr Ablagerungen.
    Das sind eigentlich recht weit verbreitete Phänomene. Was bei Talstrukturen durch Auswaschung und Gefälle gesteuert wird, führt bei elektrischen Entladungen über das elektrische Feld und Raumladungen zu vergleichbaren Strukturen. Früh schon untersucht und als Lichtenberg Figur bekannt. Das mathematische Verständnis dazu ist auch schon ein paar Jahre alt und mit den während der 70er so berühmten Fraktalen wohl bekannt.
  6. #6

    Erstaunlich!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ... Forscher haben das Wechselspiel von Wasser, Fels und Erde im Gebirge nun per Computer berechnet. ...Geoforschung: Die Mathematik des Bergtals - SPIEGEL ONLINE
    Erstaunlich, immer wieder erstaunlich, diese Naivität der Spon-Schreiberlinge.
    Die Forscher können "das Wechselspiel von Wasser, Fels und Erde im Gebirge" gar nicht berechnen, sie können vielleicht ein Modell davon berechnen. Und das ist dann ein Modell VON, nicht ein Modell FÜR.
    Die Natur sitzt nicht dort im Gebirge und errechnet mit einem Computer, wie sie nun ihre Sandkörner verschieben muss.
    Und eine Gleichung KANN keine Formation im Gestein erzeugen.
    Die einzige Rückkopplung die ich hier sehen kann ist eine gepaart aus Halbwissen und Ahnungslosigkeit.
    Im Übrigen: schon mit den Apfelmännchen glaubte man den Schlüssel zum Chaos gefunden zu haben. Aber nach 20 Jahren kann man die Suppe ja mal wieder aufwärmen...
  7. #7

    Zitat von rara Beitrag anzeigen
    Aber bald fangen die Amis mit "Geo-Engineering" an, da können wir uns alle auf etwas geafsst machen ("huch, das Wasser fließt ja nach unten ab und das auf dem kürzesten Weg, wenn wir das hätten ahnen können!").
    So weit sind sie noch lange nicht. Die Amerikaner stecken immer noch beim uralten William M. Davis fest, wonach das Wasser nach hinten zur Wasserscheide hin abgräbt und Abtragung und Hebung voneinander getrennte Prozesse seien. Das ist reinste Steinzeit-Morphologie, welche den wissenschaftlichen Fortschritt der letzten 120 Jahre völlig ingnoriert. Schuld daran haben Leute wie Scheidegger und Chorley, die die Formung als reine mathematische Funktion auffassen, alle Determinanten aber unzulässig generalisieren. Bringt also alles überhaupt gar nichts - schon gar nicht beim Geo-Engineering. Da braucht man echte felderfahrene Kerle mit einem Auge und einem Sinn für richtige Messungen. Alles andere kann man auf dem Pluto anwenden.
  8. #8

    Ich finde es erschreckend

    ... mit welcher Arroganz hier -im Kommentarbereich- die Arbeit von Kollegen niedergemacht wird. Wer von ihnen hat das Nature-Paper ueberhaupt wirklich gelesen?

    Dieser SPON-Artikel dient dazu, Laien zu informieren - und nicht, eine wissenschaftliche Diskussion auszuloesen.

    Die Geomodellierung hat inzwischen ein solides Standbein in der Erkenntnisgewinnung der Geowissenschaften. Die Autoren des Nature-Artikels haben zum ersten Mal eine bestimmte, konkrete Abfolge von Prozessen erfolgreich simuliert. Das IST ein Erkenntnisgewinn, auf dem sich weitere Forschung aufbaut. Tatsaechlich stellt die Modellierung eines der wichtigsten Werkzeuge der modernen Geowissenschaften dar!!

    Das koennen natuerlich Geologen, die noch im letzten, computerlosen Jahrhundert leben und deren groesste wissenschaftliche Leistung darin bestand, den lokalen Steinbruch von Hintertupfing zu kartieren, nicht nachvollziehen. Was anderes kann man aus Kommentaren wie:
    "Ich konnte in den Ausführungen nix Neues entdecken. " (#1)
    "Dass nun zwei Nerds mit wilden Zahlen einen Artikel produzieren, ...Rechenspiele..."(#2)
    "Solche Formeln sind Schall und Rauch..."(#3)

    und besonders:

    "Bringt also alles überhaupt gar nichts - schon gar nicht beim Geo-Engineering. Da braucht man echte felderfahrene Kerle mit einem Auge und einem Sinn für richtige Messungen. " (#7)

    > Fehlt nur noch die Marlboro im Mundwinkel und der abschaetzige Blick, wenn mal eine GeologIN ankommt...

    Schlimm.
  9. #9

    Jetzt wollen sie bestimmt

    Fördermittel um einige Feldversuch zu unternehmen. Geschätzte Dauer der Studie ca 500.000 Jahre.