Berufspendler: Mein Buch ist mein Schutzschild

Ourit Ben-HaimZur Arbeit pendeln nervt. Vor allem, wenn man zur Stoßzeit in Bussen und U-Bahnen feststeckt. Glücklich, wer dann ein Buch dabei hat. Wie toll das ist, zeigen zwei Bloggerinnen, die als literarische Voyeure andere Pendler beim Lesen beobachten.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-870746.html
  1. #1

    Pendeln nervt auf Dauer.

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Zur Arbeit pendeln nervt. Vor allem, wenn man zur Stoßzeit in Bussen und U-Bahnen feststeckt. Glücklich, wer dann ein Buch dabei hat. Wie toll das ist, zeigen zwei Bloggerinnen, die als literarische Voyeure andere Pendler beim Lesen beobachten.

    Fotoblog: Pendler, die Bücher lesen - SPIEGEL ONLINE
    Ich pendele täglich 250km, habe das knapp 2 Jahre mit der Bahn gemacht. Zuerst alle Staffeln einer Krimiserie auf dem iPhone gesehen. Danach Bücher gelesen. Ich lese für mein Leben gerne, aber irgendwann kommt der Punkt, wo man im Zug einfach nicht mehr lesen kann. Es nervt nur noch. Ach ein Literaturwechsel bringt da kaum etwas, es ist irgendwie eine Pseudoablenkung, die irgendwann nicht mehr funktioniert.

    Dann kommt der Punkt, wo man stundenlang nur aus dem Fenster sieht, ist aber auch bald langweilig. Dann kommt der Versuch mit Zeitschriften... zwischendurch mal wieder ein paar Filme auf iPhone, mal wieder ein Buch...

    Man kann es drehen und wenden wie man will - Pendeln nervt auf Dauer.
  2. #2

    D vs. UK

    Ich finde es immer wieder unglaublich, wie viele Menschen in Großbritannien in den Öffentlichen lesen und wie viele in Deutschland nur stumpf vor sich hin stieren (oder bestenfalls Musik hören oder auf ihren Telefonen daddeln).

    Das ist eine ganz andere Lesekultur - das Buch (auch und gerade Belletristik) ist ein Konsumartikel und kein Stück Hochkultur, dem man sich ehrfürchtig nähert und das mit seinen Freunden im Regal den Besitzer als Kulturmenschen ausweist.

    Ein Buch unterhält, belustigt, man kann auch was lernen, und wenn's durch ist, geht's in den charity shop oder ins Altpapier.
  3. #3

    Zitat von bolonch Beitrag anzeigen
    Das ist eine ganz andere Lesekultur - das Buch (auch und gerade Belletristik) ist ein Konsumartikel und kein Stück Hochkultur, dem man sich ehrfürchtig nähert und das mit seinen Freunden im Regal den Besitzer als Kulturmenschen ausweist.
    In Deutschland herrscht die Mentalität, teuer, möglichst gebunden und dann etwas, was Opa schon empfohlen hat.
    Allenfalls noch irgendein Krempel, der vom Marketing bis zum Erbrechen hochgeschaukelt wird, bzw. das Buch zum Film.
  4. #4

    e-reader am Freitag

    Was sind das eigentlich für riesige e-reader die auf den Freitagsbildern zu sehen sind?
    Ich sehe mich gerade nach meinem ersten e-reader um finde immer nur diese mikrigen 6 oder 7"-reader. Da ich leider die Schrift etwas größer einstellen muss, kann ich gerade mal ein paar Sätze auf einer Seite abbilden lassen - das nervt mich, und hat mich bisher vom Kauf abgehalten. Wegen der Akku-Leistung möchte ich aber e-ink haben da ich nicht jeden Abend aufladen will oder kann.
  5. #5

    Schalldicht und in HiTech versunken

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Nur dass man bei ihnen nie wissen kann, welchen Text sie da gerade vor sich haben.
    Gut so. Ich laufe ja nicht als Gratis-Reklametafel für irgendeinen Verlag oder Autor herum und liebe es auch nicht, ausgeschnüffelt zu werden. Egal ob in der "anonymen" U-Bahn oder sonstwo. Typisch Facebook-Mentalität… ;-)

    Wichtigster Ausrüstungsgegenstand in Öffis: Absolut schalldichte (und zwar in beide Richtungen) In-Ear-Kopfhörer (mit Mikrofon/Sprechgarnitur)! – Geniale "Ohrstöpsel" am Smartphone/Tablet mit Musik, Spielen, Radio, TV oder Film. Nie wieder ohne! Wirkt nach innen wie von außen: Selbst der direkte Sitznachbar kriegt keinen Ton vom gespielten Programm mit. Diskretion pur!

    Null Problemo mehr mit kreischenden Säuglingen, musizierenden Bettlerbanden, laut dauertelefonierenden Schnattergänsen, den lieben Tourettlern, dröhnenden und quietschenden, pfeifenden und tinnitus-erweichenden Bahnbetriebsgeräuschen sowie unnötigen Warnungen, Pieptönen und hochwichtigen Durchsagen des Verkehrsbetriebs wie "Vorsicht Spalte!" oder "Auf U-Bahnlinie XY ist wegen einer erkrankten Person der Betrieb gestört", was übersetzt in etwa heißt, wie jeder Öffi-Profi weiß: "Du könntest dir wieder mal Gedanken über Suizid machen…"

    Das bleibt mir alles erspart.

    Lösung, um bei spannenden Games oder Filmen die Haltestelle nicht zu verpassen: Anzeige einer GPS-gesteuerten Alarmfunktion (GPS-Wecker, auf Wunsch auch akustisch) am iPhone-Bildschirm (funktioniert prima und ist ideal in ALLEN Bahnen). Auch für weitgehend analoge "Nur-Buch-Leser" und "ich verpenne die ganze Strecke"-Fans geeignet (da unabhängig von Zeiten und Fahrplänen). :-)

    Fast vergaß ich's zu erwähnen: Anrufe werden selbstverständlich dezent eingeblendet, während man die Hör- und Sprechgarnitur trägt, und das (im Kabel) eingebaute Mikrofonkästchen ist derart nahe am Mund, dass man nur ganz leise zu sprechen braucht und trotz der Umgebungsgeräusche (werden von modernen Smartphones über ein separates Mikrofon ausgeblendet) vom Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung einwandfrei verstanden wird.

    Das muss man aber ein wenig üben, – die meisten Menschen sprechen mit geschlossenen Kopfhörersystemen viel zu laut, weil sie ihre eigene Stimme nicht mehr hören.

    Ach ja: Man kann auf Tablets prima lesen und hat gleich eine ganze Bibliothek dabei. Mit passender Hintergrundmusik.
  6. #6

    Ersparen

    Zitat von Zauberlehrling Beitrag anzeigen
    Null Problemo mehr mit kreischenden Säuglingen, musizierenden Bettlerbanden, laut dauertelefonierenden Schnattergänsen, den lieben Tourettlern, dröhnenden und quietschenden, pfeifenden und tinnitus-erweichenden Bahnbetriebsgeräuschen sowie unnötigen Warnungen, Pieptönen und hochwichtigen Durchsagen des Verkehrsbetriebs wie "Vorsicht Spalte!" oder "Auf U-Bahnlinie XY ist wegen einer erkrankten Person der Betrieb gestört", was übersetzt in etwa heißt, wie jeder Öffi-Profi weiß: "Du könntest dir wieder mal Gedanken über Suizid machen…"

    Das bleibt mir alles erspart.
    Mir bleibt das auch alles erspart. Ich fahre Auto. Mir bleibt vor allem erspart, an irgendwelchen zugigen Haltestellen/Bahnhöfen Zeit totschlagen zu müssen.
  7. #7

    Ersparen

    Lieber schlage ich einige Minuten an zugigen Haltestellen Zeit tot und ertrage einige Widrigkeiten des Bahnverkehrs, als mich allabendlich in Stoßstangengedrängel einzureihen. So habe ich Feierabend, sobald ich einen Fuß aus der Firma setze: Zeit für ein gutes Buch oder gute Musik oder auch ein entspanntes Spiel am Handy, und komme entspannt an.
  8. #8

    Jedem das Seine

    Zitat von nurmeinsenf Beitrag anzeigen
    Lieber schlage ich einige Minuten an zugigen Haltestellen Zeit tot und ertrage einige Widrigkeiten des Bahnverkehrs, als mich allabendlich in Stoßstangengedrängel einzureihen.
    Jedem das Seine. Wenn ÖPNV Ihr Ding ist, dann machen Sie das bitte. Ich freue mich über jedes Auto weniger, welches die Strassen befährt :-)

    Wobei ich zum Glück mit Stoßstangengedrängel fast nie was am Hut habe, da ich auf dem Land wohne.

    Zitat von nurmeinsenf Beitrag anzeigen
    So habe ich Feierabend, sobald ich einen Fuß aus der Firma setze: Zeit für ein gutes Buch oder gute Musik oder auch ein entspanntes Spiel am Handy, und komme entspannt an.
    Naja, entspannt komme ich auch mit dem Auto an. Vor allem komme ich entspannt an jedem Ort an. Das heisst, wenn ich kurz entschlossen auf der Rückfahrt Lust habe, noch schnell einen Freund zu besuchen oder bei schönem Wetter auf ein halbes Stündchen in den Biergarten oder auf einen Sprung in den Baggersee, dann komme ich auch dort jederzeit entspannt an.
  9. #9

    Pendeln ist furchtbar

    Pendeln ist furchtbar. Lieber nah dran wohnen, dass man mit Fahrrad oder Motorroller in 15 Minuten dort ist. Dann juckt einen auch der Stau wenig bis gar nicht, bzw. er erhebt sogar noch die Laune wenn man einfach daran vorbei fährt...

    Natürlich ist das nicht so einfach, wenn man Familie hat, die an einem Ort verwurzelt ist.