Studenten-Mails an ihre Dozenten: Betreff: Argh!

DPA"Hallöchen Professor!" Wenn Studenten ihren Hochschullehrern E-Mails schreiben, geht es locker zu, manchmal zu locker. Der Sprachwissenschaftler Jan Seifert hat sich durch Hunderte studentischer Mails gekämpft und weiß, wie man die richtigen Worte findet - und wie leicht die falschen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-870038.html
  1. #1

    ...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "die Uhrzeit selbst spielt keine Rolle - schließlich bestimmt der Empfänger selbst, wann er seine Mails liest. Ein anderer Aspekt ist aber von Bedeutung: Viele Studierende wählen für die Anrede tageszeitbezogene Formeln. Wenn man nun um 22 Uhr eine Mail mit der Anrede "Guten Abend, Frau xy" schreibt, kommt darin eine Erwartungshaltung zum Ausdruck, die Adressatin werde die Mail noch am Abend lesen - das dürfte nicht unbedingt goutiert werden.

    Sprachwissenschaftler Seifert wertet E-Mails von Studenten aus - SPIEGEL ONLINE
    na, aber nun uebertreiben sie aber ein klein wenig. Ich glaube, ich kenne keine Person auf der Welt, die sich tatsächlich GENÖTIGT fuehlt noch am selben Abend die e-mail zu lesen oder zu beantworten - es waere ja auch gar nicht so schlecht, wenn sie dies auch wirklich taete.
  2. #2

    Schön gewählte Art des Interviews

    Passend zum Thema finde ich die Art und Weise des Interviews und dessen "Druck" sehr schön gemacht. Eine kurze Bemerkung zum Thema: Die Wahl der richtigen Anrede- und Grußformen ist meiner Meinung nach nicht nur bei bei Kommunikation zwischen Dozenten und Studenten immer eine schwierige Frage, sondern auch in anderen Situationen des Alltags. Die sehr formalen Formen der Anrede im Deutschen rufen im englischsprachigen Raum eher Verwunderung aus. Meine Erfahrung war, dass je mehr Einfluss aus diesen Gebieten vorhanden ist, sei es durch Auslandssemester oder andere Arten von Korrespondenzen, desto direkter direkter und einfacher die Anrede. Im Deutschen wird die Formulierung sehr stark dazu benutzt um Respekt auszudrücken (wie es sich ebenso bei der Du und Sie verhält). Ich denke jedoch, solange ein gleiches Verständnis von Respekt herrscht und es von beiden Kommunikationspartnern verstanden wird, dass dies eben nicht an der Grußformel oder Anrede festzumachen ist, spielt diese eine geringe Rolle.
    Aber natürlich sollte man auf allzu flapsige Anreden, wie "Hallöchen", verzichten.

    Beste Grüße
  3. #3

    Nach der Grußformel folgt kein Komma!

    http://www.neue-rechtschreibung.net/2009/05/22/kein-komma-nach-grusformel/
  4. #4

    Das Leben ist schwer.

    Wo können Studenten lernen wie man den Dozenten anspricht? Das ist ja mal eine richtig schwierige Frage. Wie man Erwachsene anspricht lernt man von seinen Eltern als Kind. Allmählich merkt man was rauskommt wenn man auch der bildungs- und anstandsfernen Unterschicht ein Abitur umhängt und jeden Deppen an die Uni lässt. Und für solch einen tollen Artikel braucht SPON gleich zwei Redakteure, oder ist das eine Gruppenarbeit von zwei unbezahlten Praktikanten?
  5. #5

    Also

    ich schreibe immer zu Anfang eine nette E-Mail mit allen Titeln in der Anrede und frage hoeflich nach. In der Regel bleibt es dann beim Vornamen und 'You' sowieso.

    Was mir total fremd vorkommt ist das 'Sehr geehrter Herr XXX' in jedem Reply. Eine komplette Anrede schreibe ich in der ersten E-Mail, in meinem nachfolgendem Reply lasse ich die Anrede komplett weg, gegeben ich habe den E-Mail Thread als Quote in der E-Mail. Das produziert nur Passagen, immer wieder die Anrede traegt dann doch eher zur Unuebersichtlichkeit bei?
  6. #6

    Dr. oder nicht?

    Völlig unzutreffend ist es, dass die akademischen Titel zwischen Akademikern entfallen können. Welches Recht hat ein Dr. einem anderen Dr. seinen Titel abzusprechen. Es ist stets ein Zeichen von Unhöflichkeit, wenn der Dr. in der Anrede fehlt. Umgekehrt ist es auch ein Zeichen von übertriebener Eitelkeit, wenn ein Dr. in der Grußformel am Ende des Textets den Titel verwendet. Der Titel gehört nur in den "Footer".

    Daher besteht die Herausforderung darin, bei Leuten, die richtigerweise ohne Dr. unterschreiben, den Titel zu bemerken und korrekt zu verwenden.
  7. #7

    Schlussformeln wie

    Nach Schlussformeln wie "Gruß" oder "Mit freundlichen Grüßen" steht im Deutschen kein Komma.
    Nur wenn die Schlussformel in den letzten Satz des Schreibens eingebunden ist, endet dieser mit einem Satzendzeichen. Ich wünsche einen schönen Tag und grüße herzlich.

    Quelle: Duden - Richtiges und gutes Deutsch: Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle; auf der Grundlage der neuen amtlichen Rechtschreibregeln; [Wörterbuch der sprachlichen Zwei- felsfälle; grammatische und stilistische Fragen, Formulierungshilfen und Erläuterungen zum Sprachgebrauch]/hrsg. von der Dudenredaktion. - 6., vollst. überarb. Aufl. - Mannheim [u. a.]: Dudenverl., 2007. - 1053 S. (ISBN 978-3-411-04096-4)
  8. #8

    Stimmt nicht!

    Zitat von matt1981bav Beitrag anzeigen
    Wo können Studenten lernen wie man den Dozenten anspricht? Das ist ja mal eine richtig schwierige Frage. Wie man Erwachsene anspricht lernt man von seinen Eltern als Kind. Allmählich merkt man was rauskommt wenn man auch der bildungs- und anstandsfernen Unterschicht ein Abitur umhängt und jeden Deppen an die Uni lässt. Und für solch einen tollen Artikel braucht SPON gleich zwei Redakteure, oder ist das eine Gruppenarbeit von zwei unbezahlten Praktikanten?
    Ich bin inzwischen - nach Abitur, Bachelor und Master - in der Dissertationsphase, neben meiner beruflichen Funktion in einer Leitungsposition. Ich komme aus einer "Unterschicht", aufgewachsen in den 80ern. Ein Elternteil hat einen Hauptschulabschluss, der andere zwar keinen Schulabschluss, aber einen recht gut bezahlten einfachen Job. Jeodch sind meine Eltern sozial und ehrenamtlich stark in diveresen Bereichen engagiert.

    Ich kann Ihnen versichern, Anstand, Respekt, Höflichkeit und Achtung vor anderen Menschen (und deren Leistung), hat genau Null mit der Herkunft einer Person zu tun, sondern wie Sie sagen, mit der Erziehung und dem sozialen Umfeld eines Kindes. Tendeziell und rein aus persönlicher Erfahrung behaupte ich sogar, dass es sich Ihrer kühnen Behauptung entgegengesetzt verhält.
  9. #9

    lustiges Völkchen

    diese Deuteschen.

    Mein englischer Professor beginnt Mails an mich so "Hi K. " kürzt also meinen Vornamen ab. Er schließt die Mail mit "P." kürzt also seinen Vornamen ab. Bei so einem Vorgehen gäbe es in Deutschland wohl Herzinfarkte.