Archäologie-Dokumentation: Der Mann, der Nofretete verschenkte

ZDFDie Schlangen werden lang sein vor der Nofretete-Ausstellung in Berlin, die am Wochenende beginnt. Wem das Neue Museum die berühmte Büste zu verdanken hat, zeigt nun eine Fernsehdokumentation: dem lange vergessenen jüdischen Mäzen James Simon.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-870716.html
  1. #1

    Ja!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schlangen werden lang sein vor der Nofretete-Ausstellung in Berlin, die am Wochenende beginnt. Wem das Neue Museum die berühmte Büste zu verdanken hat, zeigt nun eine Fernsehdokumentation: dem lange vergessenen jüdischen Mäzen James Simon.

    Der Mäzen James Simon verschenkte Nofretete ans Neue Museum in Berlin - SPIEGEL ONLINE
    zum Glück gab es Menschen wie James Simon. Diese Leute bewahrten Kulturerbe unermesslichen Wertes. Kulturerbe der ganzen Menschheit. Ishtar-Tor, Nofretete, etc. für die Nachwelt, nicht nur in Berlin, auch in London und Paris. Wenn man heutzutage sieht, dass in den heutigen Ländern der Funde häufig Barbarei herrscht und/oder das Mittelalter neu ausbrach/ausbrechen wird, Iran, Iraq, Pakistan, Syrien, Ägypten...
  2. #2

    wieso verschenkt

    Wer in einem fremden Land ein wichtiges Teil der fremden Kultur an sich nimmt, der hat es geklaut. Geklautes kann man weder verschenken noch verkaufen, man wird zum Hehler

    Ob man einen derartigen Gegenstand mit Billigung der Herrscher "erwerben" sollte, nachdem man diese Typen kräftig geschmiert hat, das wage ich zu bezweifeln
  3. #3

    "der deshalb der rechtmäßige Besitzer der Hälfte aller Grabungsfunde war."
    Ich denke das sehen die Ägypter, Iraker und Iraner anders. Hier wurden eindeutig Kunstschätze verschleppt und auf welchen Rücken er seine Millionen verdient hat ist auch fraglich. Wenn man sein Geld mit Ausbeutung verdient ist es leicht einen Teil zu für wohltätige Zwecke zu verwenden.
  4. #4

    nette Fälschung

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schlangen werden lang sein vor der Nofretete-Ausstellung in Berlin, die am Wochenende beginnt. Wem das Neue Museum die berühmte Büste zu verdanken hat, zeigt nun eine Fernsehdokumentation: dem lange vergessenen jüdischen Mäzen James Simon.

    Der Mäzen James Simon verschenkte Nofretete ans Neue Museum in Berlin - SPIEGEL ONLINE
    Wer glaubt denn ernsthaft, dass nach 3500 Jahren im Wüstensand die Züge und Farben noch so gut erhalten sind? Das ist keine Marmorbüste oder Goldmaske wo das vielleicht noch möglich wäre. Es handelt sich vielmehr mit großer Wahrscheinlichkeit um ein Produkt aus dem 19. oder 20 Jhd.. Passt ja auch perfekt zum damaligen Zeitgeist. Alle anderen Überbleibsel aus Eschnatons Lebenszeit sind mehr oder weniger stark zersetzt, ausgerechnet diese Büste sieht aus wie vor max. 100 Jahren gemacht... Eine großartige Fälschung, da zu gut erhalten, war ursprünglich vielleicht noch nicht einmal als Fälschung gedacht, aber wenn die Leute das unbedingt so sehen wollen. Beispielsweise sind alle Farben nahezu perfekt und gleichgut erhalten, da freut sich der Chemiker der weiß wie die gemacht werden.
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die Schlangen werden lang sein vor der Nofretete-Ausstellung in Berlin, die am Wochenende beginnt. Wem das Neue Museum die berühmte Büste zu verdanken hat, zeigt nun eine Fernsehdokumentation: dem lange vergessenen jüdischen Mäzen James Simon.

    Der Mäzen James Simon verschenkte Nofretete ans Neue Museum in Berlin - SPIEGEL ONLINE
    Aha, so nennt man das also, wenn man nichts besseres zu tun hat, in anderen Ländern den Boden umzugraben und sich das fremde kulturelle Erbe unter den Nagel zu reißen.
  6. #6

    Ausgräber als Räuber?

    Die hier von einigen vertretene Vorstellung von Ausgräbern, hier der Nofretete, hätten die Ausgrabungsgegenstände "verschleppt" usw. ist abwegig.
    Die einheimischen Regierungen, die Zeit und Gelegenheit genug gehabt hätten, besaßen selbst kein Interesse, sonst hätten sie die Grabungen längst in Angriff genommen.
    Daß ihnen die Grabungskenntnisse fehlten, hing natürlich letztlich auch mit ihrem mangelnden Interesse an den Kulturgütern in ihrem Boden zusammen. Fundteilungen waren das Ergebnis, indem dem Ausgräber für seine Leistung eben auch ein Teil des Ausgegrabenen vertragsgemäß zugestanden wurde.
    Im übrigen hat das heutige, mit Waffengewalt von den Muslimen um 640 n. Chr. eroberte Ägypten mit der Kultur der Pharaonen herzlich wenig zu tun; wenn überhaupt, ist nur die schrumpfende Zahl koptischer, also christlicher Ägypter als historische Nachfahren der "alten Ägypter" anzusehen.
    In Berlin werden Ischtartor (auch einer völlig anderen als der heutigen irakischen Kultur entstammend!) und Nofretete der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, während in ihren Herkunftsländern öffentlich darüber nachgedacht wird, diese als gotteslästerlich zu zerstören, wie es in Afghanistan ja mit den jahrhundertealten Buddhastatuen bereits vorgemacht wurde.
  7. #7

    Zitat von michaelg. Beitrag anzeigen
    Die hier von einigen vertretene Vorstellung von Ausgräbern, hier der Nofretete, hätten die Ausgrabungsgegenstände "verschleppt" usw. ist abwegig.
    Die einheimischen Regierungen, die Zeit und Gelegenheit genug gehabt hätten, besaßen selbst kein Interesse, sonst hätten sie die Grabungen längst in Angriff genommen.
    Daß ihnen die Grabungskenntnisse fehlten, hing natürlich letztlich auch mit ihrem mangelnden Interesse an den Kulturgütern in ihrem Boden zusammen.
    Die korrupten Osmanen als Freibrief für den Kulturraub in Ägypten, Griechenland und anderswo? Auf dieser Grundlage ist ja auch im Dritten Reich so manches Kunstwerk verschwunden.... schön, wenn das in Ihr Denkschema passt.

    Fundteilungen waren das Ergebnis, indem dem Ausgräber für seine Leistung eben auch ein Teil des Ausgegrabenen vertragsgemäß zugestanden wurde.
    Im übrigen hat das heutige, mit Waffengewalt von den Muslimen um 640 n. Chr. eroberte Ägypten mit der Kultur der Pharaonen herzlich wenig zu tun; wenn überhaupt, ist nur die schrumpfende Zahl koptischer, also christlicher Ägypter als historische Nachfahren der "alten Ägypter" anzusehen.
    Na klar, darum steht die Büste jetzt auch in Berlin, quasi im Herzen des alten Pharaonenreiches. Ansonsten vielen Dank für den Witz. Ich befürchte jedoch, dass die Mehrheit der Ägypter nicht darüber lachen wird.

    In Berlin werden Ischtartor (auch einer völlig anderen als der heutigen irakischen Kultur entstammend!) und Nofretete der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, während in ihren Herkunftsländern öffentlich darüber nachgedacht wird, diese als gotteslästerlich zu zerstören, wie es in Afghanistan ja mit den jahrhundertealten Buddhastatuen bereits vorgemacht wurde.
    Kaum zu glauben, wie man diese Länder und Kulturen in einen Topf werfen kann. Aber wenn ich Ihrer Argumentation folge, sollte ich mir noch schnell mal die Pyramiden anschauen, bevor Mursi und Konsorten die Dinger zerstören....
  8. #8

    Leider..

    Zitat von SmarterAlsDu Beitrag anzeigen
    Aber wenn ich Ihrer Argumentation folge, sollte ich mir noch schnell mal die Pyramiden anschauen, bevor Mursi und Konsorten die Dinger zerstören....
    ist der Gedanke nicht ganz abwegig:

    "Ein islamistischer Fanatiker hat in Ägypten zur Zerstörung der Pyramiden und der Sphinx aufgerufen. Lokalen Medienberichten zufolge sagte der Dschihadist Murgan Salem al-Gohari bei einer Fernsehsendung, die Götzen und Statuen, die Ägypten füllten, müssten vernichtet werden. Wie die arabische Tageszeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ unter Berufung auf das Innenministerium berichtete, nehmen die Sicherheitsbehörden die Drohung ernst."

    Ägypten: Salafist will Pyramiden und Sphinx zerstören - Welt - Tagesspiegel
  9. #9

    Diebstahl

    An alle die der meinung sind das diese Kunstschätze gestohlen wurden: Was wäre denn geschehen wenn die Kunstschätze am Fundort verblieben wären? Raubgräber hätten sie (wie schon zuvor jahrhundertelang) ausgegraben und alles was ihnen Wertvoll erschien verkauft. Der Rest wäre, da wertlos, durch unsachgemäße Behandlung zerstört worden. Das gesammte Erbe Ägyptens wäre unwiederbringlich Zerstreut und zerstört worden, höchstens in Privatmuseen wäre noch etwas vorhanden. Die Bevölkerung hätte damals und heute nichts davon gehabt, nur ein paar Raubgräber hätten sich eine Goldene Nase verdient.

    Wäre das wirklich besser gewesen.