ARD-Schuldrama: Lasst ihn zappeln!

BRMedikamente oder Extrabehandlung? Das ARD-Drama "Zappelphilipp" zeigt eine Lehrerin im Kampf um ein Kind mit Aufmerksamkeitsdefizit und beleuchtet das schwierige System Schule. Ein Film ohne Gebrauchsanweisung - aber mit vielen wahren Momenten.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/zapp...-a-870077.html
  1. #1

    Schule ist nicht einfach

    Im Zeitalter von Hobbypädagogen, die mit dem idealisierten Erfahrungshorizont einer Einzelkinderziehung jedem Lehrer die Welt erklären, wirft so ein Film ein Flutlicht der Komplexität. Das ist gut. Ein Blick durch die Mediatheken (oder auch fernsehstrom.de) verrät, dass diese Woche ein Film über Udo Lindenberg, ein spannender Krimi mit Heino Ferch, dazu einige Top-Serien und Dokumentationen und dann dieser Film jederzeit zur Abendunterhaltung bereitstehen. Da kann man das Schimpfen über die GEZ ja fast einmal aussetzen.
  2. #2

    Das Thema eignet sich

    nicht für Stereotype Verfilmungen und einfache Weisheiten.
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Medikamente oder Extrabehandlung? Das ARD-Drama "Zappelphilipp" zeigt eine Lehrerin im Kampf um ein Kind mit Aufmerksamkeitsdefizit und beleuchtet das schwierige System Schule. Ein Film ohne Gebrauchsanweisung - aber mit vielen wahren Momenten.

    "Zappelphilipp": ARD-Schuldrama um einen Jungen mit ADHS - SPIEGEL ONLINE
    Hm... wenn man Erziehung, Disziplin und Strebsamkeit zum gesellschaftlichen no-go macht, kommt eben so etwas raus... :-) Nun lebt damit!
  4. #4

    Adhs

    Sicher ein interessanter Film.

    Was ich (41 Jahre) mich immer frage: Warum gibt es ADHS erst seit relativ kurzer Zeit?
    Ist hier eine "Krankheit" erfunden worden, die einfach nur für etwas anderes steht?
    Für Vernachlässigung, schlechte Erziehung und die Unfähigkeit, Regeln zu akzeptieren.
    Ich bin offen für psychologische Aspekte, aber ich weigere mich, hier eine Krankheit zu sehen, wo keine ist.
  5. #5

    Eindrucksvoll

    der Film zeigt eindrucksvoll, wie schwierig es uns (heute?) fällt, mit "nicht Angepassten" umzugehen. Sind das nun bloß "schwierige Kinder" oder "Kranke", die man behandeln muss? Wer definiert eigentlich, ab wann ein Verhalten krank ist?

    Die Antwort auf diese Frage hängt vom jeweiligen Interessenstandpunkt des Antwortenden ab. Daran ändern auch keine "Übereinkünfte der Wissenschaft" etwas, die definieren, ab welcher Menge an zutreffenden Symptomen eines Fragebogens man der Sache einen Krankheitsnamen geben darf...
  6. #6

    Zitat von vamp1971 Beitrag anzeigen
    Sicher ein interessanter Film.

    Was ich (41 Jahre) mich immer frage: Warum gibt es ADHS erst seit relativ kurzer Zeit?
    Ist hier eine "Krankheit" erfunden worden, die einfach nur für etwas anderes steht?
    Für Vernachlässigung, schlechte Erziehung und die Unfähigkeit, Regeln zu akzeptieren.
    Ich bin offen für psychologische Aspekte, aber ich weigere mich, hier eine Krankheit zu sehen, wo keine ist.
    Ich muss sie enttäuschen. ADHS gibt es nicht erst seit sehr kurzer Zeit und als erwachsene Person mit A(H)DS, welche weniger mit der körperlichen Hyperaktivität sondern mit der Gedanklichen Hyperaktivität zu tun hat, find eich die Behandlung dieser Themen immer etwas unglücklich. Ein großes Problem ist man kann als jemand mit ausgeprägtem AHDS es nur sehr schwer jemanden erklären der es nicht hat. Der ganze Krankheitsablauf ist sehr Komplex und kann sehr leicht zu Fehldiagnosen führen.

    Ein rund warum es heutzutage mehr auffällt ist, dass es zu dem Thema eine höhere Sensibilisierung gibt, außerdem ist der heutige Lebenswandel dafür auch verantwortlich. Leute mit AHDS denken und gehen Probleme anders an, was aber nicht unbedingt konform mit unserer heutigen Leistungswelt ist. So sind biswielen soclhe Alternativprojekte ganz nett und vielleicht hilfreicher als Medikamente, aber spätestens wenn man wieder in den normalen Arbeitsumfeld landet, sind diese eher vergebene Liebesmühe.

    Zudem fehlt AHDS Patienten nachweislich ein bestimmter chemischer Botenstoff, welcher für die Konzentration im gehirn wesentlich verantwortlich ist. Ein gutes Beispiel sieht man bei den Medikamenten, da Patienten mit ADHS durch sie ausgeglichener werden aber Leute ohne ADHS in eine zusätzliche Hyperaktivität fallen.
  7. #7

    Zitat von vamp1971 Beitrag anzeigen
    Was ich (41 Jahre) mich immer frage: Warum gibt es ADHS erst seit relativ kurzer Zeit?
    Weil wir Menschen auch nur erst seit relativ kurzer Zeit existieren. Im Vergleich zum Alter des Universums, ja auch nur der Erde, ein Sekundenbruchteil.

    Oder was wollten Sie mit Ihrer Frage?

    Kurz: ADHS wird schon im Altertum beschrieben und ist ein Problem bei allen Pädagogen der Geschichte. Haben Sie sich damit befasst? In der Literaturgeschichte gibt es auch genug Beschreibungen. Der "Zappelphilipp" ist auch nicht mehr so neu. Liege ich recht in der Annahme, dass Kenntnisse der Literatur nicht zu Ihren priorisierten Stärken gehören?
  8. #8

    ..

    Zitat von achim68 Beitrag anzeigen
    Hm... wenn man Erziehung, Disziplin und Strebsamkeit zum gesellschaftlichen no-go macht, kommt eben so etwas raus... :-) Nun lebt damit!
    sehr gut formuliert.
    Leider gehen tatsächlich einige Eltern davon aus, dass 29 andere Schüler auf ihr Kind zu warten hätten. Das kann es nicht sein.

    Wenn man dann noch "ADHS"-Eltern kennt und weiß, dass diese sehr wohl gut situiert sind, aber weil eben beide voll berufstätig sind sie sich Abends nur positiv beim Kind in Szene setzen möchten und die unangenehme Seite der Erziehung bei den Lehrern und Mitschülern angesiedelt sehen, wird deutlich, dass bei den Eltern was schief läuft und "ADHS" nichts weiter als die Auswirkung einer von Anfang an vernachlässigten klaren Erziehung durch "Überliebe" ist.

    Eine Erziehung ist ja nur dann eine Erziehung wenn sie erfolgreich ist. Die Ansage "Nein" oder "Lass das!" muss durchgesetzt werden. Macht das Kind dennoch weiter und man lässt es weitermachen, sind spätere soziale Probleme vorprogrammiert. Grenzen (durch)setzen. Den "ADHS"-Kindern hat man dieses Lernprogramm vorenthalten. Aber viel Geld für viel Urlaub ist ja heutzutage wichtiger.
  9. #9

    Es wird langsam Zeit das wir erkenne, dass die Lehrer in Deutschland zum größten Teil einfach nicht qualifiziert sind. Das Studium als Lehrer umfasst zu 80-90% nur Fachwissen welches stur auswendig gelernt werden muss. Pädagogische Theorien gehören zwar mit dazu, sind im echten Leben fast nie um zusetzten. Der Beruf setzt durch Verbeamtung einfach die falschen Anreize für Abiturienten, die nicht wissen was sie studieren sollen.
    Sicherlich gibt es immer Kinder, die einen mehr Zeit und Kraft "rauben" aber darauf muss man sich einlassen und damit muss man auch rechnen, wenn man sich für diesen Beruf entscheidet!