Kreuzfahrt nach Alaska: Kurs Richtung Wildnis

APRiesige Buckelwale, gigantische Gletscher, staunende Passagiere am Panoramafenster: Bei einer Kreuzfahrt von Vancouver nach Alaska verblasst der Luxus an Bord angesichts der spektakulären Küstenlandschaft - die Passagiere fühlen sich wie im Spielzeugboot.

http://www.spiegel.de/reise/fernweh/...-a-864059.html
  1. #1

    Kreuzfahrten sind Quatsch

    Zumindest in Alaska sind sie das. Viel billiger und besonders viel mehr Spaß hat man da auf den Fähren, siehe http://www.dot.state.ak.us/amhs/. Die fahren auch von Vancouver durch die gesamte Inside Passage, durch Südzentral-Alaska und die Aleuten entlang. Man sieht genau so viel und mehr (an Land und auf dem Wasser), kann jederzeit von Bord, kann sich mit den interessantesten Reisenden unterhalten und auf dem offenen aber überdachten Deck unter den Wärmelampen schlafen.
  2. #2

    Kreuzfahrt?

    Wer Alaska mit dem Kreuzfahrtschiff bereist, um sich die Natur anzuschauen, kann sich stattdessen auch gleich besser mit Reportagen vor dem heimischen Fernseher behelfen.

    Die Natur dort muss man pur erleben. Ich meine jetzt nicht bei den üblichen Bustouren durch den Denali-Park. diese grandiose Weite der Landschaft ist etwas für Zelt und Rucksack. Eine Nacht im Zelt auf einem Plateau unterhalb eines Gletschers in den Wrangel Moutains, eine Gletschertour, die mich sogar unter einen Gletscher geführt hat, der singende Campingplatzbesitzer in Tok, Skagway mit seiner ursprünglichen Westerngeschichte, die bei blauem Himmel unglaublich schöne Landschaft auf dem Weg nach Dawson, Flüge in Gegenden, die nur mit dem Wasserflugzeug erreichbar sind, das ist es.

    Abgrenzend, da nicht zu Alaska gehörend, das Yukon-Territory. Dawson mit seiener Authenzität, seiner umgebuddelten Umgebung, die unberührte Natur am Yukon. Ich habe ihn schon selbst von Whitehorse bis Dawson befahren, auch den Big Salmon River. Wenn Du nachts für ein Geschäft aus dem Zelt steigst, erst einmal schauen musst, ob irgendwo ein Bär ist und, da Du Deine Hände zur Abwehr der Mücken brauchst, freihändig pinkeln musst, weisst Du, was wahre Natur ist.
  3. #3

    Ein absolutes Disaster!

    Ich gebe Beitrag 1 und 2 völlig Recht ... Kreuzfahrten sind ein Disaster. Zum einen Ökologisch nicht vertretbar. Wie kann man bis zu 3.000 Menschen auf einmal in diese abgeschiedene Wildnis karren!? Souvenirshops, Hotels und Busse sind alle in der Hand der Reedereien. Gegessen wird an Bord. Die Menschen vor Ort haben also rein gar nichts davon. Ich bereise dieses Land schon seit über 20 Jahren und weiss wovon ich rede.
  4. #4

    Das Buch zur Reise

    Statt Kreuzfahrt lieber das fantastische Buch "Passage to Juneau" von Jonathan Raban lesen - eine Reise durch genau diese Gewässer, ein bewegendes und sehr lebendig geschriebenes Buch dazu. Gibt es auf www.literaturboot.de; ebenso wie alle andere maritime Literatur.
  5. #5

    Hier geht es doch eher um AutoFähren, die durch extrem attraktives Gebiet mit zerklüfteten Inselgruppen tagelang fahren - und, weil sie mehrere Tage unterwegs sind auch Kabinen haben müssen. Auch für den gemäßigten Individualreisenden ist z.B. die Inside Passage zum entschleunigten Ankommen hervorragend, wenn dann noch Zeit für den Urlaub am Ziel ist... wer hat schon 5-6 Wochen am Stück, um dann noch mal Alaska selbst zu "erfahren".... Der Begriff Kreuzfahrt ist auch völlig übertrieben....das hat nichts mit AIDA Massentourismus zu tun. ok, relativ gesehen ist die Inside Passage im Sommer überbucht...
  6. #6

    Dreckschleudern

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Riesige Buckelwale, gigantische Gletscher, staunende Passagiere am Panoramafenster: Bei einer Kreuzfahrt von Vancouver nach Alaska verblasst der Luxus an Bord angesichts der spektakulären Küstenlandschaft - die Passagiere fühlen sich wie im Spielzeugboot.

    Alaska: Mit dem Kreuzfahrtschiff durch die Inside Passage - SPIEGEL ONLINE
    Vor allem verbrennen die Kreuzfahrtschiffe Schweröl, wodurch ein Passagier in 10 Tagen mehr CO2 emmitiert als das ganze Jahr mit einem PKW.
    Echt schön, die Gletscher zu sehen..
    Die Schifffahrtsgesellschaften sollten mal zu vernünftigen Umweltstandards verdonnert werden.
  7. #7

    Anti-Tourismus

    Zitat von alyeska Beitrag anzeigen
    Ich gebe Beitrag 1 und 2 völlig Recht ... Kreuzfahrten sind ein Disaster. Zum einen Ökologisch nicht vertretbar. Wie kann man bis zu 3.000 Menschen auf einmal in diese abgeschiedene Wildnis karren!? Souvenirshops, Hotels und Busse sind alle in der Hand der Reedereien. Gegessen wird an Bord. Die Menschen vor Ort haben also rein gar nichts davon. Ich bereise dieses Land schon seit über 20 Jahren und weiss wovon ich rede.
    Volle Zustimmung, auch bezüglich des Hinweises auf die ersten beiden Kommentare. Der Artikel von Herrn Sobik enthält zwar einige Spitzen, bleibt aber ziemlich unkritisch – die Gründe dafür sind unschwer zu erraten, jeder mag es allein versuchen. Der Begriff „Desaster“ trifft. Wer einmal, wie ich, von Land aus die monströsen Kreuzfahrtschiffe über ein kleines Küstendorf herfallen sieht, der hat wirklich den Eindruck, dass er im falschen Film ist, ein gleichsam surreales Geschehen. In diesem Fall waren es gleich drei Kreuzfahrt-Riesen, die in Skagway vor Anker gingen und zusammen etwa 7.000 Touristen ausspuckten – ich saß weiter entfernt auf einem nicht sehr hohen Berg und verfolgte das Treiben. Das ist Anti-Tourismus, eine zumindest optische Zerschlagung dieser so wunderbaren einsamen Landschaft.

    Alaska hat sich sehr verändert, ich kenne das Land seit den siebziger Jahren – damals wurde diese amerikanische Provinz von der Welt überhaupt noch nicht richtig wahrgenommen, in Deutschland galt Alaska als unwirtliche Eiswüste. Anchorage war nur ein Fuel-Stopover bei dem Flug von Europa nach Japan, trotzdem war der Flug sehr teuer, knapp unter 2.000 DM. Es würde zu lang werden, hier näher auf die Veränderungen einzugehen – jedenfalls bleibt der unselige Einfluss des Tourismus nicht nur auf die Küstenperipherie beschränkt, ganz Alaska wird in seiner Atmosphäre beschädigt, die „Wilderness“ das „Frontier-Feeling“ und die majestätische Natur drohen im Kommerz zu verschwinden, man muss sich weiter ins Land hinein verziehen, glücklicherweise ist es ja groß.
  8. #8

    Das wahre Alaska ..

    .. sieht oder besser erlebt man nicht von einem Kreuzfahrtschiff aus! Das wahre Alaska findet man im Landsinneren (meine Meinung).
  9. #9

    Ob vom Schiff oder Geländewagen

    Alaska ist einzigartig. Auch ich habe es dieses Jahr im Sommer zum ersten Mal besucht. Riesiges Land, knapp fünfmal so groß wie Deutschland und nicht mehr Einwohner als Düsseldorf. Ob Polarkreis am Dalton Highway oder die Gletscher bei Seward. Ob banale Ortsnamen wie Chicken oder der unsägliche Schiffsfriedhof auf dem Homer Spit. Man muss es erleben. Eines jedoch fand ich bemerkenswert. Kaum jemand in Alaska leugnet die Existenz des anthropogenen Klimawandels.