Gewerkschaft der Kinder: "Bitte lasst uns arbeiten!"

Katrin KrämerKinderarbeit? Die ist international mindestens so geächtet wie es Landminen und Streubomben sind. Doch in Bolivien kämpfen Kinder für ihr Recht auf Arbeit. Für viele Familien ist sie überlebenswichtig.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...-a-867380.html
  1. #1

    Schön...

    ... mal eine andere Sicht auf das Thema zu bekommen. Leider fehlt es uns meist an einem umfassenden Verständnis des Themas, das doch sehr facettenreich ist.

    Kinderarbeit ist in unseren Augen immer schlimm und sollte abgeschafft werden. Dabei vergessen wir jedoch leider, dass sie in anderen Gegenden der Welt das Überleben der Kinder und ihrer Familien sichert.

    Außerdem werden Kinder unter den dort gegebenen Umständen gezwungenermaßen schneller "erwachsen" und reif, so dass eine Zwölfjährige in den Slums von La Paz oder Dakka nur wenig mit einer Zwölfjährigen gemein hat.

    Die, um die Weihnachtszeit immer wieder lauter werdenden, Rufe nach einem bedingungslosen, weltweiten Verbot von Kinderarbeit basieren leider meist auf einer recht naiven, idealisierten Weltanschauung und lassen eine Vielzahl relevanter Faktoren außer acht.

    Danke Spiegel Online!
  2. #2

    Find ich gut

    Kinder und Jugendliche die sich organisieren, politische Forderungen formulieren und diese auch realisieren können - was soll aus denen nur werden? Kann es sein, dass eine gewisse Dosis Realität lehrreicher ist als z.B. der viele Aufklärunguntericht über das 3. Reich, so wie ich ihn genossen habe?
  3. #3

    Alte und Kinder müssen arbeiten! Das Kapital will es so! Ich will ja auch weiterhin beim CundA billig einkaufen! Und den Schweiss und das Blut der Kinder stört ja nicht seitdem die ganzen Chemikalien alles überdecken.

    Das Kapital wollte ja auch das Frauen arbeiten gehn und nun ist es für alle selbstversändlich! Also noch die Kinder und Alten ran das es wieder Wachstum gibt! HEIL WACHSTUM!!!!
  4. #4

    Endlich

    mal ein Beitrag, der uns im Westen wieder ein wenig in die Realitaet zuruekholt. Der Schreiber ist jung. Er weiss- wie viele bei uns - nicht , dass wir in Deutschland nach 8 Jahren Volksschule bis weit in die 60er Jahre mit 14 die Lehre begannen. Damals meist noch mit Samstagsarbeit und nur einem Tag Berufsschule pro Woche. Sonst voller Arbeitstag. Ausserdem hiessen damals die Herbstferien "Kartoffelferien," weil dann alles zur Ernte ging. Mit Kind und Kegel und ohne leiblichen und seelischen Schaden fuer die Kinder! In Sued - und Suedost-Asien sind Kinder 13, wenn sie 8 Jahre Grundschule hinter sich haben. Das vergessen wir und die UN, etc gerne. Aber der Beitrag versalzt hoffentlich all den NGOs, wenig effizienten UN-Organisationen und den i.d.R. von ihnen finanzierten sonstigen Weltbeglueckern etwas die Suppe. Die sitzen seit Jahrzehnten in UN-Palaesten, 5-Stern-Hotels und feinsten Tagungszentren, beweihraeuchern sich selbst und machen ungeniert Spesen, ohne die aergerliche Realitaet eines Blickes zu wuerdigen. Am liebsten verleihen sie sich gegenseitig irgendwelche Auzeichnungen fuer die "Befreiung" von Kindern, denen sie weder Schulbildung oder eine breufliche zukunft ermoeglichen. In Pakistan, Bangladesh und Indien uebergeben sie die Befreiten gern der Polizei, die sie erst einmal verpruegelt und hinter Schloss und Riegel bringt. Arbeit zum Wohl von arbeitenden Kindern ist denen voellig fremd. Wie sollten sie aus Ihren Elfenbeintuermen auch die unbequeme Realitatet kennen?
  5. #5

    Damit Sie in die Lehre gehen konnten...

    Zitat von josthenner Beitrag anzeigen
    mal ein Beitrag, der uns im Westen wieder ein wenig in die Realitaet zuruekholt. Der Schreiber ist jung. Er weiss- wie viele bei uns - nicht , dass wir in Deutschland nach 8 Jahren Volksschule bis weit in die 60er Jahre mit 14 die Lehre begannen.
    ...kümmerten sich Ihre Eltern um den Schulbesuch und um mindestens eine Mahlzeit am Tag. Das Leben dieser Kinder sieht so aus, dass diese im Grundschulalter kleine Hilfsdienste gegen Bezahlung verrichten, im Hauptschulalter dann Waren transportieren oder Ziegel schleppen und mit 14 in die Minen einfahren um dort unter menschenunwürdigen Bedingungen Kupfer oder Kohle abzubauen. All diese Zeit verbringen diese Kinder nicht in der Schule.
    Analog in Pakistan, in Indien an den Nähmschienen und in Färbereien. um Produkte zweifelhafter Qualität, aber eben billig herzustellen.
  6. #6

    Wie war das noch?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kinderarbeit? Die ist international mindestens so geächtet wie es Landminen und Streubomben sind. Doch in Bolivien kämpfen Kinder für ihr Recht auf Arbeit. Für viele Familien ist sie überlebenswichtig.

    Bolivien: Kinder gründen eine Gewerkschaft - SPIEGEL ONLINE
    Nachdem eine Farbrik für Kleidungsstücke dicht gemacht wurde,
    arbeiteten die Kinder dann im Steinbruch.
    Wir sollten nicht immer unsere unmassgebliche Weltanschauung auf andere Menschen und Länder übertragen.

    Das geht meist in die Hose
  7. #7

    Tatsache

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Kinderarbeit? Die ist international mindestens so geächtet wie es Landminen und Streubomben sind. Doch in Bolivien kämpfen Kinder für ihr Recht auf Arbeit. Für viele Familien ist sie überlebenswichtig.
    Tatsache ist, dass wir hier in Deutschland ein bequemes Leben führen können. Und trotzdem sind viele hier mit nichts anderem beschäftigt, als zu jammern und zu nörgeln. Wehe, der Nachbar kann sich eine Urlaubsreise mehr leisten im Jahr....
  8. #8

    Zitat von trader_07 Beitrag anzeigen
    Tatsache ist, dass wir hier in Deutschland ein bequemes Leben führen können. Und trotzdem sind viele hier mit nichts anderem beschäftigt, als zu jammern und zu nörgeln. Wehe, der Nachbar kann sich eine Urlaubsreise mehr leisten im Jahr....
    Tjaja, schon war. Würden doch unsere Steueroptimierer, Vermögensvermehrer, Lebensmittel-Spekulanten und sonstige Gierhälse bloss mal die sozialen und ökologischen Realitäten auf dieser Welt anerkennen.
  9. #9

    Erinnerung

    beim Lesen dieses Artikels kamen mir Kindheitserinnerungen. Ich, als eine von 4 Töchtern, habe mit 8 Jahren angefangen zu arbeiten. Es war nicht nötig, wir hatten das Wichtigste, aber ich wollte es so. Meine Schwestern waren anderst. Ich begann mit 8 Jahren mit Babysitting und Hunde ausführen. Dann kam Altpapier sammeln mit Leiterwagen. Selbstgemachte Puppen verkaufen, in einer Druckerei Kalender sortieren, Nachbarschaftshilfe (Kehrwoche usw) und Gärtnerei Blumen binden. Immer 50 Pfennig pro Stunde. Mit 15 war alles zu Ende. Ich war stolz und fühlte mich stark. Meine Eltern liessen mich machen. Danke.
    Repekt vor diesen Kindern. Sie sind stark und klug.