Kampf gegen den Hirntumor: World Wide Sprechstunde

picture alliance/ INFOPHOTOBei Salvatore Iaconesi wurde ein Hirntumor diagnostiziert. Statt sich seinem Schicksal zu ergeben, wagt der Künstler ein Experiment: Er stellt seine Krankenakte ins Internet und bittet um Hilfe. Der Schwarm antwortet mit jeder Menge Tipps - von Ärzten, Geistheilern, Zauberern.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-869396.html
  1. #1

    irgendwie total verrückt

    und zugleich genial. Aber wie schafft man es sich durch 200000 Posts durchzuwühlen und wertvolles von Unsinn zu trennen?? Ein spannendes Experiment aber ich denke auch, dass so was nur in einem anderen Rahmen nützlich und hilfreich ist. Das wirft viele Fragen auf, z.B. nach unserer so genannten Gesundheitskarte, und ob das wirklich ein guter Weg ist - auf der einen Seite sollen persönliche Daten geschützt werden, auf der anderen Seite gibt es nichts geschwätzigeres als Kranke. Vielleicht zeigt dieses Experiment, dass Gesundheit für Kranke wichtiger ist, als Datenschutz?
  2. #2

    ...

    Die Idee ist faszinierend. Wobei man sich sowohl eine unendliche Zahl von Fallbeispielen vorstellen könnte, aber einfacher auch eine Wikipedia mit extrem vielen Fachinformationen. Aber wahrscheinlich meckert direkt wieder jemand, weil sein "geistiges Eigentum" gestohlen wird.

    Und gerade bei Krankheitsdaten könnten unangenehme Folgen drohen, wenn zum Beispiel Arbeitgeber oder Versicherungen darauf stoßen.

    Tja, denen könnte man die Nutzung einfach verbieten, nicht wahr? Arbeitgeber haben sowieso noch viel zu viele Rechte bzw. ist das Verhältnis zum Arbeitnehmer noch viel zu asymmetrisch. Dabei sollte es umgekehrt sein. Was ist schon Geld gegen angebotene Lebenszeit und persönliche Fähigkeiten wert?
  3. #3

    optional

    Zeig her deine Wunde,sagt Beuys, und du wirst
    geheilt"
    ich finde das mutig und selbstbewusst, so mit seiner
    Krankheit umzugehen,wo viele versuchen ,sie zu
    verbergen, und die Sache verschlimmern!
    allein die Tatsache, sein Leid so öffentlich zu machen,
    dient meines Erachtens einem Gesundungsprozess
  4. #4

    Da wäre ...

    ... IhrArzt24 ein guter Ansatz. Ist von ein paar Kollegen aus der Nachbarstadt ins Leben gerufen worden. Da können Patienten tatsächlich Ihre Daten einstellen und mit Ärzte ihrer Wahl teilen und so quasi ein medizinisches Netzwerk bilden. Ein paar Kollegen hier in der Klinik und schon etliche Patienten nutzen das System. Ist auf jeden Fall einen Blick wert!
  5. #5

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Bei Salvatore Iaconesi wurde ein Hirntumor diagnostiziert. Statt sich seinem Schicksal zu ergeben, wagt der Künstler ein Experiment: Er stellt seine Krankenakte ins Internet und bittet um Hilfe. Der Schwarm antwortet mit jeder Menge Tipps - von Ärzten, Geistheilern, Zauberern.

    Schwarmintelligenz bei Hirntumor: Italiener stellt Krankenakte ins Web - SPIEGEL ONLINE
    Und so vertrödelt er seine Zeit. Seine Prognose wird nicht besser. Er sollte sich Steve Jobs letzte Kommentare zu seiner Erkrankung und seinem Kampf dagegen anhören.

    Aus dem Text:
    "Er war nur noch ein Patient, kein Mensch mehr."

    Was soll das heissen? "nur noch"??
    Ein Patient ist den Arzt deutlich wichtiger als ein normaler Mensch. Die Patienten sind wie die heiligen Kühe. Ein nicht-Patient bekommt noch nichtmal eine Audienz.
  6. #6

    Zitat von maxmehr2008 Beitrag anzeigen
    ... IhrArzt24 ein guter Ansatz. Ist von ein paar Kollegen aus der Nachbarstadt ins Leben gerufen worden. Da können Patienten tatsächlich Ihre Daten einstellen und mit Ärzte ihrer Wahl teilen und so quasi ein medizinisches Netzwerk bilden. Ein paar Kollegen hier in der Klinik und schon etliche Patienten nutzen das System. Ist auf jeden Fall einen Blick wert!
    Und was genau hat der Arzt davon? Ich meine: Er muss Zeit investieren und bekommt gar nichts. Am Ende kann er sogar noch haftbar gemacht werden.
  7. #7

    Das ...

    ... sollten Sie mal meine Kollegen fragen. Ich kann Ihnen aber sagen, dass die Vernetzung von Arzt und Patient für beide Seiten größte Vorteile bietet. Erstmal mit dem Thema befassen und nicht gleich drauflospoltern. Ich als Arzt habe davon, dass ich Daten des Patienten immer und überall auf Abruf habe, wenn er mir das gestattet und das bietet so manchen Vorteil, den Sie als Laie so sicher erstmal nicht verstehen, ist Ihnen aber nicht übel zu nehmen. Und Patienten haben auch jede Menge davon ... ich will ja hier keine Werbung für meine Kollegen machen, aber so ein System ist perfekt zur Unterstützung und meiner Ansicht nach ein wichtiger Bestandteil der Medizin der Zukunft.
  8. #8

    Das ...

    Zitat von testthewest Beitrag anzeigen
    Und was genau hat der Arzt davon? Ich meine: Er muss Zeit investieren und bekommt gar nichts. Am Ende kann er sogar noch haftbar gemacht werden.
    ... sollten Sie mal meine Kollegen fragen. Ich kann Ihnen aber sagen, dass die Vernetzung von Arzt und Patient für beide Seiten größte Vorteile bietet. Erstmal mit dem Thema befassen und nicht gleich drauflospoltern. Ich als Arzt habe davon, dass ich Daten des Patienten immer und überall auf Abruf habe, wenn er mir das gestattet und das bietet so manchen Vorteil, den Sie als Laie so sicher erstmal nicht verstehen, ist Ihnen aber nicht übel zu nehmen. Und Patienten haben auch jede Menge davon ... ich will ja hier keine Werbung für meine Kollegen machen, aber so ein System ist perfekt zur Unterstützung und meiner Ansicht nach ein wichtiger Bestandteil der Medizin der Zukunft.
  9. #9

    Die Tatsache, dass er "Homöopathen, spirituelle Heiler und chinesische Mediziner" unter seinen Beratern hat zeigt doch genau warum der "Schwarm" Bullshit ist. Mehr Quark bedeutet doch nicht mehr Wahrheit. Der Mann, habe ich den Verdacht, verleugnet die Realität und das langsame Wachstum seines Tumortyps macht es ihm möglich. "Seht ihr, wird nicht schlimmer! Bald wird es vielleicht sogar besser!"

    Dass so jemand dann "Technologie-Dozent" ist, ist noch ein ganz anderes Problem.