Ausbildung im Gefängnis: Vier-Gänge-Menü hinter Gittern

In einem Frankfurter Gefängnis können Frauen den Beruf der Köchin lernen, während sie ihre Strafe absitzen. Ihre Lehrzeit ist sogar ein Jahr kürzer als draußen, in Haft gibt es schließlich kaum Ablenkung. Alkohol, Hefe und Mohn sind in der Küche allerdings tabu.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-870222.html
  1. #1

    so so, Mohn ist also tabu ?

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In einem Frankfurter Gefängnis können Frauen den Beruf der Köchin lernen, während sie ihre Strafe absitzen. Ihre Lehrzeit ist sogar ein Jahr kürzer als draußen, in Haft gibt es schließlich kaum Ablenkung. Alkohol, Hefe und Mohn sind in der Küche allerdings tabu.

    Azubi hinter Gittern: Frauen machen im Gefängnis Ausbildung zur Köchin - SPIEGEL ONLINE
    klar, der bei uns zum Backen und Kochen Verwendung findende Mohn enthält massenhaft berauschende Inhalte.
    Boah !!! und mit Hefe kann man Alkohol produzieren.
  2. #2

    @prontissimo

    Beim Verbot von Mohn geht es nicht um den berauschenden Effekt, sondern eher darum, dass die Ergebnisse der Drogen-Tests (falls es die dort gibt) verfälscht werden könnten.
  3. #3

    Mohn

    aktiviert eventuell das Suchtgedächtnis. Es kann zu Suchtdruck kommen, obwohl der Patient eigentlich clean ist. Das Gleiche können alelrdings auch Situationen hervorrufen, in die ehemalige Drogis kommen (Musik, Gerüche, Hanfwolle mit der man früher Rohrleitungen gedichtet hat...)
  4. #4

    Zugunsten der Inhaftierten

    Zitat von mayazi Beitrag anzeigen
    Beim Verbot von Mohn geht es nicht um den berauschenden Effekt, sondern eher darum, dass die Ergebnisse der Drogen-Tests (falls es die dort gibt) verfälscht werden könnten.
    Sie haben recht.
    Man stelle sich vor, ein drogensüchtiger Inhaftierter hat seit Wochen fallende Testwerte, dann isst er ein Stück Mohnkuchen, und die Werte steigen dadurch wieder an.
    Man wird ihm Konsum unterstellen.
    Und das hat dann u.U. nicht nur die üblichen knastinternen disziplinarischen Folgen.
    Vielleicht geht dann z. B. auch ein schon genehmigter Therapieplatz oder die Chance auf vorzeitige Entlassung verloren.
  5. #5

    In einem Drogenrehazentrum, in dem ich mal ein Praktikum absolvierte, war auch Muskat verboten.
  6. #6

    Hut ab

    Zitat von prontissimo Beitrag anzeigen
    klar, der bei uns zum Backen und Kochen Verwendung findende Mohn enthält massenhaft berauschende Inhalte.
    Boah !!! und mit Hefe kann man Alkohol produzieren.
    Sie glauben nicht, mit welch abenteuerlichen Mitteln man im Knast Alkoholika "anzusetzen" versucht - auch um den Preis, evtl. hochgiftiges Methanol zu produzieren.
    Da wäre fertige Hefe aus der Küche in der Tat so was wie ein 6er im Lotto.
    Grundsätzlich gilt:
    Nicht alles, was die Justiz verbietet, ist schlecht oder eine Schikane.
    Vieles dient einfach auch zum Schutz der Gefangenen.
    Und was dieses Kochprojekt in Hessen angeht:
    Hut ab!
  7. #7

    Muskatnuss

    Logisch, wenn man Suchti ist: http://de.wikipedia.org/wiki/Muskatnussbaum#Verwendung_als_Rauschdroge

    Da weicht man auch gern auf andere Dinge aus, wenn man seine eigentlichen Drogen nicht bekommen kann.
  8. #8

    lohn

    Artikelzitat: "Etwas Lohn gibt es auch, wenn auch weniger als draußen."

    ... offensichtlich hat der artikelautor keine ahnung, was in der gastro heutzutage an "lohn" so bezahlt wird: Wenn da abzüglich Wohnen, Essen, ÖPNV und GEZ die besagten 12,70 € pro tag (d.s. rd. 320,- € pro arbeitsmonat!) übrig bleiben "zum verjuxen" ... würden sich die meisten gastro-malocher glücklich schätzen!

    Und an die frauen, die derzeit diesen lehrgang absolvieren:
    Mal ab vom "hobby- und beschäftigungs-"aspekt abgesehen (der ja psychologisch ggf. wichtig sein mag): wirtschaftlich betrachtet werdet ihr mit dieser ausbildung niwe mehr haben, als ihr jetzt schon habt.
    Und was nutzt die schönste freiheit, wenn man sie sich nicht leisten kann?