Online-Revolution: Warum das Internet Experten alt aussehen lässt

Thomas LohrWas gerade noch Fakt war, entpuppt sich plötzlich als veraltetet oder sogar als Falschinformation: Das Internet mit seinen ständigen Updates macht es den Experten schwer. Wie sich deren Rolle verändert, erklärt Mercedes Bunz in einem Auszug aus ihrem Essay "Die stille Revolution".

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/i...-a-870290.html
  1. #10

    Liebe Mercedes Bunz,

    ein Grufti muß hier eine Einrede machen!
    Ein "Fakt" der eine Falschinformation ist, war nie "Fakt" - sondern maximal eine Theorie, die medial als "Fakt" verkauft wurde. 'Man' wollte schließlich gut da stehen und sein "Expertenwissen" versilbern oder vergolden.
    Schauen Sie sich bitte die "Fakten" über die Neandertaler an, die in den letzten Jahrzehnten rumgeisterten. Jetzt vermuten wir, daß die sich mit unseren Vorfahren sexuell amüsieren konnten. Unsere männlichen Vorfahren hatten wohl Spass an 'wilden' weiblichen Spezies.
    Oder aktueller: Die globalen wirtschaftlichen Zustände. Was wurde uns nicht schon alles als "Fakt" verkauft!
    Fakten und Wahrheit passen deswegen nicht zusammen, weil es immer Interpreten gibt. Und diese schreiben dann ein Buch; des Geldverdienens wegen - ja auch; aber sie glauben, etwas verstanden zu haben.

    Die globale Wirtschaft besteht heute aber überwiegend darin, der Masse Mensch Dinge zu verkaufen, die sie nicht braucht. Hat aber schon Aristoteles im alten Griechenland festgestellt.
    In so fern ist das digitale Zeitalter deswegen wichtig, um Produkte zu verkaufen und nicht "Fakten" aufzulisten. Das wird zwar auch gemacht aber wieder sind Interpreten am Werk.
    Das sind dann die Experten, die uns das Auf und Ab erklären wollen und nicht wirklich können. Es handelt sich um Wirtschaftstheorien auf die sie sich stützen. Und damit wird dann Meinung gemacht. Hintergrund dafür ist immer die Angst des Menschen vor Verlusten.
    Und dies hat sich im Internetzeitalter nicht geändert. Die Theorien werden eventuell von mehr Leuten gelesen. Mehr aber auch nicht.
    A.E. an Vogt brachte den Nexialisten ins Spiel - heute muß man Nexialist werden, um die vielen Informationen zu verarbeiten. Und das ist es letzten Endes das Internet ausmacht. Informationen - nicht Fakten und Wahrheit.
    Es wird nur Zeit, daß der Mensch sich weiterentwickelt - zu einem humanen sozialen Wesen. Nur gemeinsam und in Frieden kommen wir weiter ansonsten gehen wir den Weg alles irdischen.

    Danke und mit lieben Grüßen
    HarryO
  2. #11

    Zitat von Dschey Beitrag anzeigen

    Das Internet gibt einem zwar die Möglichkeit sich zigtausend Informationsfetzen zusammen zu suchen, nur fehlt die Sicherheit das diese Infos auch stimmen.
    Das war schon immer so, es war uns nur noch nicht so bewusst.
  3. #12

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Mit der Digitalisierung werden nun Teile dessen, was einst jemanden als Experten klassifizierte, für alle verfügbar: Obskure, seltene und auch absurde Fakten können jetzt von allen gefunden werden, denn Suchalgorithmen krabbeln durch die letzten Winkel eines Fachgebiets im Internet, und was sie finden, wird von ihnen gelistet.
    Sicher. Aber nicht jeder kann den Unterschied zwischen wahr und falsch erkennen. Irreführende, parteiische oder falsch verstandene Informationen können sich ebenso verbreiten, werden abgeschrieben, weitergeschickt.

    Das "gefährliche Halbwissen" gibt es noch immer. Nur dass es breiter geworden ist, und die Leute mehr von seiner Richtigkeit überzeugt sind.
  4. #13

    Zitat von neu_ab Beitrag anzeigen
    Hmm, "Mercedes Bunz". Ist das ein Künstername oder ein Wortspiel?
    Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Meiner Vermutung nach ist es ein Pseudonym, denn wer, der bei klarem Verstand ist und mit Namen "Bunz" heißt, würde seine Tocher "Mercedes" nennen ?
  5. #14

    von gefühlten Fakten und fehlenden Strukturen

    Sicher setzt das Internet mehr Bereitschaft zum Umdenken voraus, zugleich ersetzt mancher Shitstorm auch nur in Zeitraffer bornierte Dogmen von gestern mit anderen Dogmen.

    Wer meint, jeder könne Fakten jetzt nutzbringend aus dem Internet ziehen, sehe sich nur an, was die "gefühlte Transparenz" in der Medizin anrichtet - da trauen Patienten eben oft irgendwelchen selbsternannten Experten oder persönlichen Berichten mehr als einem in der Regel gut ausgebildeten Experten, der im weissen Kittel vor ihnen sitzt.

    Das nimmt zum Teil schon absurde Züge an, zumal - wie der Cicero gerade prächtig in einer Kolumne ätzt - das neue, spiessige Ökobürgertum einen erstaunlichen Hang zur Esoterik entwickelt.


    Auch hier im Spon-Forum gibt es fast in jedem Thread erstaunliche Beispiele von Meinungen, die auf einer Aufmerksamkeitsspanne beruhen, die es leider nicht über den Artikel geschafft hat.
  6. #15

    Hoffendlich

    ist alles noch zu übersehen.Eigntlich ist das Internet für den Menschen erfunden zur Hilfe,zur Wissenserweiterung und zur Kommunitation.Und das alles mit eiem normalen Wissen.Das sollte auch weiterhin im Mittelpunkt stehen bei allen Verbesserungen.
  7. #16

    Halbwissen auch unter Experten

    Das möchte ich behaupten, wenn ich daran denke, was mir z.B. als Geschichts-Fakten angeboten wird. Wenn ich bemerke, wie alles, was nach Demokratie riecht, systematisch schlechtgemacht wird: Woran denke ich dann wohl? Wenn ich sehe, dass ein Name in mehreren Übersetzungen falsch geschrieben wird: Ob er mich wohl besonders interessiert?
  8. #17

    Soso

    Es ist ja gut schön und richtig, daß Fakten dank es Internets frei verfügbar und leichter zu finden sind. Das macht den Experten aber nicht überflüssig, sondern erleichtert Ihm bestenfalls die Arbeit. Fakten ( seinen es wissenschaftliche Theorien oder Werstatthandbücher für Autos) müssen nämlich auch vestanden, interpretiert, eingeordnet und gegebenfalls in konkrete Handlungen umgestzt werden.

    Der Nichtexperte kann die meisten Fakten mangels fachlicher Bildung nämlich gar nicht verwerten oder schlimmstenfalls zu falschen Schlüssen kommen.

    Ich möchte jedenfalls nicht, daß mein Auto von einem "Experten" repariert wird, der im Internet gelesen hat, wie man Bremsbeläge wechselt, oder von einem Piraten regiert werden, der den Eintrag "Politik" bei Wikipedia gelesen hat. Von noch wesentlich kompexeren Wissensthemen ganz zu schweigen.

    Welche Art von Expertin ist nun eigentlich die Authorin ?
  9. #18

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Was gerade noch Fakt war, entpuppt sich plötzlich als veraltetet oder sogar als Falschinformation: Das Internet mit seinen ständigen Updates macht es den Experten schwer. Wie sich deren Rolle verändert, erklärt <i>Mercedes Bunz</i> in einem Auszug aus ihrem Essay "Die stille Revolution".

    Internet-Revolution: Warum Experten plötzlich alt aussehen - SPIEGEL ONLINE
    Einspruch. Der "Experte" wird nicht zu diesem durch den Besitz der "Fakten", im Sinne von 'Hüter des Grals', sondern durch das Bewerten dieser Fakten, resp. durch das eigene Gewinnen von Fakten aka Forschung. Neben eigener Arbeit ist dabei von besonderem Gewicht die Validierung und Einordnung von Quellen. Dies ist in der heutigen Zeit, wenn man sich auf web basierte Quellen stützen möchte, ungemein schwieriger. In anderen Worten: Es ist heute schwieriger hübsch präsentierten Blödsinn als solchen zu entlarven.
    Kräuseln sich mir bei der Verwendung des Wortes "Fakt" ohnehin schon die Fingernägel, so verzweifele ich dann vollständig bei der Phrase "unbeständige und volatile digitale Fakt". Was ist an der Wissenschaft - es geht ja um Fakten und Experten - so unbeständig oder gar volatil? Werden die Naturgesetze nun in Sitzkreisen überstimmt? Ist nicht eher so, daß dem Laien ein Fachgebiet als unbeständig vorkommt, nur weil er heute dies und morgen das findet und nicht erkennt was davon Bullshit ist?
  10. #19

    Zitat von neu_ab Beitrag anzeigen
    .....Sorry, aber es gibt keine "ständigen Updates" im Internet im kohärenten Sinne. Was es gibt, ist ein babylonisches Sprachgewirr & geistige Ochlokratie. Es gibt ebensowenig auch ein "Internet 2.0". Was es gibt, ist ein bestimmter Verkümmerungsprozess, der vor allem durch sogenannte "sozialen Netzwerke" aufrechterhalten wird. Denn die Benutzer derselben überschätzen ihre Bedeutung, indem sie ständig Trivialitäten in die Welt rausblasen ("twittern" etwa) & sich in ihrer sozialen Relevanz durch zweifelhafte Mechanismen ("OMG, ich habe schon 12.000 Follower!!1") bestätigt fühlen.
    Ich weiß nicht ob da irgendwas "verkümmert" ist. Das war nie da.
    Menschen kommunizieren zu über 80% Smaltalk, gänzlich unabhängig in welcher Kultur. Das ist keine Erkenntnis die "Dank des Internet" gewonnen wurde, die "sozialen Netzwerke" ermöglichen nur solchen Smaltalk mittels sehr hohem tehnischen Niveau. Das sich Benutzer die theoretische Funktionserklärungen aneignen sollen, war aber nie auch nur Absicht bei der Verbreitung. "Die Technik soll dem Menschen dienen" ist auch bei Herstellern und Erfindern ganz eindeutig die Maßgabe, die nennen es nur schlicht "Zweck der Nutzung" wenn technisches verbessert, erfunden oder nur Anwendungen umfuktioniert werden.

    (Ich verstehe den Tenor des Artikels auch nicht)
    Zitat von neu_ab Beitrag anzeigen
    Es stimmt zwar, daß selbsternannte Experten ständig in den Medien nerven, aber das entwertet noch lange nicht das Fachwissen wirklicher Kenner einer Materie.
    Muß man in Zusammenhang mit gewissen Aspeten kreativer Verdeutlichungen sehen. Beispielsweise wenn man heir zu lange braucht um was zu schreiben und zu lesen ist : " ....sie haben kein Recht diese Seite zu betreten"

    Für wie kundig der Worte Inhalt, würde man jemanden halten der sowas in ein Buch schreibt ?
    Oder wenn sowas statt "Zugang verweigert" o.ä. an einem Bankautomaten zu lesen wäre, wenn man die falsche PIN eingibt.

    Also, die viel drüber reden und schreiben, haben ja sowieso nicht wirklich was damit zu tun, es sind Anwender und Nutzer von Anwendungen. Die reden aber immer schon gern von "der Technik" wenn es mal ab und zu einen "Vertreter der Technik" vorzuführen gilt, wie anno 1500 Eingeborene der neuen Welt am spanischen Königshof.
    Der gegenwärtige Königshof ist nur sehr viel größer wie der historische, und innerhalb dieses riesen Hofes ist nur richtig, den Mehrheitsverhältnissen entsprechend, sich höflicher Weise keinem Vokabular zu bedienen, das an diesem nicht geläufig ist.
    Innerhalb dieses Hofes ist es tatsächlich gar nichts Wert "Kenner mit Fachwissen" zu sein.
    Schulhof oder Königshof machen da keinen Unterschied. Dummer Weise sind die im virtual-social-net unzertrennbar.