Wlada in Amerika: Wachse Wortschatz, wachse!

Ryan TschetterDer Zufall ist der beste Reiseführer und die tollsten Souvenirs sind umsonst. Studentin Wlada Kolosowa, 25, lässt sich von "Zu verschenken"-Anzeigen durch New York leiten. Sie stolpert beim Herumstreunen über echte Schätze - darunter neue Vokabeln für ihren Jahrhundertroman.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-869573.html
  1. #20

    Ich mag ihre Texte

    Die Russland berichte waren süss und informativ.
    Die USA-Berichte süss und einfache Kost.

    Der Wechsel der Perspektive (zu Verschenken) ist hochinteressant. Wlada sollte sich in Dior verpacken und sich von Maklern die teuersten Immobilien NY zeigen lassen und darüber schreiben.

    Es wäre ein königliches Vergnügen darüber zu lesen.
  2. #21

    @ susuki

    Die Rubrik 'real estate' in der NYT bietet Einblicke in die Immo-Welt der oberen Zehntausend in Hülle und Fülle inkl. Fotos.
  3. #22

    Wlada, kaufe dir doch mal ne analoge Kamera!

    Liebste Wlada,

    alles hat seinen Preis .... vor allem, wenn man bessere und schärfere Bilder machen könnte. Nämlich die Bilder deiner Digitalkamera (vielleicht IPod) sind leider etwas unscharf im Abdruck geraten, da die Pixel auf der Speicherkarte bei der Wiedergabe im Computer übereinander liegen und dadurch ein Moiré erzeugen. Als Print wäre es das gleiche.

    Daher, gib einfach mal eine Anzeige in Craigslist New York auf (nach Stadtteilen geordnet) und suche dir einen Fotografen, der eine analoge Kamera zu verschenken hat, und dir auch ein Labor verrät, wo Du anschließend die Analogbilder auf USB-Stick digital aufladen kannst - oder auch analoge Abzüge machen lässt. Es kommt also darauf an, dass das Ausgangsmaterial qualitätsvoller ist, um hernach als digitalisiertes Photo schärfer und lebendiger zu wirken.

    Vielleicht schaffst Du es auch, mit deinem russisch-deutsch-prolligen Charme einen New Yorker Künstler für einen Photo-Crash-Kurs zu gewinnen. Dann lernst Du was fürs Leben, hast wieder deine Story, und ich vermittele dir eine Ausstellung in der Kominek-Gallery in der Immanuelkirchstrasse 25 am Prenzlauer Berg. Vielleicht wird daraus so was wie ein betextetes Photobuch mit Wlada in New York.

    Ansonsten ist es mit dir als Schreiberin genauso wie mit dem Tänzer in Hebbels "Marionettentheater". Der künstlerische Höhepunkt waren bislang die Reiseberichte aus Russland, ausgewogen im Textfluss und Rhythmus, und der für dich typische atmosphärische Farbklang durch stets treffende Wortwahl.

    Irgendwie bist Du aber aus dem Tritt geraten, da die methodische Rationalisierung des Schreibens den intuitiven Zugang zur eigenen - inneren - Sprach- und Bilderwelt eng macht, vielleicht sogar abschnürt. New York ist einfach die harte Nummer, die Leute reden schneller, machen anders Stimmung, die Kontraste sind schärfer, alles ist viel greller und explodiert im Kopf.

    Lass dich also auf das Universallabor New York ein und erzähle uns nach paar Waschgängen und Auslaufen der alten Erinnerungen, was aus dir geworden ist, und vor allem, was in dir neu geworden ist.

    Gruß, Bruno, Köln / Prenzelberg.
  4. #23

    Aber warum Kreatives Schreiben studieren?

    Zitat von BrunoGlas Beitrag anzeigen
    Liebste Wlada,

    alles hat seinen Preis .... vor allem, wenn man bessere und schärfere Bilder machen könnte. Nämlich die Bilder deiner Digitalkamera (vielleicht IPod) sind leider etwas unscharf im Abdruck geraten, da die Pixel auf der Speicherkarte bei der Wiedergabe im Computer übereinander liegen und dadurch ein Moiré erzeugen. Als Print wäre es das gleiche.

    Daher, gib einfach mal eine Anzeige in Craigslist New York auf (nach Stadtteilen geordnet) und suche dir einen Fotografen, der eine analoge Kamera zu verschenken hat, und dir auch ein Labor verrät, wo Du anschließend die Analogbilder auf USB-Stick digital aufladen kannst - oder auch analoge Abzüge machen lässt. Es kommt also darauf an, dass das Ausgangsmaterial qualitätsvoller ist, um hernach als digitalisiertes Photo schärfer und lebendiger zu wirken.

    Vielleicht schaffst Du es auch, mit deinem russisch-deutsch-prolligen Charme einen New Yorker Künstler für einen Photo-Crash-Kurs zu gewinnen. Dann lernst Du was fürs Leben, hast wieder deine Story, und ich vermittele dir eine Ausstellung in der Kominek-Gallery in der Immanuelkirchstrasse 25 am Prenzlauer Berg. Vielleicht wird daraus so was wie ein betextetes Photobuch mit Wlada in New York.

    Ansonsten ist es mit dir als Schreiberin genauso wie mit dem Tänzer in Hebbels "Marionettentheater". Der künstlerische Höhepunkt waren bislang die Reiseberichte aus Russland, ausgewogen im Textfluss und Rhythmus, und der für dich typische atmosphärische Farbklang durch stets treffende Wortwahl.

    Irgendwie bist Du aber aus dem Tritt geraten, da die methodische Rationalisierung des Schreibens den intuitiven Zugang zur eigenen - inneren - Sprach- und Bilderwelt eng macht, vielleicht sogar abschnürt. New York ist einfach die harte Nummer, die Leute reden schneller, machen anders Stimmung, die Kontraste sind schärfer, alles ist viel greller und explodiert im Kopf.

    Lass dich also auf das Universallabor New York ein und erzähle uns nach paar Waschgängen und Auslaufen der alten Erinnerungen, was aus dir geworden ist, und vor allem, was in dir neu geworden ist.

    Gruß, Bruno, Köln / Prenzelberg.
  5. #24

    Warum Kreatives Schreiben studieren?

    Zitat von BrunoGlas Beitrag anzeigen
    Liebste Wlada,

    alles hat seinen Preis .... vor allem, wenn man bessere und schärfere Bilder machen könnte. Nämlich die Bilder deiner Digitalkamera (vielleicht IPod) sind leider etwas unscharf im Abdruck geraten, da die Pixel auf der Speicherkarte bei der Wiedergabe im Computer übereinander liegen und dadurch ein Moiré erzeugen. Als Print wäre es das gleiche.

    Daher, gib einfach mal eine Anzeige in Craigslist New York auf (nach Stadtteilen geordnet) und suche dir einen Fotografen, der eine analoge Kamera zu verschenken hat, und dir auch ein Labor verrät, wo Du anschließend die Analogbilder auf USB-Stick digital aufladen kannst - oder auch analoge Abzüge machen lässt. Es kommt also darauf an, dass das Ausgangsmaterial qualitätsvoller ist, um hernach als digitalisiertes Photo schärfer und lebendiger zu wirken.

    Vielleicht schaffst Du es auch, mit deinem russisch-deutsch-prolligen Charme einen New Yorker Künstler für einen Photo-Crash-Kurs zu gewinnen. Dann lernst Du was fürs Leben, hast wieder deine Story, und ich vermittele dir eine Ausstellung in der Kominek-Gallery in der Immanuelkirchstrasse 25 am Prenzlauer Berg. Vielleicht wird daraus so was wie ein betextetes Photobuch mit Wlada in New York.

    Ansonsten ist es mit dir als Schreiberin genauso wie mit dem Tänzer in Hebbels "Marionettentheater". Der künstlerische Höhepunkt waren bislang die Reiseberichte aus Russland, ausgewogen im Textfluss und Rhythmus, und der für dich typische atmosphärische Farbklang durch stets treffende Wortwahl.

    Irgendwie bist Du aber aus dem Tritt geraten, da die methodische Rationalisierung des Schreibens den intuitiven Zugang zur eigenen - inneren - Sprach- und Bilderwelt eng macht, vielleicht sogar abschnürt. New York ist einfach die harte Nummer, die Leute reden schneller, machen anders Stimmung, die Kontraste sind schärfer, alles ist viel greller und explodiert im Kopf.

    Lass dich also auf das Universallabor New York ein und erzähle uns nach paar Waschgängen und Auslaufen der alten Erinnerungen, was aus dir geworden ist, und vor allem, was in dir neu geworden ist.

    Gruß, Bruno, Köln / Prenzelberg.

    Genau das kann sie doch schon. Wie wäre es mit einer Performance? Wlada fährt im Lada durch NY und skandiert Dada-Verse per Megafon. Das hätte was. Muss jetzt los in die Eck-Kneipe, Tatort guggen. Beste Grüße von just around the Modersohnbrücke.

    Die Skeptiker - DaDa in Berlin - YouTube
  6. #25

    Gähn!!!

    Was ist schon daran spannend, ein altes Fahrrad bei einem Schrottie zu kaufen? Oder neue Worte in einer neuen Umgebung zu lernen? Zu Neujahr werde ich nach Mallorca fahren und da jeden Tag 5-10 neue Worte auf Spanisch lernen. Ganz umsonst. Ist das so geil, dass ich da was im Spiegel drüber schreiben darf?
  7. #26

    Zitat von egbert_sass Beitrag anzeigen
    Wie wäre es mit einer Performance? Wlada fährt im Lada durch NY und skandiert Dada-Verse per Megafon. Das hätte was.
    Das ist eben das Problem. Das hätte sicher was... aus der Perspektive Hintertupfing. In New York würde es wohl niemandem ein müdes Gähnen entlocken.

    Über New York ist schon alles geschrieben worden, und eben auch von wesentlich - nun ja - qualifizierteren Autoren, man denke nur mal an F. Scott Fitzgeralds New York-Essays...
  8. #27

    Per aspera ad astra

    Jahrhundertroman !! Heilige Kuh ! Not awfully sophisticated for 25. Mein Rat : Zeitung lesen (am Besten online, da kann man sich das, was interessiert, besser herauspicken), TV schauen (Channel 13, bei den meisten Anderen kommt man mit 800 Woertern aus) -- so baut man ein Vokabular aus Zusammenhängen. Und dabei tief atmen, denn von der Einmaligkeit dieser Stadt muss man sich durch alle Medien, auch über die Atemluft, durchdringen lassen. Kosmopolitischer geht's nicht. Allerdings riskiert man, es anderswo nie wieder richtig aufregend zu finden. Ich kenne da so ein paar Fälle. Wir sind hängengeblieben. „Wanderer, kommst du nach Sparta..."
  9. #28

    und Sandy???

    war wada da? oder war wada nicht da? wenn ja, wie wars wada? wa da viel los?
  10. #29

    Eine Stadt entdecken - haphazardly

    "...lässt sich eine Stadt nur auf eine Art entdecken:
    haphazardly (adv.): planlos"
    Genau!
    Gut schreibt sie, die Wlada, etwas frischer und weniger zynisch als die meisten Kommentare (und Spiegel Artikel). New York durch die Augen einer 25 jaehrigen Studentin mit viel Zeit liesst sich gut und ich freue mich auf den naechsten Artikel.