Ein rätselhafter Patient: Mama, wer bist Du?

CorbisMutter und Vater sind plötzlich nicht mehr dieselben: Sie sind Betrüger, die ihr Kind vergiften wollen. Das fühlt ein elfjähriges Mädchen und bringt dadurch sich und das Leben ihrer Eltern ins Wanken. Der Fallbericht zeigt, wie traumatisierend Illusionen sind - und was helfen kann.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-869954.html
  1. #1

    Verdecktes und reales Trauma

    Hier ein Zitat von Alice Miller,dass das Geschehen weitgehend erklären könnte:
    "Ein sogenanntes >erfundenes< oder phantasiertes Erlebnis oder Trauma deckt immer ein reales Trauma zu."Aus:"Du sollst nicht merken".
    Die Phantasien des Mädchens sind aus meiner Sicht nicht das Wesentliche sondern die Gefühle die damit verbunden sind und die auf ein zugrunde liegendes reales Geschehen hinweisen.Welcher Art dieses ursprüngliche Geschehen war,ist dabei schwer zu sagen.Die Ursachen können weit zurück liegen und völlig unbewusst sein.
    Schlimm ist das das Mädchen mit schweren Psychopharmaka behandelt wurde.So wie sich der Bericht liest,dürften die Eltern kaum als Patienten in die Behandlung einbezogen worden sein.Die Dynamik in einer Familie ist aber ein eher ganzheitliches Geschehen und wenn nur der Einzelne behandelt wird,dürften sich die zugrundeliegenden Strukturen kaum ändern.Horst Eberhardt Richter hat sich mit dieser Problematik in "Patient Familie" eingehend beschäftigt.
    Durch die einseitige Behandlung mit Medikamenten dürfte hier ein lebenslanger Leidensweg des Kindes festgeschrieben worden sein,der wahrscheinlich über lange Zeit hinweg mit zunehjmender Verschlimmerung einhergeht.
    Auch die Berichterstattung des Spiegel zu entsprechenden Themen erscheint mir sehr einseitig.Auf Hintergründe in der Kindheit bei seelischem Leiden wird kaum hingewiesen und meist erscheint die Behandlung mit Psychopharmaka als die beste Lösung.Deren schwere Nebenwirkungen werden dabei bestenfalls am Rande erwähnt.So leistet auch der Spiegel aus meiner Sicht einen Beitrag dazu das seelisches Leiden nicht als das erkannt wird was es ist und Fehlbehandlungen weiter Vorschub bekommen.
  2. #2

    optional

    Hätte mir ein paar mehr Details zur Behandlung mittendrin gewünscht. Gefühle der Eltern evtl., wie reagiert das Kind, wenn es den Irrtum endlich begreift? Wie gehen alle Beteiligten mit der Erfahrung um? Und sind es wirklich nur Medikamente, die "Heilung" bringen hier?
  3. #3

    Zitat von Frieden ist alles Beitrag anzeigen
    Hier ein Zitat von Alice Miller,dass das Geschehen weitgehend erklären könnte:
    "Ein sogenanntes >erfundenes< oder phantasiertes Erlebnis oder Trauma deckt immer ein reales Trauma zu."Aus:"Du sollst nicht merken".
    Die Phantasien des Mädchens sind aus meiner Sicht nicht das Wesentliche sondern die Gefühle die damit verbunden sind und die auf ein zugrunde liegendes reales Geschehen hinweisen.Welcher Art dieses ursprüngliche Geschehen war,ist dabei schwer zu sagen.Die Ursachen können weit zurück liegen und völlig unbewusst sein.
    Schlimm ist das das Mädchen mit schweren Psychopharmaka behandelt wurde.So wie sich der Bericht liest,dürften die Eltern kaum als Patienten in die Behandlung einbezogen worden sein.Die Dynamik in einer Familie ist aber ein eher ganzheitliches Geschehen und wenn nur der Einzelne behandelt wird,dürften sich die zugrundeliegenden Strukturen kaum ändern.Horst Eberhardt Richter hat sich mit dieser Problematik in "Patient Familie" eingehend beschäftigt.
    Durch die einseitige Behandlung mit Medikamenten dürfte hier ein lebenslanger Leidensweg des Kindes festgeschrieben worden sein,der wahrscheinlich über lange Zeit hinweg mit zunehjmender Verschlimmerung einhergeht.
    Auch die Berichterstattung des Spiegel zu entsprechenden Themen erscheint mir sehr einseitig.Auf Hintergründe in der Kindheit bei seelischem Leiden wird kaum hingewiesen und meist erscheint die Behandlung mit Psychopharmaka als die beste Lösung.Deren schwere Nebenwirkungen werden dabei bestenfalls am Rande erwähnt.So leistet auch der Spiegel aus meiner Sicht einen Beitrag dazu das seelisches Leiden nicht als das erkannt wird was es ist und Fehlbehandlungen weiter Vorschub bekommen.
    Vielen, vielen dank für Ihren beitrag!
    Und: Wenn das mädchen mit 11 schon beginnt solche hammer einzunehmen, ist es spätestens mit 30 ein psychischer und physischer wrack! Der artikel beschreibt eine patientenmisshandlung! Einfach widerlich!
  4. #4

    Raben sind fürsorglichen Eltern ! Aber Menschen die ihr Kind ganz allein lassen, nur um sie sich eine spezielle Urlaub zu leisten, sind "Rabeneltern" ! Sie haben ihrem Kind die Fürsorge entzogen und ihrem Kind gezeigt, dass sie keine Elternliebe empfinden ! Es war die Hölle für das Kind ganz allein zu sein ! Schuld daran sind nur die Eltern ! Das Kind hat furchtbares erlebt ! Aus dieser Hölle raus zu kommen, es ist nicht leicht ! Der Trauma ist zu gross !
  5. #5

    Vorisicht Pharmaindustre!

    Geduldige Gespräche und Denkangebote können Kindern helfen, fest gefahrene Denk- und Handlungskreisläufe zu durchbrechen!
  6. #6

    Zitat von paoloDeG Beitrag anzeigen
    Raben sind fürsorglichen Eltern ! Aber Menschen die ihr Kind ganz allein lassen, nur um sie sich eine spezielle Urlaub zu leisten, sind "Rabeneltern" ! Sie haben ihrem Kind die Fürsorge entzogen und ihrem Kind gezeigt, dass sie keine Elternliebe empfinden ! Es war die Hölle für das Kind ganz allein zu sein ! Schuld daran sind nur die Eltern ! Das Kind hat furchtbares erlebt ! Aus dieser Hölle raus zu kommen, es ist nicht leicht ! Der Trauma ist zu gross !
    Woher wissen sie denn, dass a) die Eltern alleine in den Urlaub gefahren sind (Reisen können eine ganze Menge anderer Gründe haben) und b) das Kind in der Zeit vollkommen allein war? Das steht in dem Artikel mit keinem Wort.
  7. #7

    Nebenwirkungen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Die beiden zentral wirksamen Medikamente können schwere Nebenwirkungen haben: Mitunter werden die Patienten schläfrig, sie nehmen an Gewicht zu und bewegen Arme, Beine, Kopf oder Rumpf, ohne dass sie die Bewegungen steuern können.
    Leider hat der Artikel die Nebenwirkungen von Antipsychotika und Antidepressiva zusammengeworfen. Zur Beruhigung von Menschen, die sich nicht auskennen, möchte ich hier feststellen: In der Schwere der Nebenwirkungen unterscheiden sich Antipsychotika und Antidepressive erheblich.

    Für die heute üblichen Antidepressiva vom Typ Serotonin-Wiederaufnahmehemmer ist die zitierte Nebenwirkung "bewegen Arme, Beine, Kopf oder Rumpf, ohne dass sie die Bewegungen steuern können" (Fachbegriff: Dyskinesie, Plural: Dyskinesien) nicht bekannt (siehe auch Serotonin-Wiederaufnahmehemmer ); insgesamt ist das Nebenwirkungsprofil erheblich gutartiger. Natürlich sollte, wie immer, jeder Patient auf Nebenwirkungen achten und die mit dem Arzt besprechen.
  8. #8

    Kommentar #1 TOP!

    Kommentar #1 sagt bereits alles was dazu gesagt werden muss. Wieso werden in dem Artikel keine Fragen aufgeworfen? Wieso wird diese Behandlungsmethode mit starken Medikamenten einfach so akzeptiert und implizit als alternativlos hingestellt? Es muss mehr dahinter stecken. Solche Wahnvorstellungen tauchen ja nicht einfach so auf.
  9. #9

    Hinweis auf Alice Miller gut

    Die Ärzte gebe dem Ganzen einen Namen "Capgras-Syndrom" und schon wirken sie kompetent. Aber aus dem Artikel sehe ich nicht, daß sie auf die Ursache eingehen. Das Kind ist traumatisiert durch den "Verlust" der Eltern. Es ist unklar, was sie in der Zwischenzeit erlebt hat.
    Hier ihre Reaktionen mit Psychopharmaka dauerhaft zu unterdrücken, anstatt sich mit der Ursache und der möglichen Heilung auseinanderzusetzen liest sich auf der dünnen Datengrundlage des Artikels stümperhaft. Es mag sein, daß sie durch eine Weile "normales" Leben aufgrund der Psychopharmka ihre Reaktionen wieder verlernt. Aber das dürfen allenfalls ganz wenige Monat sein.
    Sinnvoll erscheint mir vor allem, daran zu arbeiten, daß das Mädchen wieder Vertrauen in die Verlässlichkeit ihrer Umgebung erlernt. Dabei müssen sicher besonders ihre Eltern einbezogen werden, zu lernen sich vertrauensfördernd und zuverlässig zu verhalten.

    Ich finde den Hinweis auf Alice Miller gut, die grundsätzlich die Phantansien ihrer Patienten ernst nimmt als Hiweis auf ein inneres Geschehen und nicht als etwas was es nur "wegzumachen" gilt.