Douro-Tal in Portugal: Sorgenfalten in Grünrot

Quinta do CrastoFür Portugals Norden ist der Douro eine Lebensader. Die Hügel am Flussufer sind nicht nur von umwerfender Schönheit, sie bescheren den Winzern auch beste Weine. In der Krise jedoch sind die Aussichten hier extrem bescheiden - und die Bauern verzweifelt.

http://www.spiegel.de/reise/europa/d...-a-869530.html
  1. #1

    -----------------

    Dirk Niepoort klingt nicht gerade portugiesisch.

    Nach meiner unmassgeblichen Erfahrung mangelt es den Portugiesen am Unternehmergeist und an der Innovationslust. Gut, dass dann andere aushelfen.
  2. #2

    Zu Nr. 1

    Was heißt hier "unmaßgebliche Eefahrung?" Sie haben keinen blassen Dunst. Nieeport sitzt bereits in fünfter Generation in Portugal und gehört zu den bekanntesten Weinbaubetrieben Europas.
  3. #3

    Touristischer Nachholbedarf

    Niepoorts Einschätzung, dass Tourismus und Weinbaubetrieb nicht verzahnt genug arbeiten, deckt sich mit meiner Urlaubserfahrung im letzten Sommer. Es war uns kaum möglich, an einem Nachmittag am Wochenende bei einem Weinbaubetrieb Halt zu machen um dort eine Kleinigkeit zu Essen und einen Wein zu trinken. So etwas gibt es dort nicht.
    Unvorstellbar für jemand, der aus dem Rheingau kommt.
  4. #4

    Umwerfende Schönheit?

    Diese Kulturlandschaft ist in meinen Augen nicht mehr als "umwerfend schön" zu bezeichnen - zu großflächig und ausschließlich ist der Eingriff des Menschen zu sehen, viel zu wenige Flächen sind naturbelassen geblieben. Auf Ihren Fotos sieht diese Landschaft aus der Ferne aus wie eine Abraumhalde.
  5. #5

    Die Vermarktung ist mangelhaft !

    Portugal hat wirklich sehr gute Rotweine, auch der niedrigen Preiskategorie. Diese sind aber in Deutschland nur selten in den Geschäften zu finden. Es dominieren Weine aus USA, Australien, Chile und Südafrika. Schon wegen der Transportwege würde ich portugiesische Weine vorziehen - aber die finden nicht nach Deutschland.

    Der Portwein hat ein sehr altertümliches Image und wird in Deutschland nur von Leuten über 70 Jahre geschätzt.
  6. #6

    Was Sie beklagen

    Zitat von marc333 Beitrag anzeigen
    Niepoorts Einschätzung, dass Tourismus und Weinbaubetrieb nicht verzahnt genug arbeiten, deckt sich mit meiner Urlaubserfahrung im letzten Sommer. Es war uns kaum möglich, an einem Nachmittag am Wochenende bei einem Weinbaubetrieb Halt zu machen um dort eine Kleinigkeit zu Essen und einen Wein zu trinken. So etwas gibt es dort nicht.
    Unvorstellbar für jemand, der aus dem Rheingau kommt.
    hat seine Ursache in den portugiesischen Gesetzen.Die Auflagen und der Papierkram und die Kosten sind so hoch,dass solche Angebote verschwunden sind.
  7. #7

    brux hat Recht

    Auf die Portugiesen kann man sich wie meine Erfahrungen beweisen überhaupt nicht verlassen. Das Land ist schön, der Weingut, aber in der EU haben die meiner Meinung nach nichts verloren, da siund mir Griechen noch lieber.
    Aber das sind halt meine Erfahrungen vor allem mit TAP und SATA und dem ganzen Behördenkram.
  8. #8

    Fleißige Portugiesen - schlechte Regierungen

    Es war schon seit dem EU Beitritt (1986) und erst recht seit Einführung des Euro klar, dass Portugal nicht mehr als Billiglohnland gegen Osteuropa und Asien bestehen kann. Mit dem Euro wurde auch der Tourismus nicht mehr so billig. Dennoch haben alle Regierungen, egal welcher Couleur, vorwiegend auf das Bauen gesetzt mit viel zu vielen Autobahnen und Straßen und öffentlichen Prunkbauten. Die privaten Investoren haben Häuser gebaut und hässliche Hotelkonglomerate, vor allem an den Küsten.
    Eine ordentliche, für breite Bevölkerungsschichten zugängliche, Schul- und Hochschulausbildung wurde dagegen vernachlässigt, ebenso der Aufbau einer dualen Berufsausbildung. Nur einige wenige Tochtergesellschaften deutscher Unternehmen bieten so etwas an – der Andrang ist riesig.
    Die Industrie hätte in den letzten beiden Jahrzehnten vielmehr auf mittlere Technologien (Metallverarbeitung, Maschinen, Kunststoff und Elektro) ausgerichtet werden müssen – und sei es im Lizenzbau. Bei den Automobilwerken von VW war das recht erfolgreich.
    Dass der Export nicht funktioniert, z.B. auch der Export guter agrarischer Produkte, hat die Ursache in der strukturellen Fehllenkung der beiden letzten Jahrzehnte, obwohl die Portugiesen (als Individuen) sich seit Jahrhunderten schnell und gut im Ausland angepasst haben – in den 70er Jahren auch in Deutschland als Gastarbeiter. Aus meiner Erfahrung sind die Portugiesen sehr gastfreundliche, liebenswerte und vor allem fleißige Menschen.
    Aber wenn Regierungen auf Grund schnellen Profits für Wenige und leicht gewinnbarer Wahlerfolge falsche strukturelle Entscheidungen treffen, nützt auch der Fleiß und die Flexibilität des portugiesischen Volks wenig.
    Heute kann ich nur hoffen, dass der brasilianische Wirtschaftsboom genügend Portugiesen, wie in der Vergangenheit, wieder ein Auskommen im Ausland verschafft. Und wenn die portugiesischen Regierungen schlau sind – woran ich eher zweifle – machen sie ihr Land zum Scharnier zwischen Europa und Brasilien.
  9. #9

    optional

    Leider wird das Potenzial der Direktverkostung in Verbindung mit einem kullinarischen Angebot, wie es z.B. in Deutschland in den "Staußwirtschaften" besteht, weder in Portugal noch in Spanien genutzt. Hier hat die gesamte Branche noch enormen Nachholbedarf.