Die Arbeitsrechts-Urteile der Woche: Abgemahnt, gefeuert, geklagt

dapdWenn Chef und Mitarbeiter streiten, haben oft Richter das letzte Wort. Darf man bei Fragen nach Ermittlungsverfahren schwindeln? Müssen Arbeitgeber zahlen, wenn sie falsch Zeugnis geben - und was, wenn die Dienstkleidung zum roten Tuch wird? Ein Überblick über neue Urteile.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-869663.html
  1. #1

    1300 Euro für eine Vollzeitstelle?

    Da würde ich mich nicht nur weigern mir Arbeitskleidung selbst zu kaufen....
  2. #2

    Zitat von nepomuk23 Beitrag anzeigen
    1300 Euro für eine Vollzeitstelle? Da würde ich mich nicht nur weigern mir Arbeitskleidung selbst zu kaufen....
    Grundgehalt, dazu Provision. ;)
  3. #3

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Fall der Klägerin wertete das Landesarbeitsgericht es als wesentlich, dass sie ihre Elternzeit zum Ende der Tätigkeit genommen hatte.
    Das ist eine sehr eigene Interpretation von "wesentlich" - ein solches Urteil untergräbt völlig die Schutzmaßnahme, dass Schwangerschaft usw. im Arbeitszeugnis nichts zu suchen hat. "Wesentlich" ist meinetwegen noch einzusehen, wenn die Frau die Hälfte ihrer Arbeitszeit in Elternzeit zugebracht hat o.ä., aber doch nicht, wenn sie sich nach 4 Jahren dort erdreistet, dann doch mal ihre Familienplanung anzugehen und die weitgehend übliche (und angesichts der Betreuungssituation hier i.d.R. nötige) Auszeit zu nehmen...

    Zudem arbeitete sie in der Softwarebranche, einer "sich schnell und dynamisch entwickelnden Branche". Darum sei es für potentielle neue Arbeitgeber von Interesse zu wissen, ob ein "Bewerber auf dem neuesten Stand des von ihm ausgeübten Berufes ist".
    Das ist ja lächerlich - ok, sicher, die Softwarebranche entwickelt sich, aber so schnell ja auch wieder nicht. Nach einem Jahr ist die nicht so komplett umgekrempelt, dass die Frau sich dann wieder nennenswert neu qualifizieren müsste. (Hups, in C++ sind plötzlich im letzten Jahr alle Schlüsselwörter auf Chinesisch umgestellt worden?!?!) Was wäre denn sonst, wenn dort ein Mann seinen vollen Jahresurlaub und evtl. noch einen Rest vom Vorjahr nimmt, wird der dann auch gleich aus dem Flieger zur Nachschulung geschickt oder wie?!?!

    Die Angabe der Elternzeit sahen die Kölner nicht als Benachteiligung
    Absolut weltfremd. Als ich als Frau mit Kind meinen Familienstand aus dem Lebenslauf löschte, ging meine Einladungsrate zu Interviews von ca. <5% auf >80% hoch. Aber klar, Kinder sind kein Einstellungshindernis für Frauen...
  4. #4

    Werden dann wenigstens diejenigen gefeuert, die diese Befragungen initiiert haben? Dürfte sich bei dem Lehrer ja kaum um einen Einzelfall gehandelt haben...
  5. #5

    Ich weiß nicht...

    Zitat von nepomuk23 Beitrag anzeigen
    Da würde ich mich nicht nur weigern mir Arbeitskleidung selbst zu kaufen....
    ....was Sie haben, mit 1300 netto gelten Sie doch schon als Besserverdienender und Mittelschicht.
  6. #6

    Zitat von fatherted98 Beitrag anzeigen
    ....was Sie haben, mit 1300 netto gelten Sie doch schon als Besserverdienender und Mittelschicht.
    da stand aber Brutto!
  7. #7

    Staatsanwaltschaft?

    Was gibt denn die Staatsanwaltschaft Auskunft über eingestellte Ermittlungen und Verfahren?
    Wäre von der Seite nicht auch noch ein Schadensersatz fällig? Immerhin hat der Mann jetzt mit Gerüchten und Tratschereien zu tun.
    Und Eltern, denen die Schulnote ihres Kindes nicht gefällt, würden mit weiteren Anzeigen drohen.
  8. #8

    re

    Zitat von kfp Beitrag anzeigen
    Das ist eine sehr eigene Interpretation von "wesentlich" - ein solches Urteil untergräbt völlig die Schutzmaßnahme, dass Schwangerschaft usw. im Arbeitszeugnis nichts zu suchen hat. "Wesentlich" ist meinetwegen noch einzusehen, wenn die Frau die Hälfte ihrer Arbeitszeit in Elternzeit zugebracht hat o.ä., aber doch nicht, wenn sie sich nach 4 Jahren dort erdreistet, dann doch mal ihre Familienplanung anzugehen und die weitgehend übliche (und angesichts der Betreuungssituation hier i.d.R. nötige) Auszeit zu nehmen...
    Das sind alles irrelevante moralische Einwände. Ein Arbeitgeber darf im Arbeitszeugnis nicht lügen. Die Inanspruchnahme der Elternzeit ist nunmal eine nicht-leugbare Tatsache.

    Das erwähnen der Elternzeit kann ja auch im Sinne vom AN sein, da eine einjährige Lücke in den Tätigkeiten des ANs liegen. Sowas ließt ein neuer AG sofort aus dem Zeugnis heraus und fragt sich was da denn los ist. Ist sie faul? Ist sie chronisch krank? Oder doch nur Kinder ("Puh, Glück gehabt. Mit der Kinderzeit wird sie und nicht mehr auf der Tasche liegen!").

    Tatsache bleibt Tatsache. Wer ein Problem mit der Realität hat, hat nichts in der realen Welt zu suchen.
  9. #9

    Zitat von diospam Beitrag anzeigen
    Das sind alles irrelevante moralische Einwände. Ein Arbeitgeber darf im Arbeitszeugnis nicht lügen. Die Inanspruchnahme der Elternzeit ist nunmal eine nicht-leugbare Tatsache.
    Mit demselben Argument muss man dann auch ins AZ schreiben, dass sich jemand im Betriebsrat aktiv engagiert, muslimisch ist (höchst relevant, nimmt schließlich vielleicht mehrmals am Tag Betpausen und macht freitagsnachmittags immer sofort zum Ende der Kernarbeitszeit Feierabend, um den Sabbat einzuhalten) oder ähnliches...