Streit mit US-Hedgefonds: Fitch senkt Argentiniens Kreditwürdigkeit drastisch

REUTERSFitch zieht drastische Konsequenzen aus dem Streit zwischen Argentinien und dem Finanzinvestor Paul Singer: Die Rating-Agentur hat die Kreditwürdigkeit des Landes um fünf Noten gesenkt. Die Regierung hatte zuvor Berufung gegen ein US-Urteil eingelegt, das sie zu Milliardenzahlungen verpflichtet.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-869684.html
  1. #1

    Sehr schön, So ist das auch völlig richtig. Es gibt ja auch keinen Grund warum Argentinien seine Verpflichtungen nicht erfüllen sollte. Es kann, will aber nicht.

    Argentinien will die Schulden nicht begleichen, da diese von Hedgefonds gehalten werden, die sich nicht an einem Anleihentausch mit privaten Gläubigern beteiligt haben,.....Sollten die Kläger Recht bekommen, könnte dies den mit vielen Gläubigern vereinbarten Forderungsverzicht von 70 Prozent in Frage stellen und auch Schuldenschnitte heutiger Krisenländer wie Griechenland erschweren.
    In wiefern stellt das den Forderungsverzicht den die andereen Gläubiger so akzeptiert haben, irgendwie in Frage? Vielleicht kann das der SPON aufklären, es ist nämlich Unsinn.
    Und, es könnte nicht nur den Schuldenschnitt heutiger Krisenländer erschweren, sondern das tut es in der Tat auch. Dewegen diskutieren wir im Moment über Rückkaufprogramme und Schuldenschnitt für die öffentliche Hand.
  2. #2

    Singer & Fitch

    sieht so aus als ob es die gleiche Firma ist.Fast wie im Kino
    kann man hier die Arbeit der Finanz-Mafia beobachten.
    In freundlicher Zusammenarbeit mit der New Yorker Justiz.
  3. #3

    Kraft meines Amtes

    verleihe ich den USA wegen Duldung/Förderung der Hedge-Fonts den Status von Helfern der asozialen, verantwortungslosen und geldgeilen Wirtschaftskriminalität.
  4. #4

    Kriegsschauplatz ...

    Im Kampf um Macht und Einfluss ist Geld nur eine Waffe, die jeden erlegt und nur vermeindlich unblutig, in jedem Falle jedoch tötlich ist.
    Es wäre an der Zeit, dass dies von den Verantwortlichen mal erkannt und die Waffenarsenale der Banken, Hedgefons usw. reguliert werden.
    Das Thema ist zwar komplexer, aber irgendwo sollte mal damit angefangen werden. Ist ja nicht mehr auszuhalten, wie Geld die Welt regiert.
  5. #5

    Wie war das noch mit der Souveränität von Staaten und dem unternehmerischen Risiko von Investitionen? Dem freien Markt? Wenn ich in Staatsanleihen mit hohem Risiko und daher relativ hohen Zinsen investiere muss ich mit einem Ausfall rechnen, der ist in den Zinsen mit eingepreist.
    Wenn sich ein Staat so zum Vasallen von Finanzinteressen machen und damit die Unabhängigkeit anderer Staaten (damit aber auch indirekt die eigene Unabhängigkeit!) in Frage stellen kann lässt das tief blicken.
    Die USA kämpfen selbst ums überleben, zum failed State ist es auch dort nicht mehr weit.
  6. #6

    Ist schon böse und gemein wenn man seine Schulden zurückzahlen muss. Und wenn man das nicht tut, gilt man gleiche als kreditunwürdig. Fiese Welt, mano
  7. #7

    Boah ey, da hat die USA

    echt Glück, dass sie Danke gut geölter Notenpresse immer, überall und jederzeit sind ihre Schulden Weltweit jedem der es will, mit gleicher Münze heimzuzahlen. Ich investiere am besten in Americans Mad Cows und nicht in Argentinischen Rinderwahn.
  8. #8

    Zitat von rad666 Beitrag anzeigen
    Wie war das noch mit der Souveränität von Staaten und dem unternehmerischen Risiko von Investitionen? Dem freien Markt? Wenn ich in Staatsanleihen mit hohem Risiko und daher relativ hohen Zinsen investiere muss ich mit einem Ausfall rechnen, der ist in den Zinsen mit eingepreist.
    Wenn sich ein Staat so zum Vasallen von Finanzinteressen machen und damit die Unabhängigkeit anderer Staaten (damit aber auch indirekt die eigene Unabhängigkeit!) in Frage stellen kann lässt das tief blicken.
    Die USA kämpfen selbst ums überleben, zum failed State ist es auch dort nicht mehr weit.
    Wieso? Argentinien macht sich ja gerade unabhängig von den Finanzmärkten. Indem sie ihre alten Schulden nicht zahlen, zeigen sie doch gerade den Märkten den gereckten Mittelfinger.

    Blöd nur, dass ihnen deswegen dann in Zukunft nur noch sehr wenige Geld leihen und das nur zu horrenden Zinsen.
    Aber das Zweite ist die natürliche Folge des Ersten.
    Wenn man meint, die Finanzmärkte nicht zu brauchen, muss man entweder einen Budgetüberschuss erwirtschaften oder sich sein Geld selber drucken. Aber da kennen wir alle das Resultat, Weimar und Simbabwe lassen grüssen
  9. #9

    USA stützen Krisengewinnler

    Der angesprochene Hedgefonds hat sich nicht an dem mit der Mehrheit privater Gläubiger vereinbarten Forderungsverzicht beteiligt. In jeder Insolvenz - so sie denn angenommen und abgewickelt wird - sind diese "Verweigerer" dann die Verlierer. Es wirft ein extrem schlechtes Licht auf die Justiz der USA, daß sie - im Eingriff in die Souveränität eines anderen Landes - einem solchen "Geierfonds" Recht zuspricht. Zudem zeigt es überdeutlich, wessen Kind die Ratingagenturen sind. Ihr Urteil dient nur einer einzigen Maxime: Die Gewinne und den Einflußbereich US-amerikanischer Geldinstitute - und leider gehört hierzu auch die Schattenbankwelt der Hedgefonds - zu bewahren und zu fördern.