Stimmungsboykott in der Bundesliga: Zwölf Minuten Stille

DPAEs könnte ungewohnt ruhig werden, wenn am Dienstagabend die vier Bundesligapartien angepfiffen werden. Fanvertreter haben einen Stimmungsboykott angekündigt, zwölf Minuten wollen sie auf den Rängen schweigen. Es ist ein Protest gegen das Sicherheitskonzept der DFL.

http://www.spiegel.de/sport/fussball...-a-869648.html
  1. #1

    was will der DFB? Fußball mit Fans oder

    nur Geld scheffeln? Keine Fahnen , keine Fanbanner könnte ja die Werbung stören. Und was ist mit al den Fehlentscheidungen der so gut ausgebildeten Schiedsrichter vom DFB? Außerdem frage ich mich wie viele Polizisten Gewaltbereit sind. In den Reihen der Polizei gibt es auch reichlich Freunde der 3. Halbzeit. Ich kenne selber 2 Polizisten die sich auf dieses Ereignis freuen. Ja immer nur Fitnessstudio ist halt langweilig für die Uniformierte Truppe.
  2. #2

    Gentrifizierung des Fußballs

    Letztendlich geht es doch gar nicht um mehr Sicherheit in Stadien. Der DFB ist ein Wirtschaftsunternehmen, er möchte keine Fans, sondern Kunden. Es soll ein aseptisches Wochenendvergnügen für die ganze Familie werden, zu entsprechenden Preisen. Vorbild sind wohl die amerikanischen Sportarten Baseball, Football und Basketball. Die Fans sind Relikte aus vergangenen Zeiten, kostenlose Pausenclowns und Eintänzer, ein Hauch ist nicht schlecht aber bitte nicht zu viel davon. Die Zeiten des Unterschichtsportes Fußball sind in den Profiligen endgültig vorbei, zu sehen an den schwindenden Stehplätzen und wachsenden Businesslogen.

    Ob nun Union Berlin die Zusammenarbeit aufkündigt und mault nützt nichts. Die Karawane zieht weiter.

    In den Vereinen ist diese Entwicklung ohnehin schon unumkehrbar vorangetrieben. Bestes Beispiel der FC St. Pauli, der sich vom Arbeiterverein spätestens in der Ära Littman zur urbanen Lifestylemarke mit angeschlossener Fußballabteilung gewandelt hat. Der gutsituierte Paulifan 2012 ist ein Latte Macchiato trinkender, hipper, 50K verdienender, grünwählender Applekunde. Da kommt der leidenschaftliche Hafenarbeiter nicht mehr gegenan.

    Just my 2 cents
  3. #3

    optional

    Es ist ein Wahnsinn. Keine Stimmung im Stadion! Die Erde hat aufgehört sich zu drehen. Bitte, jubelt wieder, zündet Bengalos und rauft Euch auf den Rängen oder zielt mit Wurfgeschossen auf Schiedsrichter und den gegnerischen Torwart.
  4. #4

    Zitat von knightsurfer Beitrag anzeigen
    Letztendlich geht es doch gar nicht um mehr Sicherheit in Stadien. Der DFB ist ein Wirtschaftsunternehmen, er möchte keine Fans, sondern Kunden. Es soll ein aseptisches Wochenendvergnügen für die ganze Familie werden, zu entsprechenden Preisen.
    Ach ja, familienfreundliche Preise wären doch nicht schlecht, oder?

    Wenn Sie lieber ein exclusives Ereignis für eine kleine Minderheit haben wollen...

    Zitat von knightsurfer Beitrag anzeigen
    ...
    In den Vereinen ist diese Entwicklung ohnehin schon unumkehrbar vorangetrieben. Bestes Beispiel der FC St. Pauli, der sich vom Arbeiterverein spätestens in der Ära Littman zur urbanen Lifestylemarke mit angeschlossener Fußballabteilung gewandelt hat. Der gutsituierte Paulifan 2012 ist ein Latte Macchiato trinkender, hipper, 50K verdienender, grünwählender Applekunde. Da kommt der leidenschaftliche Hafenarbeiter nicht mehr gegenan.

    Just my 2 cents
    Jaja, der arme Hafenarbeiter.. und der Werftarbeiter, der Droschkenkutscher, der Pferdeäpfelaufsammler, der Dampflokheizer, der Galeerenruderer... Gibts ja auch noch so unendlich viele von.
  5. #5

    Ich war diese Saison mit meiner Familie bei zwei BL-Partien (nicht in der Kurve; im vermeintlich "ruhigen, gemütlichen" Bereich). Beide Partien wurden uns durch kotzende gewalttätige und aufdringliche "Fans" kaputt gemacht. Bei beiden Partien saßen wir im Bengalo-Rauch. Bei beiden Partien mussten wir bei An- und Abreise um unsere Gesundheit fürchten. Sowohl in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Autobahn-Raststätten wie auch in den Innenstädten pöbelten, grabschten und belästigten die "Fans". Hurra!!! "Fußball-Kultur.... Das wollen wir doch alle erhalten, oder?

    Es ist toll, mit einer Familie da hin zu gehen, und schon im Vorfeld Prügeleien, blutende Wunden, .... zu sehen. Da kann man den kids gleich mal zeigen, wie man sich als "echter Fan" zu verhalten hat.

    Ein Fußball-Familienausflug kostet inkl. An- und Abreise richtig Asche!! Und dann muss ich den kids und meiner Frau sowas antun?!

    Nicht nur gehirnamputierte gewaltbereite Alkoholiker wollen Fußball live sehen. auch normale Menschen. Aber das scheint die "echten Fans" wenig zu interessieren.
  6. #6

    Fans??

    Die Leute disqualifizieren sich mit solchen Aktionen doch selbst. Was wollen sie bei Verhandlungen erreichen? Legalisierung von Pyrotechnik im Stadion? Warum ist der Aufschrei dieser ?Fans? so groß, wenn nichts als zivilisiertes Verhalten von ihnen erwartet wird? Ach ja: Dessen sind sie wohl nicht fähig.
    Und eines entgeht ihnen völlig: Sie sind nicht die Hausherren im Stadion, sie haben keinerlei Recht zu Forderungen.
    Also immer schön den Ball flach halten und wem das nicht passt, der darf gern zu Hause bleiben. Niemand wird ihm auch nur eine Träne nachweinen.
  7. #7

    Zitat von mcbarby Beitrag anzeigen
    Was wollen sie bei Verhandlungen erreichen?
    Wenn Sie diese Frage stellen, disqualifizieren Sie sich bereits selbst. Denn die Forderungen sind sehr klar und deutlich formuliert und kann jeder, der sich mit dem Thema beschäftigen möchte, nachlesen. Allerdings halt nicht in der BILD...

    Zitat von mcbarby Beitrag anzeigen
    Warum ist der Aufschrei dieser ?Fans? so groß, wenn nichts als zivilisiertes Verhalten von ihnen erwartet wird?
    Ist das so? Wird nur dies verlangt? Nein! Und das wüssten Sie, wenn Sie sich mit dem Thema beschäftigt hätten (siehe oben) und sich das "Sicherheitspapier" einmal angeschaut hätten.

    Zitat von mcbarby Beitrag anzeigen
    Und eines entgeht ihnen völlig: Sie sind nicht die Hausherren im Stadion, sie haben keinerlei Recht zu Forderungen.
    Dem gemeinen Fan scheint weit weniger zu entgehen als Ihnen. Denn sonst wüssten Sie, was "Verein" bedeutet. Und Sie wüssten auch, wer der "Verein" ist. Nämlich die Mitglieder. Und die übergroße Mehrheit dieser Mitglieder sind normale Fans. Und diese normalen Fans (und eben nicht nur ein paar Ultras) machen bei dieser Protestaktion geschlossen mit.
    Warum? Weil sie es nicht einsehen, als Gesamtheit wie Schwerverbrecher behandelt zu werden. Weil sie nicht bereit sind, für die Unfähigkeit von DFL/DFB/Polizei zu büssen und Strafen zu akzeptieren, für die sie als Unbeteiligte nichts können.

    Wer sich mit diesen Punkten nicht beschäftigt, sollte lieber auf weitere Diskussionsbeiträge verzichten.
  8. #8

    Pinocchio

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Es könnte ungewohnt ruhig werden, wenn am Dienstagabend die vier Bundesligapartien angepfiffen werden. Fanvertreter haben einen Stimmungsboykott angekündigt, zwölf Minuten wollen sie auf den Rängen schweigen. Es ist ein Protest gegen das Sicherheitskonzept der DFL.

    Stimmungsboykott in der Bundesliga: Zwölf Minuten Ruhe - SPIEGEL ONLINE
    [QUOTE=christof;11445482]Ich war diese Saison mit meiner Familie bei zwei BL-Partien (nicht in der Kurve; im vermeintlich "ruhigen, gemütlichen" Bereich). Beide Partien wurden uns durch kotzende gewalttätige und aufdringliche "Fans" kaputt gemacht.

    Das waren sicherlich Spiele des FC Klischee, die sind dafür berüchtigt.
    Gehen sie doch mal zu einem anderen Club, dort habe ich so etwas
    noch nicht erlebt.
    Die "Stimmung" ohne Fans war wie im Stadion von ManU ( Theatre
    of Prawn-Sandwich-Eaters) oder Arsenal (Library in Highbury), also
    genau das was den DFL-Bossen für Deutschland vorschwebt.
    Gruselig!