Textilproduktion in Bangladesch: Brennende Gier

AFPDer Chef der abgebrannten Textilfabrik in Bangladesch wird von der Polizei vernommen. Doch eine Strafe wird leider nichts helfen, wenn die nächste Fabrik brennt. Und sie wird brennen, weil wir Konsumenten auf der Flucht sind - vor der Realität.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unt...-a-869609.html
  1. #1

    Unsinn!

    Ich würde gerne eine Jeans aus Deutschland kaufe. Die würde im Einkauf zwar vierzig statt drei EUR kosten, aber Arbeitsplätze und Steuern sichern.

    Wo kann ich die kaufen?
  2. #2

    Geiz ist nicht geil...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Chef der abgebrannten Textilfabrik in Bangladesch wird von der Polizei vernommen. Doch eine Strafe wird leider nichts helfen, wenn die nächste Fabrik brennt. Und sie wird brennen, weil wir Konsumenten auf der Flucht sind - vor der Realität.

    Kommentar zum Brand in Textilfabrik: Brennende Gier - SPIEGEL ONLINE
    ..., das sollte mittlerweile der letzte Konsument begriffen haben. Aber es ist leider nicht so. Alle Probleme, auf die wir aufmerksam gemacht werden sollen, begründen sich in der Unwilligkeit der Mehrheit der deutschen Konsumenten, mehr für ihre Einkäufe zu bezahlen.

    Letzendlich könnte der Unternehmer es sich dann leisten, mehr auf Brandschutz acht zu geben, kein Gammelfleisch zu kaufen, den Bauern mehr für ihre Milch zu geben, auf Schadstoffe im Spielzeug zu achten, die Friseure und Verkäufer gerecht zu entlohnen und so weiter.
    Höhere Preise würden sogar zu mehr Jobs im Lande führen, da wir mehr im Inland produzieren könnte.
  3. #3

    Artikel gefällt...

    aber mir fehlt ein bischen was wir tun könnten... Ist es besser wir kaufen alle Joop und Boss oder welche Firmen lassen so etwas nicht zu?
  4. #4

    Brennende Gier

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Der Chef der abgebrannten Textilfabrik in Bangladesch wird von der Polizei vernommen. Doch eine Strafe wird leider nichts helfen, wenn die nächste Fabrik brennt. Und sie wird brennen, weil wir Konsumenten auf der Flucht sind - vor der Realität.

    Kommentar zum Brand in Textilfabrik: Brennende Gier - SPIEGEL ONLINE
    zeichnet dieses System aus.
    Warum tut man so überrascht, wenn dabei etwas in Flammen aufgeht?
    Und die sich darüber dann empören, sind die Stützen dieses Systems.
    Natürlich ist Arbeit ein Bedürfnis, Sinn des Lebens und die Möglichkeit zur Gestaltung und Finanzierung des eigenen Lebens.
    Sie ist aber auch Gegenstand grenzenloser, hemmungsloser Ausbeutung!
    Wenn Menschen irgendwo nicht mehr für Hungerlöhne arbeiten können oder wollen, zieht man weiter dorthin wo man Abhängige findet und beutet diese aus.
    Millionenfach wurde dies schon praktiziert und die wohlwollenden Begleiter der berichtenden und schönfärbenden Zunft fanden dies ganz und gar nicht anstößig!
  5. #5

    Könnte es nicht sein, dass manche billig einkaufen müssen?

    So richtig auh die Betrachtungsweise bei jenen ist, die mehr Geld ausgeben könnten, so wenig geht der Kommentar aber darauf ein, dass immer mehr Menschen nicht anders können als günstig/billig einkaufen.

    Nehmen wir mal die Aufstockerin, die 800 Euro für 40 Stunden/Woche mit nach Hause bringt. Wenn da Miete usw. gezahlt sind, dann bleibt nicht mehr viel, da wird natürlich geknapst wo nur möglich und letztendlich wird ja durch die Steuern, die sie zahlt, die eigene Billigjobberei mitfinanziert weil der "Staat aufstockt". Einfach gesagt: Unternehmen X zahlt ihr nur 5 Euro, der "Staat" gibt was dazu und das finaziert die Dame mit. Das Unternehmen freut sich.

    Aber welche Möglichkeit haben die vielen, die am oder knapp über dem Existenzminimum sind? So schön die Eier von glücklichen Hühnern auf grünen Wiesen sind, so hübsch auch der Gedanke, dass das Pullichen, das benötigt wird, fair hergestellt wird, ist... wenn das Pullichen dann 10% des monatlichen Einkommens ausmacht, sieht es anders aus. Und wenn dies auf alle Ausgaben, egal ob für Bücher (Billigübersetzungen), Kleidung (Billignäher), Schmuck (Billiglöter usw.), Essen (Massenfertigung) usw. ausgedehnt wird, dürfte klar sein, dass das "der Konsument hat es doch in der Hand" nur von jenen kommen kann, die ein wenig im elfenbeinfarbenen Türmchen sitzen und sich denken "hey, aber den fair gehandelten Kaffee für 13 Euro die Tüte oder den Pulli für 80 Euro kann sich doch jeder leisten" während sie wohl denken, die Leutchen, die bei der Tafel anstehen, wollen nur mal Polonaise mitmachen
  6. #6

    optional

    Bei uns ist den Leuten auch 2,40€ fürn Pfund Kaffee zu viel und am liebsten noch die Steuer abschaffen.
    Aber der Sprit ist noch nicht zu teuer, wenn ich mir die Fahrweise meiner Mitbürger anschaue..... macht wohl mnehr Spaß als Kaffeetrinken. Es muss halt schnell und billig sein.
    Siehe Otto Gutschein, Gier ist wohl ne starke Triebfeder.
  7. #7

    Immer sind wir Konsumenten schuld!

    [QUOTE=sysop;11441573]Der Chef der abgebrannten Textilfabrik in Bangladesch wird von der Polizei vernommen. Doch eine Strafe wird leider nichts helfen, wenn die nächste Fabrik brennt. Und sie wird brennen, weil wir Konsumenten auf der Flucht sind - vor der Realität.

    Wozu haben wir die Vereinten Nationen, die Politiker wie Merkel und diesen Spaßmacher der FDP, die dauernd und ständig um die Welt reisen und offenbar immer nur die grossen Hotels der Hauptstädte besuchen? Überall, in allen Parlamenten sitzen die Verursacher bzw. die Handlungsbevollmächtigten. Ausserdem: Die Herren Journalisten mit dieser ständigen Verbraucherschelte, sei es bei den Geländewagen oder eben diesen unmenschlichen Arbeitsverhältnissen - wenn es zum Schwur kommt, kaufen sie genauso und erhalten sogar noch bei Autokäufen z.B. entsprechende Journalisten-Rabatte.
  8. #8

    .

    Zitat von der_pirat Beitrag anzeigen
    Ich würde gerne eine Jeans aus Deutschland kaufe. Die würde im Einkauf zwar vierzig statt drei EUR kosten, aber Arbeitsplätze und Steuern sichern.

    Wo kann ich die kaufen?
    Michael Moore hat dazu doch mal ein hervorragendes Experiment veranstaltet und in seiner Heimatstadt Flint in kurzer Zeit eine große Anzahl an Arbeitslosen gefunden, die gerne für Nike Schuhe produzieren würden. Als er den Nike-Gründer darauf ansprach hat der kein einziges plausibles Argument finden können, wieso nicht in Amerika produziert wird. Es gibt aber eines: Gewinnmarge. Ich persönlich würde (um Nike als Beispiel zu nehmen) durchaus 180,00 € anstatt 100,00 € für ein Paar Nike bezahlen wenn diese in Deutschland produziert würden.
  9. #9

    Ich will doch gar nicht

    Aber man ist durch die unfassbar billigen Preise der Drittwelt-Lieferanten derart "verwöhnt", dass man Wertarbeit nur mit ungläubigen Blicken angucken kann - "waaas? So viel soll das kosten?!".

    Was soll es also sein? Alle Preise rauf? Kik würde sich freuen. Dann wäre der Anstieg hin zu europäisch produzierten Waren nicht mehr so groß, man würde mehr davon kaufen.
    Oder sollen die einheimischen Waren günstiger werden? Bleibt denn dann genug Geld für die Arbeiter hierzulande?

    Ich sehe da keine einfache Lösung.