Spektakel statt Anzeigen: Social Media brennt die Werbung nieder

Wenn Unternehmen geschickt sind, können sie auf einen Teil ihrer Werbeausgaben verzichten. Sie schaffen Spektakel und aktivieren soziale Netzwerke - die Journalisten kommen dann von selbst. Das allerdings wird zum Problem für rein anzeigenfinanzierte Medien.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/s...-a-869481.html
  1. #1

    Die Inflation der Emotion

    Ständige emotionsgetriebene Sensatiönchen ermüden. NAch dem Sprung vom Mond muss es schon die Begegnung der Außerirdischen mit Coca Cola sein, dass die Story lesenswert macht. Haha. Was kommt nach den Emotionen? Welche neue Sau durch welches Dorf? Inzwischen bin ICH bereits twittermüde und facebookabstinent. Bin ICH die Avantgarde?
  2. #2

    .

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Wenn Unternehmen geschickt sind, können sie auf einen Teil ihrer Werbeausgaben verzichten. Sie schaffen Spektakel und aktivieren soziale Netzwerke - die Journalisten kommen dann von selbst. Das allerdings wird zum Problem für rein anzeigenfinanzierte Medien.

    Sascha Lobo: Social Media brennt die Werbung nieder - SPIEGEL ONLINE
    Der Spiegel z. B. müsste seine LEser einmal generell fragen: wieviel würdet ihr für einen werbefreien (also um knapp die Hälfte gekürzten) Spiegel bezahlen? Mir wäre ein von Anzeigen gesäuberter Spiegel durchaus 10 € pro Woche wert. Man kann ja mitlerweile keine Doppelseite mehr aufschlagen, ohne von einer Werbung belästigt zu werden.
  3. #3

    Der Gang der Dinge ...

    Der Autor schreibt bla bla bla bla bla ...

    tl;dr
    Schöne Beschreibung des Ist-Zustandes, will der Autor die vielen Arbeitsplätze der Medienindustrie nun erhalten oder kannibalisieren?
  4. #4

    Wie bitte?

    "Man wird anfangen müssen, über einen oder mehrere Journalismus-Fonds nachzudenken [...]"

    Jetzt also auch noch eine Steuer (denn die Rundfunkggebühren sind im Kern nichts anderes) für Printmedien? Hallo?
  5. #5

    immer schön nach dem geld fragen...

    die refinanzierung adaequaten journalismus braucht keine zusätzlichen instrumente, das wichtigste, die journalistische kompetenz, sollte sich einmal intensiver mit der macht der wenigen entscheider über die besagten budgets auseinandersetzen - und dann natürlich noch die hosennassen chefredakteure von einer transparenteren berichterstattung über die mediaskandale der letzten jahre überzeugen. das sich bei einem mediabudget (letztnetto, die bruttopreise sind in keinem medium auf nur die rede wert) von um die 10 mrd euro auch kriminelle energie entwickelt, ist verständlich. das sich aber die sogenannten mediaagenturen damit ein äusserst lukratives geschäftsmodell aufbauen können, dass ist schon der hammer. dort werden die entscheidungen getroffen, dort und bei den meist hochkorrupten mediamanagern diverser riesencompanies, die mit ihren kumpanen in den agenturen (von wievielen reden wir den, sind doch nur ein, zwei handvoll wirklich relevante typen und gruppen) die big deals anschieben und damit ganzen mediengattungen die chance auf ein gedeihliches überleben verbauen. hier hilft nicht noch mehr schmieren, hier hilft nur journalistischer mut und vorgesetzte mit eiern in den hosen! good luck and good night...
  6. #6

    scharf daneben

    Das ist sehr scharf gedacht, Herr Lobo, aber gleichwohl nicht so ohne weiteres wiederholbar. Prinzipiell müsste ja die Gilde der Event-Agenturen Branchenfrühling haben, aber zum einen hat es solche herausragenden Geschichten auch schon ohne digitale Medien gegeben (Vettel und Konsorten profitieren im ihrem Fahren im Kreis seit Jahrzehnten von der Pressereaktion), und zum anderen führt die Inflation der angeblich immer herausragenden Ereignisse - besonders bei der heutigen Info-Schwemme - tendenziell zur Nichtbeachtung.
  7. #7

    Zitat von sevenseos Beitrag anzeigen
    SWas kommt nach den Emotionen? Welche neue Sau durch welches Dorf?
    Tja - es gibt so viele Säue und zu wenig Dörfer...
  8. #8

    Zitat von tom3tom Beitrag anzeigen
    die refinanzierung adaequaten journalismus braucht keine zusätzlichen instrumente ...
    Aber Analog zum "Kohle-Pfennig", "Heizer der elektrischen Lokomotive" könnte man sich einige lustige Bezeichnungen dieser Dummheit ausdenken.

    - Qualitäts-Abgabe
    - Papier-Cent
    - Blogger - Steuer
    etc.
  9. #9

    Ist die werbfreie Zone etwas wert?

    "Unternehmensfinanzierter Journalismus"! Wat für'n feinen Ausdruck für Werbetexter. Dat könnte jlatt von mir stamme.

    Im Ernst. Es gibts ja bereits erste Ansätze. Einige kostenlose iPhone Apps sind dermaßen mit schlechter Werbung überladen, daß man sich sich gerne von einem Euro trennt, um den ganzen Mist nicht wegklicken, oder gar lesen zu müssen.
    So bezahlt man nicht für guten Journalismus, sondern dafür, daß die Werbung einem nicht die Nutzung vollends vergällt.
    Das wär ja mal ein relativ ungefährlicher Ansatz für die Redaktionen.
    Wenn der Nutzer "keine" Werbung haben möchte, keine Umfrage wegklicken möchte sondern sich Lesegenuss leisten kann und konzentriert - ungestört von Bannern, die erstmal weggeklickt werden müssen oder Zwangswerbefilmchen, die man erstmal abwarten muß - arbeiten will, dann muß er einen kleinen Obolus bezahlen.