Machtkampf bei Frankreichs UMP: Fillon gründet eigene Fraktion

REUTERSFrankreichs Konservativen droht immer mehr die Spaltung: Trotz der offiziellen Bestätigung von Jean-François Copé als neuer UMP-Chef, ist der Machtkampf um die Parteispitze nicht zu Ende. Der unterlegene Fillon gründet seine eigene Fraktion in der Nationalversammlung.

http://www.spiegel.de/politik/auslan...-a-869500.html
  1. #1

    Schlammschlachten sind vorauszusehen

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Frankreichs Konservativen droht immer mehr die Spaltung: Trotz der offiziellen Bestätigung von Jean-François Copé als neuer UMP-Chef, ist der Machtkampf um die Parteispitze nicht zu Ende. Der unterlegene Fillon gründet seine eigene Fraktion in der Nationalversammlung.

    Machtkampf bei der UMP: François Fillon gründet eigene Fraktion - SPIEGEL ONLINE
    Es geht ja nicht nur darum dass eine eigene Franktion gegründet wird, auch der Senat wird wohl auseinanderbrechen, und die Schlammschlachten wer die UMP in welchen Ausschüssen vertreten wird sind vorauszusehen. Die UMP als Partei verstrickt sich in einen Guerillakampf.
    Beispiel: Ich habe den Bürgermeister meiner Gemeinde und Abgeordneten der UMP heute im Fernsehen bei den 'Fillonisten' gesehen. Er war im Departement Leiter des Wahlkampfs von Fillon, es haben aber in der Gemeinde 61% für Copé gestimmt. Wenn es dem FN, vielmehr 'Bleu-Marine' gelingt in der Kommune, in der er bisher bei Gemeindewahlen nicht angetreten war, eine Liste aufzustellen, wie werden sich die Copé-nahen UMP-Wähler entscheiden wenn jetzt Schlammschlachten innerhalb der UMP geschlagen werden.
    Gibt es auch die Schlammschlachten bei der Aufstellung der Kandidaten für die kommenden Kommunalwahlen? (In den Grossstaedten mit Sicherheit ja). Wie nimmt es der UMP-Wähler auf dass die UMP als undemokratisch und mafiös bezeichnet wird? Wie nimmt es der Wähler auf dass er einem Hahnenkampf zusehen muss, während Frankreich von Moody's herabgestuft wird, die Arbeitslosigkeit zunimmt und die Wirtschaftserwartungen von der OECD nach unten korrigiert werden, sich Hollande in der Frage der gleichgeschlechtlichen Hochzeiten (Hü-hott bei der Entscheidung der Bürgermeister Trauungen durchzuführen oder nicht) blamiert, Montebourg in der Affäre Mittal blamiert?
    Ich mag die Copé-Unterstützerin Nadine Morano (bekannt für ihr Schandmaul und ihren Rechtsdrang) nicht besonders, aber sie hat Recht wenn sie sagt, sollen denn Wahlen solange durchgeführt werden bis das Ergebnis stimmt?
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Frankreichs Konservativen droht immer mehr die Spaltung: Trotz der offiziellen Bestätigung von Jean-François Copé als neuer UMP-Chef, ist der Machtkampf um die Parteispitze nicht zu Ende. Der unterlegene Fillon gründet seine eigene Fraktion in der Nationalversammlung.

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    Das nennt man dann wohl "schlechter Verlierer". Zweite Geige kann er wohl nicht, also muss er nen eigenen Laden aufmachen.
    So wird er sicher niemals Präsident der Franzosen!
  3. #3

    Kein schlechter Verlierer

    Fillon ist kein schlechter Verlierer. Er prangert zu Recht die mafiösen Methoden des "Siegers" Jean-Francois Copé an. Cope ist das, was man im Französischen einen "Tricheur" nennt, d,h, bestenfalls einen Trickser, schlechtestenfalls einen Betrüger. Es ist offensichtlich, daß bei dieser Parteiwahl massiv getrickst wurde. Sarkozy, der sich am liebsten ganz raushalten würde, hat nicht zuletzt deshalb Neuwahlen empfohlen. Mit Copé an ihrer Spitze wird die UMP ihren Namen ändern müssen: Dann wird es nämlich nichts werden mit der "majorité présidentielle" (Mehrheit für den Präsidenten).
  4. #4

    Marine ante portas

    Wenn die Konservativen so weiter machen, werden sie bei der naechsten Praesidentschaftswahl gezwungen sein, Hollande zu waehlen, weil die LePen naemlich die zweitmeisten Stimmen im ersten Wahlgang holen wird. Die Franzosen werden Sarkozy noch vermissen...
  5. #5

    Das Komödchen

    Hilfe, das ist die reinste Boulevard Komödie, das Ego von jedem ist stark angeschlagen, beide verlieren an Glaubwürdigkeit und andere lachen sich dabei ins Fäustchen, nach dem Motto: wenn 2 sich streiten, freut sich der dritte. Armes Frankreich, arme Politik, so wird die Karre bestimmt nicht aus dem Dreck gezogen bei diesem Ziegenbock-Krieg! Eine Schande ist das.
  6. #6

    Fillon, der Hollande der Rechten

    Die Leute um Fillon müssen ganz schön Druck machen auf den armen Mann, dass er so reagiert, mit "eigener Fraktion" und ähnlichen Massnahmen. Er ist langsam, obwohl der ex-Motorrad Rennfahrer Estrosi hinter Ihm steht, reichte es nicht zu mehr als lahmen Reden. Fillon ist kein Kämpfer, war es auch nie. Er kann die Leute nicht mitreissen, nicht mit Reden begeistern. Jeder Gefühlsausbruch (wenn's das bei Fillon gibt) wirkt bei dem Mann künstlich, jedes Anziehen der Stimme unwirklich. Er ist der geborene Hollande der Rechten. Langweilig, ohne Punch, ohne Durchsetzungsvermögen (was er bei Sarkozy auch nicht brauchte), anderseits kann man Ihm eine gewisse Klasse nicht absprechen und darauf fahren viele Franzosen ab. Auf "Etwas darstellen, was nicht ist" aber so tun - als ob.
  7. #7

    Marie LePens Traum wird wahr... wir müssen für Frankreich beten...

    Sarkozy mit seiner Anbiederung an die Rechtsextremen des FN hat sie erst gesellschaftsfähig gemacht, ja geradezu politisch geadelt.
    ALLE Präsidenten vor Sarkozy haben den FN politisch als Paria betrachtet, er hat aus amoralischer Gier nach dessen Stimmen antechambriert.
    seine Quittung dafür hat er bei der Wahl bekommen:
    MArie Le Penn hat sich ebenso wie ihre Wähler öffentlich köstlich über das durchschaubare und plumpe Manöver Sarkozys amüsiert, die Wähler haben lieber das Original als die plumpe Fälschung gewählt und liessen auch im 2. Wahlgang ihre Begeisterung für Sarko vermissen.
    Zudem hat Sarkozy die wertkonservativen und liberalen Stammwähler dadurch verstört, also verluste in der Mitte und keine Gewinne rechts.

    Was aber stattfand, das war eben eine Spaltung der UMP, was ich bereits hier vor und unmittelbar nach der Wahl voraussagte.

    Jetzt fliegt dem "armen" Fillon, der geduldig jede noch so große Demütigung durch Sarkozy ertrug, die vermeintliche Belohnung (nächster Kandidat zu werden) um die Ohren.

    MArie LePen ist rechstextrem und unwählbar, aber eine absolut brilliante Strategin und Populistin.
    Sie wird bis zur nächsten Wahl tonnenweise Kreide fressen (wie ja bereits während der Wahlkämpfe) und den rechten Rand der UMP genüßlich abknabbern.
    Ich befürchte, sie wird wie ihr Vater bereits 2002, bei den nächsten Wahlen in den zweiten WAhlgang kommen, wenn das so weitergeht. Zumal die noch kommenden sozialen verwerfungen ihr in die Hand spielen, denn in die Hollandes als verantwortlichem Präsident für den Niedergang Frankreichs in den nächsten JAhren können sich die Protestwähler und Verzweifelten nicht stürzen.

    Wenn LePen es ins Wahlfinale schaffen sollte, hat sie sogar gute Chancen, zu gewinnen.denn in 3-4 Jahren wird Frankreich am Boden sein - der liebe Gott möge das Szenario verhüten !
  8. #8

    aber doch

    Fillon ist ein schlechter Verlierer. Sarkozy hat ihn schliesslich 5 jahre lang "gedemütigt". Viel zu sagen hatte er ncht. Und der Ratschlag Sarkozys für Neuwahlen ist selbstverständlich da dieser nicht möchte das die Justiz ihre Nase in de Papiere der UMP steckt.
  9. #9

    Zitat von Deep Thought Beitrag anzeigen
    Sarkozy mit seiner Anbiederung an die Rechtsextremen des FN hat sie erst gesellschaftsfähig gemacht, ja geradezu politisch geadelt.
    ALLE Präsidenten vor Sarkozy haben den FN politisch als Paria betrachtet, er hat aus amoralischer Gier nach dessen Stimmen antechambriert.
    seine Quittung dafür hat er bei der Wahl bekommen:
    MArie Le Penn hat sich ebenso wie ihre Wähler öffentlich köstlich über das durchschaubare und plumpe Manöver Sarkozys amüsiert, die Wähler haben lieber das Original als die plumpe Fälschung gewählt und liessen auch im 2. Wahlgang ihre Begeisterung für Sarko vermissen.
    Zudem hat Sarkozy die wertkonservativen und liberalen Stammwähler dadurch verstört, also verluste in der Mitte und keine Gewinne rechts.

    Was aber stattfand, das war eben eine Spaltung der UMP, was ich bereits hier vor und unmittelbar nach der Wahl voraussagte.

    Jetzt fliegt dem "armen" Fillon, der geduldig jede noch so große Demütigung durch Sarkozy ertrug, die vermeintliche Belohnung (nächster Kandidat zu werden) um die Ohren.

    MArie LePen ist rechstextrem und unwählbar, aber eine absolut brilliante Strategin und Populistin.
    Sie wird bis zur nächsten Wahl tonnenweise Kreide fressen (wie ja bereits während der Wahlkämpfe) und den rechten Rand der UMP genüßlich abknabbern.
    Ich befürchte, sie wird wie ihr Vater bereits 2002, bei den nächsten Wahlen in den zweiten WAhlgang kommen, wenn das so weitergeht. Zumal die noch kommenden sozialen verwerfungen ihr in die Hand spielen, denn in die Hollandes als verantwortlichem Präsident für den Niedergang Frankreichs in den nächsten JAhren können sich die Protestwähler und Verzweifelten nicht stürzen.

    Wenn LePen es ins Wahlfinale schaffen sollte, hat sie sogar gute Chancen, zu gewinnen.denn in 3-4 Jahren wird Frankreich am Boden sein - der liebe Gott möge das Szenario verhüten !