"Call of Duty - Black Ops 2": Wie moralisch können Videospiele sein?

APIm Blockbuster-Shooter "Call of Duty: Black Ops 2" darf der Spieler vermeintlich moralische Entscheidungen Treffen. Kopfschuss oder Kniescheibe? Töten oder Verschonen? Das Spiel ist bei weitem nicht das erste, das dies versucht - und es scheitert am eigenen Anspruch.

http://www.spiegel.de/netzwelt/games...-a-869318.html
  1. #60

    Zitat von Trondesson Beitrag anzeigen
    Stimmt, Spieler auch von anderen Genres wissen das, aber manch ein Shooter-Fan fühlt sich nach vielen in den Medien verbreiteten Vorurteilen und Halbwahrheiten verständlicherweise angegriffen und meint, sich verteidigen zu müssen, und da bewirkt es bei Nichtspielern eher das Gegenteil des gewünschten Effekts, wenn man sagt, daß es "ja nur Pixel" sind.
    Ob ich Ihnen nun widerspreche oder ergänze, weiß ich noch nicht so genau. Mir stellt sich nur gleich die Frage, ob der nicht Spieler Interesse hat sich mit dem Thema zu befassen und ob der entsprechende Spieler der gerade vor Ort ist Lust hat "aufzuklären". Ich habe nur Lust, wenn das Interesse vorhanden ist. Das Problem besteht ja immer, wenn sich Menschen gegenüber stehen, die aus zwei unterschiedlichen "Ecken" kommen und beide nicht so recht Lust haben sich zum Austausch in der Mitte zu treffen. (Aus welchen Gründen auch immer.) Ihr Einwand ist also durchaus berechtigt.
    Zitat von Trondesson Beitrag anzeigen
    Allerdings bezweifle ich nach wie vor, daß sich viele Shooterspieler für einen Shooter mit rosa Kaninchen anstelle von menschenförmigen Pixelgebilden begeistern würden.
    In Asien würde es sicherlich ganz gut funktionieren. Wenn Sie mich jetzt fragen würden, auch wenn ich selber kein FPS-Spieler bin, welches Spiel ich mir kaufen würde, wenn ich nur das Spiel mit den Gegner-Hasen und den Gegner-Menschen zur Auswahl hätte und ich wählen müsste; ja ich würde die Menschen wählen. Gegner-Hasen haben bei mir einfach nicht gewirkt, als ich FFXIV ausprobiert habe. Sie haben bei mir kein Gefühl der Bedrohung ausgelöst...Eher Mitgefühl. Wenn wir die rosa Hasen aber mal durch etwas nicht menschliches ersetzen, dass bei Spielern dieses Gefühl auslöst, sieht die Sache anders aus. Da gibt es ja Beispiele genug. Sie haben also recht und unrecht zugleich. Menschen werden nur dann angefixt, emotional angesprochen, wenn übertragen werden kann und das gilt nicht nur für Spiele.
  2. #61

    lalala

    Zitat von andii80 Beitrag anzeigen
    Ich spiele selber auch ab und zu Ego-Shooter, habe aber festgestellt, dass es nichts Neues mehr im Genre gibt. Alle Spiele sind letztendlich gleich, es geht immer um das Gleiche. Unterschiede gibt es nur noch in der Umsetzung, der Grafik, dem Gameplay.
    Ich wollte mir letztens ein Auto kaufen habe aber festgestellt, dass sich seit 100 Jahren nix geändert hat an Autos. Alle haben 4 Räder, 1 Lenkrad, mindestens 2 Türen und ein Dach aufm Kopf. Unterschiede gibts nur im Design, Motorleistung usw..

    Zitat von andii80 Beitrag anzeigen
    Das Argument, dass die wirklich brutalen Spiele eh nur von Erwachsenen gekauft und gezockt werden können wegen der Altersfreigabe, ist selbstverständlich völliger Blödsinn. Es ist eine reine Fingerübung, ein paar Klicks, und jeder kann bei Versandhändlern wie gamesonly.at jedes noch so brutale oder auch in Deutschland verbotene Spiel bestellen und spielen.
    Und Minderjährige können Zigaretten und Alkohol kaufen. Es ist ein reiner Erfahrungswert und jeder Jugendliche weiß in welchem Laden in seiner Nähe er bekommt was er will. Zu meiner Zeit gabs sogar Drogen auf´m Schulhof.

    Wer hat dafür zu sorgen, dass Kinder etwas nicht tun das sie nicht tun sollen? Etwa die Spieleindustrie?

    Zitat von andii80 Beitrag anzeigen
    Meines Erachtens hat die Spieleindustrie eine gefährliche Richtung eingeschlagen, eine vernünftige Diskussion ist sicher angebracht.
    Die heutigen Erwachsenen, die mitte/ende der 90iger Jahre angefangen haben Computerspiele zu spielen, sind es aber nicht gewohnt, dass man mit ihnen diskutieren will, sondern sind es gewohnt, dass sie als "blutgeile Killer" dargestellt und diffamiert werden.

    Das Entscheidende ist aber, dass es heute kein Spieler mehr nötig hat sich auf eine solche Diskussion überhaupt einzulassen, weil solche Spiele längst fester Bestandteil der Unterhaltungskultur geworden sind. Vielleicht ist das der Grund weshalb Artikel über Gewalt in Computerspielen heutzutage irgendwie "lustig" ...oder etwas abwertend ausgedrückt... "lächerlich" wirken :) Wenn diese Leute wenigstens im selben Maß gegen Gewalt in Kinofilmen argumentieren würden wären sie ja wenigstens glaubwürdig, aber so?!

    Zitat von andii80 Beitrag anzeigen
    Dass es zB. bei Black Ops vermeintlich moralische Entscheidungen zu fällen gibt, ist pure Augenwischerei und dient vermutlich nur der Beruhigung der Programierer, die dadurch versuchen (aber letztlich scheitern), den Strom an Gewalt und Tod zu brechen.
    Frage: Wie viele Programmierer kennen Sie?
  3. #62

    Zitat von andii80 Beitrag anzeigen
    Das Argument, dass die wirklich brutalen Spiele eh nur von Erwachsenen gekauft und gezockt werden können wegen der Altersfreigabe, ist selbstverständlich völliger Blödsinn. Es ist eine reine Fingerübung, ein paar Klicks, und jeder kann bei Versandhändlern wie gamesonly.at jedes noch so brutale oder auch in Deutschland verbotene Spiel bestellen und spielen.
    Und wer sagt das diese in Deutschland ab 18 oder gar verbotenen Spiele auch korrekt eingestuft sind? Meistens prangt auf eben jeden Spielen für Resteuropa ein PEGI 16.
    Zitat von andii80 Beitrag anzeigen
    Der Weg der Spieleentwickler geht immer mehr in die Richtung, den Realismus zu steigern, zu steigern, zu steigern. Immer detailreicher, physikalisch korrekter soll es zugehen. Konsequent angewendet bedeutet dies, dass auch das Töten immer realistischer wird. Meines Erachtens hat die Spieleindustrie eine gefährliche Richtung eingeschlagen, eine vernünftige Diskussion ist sicher angebracht.
    Dieses Argument wird wortgleich seit über 20 Jahren wiederholt. Bei Canon Fooder, bei Doom, bei Duke 3D, jetzt bei Black Ops und sicher auch 2020 bei Black Ops 27 wogegen das heutige BO 2 aussieht wie Doom heute im Vergleich zu BO2
  4. #63

    Selbstreflexion

    Zitat von danido Beitrag anzeigen
    Sie dürfen ja gerne kritisieren, dass der Mensch sowas wie einen Spieltrieb, Jagdtrieb, Dominanztrieb hat, aber dann beschweren Sie sich doch bitte bei Mutter Natur und nicht beim Menschen selbst (Falls Sie ihre Telefonnummer haben).
    Ich habe einige Spiele durchaus ausgiebig gespielt und mich danach selber gefragt, warum mir das Spass macht. Nach ein paar Jahren bin ich zur Einsicht gekommen, dass man seinen Trieben entgegenwirken kann und ich glaube daran, dass das gut ist und die Menschheit voran bringt (ja, pathetische Worte :).

    Menschen empfanden auch mal "Freude" an oeffentlichen Folterungen, Gladiatorenkaempfen etc. Ich bezweifel, dass das immer noch der Fall ist - zum Glueck, oder nicht?

    Sprich, natuerlich koennen wir uns aendern und das faengt damit an, dass man sein eigenes Handeln hinterfragt, seine eigenen Gefuehle, Triebe, Reaktionen. Ja, wir haben noch viele alte Triebe in uns, aber muessen wir denen sklavenhaft gehorchen? Immerhin haben wir auch Philosophie entwickelt. Ich glaube, dass der Mensch einiges mehr kann als seinen Trieben folgen.

    Als ich mein Kommentar geschrieben hatte, waren 80% der Kommentare "na und, mir macht ballern Spass, alles Vorwuerfe interessieren mich nicht". Selten lese ich mal einen Gamer der selbstkritisch seine eigenen Vorlieben hinterfragt.

    Und nein, man muss nicht automatisch immer gleich irgendeinen Frust abbauen, nur weil man jemanden oder eine Gruppe kritisiert. Ich nennen das Meinungsaustausch.
  5. #64

    Zitat von Herr Lehmann Beitrag anzeigen
    Ich habe einige Spiele durchaus ausgiebig gespielt und mich danach selber gefragt, warum mir das Spass macht. Nach ein paar Jahren bin ich zur Einsicht gekommen, dass man seinen Trieben entgegenwirken kann und ich glaube daran, dass das gut ist und die Menschheit voran bringt (ja, pathetische Worte :).
    Aus psychologischer Sicht ist es sinnvoller und gesünder natürliche Triebe auszuleben, in einer Art und Weise, die keinen Dritten schadet.

    Zitat von Herr Lehmann Beitrag anzeigen
    Menschen empfanden auch mal "Freude" an oeffentlichen Folterungen, Gladiatorenkaempfen etc. Ich bezweifel, dass das immer noch der Fall ist - zum Glueck, oder nicht?
    Daran hat sich bis heute nichts geändert. Nur die "Spiele" sind vielerorts sanfter geworden.
    Aber was hat das jetzt mit Videospielen zu tun?


    Zitat von Herr Lehmann Beitrag anzeigen
    Sprich, natuerlich koennen wir uns aendern und das faengt damit an, dass man sein eigenes Handeln hinterfragt, seine eigenen Gefuehle, Triebe, Reaktionen. Ja, wir haben noch viele alte Triebe in uns, aber muessen wir denen sklavenhaft gehorchen? Immerhin haben wir auch Philosophie entwickelt. Ich glaube, dass der Mensch einiges mehr kann als seinen Trieben folgen.
    Unsinn, Triebe sind grundsätzlich für fast alles der Antrieb (deswegen heißen sie so), auch für positiven Dinge. Nur Depressive haben (fast) keine Triebe.

    Zitat von Herr Lehmann Beitrag anzeigen
    Als ich mein Kommentar geschrieben hatte, waren 80% der Kommentare "na und, mir macht ballern Spass, alles Vorwuerfe interessieren mich nicht". Selten lese ich mal einen Gamer der selbstkritisch seine eigenen Vorlieben hinterfragt.
    Da gibt es nichts zu hinterfragen. Die einen lesen "Verblendung" oder den "Fänger im Roggen", andere gehen in die Oper oder stricken. Und manche zocken halt Minecraft oder Castle Wolfenstein.

    Zitat von Herr Lehmann Beitrag anzeigen
    Und nein, man muss nicht automatisch immer gleich irgendeinen Frust abbauen, nur weil man jemanden oder eine Gruppe kritisiert. Ich nennen das Meinungsaustausch.
    Wenn die sogenannte Meinung auf lächerlichen Vorurteilen und Weisheiten beruht, dann ist das aber keine Basis für einen sinnvollen Austausch.
  6. #65

    Zitat von pigtime Beitrag anzeigen
    Da gibt es nichts zu hinterfragen. Die einen lesen "Verblendung" oder den "Fänger im Roggen", andere gehen in die Oper oder stricken. Und manche zocken halt Minecraft oder Castle Wolfenstein.
    "Man zockt halt Wolfenstein, so ist das halt" ist doch kein differenziertes oder entwickeltes Argument. Stricken und Castle Wolfenstein in einen Topf zu werfen vor dem Hintergrund welche Motivationen dahinter stecken, halte ich auch fuer ziemlich fragwuerdig. Wir tun Dinge aus bestimmten Gruenden und nicht einfach nur so.

    Mich wuerde halt eine Selbstanalyse von Spielern interessieren, bspw. ich spiele gerne Wolfenstein weil ...

    Ich wuerde es ja gerne verstehen, nur bis jetzt waren die einzigen antworten: "das ist halt so" und das zeugt numal von verminderter Selbstreflexion
  7. #66

    Zitat von Herr Lehmann Beitrag anzeigen
    "Man zockt halt Wolfenstein, so ist das halt" ist doch kein differenziertes oder entwickeltes Argument. Stricken und Castle Wolfenstein in einen Topf zu werfen vor dem Hintergrund welche Motivationen dahinter stecken, halte ich auch fuer ziemlich fragwuerdig. Wir tun Dinge aus bestimmten Gruenden und nicht einfach nur so.

    Mich wuerde halt eine Selbstanalyse von Spielern interessieren, bspw. ich spiele gerne Wolfenstein weil ...

    Ich wuerde es ja gerne verstehen, nur bis jetzt waren die einzigen antworten: "das ist halt so" und das zeugt numal von verminderter Selbstreflexion
    Sie haben keinen Draht zum Thema, daher ist es sinnlos auf ihre Fragen/Argumente einzugehen.
    Ein guter Freund von mir strickt Babysachen und spielt Shooter....sie, nehm ich mal an, tun weder das eine, noch das andere...

    Gehen sie in ihre Ecke und schweigen einfach! Auch wenn ihre "Triebe" was anderes sagen!
  8. #67

    Zitat von Herr Lehmann Beitrag anzeigen
    Mich wuerde halt eine Selbstanalyse von Spielern interessieren, bspw. ich spiele gerne Wolfenstein weil ...

    Ich wuerde es ja gerne verstehen, nur bis jetzt waren die einzigen antworten: "das ist halt so" und das zeugt numal von verminderter Selbstreflexion
    Nein, es zeugt eher davon, dass kein Sinn gesehen wird, wenn man sich im Kreis dreht. Ich kann Ihnen gerne sagen, weshalb ich z.B. die Anno Reihe gerne spiele und ich kann Ihnen auch sagen, was ich an RPGs toll finde. Es läuft nun einmal auf Spaß und Unterhaltung hinaus. Wenn ich nun schreibe, dass mich an Anno z.B. der Aufbau reizt, führt das zu der Frage nach dem Warum. Die Antwort: Ich mag es eine Siedlung zu planen, aufzubauen, kurz-, mittel- und langfristige Ziele stecken und (versuchen zu) erreichen. Ich mag es auch, festzustellen, dass etwas nicht aufgeht, entsprechend anzupassen und zu korrigieren. Sie können feststellen, dass ich von "Ich mag" gesprochen habe; führt zur nächsten Warum-Frage: Wieso mag ich die genannten Dinge? Da befinden wir uns dann in einem Kreis.

    Bei Shootern werden Sie natürlich andere Antworten bekommen. Antworten, bei denen es sehr leicht fällt zu werten. Die Wertungen sind absehbar.
  9. #68

    Alle Spiele

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Im Blockbuster-Shooter "Call of Duty: Black Ops 2" darf der Spieler vermeintlich moralische Entscheidungen Treffen. Kopfschuss oder Kniescheibe? Töten oder Verschonen? Das Spiel ist bei weitem nicht das erste, das dies versucht - und es scheitert am eigenen Anspruch.

    Moral im Spiel? Call of Duty - Black Ops 2 - SPIEGEL ONLINE
    Das gibt es in allen Spielen. Auch bei RPG oder MMORPGs muss man eigentlich nur alles toeten, um weiter zu kommen. Sogar im Pen&Paper wird i.d.R. erst einmal draufgehauen und dann gefragt, als Referenz die Dokumentation: The Gamers :)

    Warum auch nicht, es gibt auch anspruchsvollere Spiele wo fast nur geredet wird. Jeder wie er mag...