"Call of Duty - Black Ops 2": Wie moralisch können Videospiele sein?

APIm Blockbuster-Shooter "Call of Duty: Black Ops 2" darf der Spieler vermeintlich moralische Entscheidungen Treffen. Kopfschuss oder Kniescheibe? Töten oder Verschonen? Das Spiel ist bei weitem nicht das erste, das dies versucht - und es scheitert am eigenen Anspruch.

http://www.spiegel.de/netzwelt/games...-a-869318.html
  1. #1

    Moral hin oder her

    SPON zeigt uns mit dem erhobenen Zeigefinger, wie unmoralisch Black Ops 2 ist.

    Es ist ein Ballerspiel, in dem den Pixelfiguren ihr virtuelles Leben aushauchen kann. Solche Entscheidungen bringen einfach etwas Spannung rein und es ist letztendlich dabei völlig egal, ob man Kniescheibe oder Kopf wählt. Es macht rumms und weiter geht das Geballer, das unheimlich viel Spass macht.

    Da gibt es keinen tieferen Sinn dahinter Es beeinflusst einfach nur die Story etwas und soll den Wiederspielwert erhöhen.
  2. #2

    wieder nix verstanden.

    Hier stehen keine moralischen Entscheidungen im Vordergrund.

    Es ist schlicht die Abwägung welche Konsequenzen Entscheidungen im späteren Spielverlauf mit sich bringen. Und entsprechend welche Vor- bzw. Nachteile sich aus den Entscheidungen auf den eigenen Charakter ergeben.

    Spontan erinnere ich mich, dass solche Spielsituationen bereits, wenn auch rudimentär, bei Onimusha vorzufinden waren.

    Auch bei Silent Hill 2 beeinflusste der Spielverlauf das alternative Ende.

    Fazit: und erneut konstruiert der Autor erfundene Kausalitäten, die gar nicht beabsichtigt wurden.
  3. #3

    CoD

    CoD Singleplayer sind interaktive Actionfilme, nicht mehr, nicht weniger. Beschweren sich Kinobesuche darüber, dass sie während Rambo nicht die Handlung beeinflüssen können?

    Er ist erstaunlich wie weit die Meinung und Urteilskraft der Allgemeinheit von der der Kritiker abweicht.

    Und in gerade in Deutschland ist natürlich immer der erhobene Zeigefinger mit dabei. Warum *müssen* Spiele moralisch oder lehrreich sein? Es ist Erwachsenenunterhaltung und nichts für 10 jährige.

    Aber das Wichtigste: Moral ist nicht Schwarz/Weiß wie das in Deutschen Medien gerne dargestellt wird. Hier werden Taliban und Hamas immer mal wieder zu Pseudofreiheitskämpfern stilisiert, Dronenangriffe als "Mord" verurteilt, usw. - Eine Sache die extrem negativen Einfluss auf den Einsatz der Bundeswehr hatte: Soldaten wurde quasi gesagt, dass man auf Feinde in 100m Entfernung nicht schießen durfte, solang sie nicht auf einen selbst schießen, Feuerunterstützung gabs nicht, da ja immer "Zivilisten" (deutsch für feindliche Kämpfer die ihre Waffe gerade nicht geschultert haben, oder deren Waffe nach dem Tod entfernt wurde) zufällig verletzt werden könnten.

    Moralische Entscheidungen mögen in einem Spiel nett sein, aber was nicht nett ist, ist dass Spieledesigner mit Zeigefinger in der Luft zu wissen glauben welche Entscheidung denn die "Richtige" ist. Gerade das gelobte Spec Ops war ein unglaublich schlechtes (!) Spiel, da man von Anfang bis Ende durchgehend den Oberlehrer vor sich hatte: Im Gegensatz zum Test hat man NULL Entscheidungsfreiheit - wenn man Zivilisten nicht mit Phosphor angreift oder ihnen in der Wüste das Wasser raubt, dann geht das Spiel einfach nicht weiter. Man wurde also quasi gezwungen permanent Dinge zu tun von denen man wusste dass sie falsch sind - und auf Wahnvorstellungen beruhen - hatte aber gerade keine Möglichkeit dem zu entkommen:
    Ausser das Spiel zu beenden.

    Das war auch die Realität hinter den Sachen mit den Testern: Die sind nicht gegangen weil ihnen das ganze zu sehr an die Nerven ging, sondern weil von 2 Entscheidungen in 100% der Fälle beide falsch waren, oder eine zwangsläufig direkt zum Tod und neuladen führte.

    Fazit:
    Wie gesagt: In dieser "Positiv-Liste" an Spielen die es angeblich "richtig machen", gibt es garkeine Gut oder Schlecht möglichkeiten, sondern ausnahmslos schlecht oder noch schlechter. Wenn man für ein Produkt 50€-100€ bezahlt, dann sollte der positive Aspekt nicht daran bestehen, dass es dermaßen schlecht ist, weil die Schreiber einen zu negativen Handlungen zwingen, dass man es nach 30 mins aus der Hand legen will.

    Aber Hey, Filmkritiker loben ja auch durchaus Movies mit dem Prädikat, dass sie so "schwer zu ertragen sind", dass normale Filmbesucher ihn nicht zu Ende schauen können.

    Wenn man tatsächliche die mit Abstand realistischste, moralischste, bedeutenste und objektivste "Simulation des Alltags" (als Sodat?) sucht, dann sollte man es mit der Realität probieren. Bundeswehr steht jedem offen. Aber Games und Movies sind Entertaintment, keine digitalen Oberlehrer für Erwachsene, die bewusst "keinen Spaß machen sollen".
  4. #4

    Andere Medien

    Oh Mann, ich würd mich echt mal freuen, wenn der Görig sich auch über irgendwelche Kinofilme so echauffieren würde und seine philosophische Soße drüber kippen würde.
    Früher bin ich als Cowboy und Indianer draußen rumgerannt und hab meine Gegner auch "virtuell" abgemurkst (... oder sie mich).
    Call of Duty ist ein Ballerspiel, wie oft denn noch, man kann da nicht mehr erwarten außer Gewehr durchladen und schießen.
    Im Übrigen wird das Spiel in den meisten Foren ziemlich zerrissen und dürfte ein Flop werden.
  5. #5

    Schuster...

    ...blei bei deinem Leisten! Schon wieder so ein Artikel, der von einem grundlegenden Unverständnis(wollen) geprägt ist, was Video/PC-Spiele und ihr jeweiliges Genre (ja oh Wunder, es gibt verschiedene!) angeht. Die CoD Reihe hat sich nie durch besonders tiefschürfende moralische Fragestellungen auf der Meta-Ebene etc. ausgezeichnet. Es sind Action Spiele - konkret First Person Shooter. Die Story ist etwa so komplex und anspruchsvoll wie in einem Die Hard Film. Na und? Die Macher erheben ja keinen anderen Anspruch. Dass der Autor noch ein bischen 1/8-Wissen einstreut (wow, der kennt Shadow of the Colossus...) ändert nichts an der mangelnden Fach-, bzw. Genrekenntnis. Überflüssig lieber SPON - macht Politik und nervt Spieler, Autofahrer, Wissenschaftsinteressierte etc. nicht mit eurem Spartenprogramm!
  6. #6

    Zitat von cor Beitrag anzeigen
    SPON zeigt uns mit dem erhobenen Zeigefinger, wie unmoralisch Black Ops 2 ist.

    Es ist ein Ballerspiel, in dem den Pixelfiguren ihr virtuelles Leben aushauchen kann. Solche Entscheidungen bringen einfach etwas Spannung rein und es ist letztendlich dabei völlig egal, ob man Kniescheibe oder Kopf wählt. Es macht rumms und weiter geht das Geballer, das unheimlich viel Spass macht.

    Da gibt es keinen tieferen Sinn dahinter Es beeinflusst einfach nur die Story etwas und soll den Wiederspielwert erhöhen.
    Das ist aber nicht der Anspruch der Entwickler und darum geht es in dem Artikel. Warum kommen bei jedem Artikel eigentlich massenweise Schmähbeiträge, der Autor hätte das Spiel nicht verstanden, es gehe um das Geballer (oder nur um das Multiplayer-Spiel)? Wenn das so dann kann man eine Kritik die sich auf andere Aspekte bezieht doch einfach ignorieren. Ich spiele gerne Battlefield 3, aber die Single-Player-Kampagne war mir von Anfang an egal. Wird die in einer Kritik schlecht gemacht, war mir das egal.
  7. #7

    Ich frage mich langsam schon, warum der Autor grundsätzlich Spiele bespricht, mit denen er persönlich nichts anfangen kann. Man siehe die grottige Besprechung von MOHW. Bei CODBO2 gehts doch nicht um Moral. Es geht um kurzweiliges Spielvergnügen. Wer virtuell Probleme damit hat, jemandem in den Kopf zu schiessen sollte solche Spiele besser liegen lassen und was anderes machen.
  8. #8

    Der Autor erlaubt sich anhand dem aktuellen Spielbeispiel "Black Ops 2" weniger Gewalt und mehr Moral in der Spieleszene einzufordern.
    Es geht in aktuellen kommerziellen Spielen, in diesem Fall in einem Shooter nicht um Planspiele für Moralische Entscheidungsfindung oder Sensibilisierung in dem Thema.
    Man bekommt mit dem Kauf des Spiels das was versprochen ist- Aktion und Unterhaltung. Damit bedient es jedoch nur die heutige Gesellschaft, die mittlerweile Gewalt akzeptiert und einfordert, die Verkaufszahlen von 100 Millionen aufwärts sprechen für sich-
    In einem Tatort reicht heutzutage ein einziger Mord nicht mehr aus- zudem macht sich auch hier die extremere Gewaltdarstellung bemerkbar, dies als Beispiel am Rande.
    Call of Duty ist von der Sache her ein interaktiver Aktionfilm. Im Kino wundert sich niemand über die Linearität des Films oder die Gewalt in einem Bond.
    Genausowenig wie sich niemand über die vorgeschriebene Laufrichtung bei Monopoly wundert. Spiele wie Call of Duty bedienen lediglich die Gesellschaft.
  9. #9

    Doch, das ist der Anspruch...

    Zitat von Locutus Beitrag anzeigen
    Das ist aber nicht der Anspruch der Entwickler und darum geht es in dem Artikel. Warum kommen bei jedem Artikel eigentlich massenweise Schmähbeiträge, der Autor hätte das Spiel nicht verstanden, es gehe um das Geballer (oder nur um das Multiplayer-Spiel)? Wenn das so dann kann man eine Kritik die sich auf andere Aspekte bezieht doch einfach ignorieren. Ich spiele gerne Battlefield 3, aber die Single-Player-Kampagne war mir von Anfang an egal. Wird die in einer Kritik schlecht gemacht, war mir das egal.
    Die Stories der CoD-Reihe wurden immer wieder mit irgendwelchen Quick-Time Events o.ä. ausgeschmückt. Wie gesagt, "ausgeschmückt", jetzt bringt man halt ein bisschen (Pseudo-)Moral rein. Hätte man tatsächlich ein Spiel machen wollen, dass grossen Wert auf die Spielerentscheide legt, hätte man den Storyverlauf auch anders aufgleisen müssen, so dass Spielerentscheide einen signifikanten Einluss haben.
    Die Singleplayer-Kampagnen sind zumindest seit MW eher Schmuck und Zierde. Treyarch gilt hier eher als das Studio, dass sich was traut (Black Ops I blieb ja wegen der brutalen Story auch nicht von Kritik verschont), während die Arbeit von Infinity Ward nach Meinung vieler mehr 08/15 Kost ist (Glaubenssache).