Manpower-Chefin Calasan: "Deutsche Firmen sind selbst schuld, wenn Fachkräfte fehlen"

picture alliance / dpaFachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-868539.html
  1. #1

    Deutsch

    Ist die in Europa am häufigsten gesprochene Sprache.
    Gerade im technischen Bereich sind die Ingenieure eben keine Sprachwissenschaftler und Missverständnisse auf Grund fehlerhafter Sprachkenntnisse sind nicht selten.
    Wenn ausländische Lieferanten unseren Betrieben etwas verkaufen wollen, dann müssen sie Unterlagen auf Deutsch erstellen.
    Wenn deutsche Unternehmen im Ausland etwas verkaufen wollen, dann zumeist in deren Landessprache.
    Nun eine Forderung zu erheben intern im Betrieb in einer Art Kauderwelsch zu kommunizieren ist einfach lächerlich und lädt zu Übersetzungsfehlern ein.
    Ich stelle mir diese Forderung gerade mal in Frankreich vor : weltfremd.
  2. #2

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.

    Manpower-Chefin Calasan: "Fachkräftemangel ist hausgemacht" - SPIEGEL ONLINE
    Sicherlich ist alles im Interview Gesagte richtig - es fehlt aber noch eine wichtige Komponente.
    Deutsche Firmen klagen über den angeblichen Fachkräftemangel, sind aber gleichzeitig nicht bereit, geeigneten Kandidaten auch das angemessene Gehalt zu zahlen.

    In meinem Fall war das genauso. Ich habe mich lang und breit in Deutschland umgesehen, um einen interessanten und adäquat bezahlten Posten zu finden; natürlich bedeutet adäquat in manchen Bereichen etwas anderes als in anderen, dessen bin ich mir bewusst.

    Inzwischen betrachte ich Deutschlands Probleme aus dem Ausland und kann mich nur wundern. Hier habe ich einen äußerst interessanten Job gefunden, mit viel Verantwortung und - man glaube es kaum! - adäquater Bezahlung.
    Deutschland wird kräftig entschlacken müssen, Steuern und Sozialabgaben deutlich senken - dann klappt das auch wieder mit den Fachkräften, denn dann lohnt es sich auch wieder als Fachkraft in Deutschland zu arbeiten - und das ist nicht nur ein Ansporn für ausländische Fachkräfte, nach Deutschland zu immigrieren. Es ist auch ein Anreiz für Jugendliche, sich für eines der zugegebenermaßen harten MINT-Fächer zu interessieren und diese zu studieren - denn am Schluss winkt ein höchst interessanter Arbeitsplatz mit einem großen Einkommen.

    Ich gebe aber zu: Ich habe keine große Hoffnung, dass in der Neidrepublik Deusctschland die richtigen Maßnahmen getroffen werden - und selbst wenn, es dauert sicherlich 15 bis 20 Jahre, bis sich die Situation durch einen Zustrom neu ausgebildeter MINT-Absolventen grundlegend ändert.

    Viel Glück, Deutschland!
  3. #3

    Fachkräfte für 10 € die Stunde gesucht...

    Der angebliche Fachkräftemangel ist eine der größten Lügen unserer Regierung.Sie handelt im Auftrag der Konzerne um die Löhne in Deutschland zu drücken.Je höher das Angebot an Fachkräften, desto niedriger die Löhne.Wollen Fachkräfte haben für 10 € die Stunde, das klappt natürlich nicht.
  4. #4

    Aha...

    ... wieder mal die Lösung mit ausländischen "Fachkräften". Warum nicht einfach ordentliche Löhne zahlen? Das ein Ingenieur nicht unbedingt für 35 k€ p.a. arbeiten möchte ist doch klar, oder? Der "Fachkräftemangel" ist eine Erfindung der Industrie. Es geht rein darum der Politik Zugeständnisse abzuringen und Löhne zu drücken.
  5. #5

    Endlich wird das mal richtig gestellt...

    ...dass die Not in deutschen Betrieben nicht so gross sein kann. Danke!
  6. #6

    Es gibt keinen Fachkräftemangel

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.

    Manpower-Chefin Calasan: "Fachkräftemangel ist hausgemacht" - SPIEGEL ONLINE
    Richtig. Es gibt in Deutschland definitiv keinen Fachkräftemangel. Ich selbst habe zwar mal Chemie studiert, aber keinen Job als Chemiker gefunden. Nach langen Jahren in der Beratung bin ich nun seit einigen Jahren Freiberufler im IT-Bereich. Aber die meisten Projekte mache ich im Ausland, weil in Deutschland seit 2008 die Rates eigentlich nur noch nach unten gehen. Ich kenne jedoch Länder, in denen wirklich Fachkräftemangel herrscht. Z. B. in Singapur, wo jeder, der gerade mal was dazu gelernt hat, sofort Abwerbeangebote bekommt.
    Hier in DE dient die Mär vom Fachkräftemangel nur dem Lohndumping. So richtig erfolgreich war man beim Lohndumping in Deutschland bisher ja nur bei Tätigkeiten, für die keine besonders hohe Qualifikation erforderlich ist. Nun wird das eben für qualifiziertere Jobs nachgeholt. Wenn man mal einen Politiker, der die Mär vom Fachkräftemangel verbreitet, fragt, welche Fachkräfte fehlen, werden ja auch meistens nur Beispiele von Jobs genannt, die sehr schlecht bezahlt werden (Altenpflege und Kinderbetreuung z. B.).
    Vielen Dank an die SPON-Redaktion, dass Sie nun mal jemanden vom Fach zu dem Thema interviewed haben. Selbstverständlich sind wirkliche Fachkräfte aus dem Ausland für Deutschland viel zu teuer. Sie könnten z. B. auch mal schreiben, was so ein Arabischer Ingenieur in seiner Heimat verdient und welche Abgaben er in seiner Heimat davon zu leisten hat. Dann würde selbst ein Thilo Sarazzin erkennen, dass seine Probleme mit Leuten aus dem Mittleren Osten definitiv nichts mit irgendwelchen Genen zu tun haben. Es ist ein Problem unseres Systems.
  7. #7

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Fachkräftemangel? Richtig groß kann die Not nicht sein, sagt Vera Calasan im Interview. Die Chefin des Personalvermittlers Manpower findet, dass viele Firmen einer weltfremden Vorstellung vom idealen Bewerber nachhängen. Und für ausländische Mitarbeiter sind die wenigsten offen.

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    sehr schön, dass die dame das hier so offen anspricht und mal die andere seite des fachkräftemangels beleuchtet. unternehmen wollen zwar hochqualifizierte arbeitskräfte, aber nichts dafür zahlen. auch hier rächt sich die geiz-und-billig-mentalität. da sich auf lange sicht qualität durchsetzt, wird das wohl nicht lange anhalten.
  8. #8

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ...hier sollen die Bewerber immer hundertprozentig passen, andernorts ist man da offener. Die Kompromissbereitschaft lohnt sich: Es kann oft einfacher sein, neue Mitarbeiter, die nur zu 85 Prozent einem ausgeschriebenen Stellenprofil entsprechen, in Einzelbereichen zu schulen, als die Stelle noch länger unbesetzt zu lassen.
    Manpower-Chefin Calasan: "Fachkräftemangel ist hausgemacht" - SPIEGEL ONLINE
    Ein leidiges Thema: Kandidaten müssen zu 100% passen - am liebsten zu 150%.
    Welche Motivation sollte jemand, der zu 100% passt, haben, die Stelle zu wechseln, wenn man davon ausgeht, dass er nach dem Wechsel das gleiche machen soll wie vorher?
    Wenn man wechselt, will man sich weiterentwickeln, und nicht die gleiche Arbeit in anderer Umgebung erledigen. Da können nur die "Top 10" der Unternehmen oder ein saftiges Gehaltsplus locken, für die es sich gegebenen falls "lohnt" zu wechseln, und damit auch das Risiko zu tragen, gegebenenfalls zu scheitern.

    "Neue Herausforderungen" sehen anders aus!
  9. #9

    Wäre der Mangel wirklich so groß, würden die gebotenen Gehälter deutlich steigen, während man sich gleichzeitig darum bemühte, die vorhandenen Kräfte bei Laune zu halten.

    Beides kann man so nicht beobachten, schon gar nicht in der Breite.