Cenoten: Tauchgang in die Tore der Hölle

Uli KunzIn Mexikos gefluteten Höhlen liegen tote Maya und jahrtausendealte Knochen von Steinzeitbewohnern. Jetzt wird das Unterwasserlabyrinth mit moderner Bildtechnik erforscht: Archäologen erstellen Computermodelle von Relikten, ein Kinofilm dokumentiert die Höhlen erstmals in 3-D.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/t...-a-866771.html
  1. #1

    Interessant...

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Mexikos gefluteten Höhlen liegen tote Maya und jahrtausendealte Knochen von Steinzeitbewohnern. Jetzt wird das Unterwasserlabyrinth mit moderner Bildtechnik erforscht: Archäologen erstellen Computermodelle von Relikten, ein Kinofilm dokumentiert die Höhlen erstmals in 3-D.

    Unterwasser-Höhlen der Maya: 3-D-Film zeigt Mexikos Cenoten - SPIEGEL ONLINE
    Interessanter Artikel! Also ich werde mir den Film mit Sicherheit anschauen!

    Allerdings gibt es auch in diesem Artikel wieder einige Ungenauigkeiten: Die Maya leben auch heute noch in diesem Gebiet, nicht nur bis 900. Im Norden der Yucatán-Halbinsel, wo die Cenoten und die ausgedehnten Höhlensysteme hauptsächlich auftreten, also in Yucatán und im nördlichen Quintana Roo, bestanden auch die Maya-(Hoch)kulturen bis zum Eintreffen der Spanier fort. Auf der zentralen Yucatán-Halbinsel gibt es aus geologischen Gründen so gut wie keine Cenoten. Allenfalls im Osten, also im südlichen Quintana Roo sind sie noch vereinzelt zu finden.

    Außerdem ist es etwas stark vereinfacht, die Unterwelt Xibalba mit der "Hölle" gleichzusetzen. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob die Maya mit Xibalba wirklich unmittelbar diese Höhlensysteme meinten. Soweit ich weiß gibt es nur sehr wenige erhaltene Codices und das meiste, was wir von der Götterwelt der Maya wissen, angesehen von Inschriften, stammt aus der sogenannten "Maya-Bibel", dem "Popol Vuh". Dieses wiederum wurde uns von den Quiche-Maya im guatemaltekischen Hochland überliefert, wo es ja nun keine Cenotes gibt. Im Norden hat ja Diego de Landa alles vernichten lassen... Aber vielleicht kann uns da jemand aufklären.

    Ansonsten freue ich mich immer, Artikel zur Yucatán-Halbinsel und den Maya zu lesen... ;-)
  2. #2

    Höhlentauchen in Mexiko ist einer meiner bisher unerfüllten Träume. Ich freu mich auf den Film. :-)
    Irgendwann flieg ich da mal hin.
  3. #3

    Krokodile

    Als ich mit einem Einheimischen zusammen vor einigen Jahren einen Cenote im Urwald an der Grenze zwischen Guatemala und Mexiko besuchte machten wir eine bemerkenswerte Beobachtung: ein mittelgrosses Krokodil sonnte sich auf den Felsen am Wasser. Wie viele Cenotes war auch dieser ein tiefes rundes Loch, das sich unvermittelt im Urwald auftat. Vielleicht 20m im Durchmesser, auch etwa 20m tief und am Grund mit tiefblauem Wasser gefüllt.

    Wir schauten uns das genau an, da gabs keine Chance, dass das Krokodil die senkrechten Felswände hätte hinaufklettern können (was eine beruhigende Erkenntnis für uns war). Es sonnte sich bewegungslos auf einem kleinen Felsvorsprung. Unser einheimische Führer meinte, dass sich das Krokodil nur sehr selten bewegt, aber immer da ist, und einmal sei ein Affe in den Cenote gefallen, den hätte das Krokodil dann verspeist.

    Ich fand das sehr bemerkenswert, denn sehr viele Affen fallen wohl nicht ins Wasser. Gibt es Fische im Cenote? Wie ist das Krokodil überhaupt in den Cenote gekommen? Durch irgendein Unterwasser-Höhlensystem getaucht? Oder ist das Krokodil vom einige Kilometer entfernten, von Krokodilen bevölkerten Fluss aus durch den Urwald gestreift und dann todesmutig in den Cenote gesprungen? Oder haben Menschen nachgeholfen?

    Auf alle Fälle ist das Tauchen in den Cenotes ein grosses Abenteuer ... und ich werde mir den Film anschauen.
  4. #4

    Dazu schonmal ein eindeutiges Ja!

    Zitat von Hindemith Beitrag anzeigen
    ...

    Ich fand das sehr bemerkenswert, denn sehr viele Affen fallen wohl nicht ins Wasser. Gibt es Fische im Cenote? Wie ist das Krokodil überhaupt in den Cenote gekommen? Durch irgendein Unterwasser-Höhlensystem getaucht? Oder ist das Krokodil vom einige Kilometer entfernten, von Krokodilen bevölkerten Fluss aus durch den Urwald gestreift und dann todesmutig in den Cenote gesprungen? Oder haben Menschen nachgeholfen?

    Auf alle Fälle ist das Tauchen in den Cenotes ein grosses Abenteuer ... und ich werde mir den Film anschauen.
    In vielen Cenoten gibt es tatsächlich Fische; ich war schon im ein oder anderen plantschen und schnorcheln und konnte dabei Fische beobachten. Die werden durch das labyrinthartige Höhlensystem dorthin gelangt sein; dadurch verbreiteten sie sich wohl von Cenote zu Cenote.
  5. #5

    Zitat von Stefnix Beitrag anzeigen
    In vielen Cenoten gibt es tatsächlich Fische; ich war schon im ein oder anderen plantschen und schnorcheln und konnte dabei Fische beobachten. Die werden durch das labyrinthartige Höhlensystem dorthin gelangt sein; dadurch verbreiteten sie sich wohl von Cenote zu Cenote.
    Das muss nicht unbedingt sein, Fische werden auch von Vögeln verbreitet.
    Ein einheimisches Beispiel wäre das sogenannte Moderlieschen.
  6. #6

    Sehr interessant...

    Klasse, ein wirklich interessanter Artikel. Das weckt die Lust daran, selbst mal auf Tauchgang zu gehen, fehlt nur noch der Tauchschein ;) na ja... und das nötige Kleingeld. Es muss auf jeden Fall spannend sein in vergangene Zeiten abzutauchen und sich vielleicht seine eigenen Bilder auszumalen. Das werde ich dann wohl mit dem Kinofilm tun :)