Erste Hilfe Karriere: Bitte kein Bewerber-Blabla

CorbisImmer diese lahmen Sonntagsreden und schwulstigen Liebesschwüre - Personaler finden viele Anschreiben gerade gut genug für ein spontanes Gähnen. Bewerbungshelfer Gerhard Winkler empfiehlt, ganz auf die Kraft der Fakten zu vertrauen, umstandslos und ungerührt.

http://www.spiegel.de/karriere/beruf...-a-869052.html
  1. #1

    Wow!

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    "Bereits während meines mit 1,0 absolvierten Masterstudiums Wirtschaftsrecht an der Universität Irgendwo habe ich Assistenzfunktionen für die Geschäftsleitung des Berliner Startups Laws & Ordnung GbR übernommen. Insbesondere habe ich die Gesellschaftsgründung juristisch vorbereitet, die allgemeinen Geschäftsbedingungen ausgearbeitet, eine Patentanmeldung verfolgt und durchgesetzt und die gesamte interne Rechtsberatung geleistet."
    Ich war schon im zweiten Lehrjahr Vorstandsvorsitzender einer AG und Geschäftsführer einer GmbH ... Die Uni muss tatsächlich die Uni Irgendwo gewesen sein ... das Patent wurde wohl bei der Mutter angemeldet ... und die Rechtsberatung? Zumindest der Autor scheint davon keine Ahnung zu haben, oder kennt er die Herren/Damen Law und Ordnung persönlich? Na ja, es sollte ja nur ein Beispiel sein, aber dafür ist es mehr als ziemlich unrealistisch.
  2. #2

    Soso ...

    immer wieder witzig solche Artikel zu lesen. Letzten Endes ist der aktuell beschriebene Stil vollkommen irrelevant. Es kommt immer drauf an, was der HR-Mensch lesen will und dass beides zusammen passt. Und Personaler sind genauso unterschiedlich wie die Bewerber. Was beim Einen arrogant klingt, klingt beim nächsten langweilig. Wo der eine was innovatives sieht, erkennt der nächste was unpassendes.
  3. #3

    Bewerben heißt zuarbeiten

    Man fragt sich was die "Personaler" eigentlich noch können müssen. Schablonen über eine Datenbank von Bewerbern legen? Ein Bewerber muss doch nicht nur fachlich, sondern auch sozial in ein Team passen. Wenn ich nur ein Faktsheet habe, kann ich weder etwas über seine Persönlichkeit, noch über seine soziale Kompetenz sagen. Ein "Anschreiben" halte ich für sehr aussagekräftig um dieses einschätzen zu können. Menschen sind keine Maschinen und Mitarbeiter sind mehr als eine Anhäufung von Fachwissen.
  4. #4

    Die Zeiten ....

    In denen die Personaler auf selbstbewusste Sprücheklopfer reingefallen sind - die sind vorbei ...
    Selbst bei den startups ist mittlerweile Anpassung gefragt ...
    Neue Leute mit großer Klappe sind schon garnicht gefragt - solche haben den unternehmen meist mehr geschadet als etwas gebracht - und alle wissen, der erste Job soll eh nur Sprungbrett werden ....;);)
  5. #5

    Kein Blabla !

    rät der Autor und redet dann selber seitenlang Blabla.
    Er hätte sich an seinen eigenen Ratschlag halten sollen: nicht ewig aufzählen, was nicht gut ist, sondern kurz und knapp sagen, wie mans richtig macht.
  6. #6

    Zitat von firefox34 Beitrag anzeigen
    Man fragt sich was die "Personaler" eigentlich noch können müssen. Schablonen über eine Datenbank von Bewerbern legen? Ein Bewerber muss doch nicht nur fachlich, sondern auch sozial in ein Team passen. Wenn ich nur ein Faktsheet habe, kann ich weder etwas über seine Persönlichkeit, noch über seine soziale Kompetenz sagen.
    Gerüchten zufolge werden zu diesem Zweck sog. Vorstellungsgespräche durchgeführt...
  7. #7

    Beispiele sind hier immer kritisch

    Zitat von Yves73 Beitrag anzeigen
    ...Letzten Endes ist der aktuell beschriebene Stil vollkommen irrelevant. Es kommt immer drauf an, was der HR-Mensch lesen will und dass beides zusammen passt. Und Personaler sind genauso unterschiedlich wie die Bewerber. ...
    Das kann ich nur unterstreichen. Und hinzufügen, dass es natürlich von der Größe des Unternehmens abhängt, wie sehr das Anschreiben die Chancen beeinflussen kann.
    Bei mir hat sich noch keiner nur durch ein Anschreiben abgeschossen. Umgekehrt kann man auch durch das Anschreiben die weiteren Unterlagen bei mir nicht signifikant aufwerten. Es zählt der Gesamteindruck.

    Das Beispiel des Autors würde bei mir den Gedanken "eventuell überqualifiziert und dann später unzufrieden" aufblitzen lassen, würde aber deswegen ein klärendes Gespräch nicht verhindern.

    Letzten Endes erwarte ich eine kurze, prägnante Zusammenfassung des CV, an der man erkennen kann, dass der Bewerber die wichtigsten Passagen seines CV bezogen auf die Stellenausschreibung nennen kann. D.h. meine Stellenausschreibung ist beim Empfänger verstanden worden und er konnte sie reflektieren und mit seinen Qualifikationen in Bezug setzen.
  8. #8

    Korrekt

    Zitat von firefox34 Beitrag anzeigen
    Man fragt sich was die "Personaler" eigentlich noch können müssen. Schablonen über eine Datenbank von Bewerbern legen? Ein Bewerber muss doch nicht nur fachlich, sondern auch sozial in ein Team passen. Wenn ich nur ein Faktsheet habe, kann ich weder etwas über seine Persönlichkeit, noch über seine soziale Kompetenz sagen. Ein "Anschreiben" halte ich für sehr aussagekräftig um dieses einschätzen zu können. Menschen sind keine Maschinen und Mitarbeiter sind mehr als eine Anhäufung von Fachwissen.
    Richtig.
    Ein Mittelständler liest i.d.R. alle Anschreiben, während allerdings ein Konzern wie Porsche pro Stellenausschreibung eine vierstellige Anzahl Bewerbungen erhält, wie sollen die noch gehandhabt werden wenn nicht über Datenbankfilter?
    Allerdings ist die Bewerbung die erste Arbeitsprobe des Bewerbers und man kann diese wunderbar als Filterinstrument nutzen. Grammatikfehler und damit Verstoß gegen das Vier- oder sogar Sechsaugenprinzip? Prima, genauso sorglos wie mit dieser Chance wird der Bewerber auch mit unseren teuren Rohstoffen/Kollegen/Kunden... umgehen - Absage.
    Bewerbungen sind eine Wissenschaft für sich, ein vernünftiges Training dazu kann meiner Erfahrung nach nicht unter einem Tag Dauer gehalten werden (schon gar nicht, wenn Assessments dazukommen).
    Und zu allem Überfluss kommt dann noch die Tagesform des bearbeitenden Personalers dazu.
    Und der Bewerber muss sich noch gegen Mitbewerber durchsetzen, die Mitarbeiterkinder sind, oder Kinder von Parteikollegen, oder Rotarier, oder Sportskameraden, oder man kennt sich aus dem Dackelclub, oder, oder, oder...
    Der "normale" Bewerber ohne Vitamin B hat schon fast verloren, der kann wirklich nur über Fakten, Fakten, Fakten konkurrieren, daher ist der Artikel vollkommen richtig.
  9. #9

    Perfekt?

    Das Beispiel zum Ende des Beitrags mag schöne Fakten vereinen. Aber ich finde es alles andere als perfekt - weder ist es besonders lesefreundlich (nach dem Motto: wie packe ich ganz viel Info in einen Satz), noch hilft es anderweitig weiter - denn wer was wann wo gemacht hat, kann man i.d.R. dem CV entnehmen. Im Anschreiben empfiehlt es sich, die Skills zu vermarkten, die aus dem CV nicht herauszulesen sind. Nicht umsonst ist seit einiger Zeit immer mehr von "Motivationsschreiben" die Rede.