Jauch-Debatte über Nahost-Konflikt: Der Preis des Friedens

dapdAußenminister Westerwelle betonte die Verantwortung für Israel, der Diriget Daniel Barenboim wünschte sich mehr deutschen Einfluss auf die Politik des Landes. "Niemals Frieden in Nahost?" - das war die Frage in der TV-Talkrunde von Günther Jauch. Die Antworten fielen nicht immer hoffnungsvoll aus.

Jauch-Talkrunde über den Nahost-Konflikt - SPIEGEL ONLINE
  1. #1

    Ansehbar

    Das war eine erfreulich unaufgeregte Diskussion zu einem hochemotionalen Thema.
    Es wäre schön, wenn die tatsächlich poltisch Verantwortlichen eine ähnliche Souveränität an den Tag legen könnten oder würden. Bedauerlicherweise ist jedoch JEDER, der im Nahen Osten substanziell Frieden schaffen wollte, früher oder später von extremistischen Wirrköpfen - sowohl auf arabischer als auch auf israelischer Seite - vom Leben zum Tode befördert worden.
  2. #2

    Im Gegenteil. Die Palästinenser sind vernünftig

    Zitat von Palmstroem Beitrag anzeigen
    Das Problem der Palästinenser ist die Verweigerung, die Realität anzuerkennen.
    Sie werden weder Jerusalem als Hauptstadt bekommen noch die Grenzen von 1967 noch die Rückkehr der Flüchtlinge erzwingen - nicht mit Gewalt und nicht in Verhandlungen.
    Vernünftig wäre es, das Existenzrecht Israels anzuerkennen, eine Grenzziehung wie etwa im Anapolisabkommen zu akzeptieren und wirtschaftlich mit Israel zu kooperieren. Vielleicht sollte man auch über eine Kantonlösung wie etwa in der Schweiz nachdenken statt einer Zweistaatenlösung.
    Aber leider ist Hass im Nahen Osten mehr verbreitet als Vernunft!
    Die Palästinenser sind vernünftig, weil sie die Realität sehr gut erkannt haben. Die Geburtsraten der Israelis sind sehr niedrig, die der Palästinenser sind sehr hoch. In 20 bis 30 Jahren wird die Demographie diesen Konflikt gelöst haben. Die Israelis werden zu einer Minderheit und deren kleine Staat wird höchstwahrscheinlich aufgelöst. Alle Verhandlungen, Zeitungsartikel und Talk-Shows können diese einfache Realität nicht ändern.
  3. #3

    welche historische verantwortung?

    Jaja, Herr Westerwelle. Israel istz die einzige Demokratie in der Region. Ein Land, in dem dem demokratisch entschieden wird, dass Frauen im Bus hinten sitzen müssen oder was? Herr Westerwelle plappert das. was er als deutschen Aussenminister sagen muss. Nicht mehr und nicht weniger
  4. #4

    Bei aller Diplomatie...

    ...war es wieder beschämend, wie Herr Westerwelle den Raketenbeschuss scharf verurteilte aber im Gegenzug die illegale israelische Siedlungspolitik nicht direkt ansprach. So lange Israel nicht aufhört, palästinensisches Gebiet illegal zu besiedeln KANN es dort keinen Frieden geben.
  5. #5

    ...

    Die Diskussion war nicht erfreulich unaufgeregt-- sie war dem heiklen Thema geschuldet.

    es ging höflich zu und ohne Schärfe -- dass nur weil es ein heikles Thema ist. Ich bin sicher, dass sich alle Beteiligten am Stuhl festhalten mußten um höflich miteinander sprechen zu können.

    Eine Gesprächskultur die in allen politischen Diskussionen Schule machten sollte, muss! Schon um ein Vorbild zu sein, zu zeigen, dass man nicht mit verbalen und tätlichen Schlägen aufeinander losgehen muss.
  6. #6

    Na toll.

    Zitat von !!# Beitrag anzeigen
    Die Palästinenser sind vernünftig, weil sie die Realität sehr gut erkannt haben. Die Geburtsraten der Israelis sind sehr niedrig, die der Palästinenser sind sehr hoch. In 20 bis 30 Jahren wird die Demographie diesen Konflikt gelöst haben. Die Israelis werden zu einer Minderheit und deren kleine Staat wird höchstwahrscheinlich aufgelöst. Alle Verhandlungen, Zeitungsartikel und Talk-Shows können diese einfache Realität nicht ändern.
    Das Problem wird sich also mindestens noch 20 bis 30 Jahre ziehen.
    Und was machen die vernünftigen Palästinenser dann? Ohne industrielle Basis, ausreichende Landwirtschaft und funktionierende Institutionen dafür aber mit einem Haufen radikalisierter Jugendlicher ohne Perspektiven?
  7. #7

    optional

    Ein Teil des Problems liegt doch auch darin, wie hier diskutiert wird. Auch hier spricht man von DEN Palästinensern. Im Gegenzug spricht man von DEN Israelis. Im Gegensatz zu einhelligen Meinung hat die offizielle palästinensische Regierung den Staat Israel bereits anerkannt. Von israelischer Regierungsseite ist dies aber bis heute nicht geschehen. Eine Sonderrolle hierbei spielt die Hamas. Es wird aber den Beteiligten nichts anderes übrig bleiben als auch mit dieser Gruppierung zu reden. Ich denke die Mehrzahl beider Bevölkerungsgruppen möchte den Frieden. Es sollte bloß beiden Regierungen klar sein, dass man Rechte die man für sich einfordert immer auch für den Anderen gelten muss. Sonst ist man unglaubwürdig.
  8. #8

    Problem der Palästinenser

    Zitat von Palmstroem Beitrag anzeigen
    Das Problem der Palästinenser ist die Verweigerung, die Realität anzuerkennen.
    Sie werden weder Jerusalem als Hauptstadt bekommen noch die Grenzen von 1967 noch die Rückkehr der Flüchtlinge erzwingen - nicht mit Gewalt und nicht in Verhandlungen.
    Vernünftig wäre es, das Existenzrecht Israels anzuerkennen, eine Grenzziehung wie etwa im Anapolisabkommen zu akzeptieren und wirtschaftlich mit Israel zu kooperieren. Vielleicht sollte man auch über eine Kantonlösung wie etwa in der Schweiz nachdenken statt einer Zweistaatenlösung.
    Aber leider ist Hass im Nahen Osten mehr verbreitet als Vernunft!
    So kann man es nicht argumentieren. Keine Realität der Welt wird die Palästinenser dazu bringen zu akzeptieren, dass Jerusalem nicht "ihre" Stadt und Teile Israels nicht "Ihr" Land sind. Die Palästinenser verstehen diesen Zustand sicher als die aktuelle Realität, als eine gerechte Realität werden sie ihn aber nie akzeptieren.

    Das ist ein unumstößlicher Ausgangspunkt der Argumentation. Ein zweiter Punkt ist, dass die Israelis genau die selben Rechte haben und niemals etwas anderes akzeptieren werden.

    Also kann es entweder nur eine 2-Staaten-Lösung geben - bei der sich, wenn sie denn jemals käme - sowieso beide Seiten "betrogen" vorkämen, bei der Israel nach wie vor als "Feind" von nahezu allen Anliegerstaaten angesehen werden würde und beide Seiten jede sich bietende Gelegenheit nutzen würden die Dinge im Nachgang zu ihren Gunsten zu ändern. Daher erscheint mir eine 2-Staaten-Lösung nicht erstrebenswert.

    Ich denke, es sollte ein Land gleichberechtigter Bürger sein (Israelis und Palästinenser). Klingt wahrscheinlich sehr illusorisch, aber was sonst soll die Lösung sein? Die Israelis müssten viel Reichtum und aktuelle Privilegien aufgeben - nach 10-20 Jahren sollte sich die Lage aber wirtschaftlich stabilisiert haben. Dafür haben sie gute Chancen auf einen wirklich dauerhaften Frieden. Die Palästiner profitieren am meisten von dieser Lösung, aber man muss auch berücksichtigen dass sie aktuell ganz unten stehen und dies sicher kein gerechter Zustand ist.
  9. #9

    Überflüssig

    "
    Natürlich wäre es entschieden zu viel verlangt, von einer Talkshow die Lösung des Nahost-Konflikts zu erwarten" und damit war auch diese Jauch-Show überflüssig.