Ordnung am Arbeitsplatz: Schreibtischforscher kämpfen gegen das Bürochaos

Tesa-Roller, Aktennotizen im Stapel, Post-it-Terror - trotz digitaler Arbeitsplätze kämpfen Büromenschen gegen das tägliche Chaos. Clean-Desk-Berater versprechen Hilfe gegen überquellende Ablagen. Aus gutem Grund: Ein sauberer Schreibtisch fördert die Effizienz und steigert die Karrierechancen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...631770,00.html
  1. #1

    Ich gestehe....

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Tesa-Roller, Aktennotizen im Stapel, Post-it-Terror - trotz digitaler Arbeitsplätze kämpfen Büromenschen gegen das tägliche Chaos. Clean-Desk-Berater versprechen Hilfe gegen überquellende Ablagen. Aus gutem Grund: Ein sauberer Schreibtisch fördert die Effizienz und steigert die Karrierechancen.

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/m...631770,00.html
    ... auch ich bin eher ein Chaot als ein Aufräumer.

    Hat allerdings auch etwas mit dem "Wohlfühl-Faktor" zu tun, der in dem o. a. Bericht noch nicht einmal Erwähnung fand, aber für eine große Zahl an Schreibtisch-Usern eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt.

    Und ob die angegebenen Zahlen so auch stimmen..., ich bezweifle es und behaupte, wer mit einem Griff aus seinem "Müllberg" das Gewünschte ziehen kann, braucht für diesen Handgriff entscheidend weniger Zeit als mit vorherigem, korrektem Ablegen und verstauen sowie mit dem späteren Öffen und Durchsuchen der Schränke, Schubladen, etc. nach dem geforderten Dokument.

    Hinzu kommt, viele Dinge auf einem "zugewachsenen" Schreibtisch werden immer und immer wieder benötigt, warum also erst wegräumen? Ich benötige Kaffeemaschine, Schneidebrett oder Salzstreuer auch jeden Tag..., sollte ich diese Dinge auch immer irgendwo verstauen?

    Und..., wie aus o. a. Bericht hervorgeht..., wenn mein Gehirn nach außen wächst..., kann mir doch nur Recht sein, hab ich innen mehr Platz für so unnötige Dinge wie Postings in Foren oder Artikel auf "Blid"-Niveau in SPON lesen :-)
  2. #2

    Lustpille

    Wäre das nicht ein Fall für die Pharmaindustrie?: Erfindet eine Psychopille (ohne Nebenwirkungen), die einen motiviert, zum Feierabend den Schreibtisch aufzuräumen. Ich kauf euch die Dinger ab!
  3. #3

    was ist sinnlos?

    Das meiste was man in einem Büro macht, ist sowieso sinnlos, besonders wenn man "effizient" das abarbeitet, was der Chef sagt. Insofern belustigen mich immer aussagen wie "10% der Arbeitszeit werden unproduktiv/sinnlos verbracht." Nur 10%? So wenig? Mancher bringt es auf ein ganzes Berufsleben.
  4. #4

    Präsidententisch

    Mir ist in der Photo-Berichterstattung, die MSNBC im Weissen Haus gemacht hat, der Schreibtisch vom Präsidenten aufgefallen. Er war blank, eine vollkommen leere Arbeitsfläche mit nur einem Telefon. Wenn das wirklich immer so ist, dann scheint er mir doch sehr konzentriert und ohne jegliche Ablenkung zu arbeiten. Er scheint mir sowieso in jeder Hinsicht aufgeräumt zu sein.
  5. #5

    5 S

    Dem kann ich nur komplett zustimmen. Nicht nur der Schreibtisch sollte aufgeräumt sein, auch der Computer selbst. Wie oft muss man feststellen das Leute irgendeinen Bestand auf Ihrem Computer suchen und diesen manchmal erst nach vielen Minuten finden können, wenn überhaupt.
    Weiterführend sollte man sich auf die allgemeinen Computerkenntnisse von den Mitarbeiter mal etwas genauer anschauen. Erstaunlich viele Leute kennen viele Windows Funktionen die das Leben doch viel leichter machen nicht. Dies sorgt für viele unnötige (und oft auch frustrierende) Arbeitschritte. Beispiel: Alt und Tab oder Ctrl A usw.
    Das ganze sollte natürlich nicht übertrieben werden z.B. Markierungen für die Maus usw.
  6. #6

    Hintergedanken !

    Ich schätze, dass viele Menschen heutzutage ein Problem haben das Wichtige vom Unwichtigen trennen können.
    Um das Chaos zu verhindern, muss eigentlich den ganzen Tag immer wieder neu eine Entscheidung getroffen werden, was wichtig und was unwichtig ist.
    Viele Mitarbeiter sind dabei aber schon überfordert, um zu verhindern eventuell eine falsche Entscheidung zu treffen wird alles als wichtig eingestuft.
    Ich habe viele Mitarbeiter erlebt, die bewußt einen chaotischen vollen Schreibtisch vorführen um abzuschrecken. Sie zeigen damit "bleib mir vom Hals mit neuer Arbeit, du siehst doch wie viel ich zu tun habe".
    Ein überquellender Schreibtisch ist oft ein Zeichen der Abwehrhaltung.
    Der leere Schreibtisch symbolisiert einerseits ein effizientes Arbeiten zum anderen lädt es die Kollegen und den Vorgesetzten dazu ein, denjenigen mit noch mehr Arbeit "zuzumüllen".
    Wer diese Erfahrung macht, wird spätestens nach dem zweiten Mal gelernt haben, niemals einen organisierten Schreibtisch vorzuführen...
    Neben der Schreibtischorganisation muss einem Mitarbeiter eventuell auch mehr Kompetenz eingeräumt werden selbständig Entscheidungen zu treffen, damit dieses Chaos erst gar nicht entsteht.
  7. #7

    Ich stehe zu meinem Chaos

    Hallo,

    ich oute mich mal als zu dem einen Prozent der hoffnungslosen Fälle zugehörend. Allerdings habe ich auch noch nie das Bedürfnis nach einem ordentlichen Schreibtisch verspürt. Wozu?
    Alles, was wirklich wichtig ist, ist in meinem Computer. Schön geordnet, nach Projekten, Unterthemen, alle Dateien mit verständlichen Namen und Daten und das Ganze auch noch mit doppelter Sicherheitskopie und jederzeit im Internet auffindbar.

    Der Schreibtisch ist fürs Drumherum. Wenn da drei alte Kaffeetassen, Notizzettel, Bürolektüre der letzten fünf Monate, Kleingeld, Kleinmüll und sonstiges steht, wen stört's? Alle halbe Jahre räume ich auf, und dann mülle ich wieder zu. Die Sache hat zwei unschätzbare Vorteile:
    - einmal Aufräumen in sechs Monaten braucht weniger Zeit als jeden Tag fünf oder zehn Minuten aufräumen. Auch der mülligste Schreibtisch hat nicht mehr als 2 Quadratmeter Fläche; wenn der Krempel darauf im Durchschnitt 30 - 50 cm hoch liegt, ist es weniger als 1 Kubikmeter, und den kriegt man doch recht schnell entsorgt.
    - alles, was ich doch in Papierform brauche, liegt vor meiner Nase, in chronologischen Schichten. Alles, was ich nicht brauche, kann bis zum nächsten Entrümpeln in friedlicher Koexistenz danebenliegen.
    Dann gibt es noch einen Vorteil für den Putzmann im Büro: Er muß nur zweimal im Jahr meinen Schreibtisch wischen! Und es gibt einen weiteren Vorteil für die anderen Chaoten in meinem Büro: Es ist jemand da, der es noch schlimmer treibt als sie; das ist ungemein beruhigend für diejenigen, die sich mit ihrem Zumüllernaturell nicht so recht identifizieren können.

    Bislang habe ich noch keinen Ärger mit Kollegen gehabt deswegen, außer mal ganz früher in der Türkei, wo der Chef meiner Firma zehn Jahre in Amerika gelebt hatte und sich Denkschablonen wie "Think positive" oder auch "Clean desk policy" angeeignet hatte. Aber auch der hat mich von sporadischen Bekehrungsversuchen abgesehen im Endeffekt in Ruhe gelassen.

    Wenn irgendein Kunde meine Arbeit nach dem Aussehen beurteilt, bin ich ohnehin schon wegen meiner Klamotten durchgefallen, zumindest, wenn es ein solcher ist, der meint, wirklich gute Experten seien am Karriereeinheitskostüm zu erkennen. Der braucht auf den Schreibtisch keinen zweiten Blick zu werfen. Aber glücklicherweise gibt es genügend Kunden, die eine Arbeit nach ihrem Inhalt beurteilen und nicht nach dem Aussehen des Experten und seines Schreibtisches.

    Allerbeste Grüße,

    Eva
  8. #8

    ich war auch so einer

    Ich war vor meiner Pensionierung Leiter einer kommunalen Dienststelle und hatte auch das Problem des überquellenden Schreibtischs. Das war vor 15 Jahren. Ich habe mir in die Schubladen meines Schreibtischs Schienen für Hängemappen einbauen lassen. Dort befanden sich die unbearbeiteten Unterlagen mit Terminreitern. Jeden Morgen ein Blick drauf und die Arbeit konnte an einem leeren Schreibtisch beginnen.
  9. #9

    "Clean Desk Berater?"

    Habt ihr 'n Knall? Wenn schon, dann Clean Desk Consultant bitte.