Britisches Ehrenamt: Lang lebe King John und die Wiese

Ein junger Historiker übernimmt ein verstaubtes britisches Heimatmuseum. Sein Ziel: aus dem Seniorentreff eine moderne Lernstätte zu machen. Sein Glück: Auf einer Wiese nebenan unterzeichnete König John vor 800 Jahren eins der wichtigsten Dokumente der britischen Geschichte.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-866405.html
  1. #1

    Wozu die MC wir sind doch eh nur Sklaven der Elite

    Es keimt der Verdacht ein junger Historiker hat wieder eine Tür geöffnet. Die Tür zu der Staatskasse. Mit ein bisschen Wind über ein angebliches Dokument (keine Fälschung dieses Mal?) schon eine Geldquelle angebohrt. Warum sind denn die Engländer nicht so scharf auf ihre Geschichte? Das hat Gründe. Man will diese dunklen Jahrhunderte endlich vergessen. Man hat genug andre Sorgen. Was die Leute wirklich wollen ist ein grösseres Stück vom Kuchen. So simpel und einfach ist das
  2. #2

    König John?

    'König John' hieß Jean Plantagenêt, vulgo John Lackland bzw. Johann Ohneland. Er war Bruder Richard Löwenherz' und Schwiegervater Kaiser Friedrichs II. (HRR).
    Allen einen schönen Sonntag :-)
  3. #3

    Heimat? Ein Seniorenbegriff????

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    ein verstaubtes britisches Heimatmuseum. Sein Ziel: aus dem Seniorentreff eine moderne Lernstätte

    Gedenktag für Magna Carta: Museum in England kommt groß raus - SPIEGEL ONLINE
    Liebe Spiegel-Redaktion,
    warum lassen Sie denn immer Ihre Altenfeindlichkeit durchschimmern? Heimat und Museen sind etwas für Alte? Modern steht im Gegensatz zu alten Menschen? Ein wenig Sprachbewusstsein wäre auch für einen Journalisten vielleicht nicht ganz unnütz!
  4. #4

    Empfehlenswerter als manch Brimborium

    Die verächtliche und völlig sinnfreie Art, mit der hier über das kleine Heimatkundemuseum hergezogen wird, erstaunt nicht sonderlich. Der Autor tappt wahrscheinlich von einem Welt-klassemuseum ins andere. Für ein Museum in London braucht man allerdings jeweils eine Woche, und nach zwei Stunden ist die Konzentration futsch. In England gibt es unzählige kleine Dorfmuseen, in denen heimatkundlich die unterschiedlichsten Themen aufbereitet wer-den, wohl immer ehrenamtlich von pensionierten Lehrern, aber auch Handwerkern und Ge-schäftsleuten. Die Darbietung ist ungemein gegenständlich, verrät viel Fleiß und Mühe, Liebe zur Originalität bis ins Detail. Der Besucher erfährt viel, und nach zwei Stunden ist er durch, muß also nicht mit exzessiver Kulturbeflissenheit eine mörderische Tortur durchstehen wie in einem British Museum. Und man nimmt etwas mit wegen der konkreten Anschaulichkeit, was bei großen Museen selten der Fall ist. Ganz nebenbei sei erwähnt, daß auch die großen Muse-en in Deutschland sehr häufig nur noch von Ehrenamtlichen funktionstüchtig erhalten werden, nicht nur das Lindenmuseum in Stuttgart (Völkerkunde und Religionen), ein Traum mit fast ganz ohne Besucher. Diese kleinen Museen habe ich in Jugoslawien, Holland, Württemberg besucht, und ich habe es nicht einmal bereut. Oft schellt man an einem Nachbarhaus, und bin-nen kurzem wird einem aufgetan. Mit Ruhe und Zeit im Mantelsack kommt man zu einem beschaulichen Gewinn.

    Daß hier ein arbeitsloser Historiker und eine kleine Gemeinde auf Anerkennung, Besucher und Geld spekulieren ist nicht gerade schädlich. Irgendwas wird bei den Mühen herumkom-men. Die Magna Charta ist ja alles andere eine Kleinigkeit, England war an dieser Stelle den anderen Ländern weit voraus, auch wenn man das neue Recht insofern einschränken darf, als daß „freie Männer“ nur einen kleinen Teil der Bevölkerung ausmachten, ähnlich wie im anti-ken Athen oder in mittelalterlichen Städten Mitteleuropas. Man darf allerdings annehmen, daß dies erläutert wird. Britische Museen waren früher den deutschen in didaktischer Hinsicht um Jahrzehnte voraus. Es gibt dort weit weniger Tabus und Bildungsvorbehalte als hierzulande. Und auch sehr einfache Bürger besuchen Museen, der Eintritt ist zumeist gratis oder sehr bil-lig zu haben, und nebenbei ist häufig eine Selbstbedienungstheke, deren Preise einem deut-schen Frittenkönig die Tränen der Bestürzung ins Auge treiben würden.