Burschentag in Stuttgart: Wenn aus Brüdern Feinde werden

DPAIn Stuttgart versucht die Deutsche Burschenschaft krampfhaft, sich heimlich zu streiten. Das klappt nicht so ganz - nicht einmal vor der Presse können sie ihren Ärger verbergen.

http://www.spiegel.de/unispiegel/stu...-a-869031.html
  1. #1

    Wann

    Nur seltsam, dass die Politik sich nicht für diese Vereine interessiert. Sind da zu viele Alte Herren in wichtigen Positionen im Staat?

    Wenn man das hier so liest, dann verfolgen einige dieser Vereine ganz klar verfassungsfeindliche Ziele und könnten vom Innenminister verboten werden. Es wird Zeit, dass im Hinblick auf die völkischen und damit zugleich rassistischen Burschenschaften endlich etwas passiert, zumal die Burschenschaften vor allem eines sind: Vereinigungen, deren Mitglieder sich gegenseitig protegieren. Im Ergebnis heißt dies, dass sie sich gerne gegenseitig in Amt und Würde hiefen und das die Kombination rechtsradikal und Protektionismus den Rechtsstaat mehr gefährdet als die NPD es jemals schaffen kann, dürfte jedem klar sein, der einmal überlegt, was es bedeutet, wenn Burschenschafter beim Verfassungsschutz oder der Polizei ihre Leute in hohe Ämter einschleusen können, nur weil einer von ihnen unerkannnt in eine entsprechende Position gelangt.
  2. #2

    Es nervt nur noch.

    Wenn man dem Unispiegel glauben würde, müßte man denken, die Burschenschaften seien die zweitwichtigste Institution in Deutschland nach der Bundesregierung oder der Deutschen Bank (Nichtzutreffendes nach persönlichem Geschmack streichen) und ihr weiterer Weg stelle die Weichen für unsere Zukunft. In Wirklichkeit sieht der Rest des Landes diesen schwarzbraunen Gesangsverein schon längst als einen Haufen ewiggestriger Verrückter an, die zu verstrahlt sind, um gefährlich zu sein. Da haben ja Nachrichten über C-Promis aus dem Dschungelcamp mehr Informationswert!
  3. #3

    Nach Ihren Verlautbarungen sind große Teile der Burschenschaften nicht mehr auf dem Boden des GG

    Selbstverständlich ist eine nachrichtendienstliche Überprüfung bestimmter der Teile der
    Burschenschaften dringend geboten. In diesem Land und bei unserer Geschichte
    können "Alte Herren" und junge Füchse nicht verfassungsfeindliche Ziele ohne politische und juristische Konsequenzen - besonders als " Akademiker" - verkünden. Dies ist kein Angriff auf die Meinungsfreiheit, sondern die Abwehr verfassungszerstörender Bestrebungen. Unserer Rechtsstaat hat die Mittel - und sollte sie auch nutzen- diesem Theater ein Ende zu setzten
  4. #4

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    In Stuttgart versucht die Deutsche Burschenschaft krampfhaft, sich heimlich zu streiten. Das klappt nicht so ganz - nicht einmal vor der Presse können sie ihren Ärger verbergen.

    Deutsche Burschenschaft: Aufgeheizte Stimmung beim Burschentag - SPIEGEL ONLINE
    Hmm, ich gehöre einer jener Burschenschaften an, die 1996 unter Protest aus der DB ausgetreten sind. Machen wir uns nichts vor, selbst der liberalste Buxe (Burschenschafter) der DB ist, mit Verlaub gesagt, weit rechts von der CSU anzusiedeln.

    Ich habe in meiner Studienzeit (1982-1986) leider des öfteren "Wir fahren gegen Engeland" etc. aus den Mündern diverser sogenannter "Verbandsbrüder" gehört. Die Deutsche Burschenschaft und speziell die BG gehört geschlossen unter die Observation der Verfassungsschutzes. Und, JA, Beziehungen sind Alles....
  5. #5

    optional

    Die Politik interessiert sich nicht dafür, weil selbst von den rechtesten Burschen/AH kaum bis gar keine Gefahr ausgeht. Es gibt Spinner die sich ein großdeutsches Reich wünschen, aber mehr als im Suff am Stammtisch drüber zu schwadronieren bekommen die nicht hin.
    Und was das geklüngel angeht: wär mein Leben einfach wenns denn wirklich so wär (ich bin in einer Burschenschaft, aber nicht in der DB). Mehr als ein Praktikum oder ein paar Adressen wo man sich bewerben könnte springt da selten bei raus. Gerade die rechten Bünde wünschen sich vllt sie wären "die Elite", aber viel mehr als Wunschdenken ist es nun mal nicht.
  6. #6

    Die Saat ist aufgegangen, das politische Ziel erreicht

    Der Sturm im Wasserglas der Verbindungen wird sich legen.
    National-liberales „Böse“ konnte zum „Gut“ der Verbindungen erklärt werden.
    Das war das Ziel.
    Die anderen waren und bleiben „Böse“.
    Sie sind ab jetzt für die Öffentlichkeit das „Böse“ der Verbindungen.
    Das zum „Gut“ erklärte „Böse“ kann sich vom öffentlichen „Böse“ abgrenzen.
    Das nennt sich Politik.
    Es herrscht wieder Ruhe im Land.
    Alles kann im Stillen weiter gehen wie bisher.

    Ist die jüngste, deutsche Geschichte schon zu lange her?
    Wie bei einem unterwandernden Myzel üblich, durchbrechen stets nur hier und da zugehörige Giftpilze den Boden.
    Die stünden in keinem Zusammenhang, heißt es.
    Daher seien sie harmlos.
    Denn das Myzel, das sieht man nicht.

    Die Medien fühlen sich den stattfindenden Vorgängen überlegen.
    Das drücken sie in ihrer Berichterstattung aus.
    Die Gesellschaft hat einige bis eine ganze Menge Giftpilze auszuhalten.
    Das seien demokratische Vorgänge. Die Demokratie sei diesmal wehrhaft.

    Daß vorliegend ein verkleinertes Abbild der Weimarer Republik zelebriert wird, mag niemandem auffallen. Hinterher behauptete die Historie, noch keine Erfahrung mit dem Modell Demokratie gehabt zu haben, weswegen die Späteren in der sog. wehrhaften Demokratie recht getan hätten. Daher sei gegenwärtig alles sicher.

    „National-liberal“ wird vor dem Hintergrund des noch größeren Übels als eine vertretbare Ausrichtung dargestellt.
    Eine tödliche Seuche mit geringfügig längerer Zeit bis zur infaust-faschistoiden Diagnose ist harmloser, als eine mit geringfügig kürzerer Zeit bis zur selben Diagnose?
    Vorliegend stehen mitnichten „Gut“ und „Böse“ am Scheideweg der Burschenschaft.
    „Böse“ und „Böse“ streiten sich um die Vorherrschaft.
    Und doch bleiben sie alle nur Werkzeuge in den Händen anderer. Werkzeuge, die im Glauben gelassen werden, elitäre, akademische „Handwerker“ zu sein.

    Warum kein Sonderheft des Spiegel, in dem ausnahmslos alle Mitglieder sämtlicher Verbindungen in Tätigkeit und Wirken - in allen Schlüsselstellungen - in diesem, unserem Staate, der Gesellschaft, usw. bezeichnet werden?
    Weil das kein Heft mehr ist, sondern eher ein veritabler Wälzer?
    Darf es denn etwas geben, in dem - für den interessierten Teil der Bevölkerung - das Myzel, die Verbindungen der Giftpilze, öffentlich werden?
    Der interessierte Teil war schon zu Zeiten der Weimarer Republik klein.
    Das notwendige Abstraktionsvermögen begrenzte sich - damals wie heute - auf das tradierte und kolportierte Vorstellungsvermögen.
    Was darüber hinaus ging, konnte nicht sein bzw. beabsichtigt werden.
    Stellt fest, die Saat ist längst aufgegangen in einer nahezu allumfassenden Unterwanderung - u.a. der Medien.
    Still und unter Ausschluß der Öffentlichkeit, wie es sich gehört.
    Die Zeit ist längst nicht mehr „vor dem Myzel“.
    Längst sind alle einverwoben, in dieses uralte Myzel.
    Es gab und gibt allzu vielen den Halt, den sie nie in der Lage gewesen wären, sich selbst geben zu können.
  7. #7

    Kann SPON mal endlich aufhören mit dieser Überhöhung der Wichtigkeit der Burschenschaften? In Wahrheit sind diese in den meisten Städten nicht mehr relevant. Selbst in Großstädten wie Berlin sind die meisten Verbindungen inaktiv, zu archaisch ist ihr denken. Hinzu kommt, dass sich da schon lange nicht mehr die Elite versammelt, sondern eigentlich wird jeder aufgenommen, um überhaupt auf eine gewisse Mannstärke zu kommen.

    Bei SPON oder im Unispiegel wird das so dargestellt, als wären diese Verbindungen sowas wie die Illuminaten. Sind sie aber nicht. Wenn man sich diesen "Bruderzwist" so anschaut, dann haben sie diese Bedeutungslosigkeit so langsam selbst begriffen.
  8. #8

    Unwissen...

    ... geht wieder um. Herzlichen Glückwunsch an die Kommentatoren die sich Ihre Mäuler zerreisen. Dabei geht Ihnen nicht um den Kampf gegen rechts sondern darum ein einheitliches Feindbild zu haben. Ansonsten würden sie ja nicht eine Gruppe von 100 % über die Worte von 5 % richten. Diese Lynchjustiz in den Kommentaren zeigt nur wie einseitig SPON Leser sind und wie gut sie sich fühlen wenn sie endlich gegen etwas Kämpfen dürften.
  9. #9

    Zitat von BlakesWort Beitrag anzeigen
    Kann SPON mal endlich aufhören mit dieser Überhöhung der Wichtigkeit der Burschenschaften? In Wahrheit sind diese in den meisten Städten nicht mehr relevant. Selbst in Großstädten wie Berlin sind die meisten Verbindungen inaktiv, zu archaisch ist ihr denken. Hinzu kommt, dass sich da schon lange nicht mehr die Elite versammelt, sondern eigentlich wird jeder aufgenommen, um überhaupt auf eine gewisse Mannstärke zu kommen.
    Von was für einer Relevanz reden Sie?
    In wieweit sollten Verbindungen denn in einer Stadt relevant oder nicht relevant sein?

    Schon mal auf die Idee gekommen, dass nicht jede Verbindung für sich den Elitegedanken in Anspruch nimmt? Schon mal darüber nachgedacht, dass es eher um Werte wie Freundchaft, Gemeinschaft und Tradition geht?
    Den meisten Bünden ist es absolut schnuppe, ob der Interessen bzw. die Interessentin (jetzt muss ich hier schon gendern, weil manche sonst gleich durchdrehen und ja, ich bin selbst eine Frau und finde gendern trotzdem bescheuert) aus einer Akademiker- oder Arbeiterfamilie kommt und in welchem Stadtteil man wohnt - Hauptsache, man ist Student an der Hochschule, kann sich mit den Werten identifizieren und zeigt keine extremen Tendenzen.
    Und jetzt der Schock: Es werden in den meisten Fällen (ausser vielleicht DB und ein paar andere versprengte) auch Ausländer aufgenommen!

    Ich weiss, das ist nichts anderes, als jeder Schützen- und Karnevalsverein auch erzählt, wobei die es nach meinen Erfahrungen ja nicht so mit Ausländern haben.

    Schonmal darüber nachgedacht, dass diese "Seilschaften" auch nichts anderes sind als das "Networking", zum einen heutzutage jeder Prof an der Uni rät?
    In dem Unternehmen, in dem ich arbeite, werden Mitarbeiter für Empfehlungen neuer Mitarbeiter mit einer Prämie entlohnt. Glauben sie wirklich, dass dort nur Mitglieder von "Bösen Seilschaften" "ihre" Leute empfehlen? Nein, das macht jeder, der einen auf Jobsuche kennt, der zum Profil passen würde und sich bei Einstellung und Bestehen der Probezeit über etwas zusätzliches Geld freut! Nur empfielt der eine einen Kumpel aus dem Fussbalclub und der andere einen Bundesbruder.