Mobile Herz-Lungen-Maschine: Klinik to go

Universitätsklinikum RegensburgErstmals haben Notärzte einen Herzinfarkt-Patienten mit einer Herz-Lungen-Maschine an Ort und Stelle gerettet. Für den Betroffenen ist es ein Wunder, der 57-Jährige konnte bald wieder arbeiten. Welche Chancen und Tücken hat die mobile Notfallmedizin?

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-868490.html
  1. #10

    Immer genau abwägen

    Ich neige bei der Fallbeschreibung auch eher dazu mgroß beizupflichten. Die Tatsache, dass die Mini-HLM in relativ kurzer Zeit vor Ort war bedeutet für mich im Umkehrschluss das sich ein Kardiologisches Zentrum ganz in der Nähe befunden haben muss. Bei der geschilderten Notfallsituation muss das oberste Ziel die Wiederherstellung des eigenen Kreislaufs sein (ROSC). Wenn der Notarzt sich entschieden hätte, unter laufender Reanimation die Klinik anzufahren wäre der Patient vermutlich früher im Katheder-Labor gewesen, was das Outcome vermutlich positiv beeinflusst hätte. Aber: Wie immer - als Außenstehender lässt sich jeder Einsatz im Nachhinein verbessern - weil man eben nicht genau in der Situation steckt. Deshalb trotzdem: Respekt & Anerkennung für diese Leistung!
  2. #11

    Transport

    unter CPR-Bedingungen schien mir meiner Erfahrung nach immer die ultima Ratio (sprich: Verzweiflung) und so gut wie nie (in meiner persönlichen Erinnerung wirklich nie) erfolgreich. Im Artikel steht "bereits am dritten Tag..", was wäre also bis dahin gewesen? PTCA-Versuch unter Nonstop-CPR? Keine rosige Prognose.
    Dicken Glückwunsch für Herrn Scharrer :-)
  3. #12

    Interessant, aber noch viel zu tun

    Ich bin medizinischer Laie und kann daher natürlich keine wirklich kompetente Beurteilung vornehmen. Aus meiner Sicht is das Verfahren aber sehr interessant. Schließlich kann so der Transport unter besseren und ruhigeren Bedingungen erfolgen, da der Patient ja zunächst mal gesichert ist. Allerdings müssten sich bei flächendeckender Einführung wohl alle Notärzte fortbilden, da die Methode ja offenbar fachlich extrem anspruchsvoll ist. Außerdem müsste sichergestellt sein, dass Kardiotechniker etc. immer abrufbereit sind. Mir scheint fraglich ob die Strukturen im Rettungsdienst das überhaupt her geben? Deswegen frage ich mich ob ein flächendeckender Einsatz der Technik, positive Ergebnisse der experimentellen Phase vorausgesetzt, überhaupt machbar wäre?
  4. #13

    Sensation:

    ...seit 20 Jahren gibt es da Berufsbild des Rettungsassistenten! Kein Sanitäter! Der darf kaum etwas!
    Nicht Krankenwagenfahrer, Assi, Träger oder Sani!!
    >>> RettAssistent! ~ Kranken-, ITS-Pfleger
  5. #14

    Sensation:

    ...seit 20 Jahren gibt es da Berufsbild des Rettungsassistenten! Kein Sanitäter! Dieser darf kaum etwas!
    Nicht Krankenwagenfahrer, Assi, Träger oder Sani!!
    >>> RettAssistent! ~ Kranken-, ITS-Pfleger

    Und was die HLW betrifft, ist es ein weiteres Produkt um an Patienten Geld zuverdienen.
    Tatsächlich sinnvoll und lebensrettend ist eine CPR von Begin des HKL-Stillstandes. Im Grunde Wissen aus dem EH-Kurs für den Führerschein.
  6. #15

    Schlecht recherchiert!

    Das geschilderte Vorgehen ist durchaus nicht neu - in Asien, insbesondere in Taiwan wird sowas schon seit Jahren praktiziert. Dennoch ist es kein Beleg, dass Leben damit gerettet werden kann - so wie für etliche andere Methoden, wie LUCAS, LIFEBOARD oder andere invasive Sachen.
    Kühlung nach Reanimation ist eine gut untersuchte Massnahme und fruhe Laienreanimation ist ebenfalls effektiv. Aber das ist für den Autor wohl nicht 'fancy' genug!

    Schwacher Artikel.
  7. #16

    Zitat von doppeldenk Beitrag anzeigen
    ...seit 20 Jahren gibt es da Berufsbild des Rettungsassistenten! Kein Sanitäter! Dieser darf kaum etwas!
    Nicht Krankenwagenfahrer, Assi, Träger oder Sani!!
    >>> RettAssistent! ~ Kranken-, ITS-Pfleger

    Und was die HLW betrifft, ist es ein weiteres Produkt um an Patienten Geld zuverdienen.
    Tatsächlich sinnvoll und lebensrettend ist eine CPR von Begin des HKL-Stillstandes. Im Grunde Wissen aus dem EH-Kurs für den Führerschein.
    Das umgangssprachliche Sanitäter ist nicht herabsetzend gemeint - ich verwende es stellvertretend für das nichtärztliche Rettungspersonal, solange es keinen inhaltlichen Grund gibt, die Qualifiktion genau zu benennen. Unter einem Sanitäter kann sich jeder etwas vorstellen.

    Die Bedeutung der Herz-Lungen-Wiederbelebung (CPR) für den Fall hebt ja unter anderem die Aussage des Notarztes im letzten Absatz noch einmal hervor.
  8. #17

    Nur für wenige, elitär und kompliziert !

    Hört sich alles ganz toll an, oft wird sicher aber ein schneller Transport in die Klinik besser sein.
    Eine Vergleichsstudie würde ein Ergebnis bringen.

    Zudem sollte besser mal an den zig Tausend Kunstfehlertoten und -beschädigten gearbeitet werden, als hier eine elitäres Ereignis für wenige zu propagieren !

    Aber das ist die deutsche Medizin, hochentwickelt wie woanders auch, das nützt aber nicht den vielen verpfuschten Patienten, die ich gesehen habe, die schon durch Banalitäten starben, wie übersehene Abszesse !

    Zudem wird diese Technik nur wenigen nutzen, den Landmenschen wird sie nicht zur Verfügung stehen !
  9. #18

    Zitat von Surgeon_ Beitrag anzeigen
    Zudem sollte besser mal an den zig Tausend Kunstfehlertoten und -beschädigten gearbeitet werden, als hier eine elitäres Ereignis für wenige zu propagieren !

    Aber das ist die deutsche Medizin, hochentwickelt wie woanders auch, das nützt aber nicht den vielen verpfuschten Patienten, die ich gesehen habe, die schon durch Banalitäten starben, wie übersehene Abszesse !

    Zudem wird diese Technik nur wenigen nutzen, den Landmenschen wird sie nicht zur Verfügung stehen !
    Zustimmung und Widerspruch:
    Die Weiterentwicklung in der Medizintechnik hat doch wirklich nichts mit dem Problem der "Kunstfehlertoten" zu tun.
    Die Gefahr solcher Artikel besteht für mich darin, dass, obwohl mehrfach vom Autor hervorgehoben, im Gedächtnis nur die Technik bleibt und nicht das vorbildliche Handeln der Arbeitskollegen.
    Es muß mehr Geld fließen in die Notfallausbildung der Bevölkerung; nicht alle Betriebe, Schulen, Behörden etc. bieten Kurse für Mitarbeiter an.
    Auch fehlen weiterhin an vielen Orten automatisierte Defibrillatoren/Cardioverter.
    "Landmenschen" haben notfallmäßig schlechte Karten. Obwohl Einsatzzeiten von 12 (?) Minuten vorgeschrieben sind, werden diese auch wegen fehlendem Personal und Rettungsgerät in Flächenkreisen nicht regelhaft erreicht. Zum Nachweis der Versorgung wird dann der Hubi angeführt, der die Zeit packt. Aber es gibt zu wenig Hubi´s und die Zahl der kardiovaskulären Notfälle wird bei weiter alternder (und verfettender) Gesellschaft drastisch zunehmen.
  10. #19

    Zitat von sysop Beitrag anzeigen
    Anstatt wie üblich Scharrer während der Reanimation so schnell wie möglich in die Klinik zu bringen, fuhren sie eine kompakte Version einer Herz-Lungen-Maschine in die Werkshalle.
    Klar, sonst immer gleich in die Klinik? Wie langweilig! Dann war es für Scharrer ja mal eine echte Abwechslung. Wievielmal pro Woche wird Scharrer denn, so allgemein, reanimiert?