Mobile Herz-Lungen-Maschine: Klinik to go

Universitätsklinikum RegensburgErstmals haben Notärzte einen Herzinfarkt-Patienten mit einer Herz-Lungen-Maschine an Ort und Stelle gerettet. Für den Betroffenen ist es ein Wunder, der 57-Jährige konnte bald wieder arbeiten. Welche Chancen und Tücken hat die mobile Notfallmedizin?

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-868490.html
  1. #1

    Heikles Thema. Mit Sicherheit sehen wir hier einen Ausblick in die Zukunft und aller Anfang ist bekanntlich schwer aber es ist einfach noch immer Fakt, dass das Outcome in derartigen Einsätzen maßgeblich von den Ersthelfern abhängt!!
    Ohne sofortige Reanimationsmaßnahmen bauen Hirn und Herzmuskel viel zu schnell ab. Hier sollte zu allererst angesetzt werden!!
    Dann kommt noch das Handling der Mini-HLM dazu. Ich bin mir sicher, dass der Patient in diesem Fall ein vergleichbar gutes, wenn nicht besseres Outcome OHNE die HLM gehabt hätte. Als verantwortlicher Notarzt hätte ich mich Sicherheit keine Stunde auf eine experimentelle Technik gewartet.
    Das Hauptargument ist ja meist, dass während des Transports kein durchgängiger Blutfluss garantiert werden kann aber mal ganz ehrlich .... wie groß ist der Anteil der Notärzte, die unter Reanimationsbedingungen zuverlässig die Iliakalgefäße punktieren und dann auch noch die notwendigen Kaliber einbringen können?? Ich kenne genug Ärzte, die schon mit einfachen Viggos unter diesen Bedingungen ihre Probleme haben.
    Schnellere Ersthilfe und zügiger Transport in die Klinik sind mMn erfolgsversprechendere Maßnahmen!
  2. #2

    Für den Betroffenen ist es ein Wunder, der 57-Jährige konnte bald wieder arbeiten.

    Super. In unserem perversen Wirtschaftssystem ist DAS natürlich die allerwichtigste Aussage. Man wollte vermutlich zum Ausdruck bringen, daß der Patient keine schweren Folgeschäden davontrug, aber das kann man auch anders schreiben. Arbeit ist kein Lebenssinn.
  3. #3

    Viel Glück

    Ist nur fraglich wann Mann, frau oder Kind tatsächlich Glück hat. Wenn dieses Superteil zum Einsatz kommt oder keines vorhanden ist.
  4. #4

    Gute Entwicklung, aber experimentell

    zu mgroß - Bin anderer Meinung. Sofern ein Team vorhanden ist, was das Legen der Zugänge und den Anschluss des Patienten an die Maschine kann, ist die zeitnahe Aufrechterhaltung des Herz-Kreislaufes sicherlich besser als ein manuelles Pumpen. Sobald jedoch die Beherrschung der Technik fehlt ist manuelles Pumpen und "ab in die Klinik" besser.
  5. #5

    Wartezeit/Arbeitsfähigkeit

    Die Wartezeit auf die Mini-HLM betrug keine Stunde, sondern 60 Minuten nach Reanimationsbeginn durch die Ersthelfer arbeitete die HLM. Und der Notarzt war erfahren in deren Einsatz und kannte auch den außerklinischen Betrieb von Verlegungsfahrten gut.

    Die Arbeitsfähigkeit ist dort genannt, weil das aus meiner Sicht ein überraschend positives Ende der Geschichte ist - und mich noch mehr beeindruckt, als zum Beispiel der Ausdruck "voll belastbar". Die unterstellte gesellschaftliche Relevanz der Arbeitsfähigkeit war für mich beim Schreiben kein Thema.
  6. #6

    Alter Wein in neuen Schläuchen

    Diese Schlagzeile las ich schon mal 2009, anscheinend ist sie nachwerfenden worden: http://www.rega.ch/pdf/medien/2010/PDF_Medienkonferenz10_01_de.pdf
  7. #7

    Wo wird die angeschlossen?

    Beim Einsatz im OP wird der Thorax am Brustbein geöffnet und die Herz-Lungen-Maschine wird an die Aorta oberhalb der Herzkranzgefäßen und an die Vena Cava angeschlossen. Wie wird die hier beschriebene mobile Variante angeschlossen?
  8. #8

    @murmel57

    Typischerweise an die großen Gefäße Arterie und Vene) in der Leiste, falls das nicht klappt auch am Hals.
  9. #9

    @uto

    Zitat von uto Beitrag anzeigen
    Diese Schlagzeile las ich schon mal 2009, anscheinend ist sie nachwerfenden worden: http://www.rega.ch/pdf/medien/2010/P...nz10_01_de.pdf
    Klar wurde die Mini-HLM schon des öfteren verwendet, die Frage ist nur, wie es den Patienten danach geht. In dem von dir genannten Bericht steht ja nur, dass die Patientin stabil in die Klinik eingeliefert wurde, aber nicht, wie es ihr 2 Wochen/2 Monate/2 Jahre danach ging bzw ob sie es überhaupt überlebt hat.