"FTD" am Ende: "Wir wollen erhobenen Hauptes hier rausgehen"

dapdDie Mitarbeiter der "FTD" sind sauer. Dass ihre Zeitung eingestellt wird, wussten sie längst. Dass der G+J-Vorstand zuerst mit anderen Medien darüber sprach, sorgt auf der Betriebsversammlung für Unmut. Wenig halfen da die Abschiedsworte des Managements: "Floskeln" seien das gewesen.

http://www.spiegel.de/kultur/gesells...-a-868983.html
  1. #1

    Das Ende der FTD

    Eine wirkliche Überraschung war die nun offiziell bekannt gewordene Entscheidung wohl nicht,wenn man die wirtschaftliche 'Erfolgsbilanz'von Anbeginn sorgfältig bewertet.Nachdem auf Dauer keine überzeugende Trendwende hin zu einem möglichen Break-even herbeigeführt werden konnte,war es letztlich wohl ein Gebot der Vernunft bei G&J,das Projekt FTD aufzugeben.
    Bleibt zuhoffen,dass die Herausgeber den Gekündigten eine solide Abfindung bieten und die Betroffenen in ihrem Metier bald eine angemessene neue Aufgabe finden werden!
  2. #2

    Die hohe Zahl an Beiträgen auf SPON zum Ende der FTD ist schon bemerkenswert. Es liegt wohl daran, dass den Schreibern bei SPON dieses Thema besonders nahe geht, was ich natürlich nachvollziehen kann. Das deutsche Konkurrenzprodukt zum Spiegel wird schließlich auch seit Jahren massenhaft im Flugzeug verschenkt. Ehrlich gesagt dürfte das Ende der FTD vielen Lesern bei SPON aber so ziemlich an den fünf Buchstaben vorbeigehen. Ich würde es begrüßen, wenn hier nichts mehr zu dem Thema käme (das Thema ist für die meisten nicht relevanter als ein Mord oder Banküberfall). Die FTD habe ich im Flugzeug nicht mal kostenlos gelesen. Zu den Fakten, Fakten, Fakten greife ich immerhin noch gelegentlich, falls es mal keine Sportbild gibt. Kaufen tue ich aber schon seit Jahren keine Printprodukte mehr.
  3. #3

    Deutschland ist eben nicht England...

    ...Problem der Wirtschafts-Tageszeitungen ist sicherlich, dass in Deutschland die Finanzindustrie eine untergeordnete Rolle spielt. Die Deutsche Bank ist zwar auf der Weltbühne sehr präsent, doch eher mit Büros aus London und New York denn aus Frankfurt. Und auch ansonsten geht in dieser Branche nicht viel, eben kein Vergleich zu London oder New York, bei denen die Zahl der Banker bereits garantiert, dass Blätter wie die FT genügend Leser haben - und das in New York trotz Konkurrenz wie dem WSJ.

    Allerdings sollte man da auch nicht vergessen, dass natürlich ebenso in England und Amerika derartige Titel spezielle Nischen ausfüllen, diese schien in Deutschland einfach nicht groß genug für zwei Titel zu sein. Bleibt zu hoffen (und zu vermuten), dass das Handelsblatt viele der FTD-Leser bekommt und somit zumindest ein solider Wirtschaftstitel überlebt.
  4. #4

    Ich bedauere einerseits sehr die Einstellung der FTD.

    Aber Thomas Fricke wird mir nicht fehlen, mit seinen extrem einseitigen Betrachtungen, wo ich mich immer gefragt habe, ob er von der London City gesponsert wird...
  5. #5

    Aus Sternen Sternchen gemacht

    Der Stern nur noch ein Sternchen. Wer die Tralala-Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe liest, weiß, was gemeint ist; billiger geht es nicht. FTD, Capital, Impulse etc. - alles ruiniert. Vielleicht sollte Bertelsmann zu Bibel-Drucken zurückkehren. Das hat groß gemacht. Koran wäre auch noch eine Möglichkeit. John Jahr und H. Nannen würden sich im Grabe umdrehen, wenn sie davon erführen. Sie erfahren es nicht mehr.
  6. #6

    Ich werde sie vermissen

    Die FTD hat insbesondere zur Finanzkrise und den Nachbeben sicherlich die kompetentesten Beiträge gehabt und war schon so was wie progressiv linksliberal, aber gekauft hab ich sie mir aber auch nie und im letzten Jahr auch aus den Augen verloren. Auf SPON lese ich gerne den Herrn Münchau und in der FTD waren solche kompetenten Beiträge nie Mangelware wie hier.
  7. #7

    Zitat von AlexMoritz Beitrag anzeigen
    ...Problem der Wirtschafts-Tageszeitungen ist sicherlich, dass in Deutschland die Finanzindustrie eine untergeordnete Rolle spielt. Die Deutsche Bank ist zwar auf der Weltbühne sehr präsent, doch eher mit Büros aus London und New York denn aus Frankfurt. Und auch ansonsten geht in dieser Branche nicht viel, eben kein Vergleich zu London oder New York, bei denen die Zahl der Banker bereits garantiert, dass Blätter wie die FT genügend Leser haben - und das in New York trotz Konkurrenz wie dem WSJ.

    Allerdings sollte man da auch nicht vergessen, dass natürlich ebenso in England und Amerika derartige Titel spezielle Nischen ausfüllen, diese schien in Deutschland einfach nicht groß genug für zwei Titel zu sein. Bleibt zu hoffen (und zu vermuten), dass das Handelsblatt viele der FTD-Leser bekommt und somit zumindest ein solider Wirtschaftstitel überlebt.
    Der harte Kern der FTD-Leser dürfte mit dem Handelsblatt nicht sonderlich viel anfangen können. Der Reiz des lachsrosa Blättchens war ja vor allem, dass es sich weitgehend vom selbstherrlichen Haufen der deutschen Leitmedien abgekoppelt hatte und viel Raum für sperrige Fakten und Meinungen bot, ohne dabei in die Falle des Andersseins um jeden Preis zu tappen.

    Das bietet das Handelsblatt nicht mal in Ansätzen.
  8. #8

    ...keine überraschung... :(

    Schade um jede Zeitung in Deutschland, die vom Markt verschwindet. Bei der FTD war das schon lange absehbar. Welches Unternehmen kann es sich leisten DAUERHAFT Verluste zu produzieren, insgesamt 240 Mio.€? Verlag hat zu lange am Projekt FTD festgehalten.
  9. #9

    Warum nicht als Internet Zeitung

    Schade um die ftd - ich werde sie vermissen, den Qualitäts Journalismus der ftd habe ich jedenfalls immer geschätzt. Da ich die ftd außer im Flugzeug allerdings auch nie als Print-Ausgabe gelesen habe, wundere ich mich eigentlich nur darüber, dass es G J nicht gewagt hat, die ftd als reine Internet Zeitung herauszugeben. Da hätte es wenigstens eine Perspektive gegeben, denn Papierzeitungen sind im Smartphone und iPad Zeitalter wohl ohnehin früher oder später dem Tod geweiht.

    In diesem Sinne kann man nur hoffen, dass der Spiegel daraus lernt und das Geschäftsmodell konsequent weiterentwickelt.