Psychiatrie: ADHS-Therapie könnte Kriminalität eindämmen

CorbisKönnen Medikamente die Kriminalitätsrate senken? Schwedische Forscher haben herausgefunden, dass ADHS-Patienten weniger Verbrechen begehen, wenn sie behandelt werden. Das klingt nach einer einfachen Lösung - doch die Therapie ist nicht für jeden geeignet.

http://www.spiegel.de/gesundheit/dia...-a-868889.html
  1. #1

    Sündenbock ADHS

    Na herrlich, nun kann man bequem eine Unannehmlichkeit einer Minderheit zuschieben- so muss es sein. Wer ist für Verbrechen verantwortlich? Die bösen ADHSler! Als ob der Fakt, mit so einer Störung 'gesegnet' worden zu sein, nicht ausreicht, nun werden den ADHSlern auch noch die Verbrechen zugeschoben! Am besten machen wir Gentests und treiben alle ADHSler und Asperger Autisten ab und am Ende bekommen alle Menschen, die jemals eine psychische Krankheit bekommen haben (bei dieser gesunden Leistungsgesellschaft) ein Geburtsverbot! Recht so! Das ist die richtige Richtung, in die die Menschheit sich entwickeln sollte.

    Zur Behandlung von ADHS sage ich deutlich JA!, aber bitte, lasst diese Menschen in Ruhe, die haben es schon schwer genug. Ihnen jetzt noch die Schuld an Verbrechen zuzuschieben, das ist unterste Schublade. Nicht die psychisch Kranken sind das Problem- es sind die Normalen.
  2. #2

    Was ist ADHS?

    Gibt es diese Krankheit wirklich?Oder wird der Versuch unternommen Symptome zu einem Gesamtbild zusammenzufassen und daraus ein Krankheitsbild zu formen?
    Worin liegen die Ursachen von menschlichem Verhalten?Was formt die Psyche eines Menschen?Wann beginnen wir endlich zu verstehen das die Ursachen zu einem hohen Anteil in den völlig fehlgeleiteten Erziehungsmethoden liegen,zu deren schlimmen Folgen auch Kriminalität und Gewalt gehören.Jede medikamentöse Behandlung ist dabei nur Symptombekämpfung,,die an Ursachen nichts ändert und diese auch meist ignoriert.Solange dies nicht berücksichtigt wird,werden Veränderungen immer nur marginal sein und die Nebenwirkungen dürften den Nutzen meist auf lange Sicht negieren.
  3. #3

    Ritalin

    Vielleicht sollte man die ADHS-Patienten einfach in Ruhe ihre Persönlichkeit und somit ihren Platz in der Gesellschaft finden lassen, ohne sie mit Ritalin ruhig zu stellen. Ich hab mir gerade eine Liste mit einflußreichen Meschen mit ADHS angeschaut. Da kam mir die Frage, ob diese auch so erfolgreich, kreativ und innovativ gewesen wären, hätte man sie in ihrer Kindheit/Jugend mit Ritalin zugedröhnt.

    Einen weiterführenden Artikel zu den Auswirkungen des maßlosen Ritalin-Einsatzes gibt es hier:

    Eine anti-Jungen Kultur? Ritalin gegen individuelle Freiheit « Kritische Wissenschaft – critical science
  4. #4

    Ärgerlich

    Jetzt macht auch Spiegel-Online diese ADHS-Volksverdummung mit! Dass Kriminelle häufiger ADHS haben, lässt sich doch gar nicht objektivieren. Niemand weiß schließlich, was ADHS als eigenständige Krankheit eigentlich sein soll, denn niemand hat sie bisher gefunden. Dass Kriminelle (und andere Menschen auch) häufiger unruhig, impulsiv und unaufmerksam sein mögen, belegt doch nicht eine spezifische Krankheit ADHS! Solche Symptome sind extrem vieldeutig. Im Übrigen belegt die Studie sehr deutlich, dass "Ritalin" nicht therapiert (=heilt), sondern nur Symptome so lange unterdrückt, wie es wirkt. Die Pharma freut sich, weil man also lebenslang Ritalin schlucken müsste, um nicht kriminell zu werden. Wie wäre es mal mit einem Bericht über psychosoziale Prävention und Sozialtherapie bei Kriminellen? Nur hiermit bekommt ein Mensch die Chance, sein Verhalten wirklich zu ändern.
  5. #5

    Halbwisse und Vorurteile

    Es ist schade das nach wie vor so viele Vorurteile sowohl gegen die Ursachen als auch gegen die Behandlung bestehen.
    Tatsache ist die meisten Menschen und damit unsere Gesellschaft kommt mit den Besonderheiten der betroffenen nicht zurecht und grenzt sie zu Unrecht aus. Dadurch wird ein fataler Kreislauf aus sich selbst verstärkenden negativen Erfahrungen aufgebaut der aus eigener Kraft kaum durchbrochen werden kann.
    Methylphenidat bietet einen einfachen Ausweg und ist lange nicht so schlimm in seinen Auswirkungen wie es oft dargestellt wird es bietet die Chance den Kreislauf zu durchbrechen und auch mal Erfolgserlebnisse zu haben. Und wie man sieht reicht das um dem Leben eine andere Wendung zu geben. Wenn die Gesellschaft aufgeklärter und feinfühliger wäre bräuchte man so ein Medikament vielleicht nicht aber davon sind wir weit entfernt. Und bis dahin sollte gelten wer heilt hat recht.
  6. #6

    Zitat von nagevog Beitrag anzeigen
    Vielleicht sollte man die ADHS-Patienten einfach in Ruhe ihre Persönlichkeit und somit ihren Platz in der Gesellschaft finden lassen, ohne sie mit Ritalin ruhig zu stellen. Ich hab mir gerade eine Liste mit einflußreichen Meschen mit ADHS angeschaut. Da kam mir die Frage, ob diese auch so erfolgreich, kreativ und innovativ gewesen wären, hätte man sie in ihrer Kindheit/Jugend mit Ritalin zugedröhnt.

    Einen weiterführenden Artikel zu den Auswirkungen des maßlosen Ritalin-Einsatzes gibt es hier:

    Eine anti-Jungen Kultur? Ritalin gegen individuelle Freiheit « Kritische Wissenschaft – critical science
    Ihre Formulierungen "ruhig stellen" und "zugedröhnt" im Zusammenhang mit Methylphenidat, einem engen Verwandten der Amfetamine - welche ja nun nicht gerade als "Beruhigungsmittel" bekannt sind - zeigt sehr deutlich, wie wenig Ahnung sie selbst wirklich vom Thema haben..
  7. #7

    Sehr guter Beitrag.

    Zitat von blödföhn Beitrag anzeigen
    Es ist schade das nach wie vor so viele Vorurteile sowohl gegen die Ursachen als auch gegen die Behandlung bestehen.
    Tatsache ist die meisten Menschen und damit unsere Gesellschaft kommt mit den Besonderheiten der betroffenen nicht zurecht und grenzt sie zu Unrecht aus. Dadurch wird ein fataler Kreislauf aus sich selbst verstärkenden negativen Erfahrungen aufgebaut der aus eigener Kraft kaum .....
    Sie scheinen, im Gegensatz zu einigen anderen hier, sich mit der Materie auch auseinandergesetzt zu haben.
    Schön ist vor allem immer, dass gerade die die großen Sprüche reissen, die selbst nicht betroffen sind.. Die also keinerlei eigene Erfahrungen haben, wie es sich anfühlt und lebt mit dieser Dysfunktion.
  8. #8

    Zitat von lab61 Beitrag anzeigen
    Ihre Formulierungen "ruhig stellen" und "zugedröhnt" im Zusammenhang mit Methylphenidat, einem engen Verwandten der Amfetamine - welche ja nun nicht gerade als "Beruhigungsmittel" bekannt sind - zeigt sehr deutlich, wie wenig Ahnung sie selbst wirklich vom Thema haben..
    Es geht um die paradoxe Wirkung von Methylphenidat, nicht um die "normale" Wirkung.
  9. #9

    inflationäre Trenddiagnose

    Es ist verhängnisvoll für eine Gesellschaft wenn sozial abweichendes Verhalten mit medizinischen Kategorien erklärt wird.
    Die ADHS Diagnose ist eine Modeerscheinung, warum gab es früher nur so wenige Fälle davon? Schlechtes Benehmen, mangelnde Selbstdisziplin und krasser Egoismus sind Auflösungserscheinungen eines gesellschaftlichen Kontrakts, wie er in anderen Gesellschaften und früher auch bei uns bestand. Es kommt noch dahin, daß Strafen auf den Index kommen und durch Therapie ersetzt werden, die Opfer zahlen für die Therapie der Täter.
    Mich stört einfach dieses inflationäre ADHS Alibi wenn sich jemand nicht mehr an Regeln halten will.
    Die wirklich von dieser Krankheit betroffenen werden zu guter Letzt nicht mehr ernst genommen und müssen um so mehr auf sich Aufmerksam machen.